Die wichtigsten Infos zum Fischfutter

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Ivy-maire1

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Immer wieder taucht die frage auf, wie man fische denn nun zu füttern hat, und was denn gefüttert werden soll...

Deshalb möchte ich hier auf die einzelnen Futtersorten, das wie und das wie oft eingehen.


Zuerst ein Mal, es gibt Karnivore Fische, Omnivore und herbivore.

Karnivore sind Fleischfresser, z.b Kampffische, einige Barscharten
Omnivore sind Allesfresser. Das sind die meisten Aquarienfische
Herbivore sind Pflanzenfresser. Einige Welsarten

Je nachdem zu welcher Art die Fische gehören muss man die Fütterung anpassen.


Das Futter

Es gibt wirklich Unmengen an verschiedenen Futtermitteln im Handel. Die Auswahl ist immens, und die Entscheidung schwer.

Und der Verkäufer, der einem die teuerste Dose im ganzen Laden in die Hand drückt ist keine große Hilfe.

Deshalb schauen wir uns doch mal die verschiedenen Sorten an, was da alles so drin ist, und was das bewirkt.

Industrielles Futter:

Das ist Futter, das schön nett in Döschen verpackt im Regal steht. Da gibt es zig Sorten, und auch Arten. Die meisten werden mit irgendwelchen Zusatzstoffen versehen, die das Immunsystem stärken sollen (brauchen Fische das denn bei gutes Haltung?), die Farben verbessern (das sind sie doch schon bei gutes Haltung), oder sich „positiv auf den Verdauungsprozess auswirken“.

Deshalb hier mal eine kleine Auflistung was es da so gibt:

Flockenfutter: das sind knallbunte, flache, brüchige Stückchen. Sie riechen meist fischig. Man bekommt davon geschätzte tausend verschiedene Sorten.

Eine genaue Inhaltsangabe ist bei keiner mir bekannten Sorte zu finden, aber laue Versprechen findet man dagegen zuhauf. Die Flocken verbessern angeblich die Farben der Fische, die wirken sich nicht auf die Wasserqualität aus, und überhaupt sind es Wundermittel die gegen alles und jeden helfen.

In vielen Sorten sind Zusatzstoffe, die ein Fisch so nie aufnehmen würde.

Und das schlimmste: in fast allen Flocken ist Fisch und Fischnebenerzeugnisse drin. Doch habe ich auch schon Flocken mit Huhn oder Rindprotein in der Hand gehabt. Doch welcher Fisch (mal abgesehen vom Hai und vom Pirahnia) frisst RINDFLEISCH???


Bei Flocken weiß man nie was da wirklich drin ist, und viele Inhaltsstoffe sind alles andere als natürlich. Oft ist auch noch Zucker sind, oder anderes Zeug dass Fisch nicht braucht. Dazu kommt dass Flockenfutter, nachdem es abgesunken ist, auf dem Boden vor sich hin modert und das Wasser belastet.

Granulat: „leckere“ rote Kügelchen, in verschiedenen Größen. Riechen fischig.

Hier mal die Zusammensatzung eines Granulates für FLESICHFRESSENDE Fische:

Fisch und Fischnebenprodukte, Getreide, pflanzliche Eiweißextrakte, Fleisch und Fleischnebenprodukte, Weich- und Krebstiere, Hefen, Nebenprodukte pflanzlichen Ursprungs, Algen, Öle und Fette, Mineralstoffe

Was fällt euch auf?

Genau, da ist ja nicht nur Fleisch drin…

Wenn wir aber davon ausgehen dass Carnivore kein pflanzliches zeug im Futter haben sollen, ist das doch eine glatte Themenverfehlung.

Dazu kommt das Getreide, das in KEINER Fischnahrung etwas verloren hat (oder hat jemand mal einen Guppy an einer Weizenähre knabbern sehen?)

Crisps, Sticks und andere Sorten:

Auch hier, eine Erfindung der Futtermittelindustrie. Die Inhalte sind meist billige Füllstoffe, die in einer Artgerechten Fischnahrung nichts verloren haben.




Warum gibt es das Futter denn dann überhaupt?

Ganz einfach, um es dem Aquarienbesitzer schön bequem zu machen. Die Flocken schauen toll aus, und die Industrie will uns weismachen da wäre „alles drin was der Fisch von heute braucht“.


