Trenngittermethode

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  • Trenngittermethode Beitrag #1
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MysticCrow

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Hi,
ich habe einen ziemlich schwierigen Bock übernommen. Schwierig ist noch freundlich gesagt. Er wurde natürlich mittlerweile kastiert, und ist nun weit weniger aggressiv.
Vorher war es so, das er jeden Menschen der nur in der Nähe des Käfig standes mit einem Sprung ans Gitter begrüßt wurde - vor mir rennt er weg und verkriecht sich. Sein Verhalten kam also aus der Panik hinaus - Angriff ist die beste Verteidigung.

Bei Rennern ist es durchaus üblich mit Trenngitter zu vergesellschaften, bei Ratten nicht. Es kommt dem Streutausch ja ziemlich nahe, bzw geht ja eigentlich schon ein Schritt weiter - denn es wird ein gemeinsamer Geruch entstehen.
Also auf der einen Seite habe ich einen nicht händelbaren, unkontrollierbaren Bock der kein Pardon kennt und sofort zubeißt (auch bei Ratten), auf der anderen evtl Mädels, aber evtl auch meine 2er Gruppe Böckchen. Ich kenen durchaus Menschen die auch schon Rattenböcke erfolgreich durch die Trenngittermethode vergesellschaftet haben, bei ihm bin ich mir aber nicht sicher ob es für ihn der bessere Weg ist.

Was ich eben def. sagen kann: Er reagiert aggressiv aus Panik, er zögert GARNICHT. Für mich wäre das immer noch ein enormes Risiko, selbst nach dem Streutausch, da er schon auf "Sichtweite" anfängt loszuspringen auf die anderen Ratten zu. Durchs Gitter wären beide Parteien geschützt(er).

Mal vorne Weg, da ich ja noch relativ neu bin: Ich habe schon mehr als 1x schwierige Böcke vergesellschaftet, und versuche je nach Tier festzumachen WIE ich vergesellschafte. Per Trenngitter habe ich bisher nie vergesellschaftet (jedenfalls keine Ratten).

Nun würde ich gerne eure Meinungen wissen, und evtl auch eure Erfahrungen mit der Methode.

LG, Andrea
 
  • Trenngittermethode Beitrag #2
Hi =)

Wenn der Bock so agressiv ist hätte ich Angst, dass es durch das Gitter zu Verletzungen kommt. Natürlich wird die andere Partei mal schnuppern kommen - wenn sie dann gleich Zähne im Näschen hätten wär das natürlich unvorteilhaft. Außerdem kann schnell mal ein Schwanzende auf der anderen Seite des Gitters rausragen ... ich hätte da Sorge.

Ganz liebe Grüße,
freake
 
  • Trenngittermethode Beitrag #3
Hi,

ich kann dir nur raten: Finger weg! Ich kenne niemanden, der mit so etwas schon mal Glück gehabt hätte, zudem ist das Risiko, daß einer versehentlich z.B. seinen Schwanz in den Bereich des anderen hängen lässt und der kräftig zubeisst sehr hoch. Wahrscheinlicher ist es sogar, daß die Ratten am Gitter aufeinander losgehen, und auch durch ein Gitter können sie sich übel beißen (das ist der Vorteil von Streu/Einrichtungstausch gegenüber der Trenngittermethode), wirklich 'sicher' ist das nicht; es steigert sogar eher die Aggressivität (lässt sich z.B. gut beobachten, wenn in THen 2 Volieren zu nah aneinandergeschoben werden).
Ratten sind keine Renner ;) daher vergesellschaftet man auch Ratten, Renner, Mäuse etc. alle anders. In Einzelfällen kann es sicher mal gutgehen, wenn man eine andere Methode wählt, aber das dann eher bei Tieren, die auch während einer 'normalen' Ratteninti eher unproblematisch gewesen wären. Hin und wieder gehen ja sogar Blitzintis gut, dazu raten würde ich trotzdem nie jemandem, das ist einfach zu unsicher und zu riskant.
Man weiß mittlerweile, daß Ratten sich auch an andere Ratten als Individuen erinnern, sie können sich also durchaus merken, mit wem sie schon mal schlechte Erfahrungen gemacht haben. Das kann dir beim Trenngitterverfahren passieren.

Wenn der Bock schon schwierig ist, lass auch den Streutausch, setz die Ratten komplett separat, am besten in verschiedene Zimmer, so daß sie jetzt erst mal keinerlei Kontakt oder auch nur den Geruch der anderen in der Nase haben. Dann fängst du direkt mit den Intitreffen an, zuerst nur wenige Sekunden, so daß die Ratten extrem wenig Kontakt haben. Wenn ihr zu zweit seid, umso besser, dann könnt ihr leichter die Ratten unter Kontrolle halten, jeder kann sich um einen bzw. 2 kümmern. Je neutraler der Boden ist, auf dem sie sich treffen können, desto besser.
 
  • Trenngittermethode Beitrag #4
Hi,
irgendwie denke ich jetzt schon das der Beitrag von mir garnicht gelesen wurde. Er wurde ja schon einmal versucht zu integieren, innerhalb von wenigen Sekunden hat er sich dato festgebissen - so schnell konnte man nicht eingreifen (war ja auch auf einer erfahrenden Stelle). Ich werde sicherlich den Fehler nicht wiederholen. Normalerweise brichste ja die Inti ab, bevor etwas passiert, aber zwischen rein setzen und etwas passieren, sollte mehr liegen als der Weg zur anderen Ratte. Stand auch so im ersten Beitrag.
Es geht in erster Linie drum, das er lernen muss das ihm nichts passiert, denn ich vermute das er auch Ratten angreift aus Panik (keine Angst, sondern Panik). Ich denke er muss lernen, das die Ratte ihn nicht schadet, ihn nicht weh tut - genauso wie er das vom Menschen erlernen muss.

