- Studie zur Käfiggröße bei Hamstern Beitrag #1
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SusanneC
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Diese Studie zeigt, dass sogar die von hamsterhaltern empfohlenen käfiggrößen imemr noch erheblich zu klein sind.
http://www.ths.vetsuisse.unibe.ch/lenya/housing/live/publications/Diss_Fischer.pdf
Und einige Auszüge:
"...befasst sich mit dem Verhalten und mit weiteren Parametern bei Goldhamstern auf verschieden grossen Grundflächen. Mit Hilfe von Videoaufnahmen wurde das Verhalten von 60 weiblichen Goldhamstern, die in drei Durchgängen à 15 Hamster während 13 Wochen in Käfigen mit vier verschiedenen Grundflächen (1’800 cm2, 2’500 cm2, 5’000 cm2, und 10’000 cm2) einzeln gehalten wurden, verglichen und auf ihre Tiergerechtheit geprüft. Alle Käfige waren mit einem Holzhäuschen, einem Laufrad, einem Sandbad, Futterschale, Trinkflasche, Ästen, Heu, Papiertüchern und einer Kartonrolle eingerichtet. Die Laufradaktivität wurde rund um die Uhr registriert. Eingestreut wurden die Käfige mit Hobelspänen, die 15 cm hoch eingefüllt wurden"
"In den vier Käfiggrössen konnten keine signifikanten Unterschiede in der Laufradaktivität festgestellt werden. An den zwei Tagen nach den Stress-Prozeduren liefen die Hamster signifikant länger im Laufrad als an den zwei Tagen vor dem Stress und während dem Stress. Stereotypes Gitternagen, häufig als ein Indikator für ungenügende Haltungsbedingungen verwendet, wurde in allen vier Käfiggrössen beobachtet. Mit zunehmender Käfiggrösse haben die Frequenz und die Dauer von stereotypem Gitternagen signifikant abgenommen. Die erhöhte Plattform auf dem Holzhäuschen wurde vermehrt von Hamstern aus den kleinen Käfigen genutzt. Dies könnte durch ein grösseres Bedürfnis nach zusätzlichem Platz erklärt werden. Die Gewichtszunahme bis zum Projektende war signifikant höher je kleiner der Käfig, beruhte aber nicht auf einem höheren Fettansatz der Tiere. Da sich die Hamster jedoch noch im Wachstum befanden, besteht die Möglichkeit, dass die überschüssige Energie zu einem späteren Zeitpunkt zu verfetteten Tieren führen könnte.
Aus den Resultaten schliessen wir, dass ein Käfig von 10’000 cm2 oder grösser für Goldhamster zu empfehlen ist. Die Käfige können zudem mit mehr Strukturen angereichert werden, so dass die Hamster mehr Beschäftigungsmöglichkeiten haben. Eine tiefere Einstreu ist ebenfalls zu empfehlen, wie aus der parallel durchgeführten Dissertationsarbeit von A. Hauzenberger (2005) entnommen werden kann. Zusätzlich empfehlen wir, dem Goldhamster ein Sandbad zur Verfügung zu stellen, da es von allen Hamstern, unabhängig von der Käfiggrösse, sehr häufig genutzt wurde und für ihr Wohlbefinden von Bedeutung zu sein scheint."
Käfiggröße 1: 32 cm x 57 cm x 45 cm
Käfiggröße 2: 44 cm x 57 cm x 45 cm
Käfiggröße 3: 95 cm x 57 cm x 45 cm
Käfiggröße 4: 105 cm x 95 cm x 45 cm
je kleiner der Käfig desto länger und häufiger wurde stereotyp am Gitter genagt!
"Wire gnawing of hamsters in the present study was considered to be stereotypic because it was repetitive, invariant and was performed at a particular spot on the wire top of the cage (similarly in mice, Würbel et. al. 1996). Additionally it was without function because wire gnawing was considered to develop from outsidedirected exploration, which, after a steady ineffectiveness, no longer contributed to exploration."
