Nur in erfahrene Hände?

Diskutiere Nur in erfahrene Hände? im Hunde Haltung Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo, für mich gehört ein Jagdgebrauchshund in Jägerhände, fertig. Ich meine damit nicht, daß Jäger grundsätzlich über mehr Hundeverstand...

Weimaraner, DJT, Beagle und Foxterrier nur in erfahrene Hände?


  • Umfrageteilnehmer
    33
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
  • Nur in erfahrene Hände? Beitrag #41
Hallo,

für mich gehört ein Jagdgebrauchshund in Jägerhände, fertig.

Ich meine damit nicht, daß Jäger grundsätzlich über mehr Hundeverstand verfügen oder motivierter sind als andere Hundehalter. Aber sie können ihm das geben, für das er geboren wurde, nämlich die Möglichkeit am Wild zu arbeiten und zu jagen.

Deshalb würde ich sogar soweit gehen und sagen, daß ein Jäger sich nur solch einen Jagdgebrauchshund anschaffen soll, dem er gerecht werden kann. Ein Schweißhund gehört nicht zu einem Jäger, wenn dieser überwiegend auf Niederwild jagd und keine Nachsuchen zu erledigen hat. Ein Vorstehhund hat bei keinem Jäger was verloren, wenn dieser in einem Revier tätig ist, in dem überwiegend auf Schwarzwild gejagd wird und Nachsuchen an erster Stelle stehen.

Ich habe deshalb jedes Verständnis dafür, wenn Züchter dieser Rassen ihre Hunde nur in Jägerhände abgeben. Und mir fehlt jegliches Verständis für Leute, die sich bewußt einen Jagdgebrauchshund aus einer Arbeitslinie holen, obwohl sie nicht auf die Jagd gehen.

Es ist sicher möglich, als Nichtjäger einen Jagdgebrauchshund zu halten; vieles ist möglich und Ausnahmen gibt es immer. Aber ich werde den Sinn davon nie verstehen, warum man sich einen Jagdgebrauchshund holt, wenn man ihm nicht die Möglichkeit geben kann, wirklich auch zu jagen. Es gibt genug Hunderassen auf dieser Welt, warum entscheidet man sich dann für einen Jagdhund - möglichst noch aus einer Arbeitslinie? Die ganzen Alternativen, die dann geboten werden (Dummy, Agility, Dogdancing, Spurensuche im eigenen Garten etc.) sind in meinen Augen keine wirklichen Alterntiven für einen Jagdgebrauchshund.

Ich kaufe mir auch kein 250-PS-Auto, wenn ich keinen Führerschein habe und auf einer autofreien Insel wohne. Ich würde mich schlecht fühlen, wenn ich versuchen möchte, meinen Jungs das Legospielen abzugewöhnen und zu verbieten und stattdessen mit Pinki-Blinki-Barbipuppen ankomme. Genauso würde ich mir keinen Jagdgebrauchshund anschaffen (so toll ich einige dieser Rassen finde!), weil ich ihm eben nicht die Möglichkeit geben kann, wirklich zu Jagen.

LG Ida
 
  • Nur in erfahrene Hände? Beitrag #42
Ich habe einen Jagdgebrauchshund zu hause. Felix Eltern stammen beide aus Jagdleistungslinien und wurden jagdlich geführt. Habe ich ein schlechtes Gewissen? Nein. Denke ich, dass Felix bei mir gut aufgehoben ist? Ja. Glaube ich, dass er bei einem Jäger, der ab und zu mal jagen geht glücklicher wäre? Auf gar keinen Fall. Würde ich mir wieder einen Jagdgebrauchshund aus einer Arbeitslinie holen? Aber sicher.
---
EDIT (automatische Beitragszusammenführung):

Was ich damit sagen will (in vielen Dingen hast Du absolut recht) ist, dass es immer Ausnahmen gibt.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Nur in erfahrene Hände? Beitrag #43
Ein Beagle-JRT-Mix (?) ist für mich kein Jagdgebrauchshund, die wenigsten Jäger würden sich einen Mischling (ob gezielt gezüchtet oder zufällig entstanden holen). Das heißt nicht, daß ich ihm einen ausgeprägten Jagdinstinkt absprechen möchte, keineswegs. ;)

Sicher brauchst Du kein schlechtes Gewissen deshalb zu haben und sicher ist Felix glücklich bei Dir, keine Frage. Wenn ich Eure Geschichte so lese, finde ich, daß Du sehr stolz sein kannst, auf das, was Du mit und für Felix erreicht hast.

