Natürlich ist es gut, die Menschen wachzurütteln - aber wenn man das mit so fragwürdigen Methoden tut, schadet man damit der Sache eigentlich mehr, als man ihr nutzt. Wenn man selber im Tierschutz aktiv ist, wird man allzu schnell mit derartigen Organisationen und Aktionen in einen Topf geworfen, und dann muß man erst mal dementieren, daß man selber eben nicht radikal ist sondern einen ganz unideologischen, pragmatischen Tierschutzgedanken verfolgt. Und dann stellt sich die Frage, ob 'Aufrütteln mit allen Mitteln' wirklich zielführend ist. Bei PETA kommt mir das immer mehr wie Selbstzweck vor - es scheint mehr darum zu gehen, präsent zu sein, als effektiv zu helfen.
Das ist aber nicht auf PETA alleine beschränkt - ich kann mich z.B. an diese Aktion beim G8 Gipfel erinnern, als Greenpeace-Aktivisten mit einem Schlauchboot eine Polizeisperre durchbrochen haben. Tatsache war, daß die Polizei explizit darauf hingewiesen hatte, daß diese Sperre besteht und auch aufrechterhalten wird, und Tatsache war ebenfalls, daß Greenpeace an anderen Stellen bereits durchaus medienwirksam protestiert hatte und eigentlich permanent in der Presse mit seinen Anliegen präsent war. Die spektakukläre Aktion (und hinterher wurde die Polizei an den Pranger gestellt, weil sie genau das taten, was angekündigt war, nämlich die Sperre zu verteidigen und alle abzufangen, die versuchen würden, sie zu durchbrechen, und dabei ist wohl ein Greenpeace-Mitarbeiter über Bord gegangen oder dergleichen) hatte also keinen tieferen Sinn außer den, sich darzustellen. Und mit genau solchen Aktionen kann ich mich nicht anfreuden - Protest als Selbstzweck, das kann es nicht sein, schon gar nicht, wenn man nach außen den Anspruch vertritt, etwas verbessern zu wollen.