Wenn das ganze Futter nun schlecht ist, was kann man dann noch füttern? Ganz einfach:



Futtertiere

Futtertiere sind auch unter dem Begriff „Lebendfutter“ bekannt. Es gibt viele Arten davon, und auch einige Möglichkeiten sie aufzubewahren und zu verfüttern.

Lebend: lebende Futtertierchen. Diese bekommt man entweder im Sackerl mit Wasser in der Tierhandlung, oder man züchtet sich das Futter selber.

Gefroren: tiefgekühltes Futter. Man bekommt es entweder als kleine Blocks oder als Tafeln. Diese lässt man auftauen, spült sie ab und verfüttert sie. Sie sind ewig lang haltbar, und so viel Platz brauchen die Tafeln nicht als dass man nicht ein Eck im Tiefkühler findet.

Gefriergetrocknet: die „schlechteste“ Sorte, da durchs trocknen und einfrieren die Nährstoffe weniger werden.
Aber immer noch natürlicher als Flocken.

Es gibt ganz viele Arten von Futtertieren, manche davon sind nicht so gut, manche sehr gut.

Hier die sehr guten Futtertierarten:

  • Weiße Mückenlarven
  • Schwarze Mückenlarven
  • Enchyträen
  • Cyclops
  • Artemia (Salinenkrebse)
  • Gammarus
  • Drosophila

Hier die, die man nicht oft, oder besser gar nicht geben sollte:

  • Rote Mückenlarven (sie kommen nur in verschmutzen Gewässern vor)
  • Tubifex (gibt’s auch nur in verschmutzen Gewässern)
  • Wasserflöhe (echte, die haben eine sehr harte Schale und werden nicht gern gefressen)
Was ist den nun so toll an diesen Futtertieren?


Ganz einfach, sie belasten das Wasser weniger. Und wenn man lebend füttert kann man auch auf "vorrat" füttern, also einfach mehr reingeben, und die Fische fressen es nach und nach auf.


Habt keine Angst bei Bodenbewohnenden Fischen, auch die bekommen Lebendfutter ab.

Gemüse:

Natürlich wollen viele Fische sich nicht nur von Futtertieren ernähren, denn dann fehlt ihnen ja etwas.

Deshalb kann man auch Gemüse verfüttern, viele Fische nehmen das nach Gewöhnung auch gerne an.

Dazu nimmt man einfach ein Stück Gemüse und gibt es ins Becken.

Natürlich soll man es nicht nur einfach reinschmeißen, das bringt nichts.

Je nachdem ob man sich täglich die Hände nass manchen will oder nicht gibt’s da einige Möglichkeiten:

Man nimmt das Stück Gemüse, und steckt es zum Teil unter eine Wurzel.

Oder man steckt das Gemüse an irgendetwas das schwer ist und nicht schwimmt (ich stecke es einfach an einen alten Plastik-Kochlöffel).

Das Gemüse muss aber am selben Tag, bzw spätestens am nächsten in der früh entfernt werden!




Wie oft füttern?
Nun noch die letzten Infos:

Wie oft sollte man denn Füttern? Die Angaben reichen von „mehrmals täglich“ bis 4-5x die Woche.

Mehrmals täglich ist auf jeden fall NICHT empfehlenswert. Auch Fische können fett werden, nur das sieht man von außen so gut wie nie. Es verfetten nur die inneren Organe.

Außerdem finden Fische in der freien Wildbahn auch nicht jeden Tag Futter.

Genauso ist die Angabe „bis sie satt sind“, die man ja auch oft liest, schlicht und ergreifend falsch.

Fische werden nie vollkommen satt. Sie fressen eher bis sie platzen, denn das ist noch aus dem „leben in der Natur“ so.

Da fressen Fische auch alles solange es eben reingeht, denn wer weiß schon wann man wieder etwas findet.

Deshalb betteln einige Fischarten auch wie die Weltmeister ;-)


Meine PERSÖNLICHE Empfehlung:

Alle 2 Tage füttern, und zwar so viel dass alle Fische was abbekommen. Beim Lebendfutter kann man auch ruhig etwas mehr geben.

Meiner Erfahrung nach reicht ein Würfel Frostfutter alle 2 Tage für einen NORMALEN Besatz eines 60 Liter Beckens aus.
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Bei Fragen eröffnet bitte ein eigenes Thema, ich werde versuchen euch die Fragen zu beantworten.
 
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