Normalerweise beginne ich mit dem Treffen, da ich eigentlich vom Streutausch wenig halte. Erst für wenige Minuten, später bis sie kuscheln - dann bleiben sie zusammen. Eben je nachdem wie sich die Ratten verhalten.

Ich meine, ich hatte schon ähnliche Kaliber, auch mit einer verwurzelten Angst vor anderen Ratten. Diese waren idR aber zum Menschen lieber, eben typische Einzelratte. Dadurch haste eine einfachere Möglichkeit einzugreifen, Abstand zu halten.

Gegenüber den Menschen hat er sich stark verändert, zum einen durch die Kastration, zum anderen weil er bei mir absolute Ruhe hat, er hat sich dran gewöhnt das da im Abstand von 2-3m ein Mensch ist, und nichts von ihm wissen will. Ich kann mich sogar LEISE, wenn er wach ist vor seinen Käfig setzen ohne das er in Panik ausbricht (aber wehe ich huste, oder sage etwas). Mittlerweile versuche ich leise mit ihm zu reden, oder führe in 2-3m Selbstgespräche, damit er merkt, das ihm immer noch nichts passiert und auch langsam fruchtet das. Er hat schon massive Fortschritte gemacht, aber an anfassen und streicheln ist hier bei weitem nicht zu denken.
Nun bin ich eh erstmal krank mit Influrenza und halte Abstand zu den Ratties.

Ich denke in ähnlichen Schritten muss hier auch die Inti begonnen werden. Wie nimmt man nun einer solchen Ratte langsam die Angst vor anderen Ratten, ohne selbst interagieren zu müssen mit der Ratte (da ja auch Angst vorm Menschen)?

Bei seinen Schritten in den letzten 4 Wochen denke ich wirklich das er mal ein sozialer und auch zum Menschen handelbarer Bock werden kann und sein Leben mal ohne Angst genießen kann. Ich denke nicht das er ein Schmusebock wird, nicht das dies hier nun falsch verstanden wird.

Ich will nur (krampfhaft) wirklich vermeiden das er noch mal eine unnötige schlechte Erfahrung macht. Bis auf 1 meiner Mädels sind alle sehr sozial und akzeptieren eigentlich alles sofort. Jede Beißerei ist in meinen Augen unnötig damit.

In 2 Wochen soll es weitergehen mit der Inti und mit dem Üben das der Mensch kein Feind ist.

Wie gesagt, es ist weder meine erste Inti, und auch nicht das erste mal mit schwierigen Böckchen. Über Intis gibts ja auch immer mehrere Meinungen, ich kenne z.b. massive Verfechter von Streutausch.

LG, Andrea
 
  • Trenngittermethode Beitrag #5
Naja, daß du mit ihm schon eine Inti versucht hast hast du ja nicht geschrieben, konnten wir nicht wissen ;)

Wie sah der erste Intiversuch damals aus, als der gleich so gründlich schief ging? Und was ist bisher genau passiert? Wo steht sein Käfig? Kann er die anderen riechen? War die Kastra nun vor oder nach dem missglückten Integrationsversuch?
Erste Treffen, die schiefgegangen sind, auch mit Verletzten, kennt praktisch jeder Rattenhalter, der sowas schon öfter mal mitgemacht hat. Ich würde aber nicht zwingend davon ausgehen, daß das beim zweiten Versuch wieder schiefgehen muß - andere Umgebung, weniger Stress etc. Du schreibst ja selber, daß sein Verhalten jetzt schon sichtlich anders ist als vorher.
 
  • Trenngittermethode Beitrag #6
hey, also ich würde ihm erstmal zeit geben... wenn er so viel angst vor allem hat, ist der kontakt zu artgenossen für ihn ja auch erstmal nicht "schön", so dass das argument nicht greift, er solle nicht mehr länger als nötig alleine sitzen...

und wenn du sagst, er fasst allmählich vertrauen zu dir, dann lass ihn doch diesen schritt zuerst gehen. und wenn er dann vertrauen zu dir hat (oder zumindest nicht mehr panik vor dir), dann beruhigt er sich vielleicht auch von seinem sonstigen verhalten her, wenn du in der nähe bist. und dann reagiert er vielleicht auch positiver auf die anderen ratten...
immer einen schritt nach dem anderen, verstehst du? vielleicht braucht er den rest seines lebens, um den ersten teil "aufzuarbeiten", aber dann wäre das für ihn sicher schöner, als ständig weiter überfordert zu werden...
er wird dir sagen, wann er für welche methode geeignet ist.

wir haben mit unseren ratten auch schon (leider aus unbedarftheit) schlechte erfahrungen bei gitterkontakt gemacht. das gab zwar keine verletzungen, aber seeeeehr verschüchterte minis und eine super gereizte große ratte, und es hat uns ziemlich viel zeit gekostet, das auf dem anderen wege wieder hinzukriegen. würde das also auch eher als notlösung sehen...

aber vielleicht ne box oder nen kleinen käfig mit zwei durch DOPPELTE gitter getrennten abteilen? so dass sie sich auf relativ neutralem gebiet "annähern" können, aber ohne sich verletzen zu können? also, die doppelten gitter sollten so weit auseinander sein, dass keiner durchpacken kann...
das könnte vielleicht eine methode sein.
ich versteh deinen ansatz, ich würde sie auch nicht einfach zusammen in den auslauf schmeißen...
 
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