Quelle:
Vetsuisse - Fakultät der Universität Bern
Behaviour of golden hamsters (Mesocricetus auratus)
kept in four different cage sizes
Katerina Fischer
2005
http://www.ths.vetsuisse.unibe.ch/lenya/housing/live/publications/Diss_Fischer.pdf
Und einige Auszüge:
"...befasst sich mit dem Verhalten und mit weiteren Parametern bei Goldhamstern auf verschieden grossen Grundflächen. Mit Hilfe von Videoaufnahmen wurde das Verhalten von 60 weiblichen Goldhamstern, die in drei Durchgängen à 15 Hamster während 13 Wochen in Käfigen mit vier verschiedenen Grundflächen (1’800 cm2, 2’500 cm2, 5’000 cm2, und 10’000 cm2) einzeln gehalten wurden, verglichen und auf ihre Tiergerechtheit geprüft. Alle Käfige waren mit einem Holzhäuschen, einem Laufrad, einem Sandbad, Futterschale, Trinkflasche, Ästen, Heu, Papiertüchern und einer Kartonrolle eingerichtet. Die Laufradaktivität wurde rund um die Uhr registriert. Eingestreut wurden die Käfige mit Hobelspänen, die 15 cm hoch eingefüllt wurden"
"In den vier Käfiggrössen konnten keine signifikanten Unterschiede in der Laufradaktivität festgestellt werden. An den zwei Tagen nach den Stress-Prozeduren liefen die Hamster signifikant länger im Laufrad als an den zwei Tagen vor dem Stress und während dem Stress. Stereotypes Gitternagen, häufig als ein Indikator für ungenügende Haltungsbedingungen verwendet, wurde in allen vier Käfiggrössen beobachtet. Mit zunehmender Käfiggrösse haben die Frequenz und die Dauer von stereotypem Gitternagen signifikant abgenommen. Die erhöhte Plattform auf dem Holzhäuschen wurde vermehrt von Hamstern aus den kleinen Käfigen genutzt. Dies könnte durch ein grösseres Bedürfnis nach zusätzlichem Platz erklärt werden. Die Gewichtszunahme bis zum Projektende war signifikant höher je kleiner der Käfig, beruhte aber nicht auf einem höheren Fettansatz der Tiere. Da sich die Hamster jedoch noch im Wachstum befanden, besteht die Möglichkeit, dass die überschüssige Energie zu einem späteren Zeitpunkt zu verfetteten Tieren führen könnte.
Aus den Resultaten schliessen wir, dass ein Käfig von 10’000 cm2 oder grösser für Goldhamster zu empfehlen ist. Die Käfige können zudem mit mehr Strukturen angereichert werden, so dass die Hamster mehr Beschäftigungsmöglichkeiten haben. Eine tiefere Einstreu ist ebenfalls zu empfehlen, wie aus der parallel durchgeführten Dissertationsarbeit von A. Hauzenberger (2005) entnommen werden kann. Zusätzlich empfehlen wir, dem Goldhamster ein Sandbad zur Verfügung zu stellen, da es von allen Hamstern, unabhängig von der Käfiggrösse, sehr häufig genutzt wurde und für ihr Wohlbefinden von Bedeutung zu sein scheint."
Käfiggröße 1: 32 cm x 57 cm x 45 cm
Käfiggröße 2: 44 cm x 57 cm x 45 cm
Käfiggröße 3: 95 cm x 57 cm x 45 cm
Käfiggröße 4: 105 cm x 95 cm x 45 cm
je kleiner der Käfig desto länger und häufiger wurde stereotyp am Gitter genagt!
"Wire gnawing of hamsters in the present study was considered to be stereotypic because it was repetitive, invariant and was performed at a particular spot on the wire top of the cage (similarly in mice, Würbel et. al. 1996). Additionally it was without function because wire gnawing was considered to develop from outsidedirected exploration, which, after a steady ineffectiveness, no longer contributed to exploration."
Quelle:
Vetsuisse - Fakultät der Universität Bern
Behaviour of golden hamsters (Mesocricetus auratus)
kept in four different cage sizes
Katerina Fischer
2005