Ob er bei einem Jäger glücklicher oder genauso glücklich wäre, kann ich nicht sagen; käme auf den Jäger an. Aber wenn er - mal angenommen - bei Dir auch noch die Möglichkeit hätte, am Wild zu arbeiten (nicht nur ab und an sondern nahezu täglich;)) wäre er doch nicht unglücklicher, oder?

Warum würdest Du Dich als Nichtjäger gezielt einen Jagdgebrauchshund aus einer Arbeitslinie holen (wenn Du denn überhaupt einen bekommen würdest, die meisten Züchter sind da knallhart)? Was - außer Deiner selbst schon genannten "masochistischen" Veranlagung ;) - wäre ein Grund dafür? Das würde mich wirklich interessieren ...

LG Ida
---
EDIT (automatische Beitragszusammenführung):

Es ist sicher möglich, als Nichtjäger einen Jagdgebrauchshund zu halten; vieles ist möglich und Ausnahmen gibt es immer.
LG Ida

Ich zitiere mich noch mal selber ... ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Nur in erfahrene Hände? Beitrag #44
Ein Beagle-JRT-Mix (?) ist für mich kein Jagdgebrauchshund, die wenigsten Jäger würden sich einen Mischling (ob gezielt gezüchtet oder zufällig entstanden holen). Das heißt nicht, daß ich ihm einen ausgeprägten Jagdinstinkt absprechen möchte, keineswegs. ;)

  • Bitte KEINE BELEIDIGUNGEN :D:D Glatthaar Foxterrier - Beagle - Mix mit sehr ausgeprägtem Jagdtrieb. Raubzeugscharf also net so weich (nicht negativ gemeint) wie ein Beagle. Ein Jäger wollte ihn mir schon abluchsen. Ein Foxterrier Fan. Felix ist nur auf dem Papier ein Mix. Im wahren Leben ist er Glatthaar Foxterrier durch und durch.
Sicher brauchst Du kein schlechtes Gewissen deshalb zu haben und sicher ist Felix glücklich bei Dir, keine Frage. Wenn ich Eure Geschichte so lese, finde ich, daß Du sehr stolz sein kannst, auf das, was Du mit und für Felix erreicht hast.

  • Nicht stolz. Einfach nur glücklich.
Ob er bei einem Jäger glücklicher oder genauso glücklich wäre, kann ich nicht sagen; käme auf den Jäger an. Aber wenn er - mal angenommen - bei Dir auch noch die Möglichkeit hätte, am Wild zu arbeiten (nicht nur ab und an sondern nahezu täglich;)) wäre er doch nicht unglücklicher, oder?


  • Wenn der Jäger ein Schmuser ist sicherlich nicht.
Warum würdest Du Dich als Nichtjäger gezielt einen Jagdgebrauchshund aus einer Arbeitslinie holen (wenn Du denn überhaupt einen bekommen würdest, die meisten Züchter sind da knallhart)? Was - außer Deiner selbst schon genannten "masochistischen" Veranlagung ;) - wäre ein Grund dafür? Das würde mich wirklich interessieren ...

  • Ich habe schon ein paar Quellen wo ich einen Glatthaar Foxterrier oder DJT aus Jagdleistungszucht herbekommen würde. Die Züchter kennen mich und Felix. Deshalb. Ich mag die Eigenschaften, die diese Hunde mit sich bringen. Eigenständigkeit, ja, auch Schärfe, Mut, die Anforderungen, die sie an mich stellen. Ich liebe es an meine Grenzen zu gehen und diese zu überschreiten. Hinzu kommt noch, dass ich finde, dass ein solcher Hund, wenn man den Zugang zu ihm hat, das Beste ist, was einem an Hunden passieren kann. Intelligent, anspruchsvoll und "arbeitsgeil". Schwer zu verstehen, wenn man das noch nicht erlebt hat, aber für mich ist es der KICK.
LG Ida

In den meisten Fällen hast Du recht. Ausnahmen bestätigen die Regel.
 
