- Grundsatzdiskussion Beitrag #1
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Hallo Aquarianer!
Ich gehöre seit 2 Monaten auch zur heiligen Kreis der stolzen Aquariumsbesitzer und habe meine Entscheidung noch nicht eine Minute lang bereut.
Aber zum Thema: Mir fällt im Umgang des Menschen mit Haustieren immer wieder auf, dass die Dinge nicht so benannt werden, wie sie sind. Mein Stichwort hier ist "Pflegen".
Es heißt in der gesamten Aquaristik, in den Zeitschriften, Foren, Blogs und sogar schon im Sprachgebrauch immer "seine Fische pflegen".
Da stellte sich mir die Frage, warum man es Pflegen nennt, obwohl sich das, was man dort tut, in keiner Weise vom "Halten" eines Tieres unterscheidet. Ich "pflege" ja meine Ratten auch nicht, und andere "pflegen" ihre Katzen nicht, sie "halten" sie.
Man darf ja nicht vergessen, dass Menschen sich ihre Tiere nicht kaufen/erwerben, nur um ihnen ein schönes Heim zu bieten. Der Anteil der Leute, die sich Tiere allein aus Mitleid holen, ist verschwindend gering, und oft haben diese Menschen ihre ganz eigenen, persönlichen Probleme, die sie zum Erwerb der Tiere bewegen. Nein, der Grund, warum der Mensch sich Tiere in die Wohnung holt, ist, dass er sie haben will. In diesem Zusammenhang grenzt das Wort "Pflege" für seine Haustiere an Heuchelei.
Das ist wie bei den Pferdefreunden, die ihren Pferden, wenn sie draufsitzen, "Hilfen" geben, damit sie das tun, was man will. Wer den Widerspruch im Satz bemerkt hat, liegt völlig richtig. Es mag ja sein, dass das Pferd Spaß am Springreiten hat, dennoch unterscheidet sich die "Hilfe" (nach links, nach rechts, angaloppieren, zurück in Schritt) in keiner Weise von einem Kommando. Meinem Hund "helfe" ich ja auch nicht dabei, Platz zu machen, bei Fuß zu kommen oder endlich aufzuhören, meine teuren adidas zu zerkauen. Ich befehle es; es ist ein Kommando. Ich sage, er tut. Genau wie beim Pferd.
Zurück zum Wasser und den Fischen: Ich sehe hier einen Zusammenhang in der Benennung, denn für mich ist das, was die Aquarianer tun, keine Pflege, sondern schnöde Haltung. Pflege ist, wenn ich ein krankes Tier bei mir aufnehme, es heile und dahin zurückschicke, wo es herkommt. In diesem Sinne pflegt ein Tierarzt die Tiere der Besitzer (Pfleger?) weit besser als die Besitzer selbst.
Wie seht ihr das? Besteht ein Unterschied zwischen "Pflege" und "Haltung"?
Ich will auf keinen Fall eure Liebe zu euren Fischis in Frage stellen, das darf ich nicht, weil ich selbst welche habe und mein Hobby mir viel bedeutet. Dennoch bezeichne ich mich als Halter, nicht als Pfleger, denn ich habe mir die Tiere nicht gekauft, um ihnen einen Gefallen zu tun. In erster Linie wollte ich einfach Fische haben. Weil ich sie cool finde.
grütz
Ich gehöre seit 2 Monaten auch zur heiligen Kreis der stolzen Aquariumsbesitzer und habe meine Entscheidung noch nicht eine Minute lang bereut.
Aber zum Thema: Mir fällt im Umgang des Menschen mit Haustieren immer wieder auf, dass die Dinge nicht so benannt werden, wie sie sind. Mein Stichwort hier ist "Pflegen".
Es heißt in der gesamten Aquaristik, in den Zeitschriften, Foren, Blogs und sogar schon im Sprachgebrauch immer "seine Fische pflegen".
Da stellte sich mir die Frage, warum man es Pflegen nennt, obwohl sich das, was man dort tut, in keiner Weise vom "Halten" eines Tieres unterscheidet. Ich "pflege" ja meine Ratten auch nicht, und andere "pflegen" ihre Katzen nicht, sie "halten" sie.
Man darf ja nicht vergessen, dass Menschen sich ihre Tiere nicht kaufen/erwerben, nur um ihnen ein schönes Heim zu bieten. Der Anteil der Leute, die sich Tiere allein aus Mitleid holen, ist verschwindend gering, und oft haben diese Menschen ihre ganz eigenen, persönlichen Probleme, die sie zum Erwerb der Tiere bewegen. Nein, der Grund, warum der Mensch sich Tiere in die Wohnung holt, ist, dass er sie haben will. In diesem Zusammenhang grenzt das Wort "Pflege" für seine Haustiere an Heuchelei.
Das ist wie bei den Pferdefreunden, die ihren Pferden, wenn sie draufsitzen, "Hilfen" geben, damit sie das tun, was man will. Wer den Widerspruch im Satz bemerkt hat, liegt völlig richtig. Es mag ja sein, dass das Pferd Spaß am Springreiten hat, dennoch unterscheidet sich die "Hilfe" (nach links, nach rechts, angaloppieren, zurück in Schritt) in keiner Weise von einem Kommando. Meinem Hund "helfe" ich ja auch nicht dabei, Platz zu machen, bei Fuß zu kommen oder endlich aufzuhören, meine teuren adidas zu zerkauen. Ich befehle es; es ist ein Kommando. Ich sage, er tut. Genau wie beim Pferd.
Zurück zum Wasser und den Fischen: Ich sehe hier einen Zusammenhang in der Benennung, denn für mich ist das, was die Aquarianer tun, keine Pflege, sondern schnöde Haltung. Pflege ist, wenn ich ein krankes Tier bei mir aufnehme, es heile und dahin zurückschicke, wo es herkommt. In diesem Sinne pflegt ein Tierarzt die Tiere der Besitzer (Pfleger?) weit besser als die Besitzer selbst.
Wie seht ihr das? Besteht ein Unterschied zwischen "Pflege" und "Haltung"?
Ich will auf keinen Fall eure Liebe zu euren Fischis in Frage stellen, das darf ich nicht, weil ich selbst welche habe und mein Hobby mir viel bedeutet. Dennoch bezeichne ich mich als Halter, nicht als Pfleger, denn ich habe mir die Tiere nicht gekauft, um ihnen einen Gefallen zu tun. In erster Linie wollte ich einfach Fische haben. Weil ich sie cool finde.
grütz