  • Nur in erfahrene Hände? Beitrag #45
@Flixi: Ich möchte Dich nicht vom Gegenteil überzeugen und auch nicht zu einem Shi Tzu überreden :mrgreen:, das steht mir gar nicht zu.

Wenn die Quelle für einen Hund aus einer Jagdgebrauchszucht stehen - super für Dich! Aber ich kann es immer noch nicht verstehen. Gibt es nicht all diese von Dir genannten Eigenschaften auch bei Rassen, die eben nicht Jagen wollen und müssen oder sollten? Der genannte KICK ist eben diese/deine "masochistische" Veranlagung. ;)

Um nochmal auf meine Jungs zurückzukommen: Ich liebe Barbie, ich habe sie mir als Kind immer gewünscht ... Es gibt da wirklich tolle Sachen und man kann herrlich damit spielen und sich sinnvoll damit beschäftigen. Ich würde mir heute manchmal wünschen, ein kleines Mädchen zu sein und Barbie haben zu dürfen.;) ABER ich habe zwei Lego-fanatische Jungs hier; nur weil ich es toll finde, kann ich ihnen doch nicht Barbie andrehen und Lego auf den Dachboden räumen. Das fände ich unfair und egoistisch ...

Genauso geht es mir mit einem Hund; diese Hunde sind zum Jagen geboren, viele ihrer Eigenschaften sind angewölft und werden duch die entsprechende Ausbildung nur noch gefördert. Wieso hole ich mir solch einen Hund ohne ihm die Möglichkeit geben zu könne, seine angeborenen Fähigkeiten auszuleben? Das geht in mein Hirn nicht rein ...

LG Ida
 
  • Nur in erfahrene Hände? Beitrag #46
@Flixi: Ich möchte Dich nicht vom Gegenteil überzeugen und auch nicht zu einem Shi Tzu überreden :mrgreen:, das steht mir gar nicht zu.

  • Ein Wischmopp kommt mir nicht ins Haus!!!!!:D:D:D:shock::shock::lol::lol::lol:
Wenn die Quelle für einen Hund aus einer Jagdgebrauchszucht stehen - super für Dich! Aber ich kann es immer noch nicht verstehen.

  • Ist für Aussenstehende auch schwer zu verstehen. Ich weiss. Nur ganz wenige, die mich wirklich sehr gut kennen, verstehen es. Zweifel kann ich absolut nachvollziehen.
Gibt es nicht all diese von Dir genannten Eigenschaften auch bei Rassen, die eben nicht Jagen wollen und müssen oder sollten? Der genannte KICK ist eben diese/deine "masochistische" Veranlagung. ;)

  • Ich könnte mich auch mit Herdenschutzhunden anfreunden wenn diese agiler wären. Ein Rotti aus eine Kör- und Leistungszucht wäre auch noch eine Option. Windhunde auch allemal. Bei Hütehunden bin ich sehr eingeschränkt. Vielleicht der ACD. Eigentlich bin ich (winkt mal zur Nudl rüber) ein Terriermensch.
Um nochmal auf meine Jungs zurückzukommen: Ich liebe Barbie, ich habe sie mir als Kind immer gewünscht ... Es gibt da wirklich tolle Sachen und man kann herrlich damit spielen und sich sinnvoll damit beschäftigen. Ich würde mir heute manchmal wünschen, ein kleines Mädchen zu sein und Barbie haben zu dürfen.;) ABER ich habe zwei Lego-fanatische Jungs hier; nur weil ich es toll finde, kann ich ihnen doch nicht Barbie andrehen und Lego auf den Dachboden räumen. Das fände ich unfair und egoistisch ...

  • Ich mag Lego-Jungs. Bin auch ein Lego-Mädchen.
Genauso geht es mir mit einem Hund; diese Hunde sind zum Jagen geboren, viele ihrer Eigenschaften sind angewölft und werden duch die entsprechende Ausbildung nur noch gefördert. Wieso hole ich mir solch einen Hund ohne ihm die Möglichkeit geben zu könne, seine angeborenen Fähigkeiten auszuleben? Das geht in mein Hirn nicht rein ...

  • Warum holt man sich einen Hütehund, einen Gebrauchshund etc.? Hundehaltung ist fast immer egoistisch. Es ist wie mit dem Auto. Mit einem Ferrari kann ich 250 Sachen fahren. Wenn die Geschwindigkeitsbegrenzung 80 Sachen erlaubt, muss man sich dran halten. Allerdings gibt es immer mal Möglichkeiten auch 250 Sachen und mehr zu fahren. So sehe ich das auch beim Jagdhund.
LG Ida

Siehe oben. Wie gesagt. Ich kann Deine Zweifel verstehen und viele fragen sich, warum ich es mir so schwer machen will.
 
  • Nur in erfahrene Hände? Beitrag #47
Ich mag Lego-Jungs. Bin auch ein Lego-Mädchen.

-- Hätte man Dich dann mit Pinky-Blinki-Barbie-Zeugs "beglücken" wollen, hättest Du das sicher nicht toll gefunden, oder? :mrgreen:

Warum holt man sich einen Hütehund, einen Gebrauchshund etc.? Hundehaltung ist fast immer egoistisch.

-- Tierhaltung, um das eigene Wohlbefinden zu befriedigen oder zum Spaß an der Freude ist sicherlich ein Stück weit egoistisch; aber das ist ein anderes Thema ... Ich kenne mich wenig mit Hütehunden aus Arbeitslinien aus, aber ich würde die Sache dort genauso sehen.

Es ist wie mit dem Auto. Mit einem Ferrari kann ich 250 Sachen fahren. Wenn die Geschwindigkeitsbegrenzung 80 Sachen erlaubt, muss man sich dran halten. Allerdings gibt es immer mal Möglichkeiten auch 250 Sachen und mehr zu fahren. So sehe ich das auch beim Jagdhund.

-- Wenn ich mir ein Auto mit viel Wums unter der Haube hole, interessiert mich weniger die Höchstgeschwindigkeit, die ich selten ausfahren kann;). Viel interessanter ist die Beschleunigung, der Motorsound, der Komfort, die Details, das Statement, etc. Außerdem denke ich, daß es dem Auto egal ist, ob ich es ausfahre oder ständig mit 80 auf der Landstraße daherschleiche ...

Der Jagdgebrauchshund in Nichtjägerhänden hat - legal - nie die Möglichkeit, seine Fähigkeiten wirklich auszuleben; und genau damit habe ich ein Problem.

Egal, hätte es bei der Umfrage die Auswahlmöglichkeit gegeben: "Jagdgebrauchshunde gehören in Jägerhände oder zu Flixi" hätte ich das angekreuzt ... ;);)

LG ida
 
  • Nur in erfahrene Hände? Beitrag #48
Ich finde 2. Denn nur weil man Jäger ist hat man nicht gleich mehr erfahrung- klar man kann dem Hund das bieten wofür er gezüchtet wurde aber heutzutage ist man als Jäger auch nicht jeden Tag jagen schon garnicht ganzjährig.
 
  • Nur in erfahrene Hände? Beitrag #49
Zumal es mittlerweile auch Ausbildungsmöglichkeiten für Jagdhunde gibt, die sie KONTROLLIERT am Wild arbeiten lassen.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Thema:

Nur in erfahrene Hände?

Nur in erfahrene Hände? - Ähnliche Themen

Tierforum next Tophorse 2015 - Umfrage: Hallo liebe Tierforis, nun seid ihr gefragt: Wer ist euer next Tophorse 2015? Bitte stimmt bis zum 05.07.2015 für euren Favoriten ab, dann werden...
Oben