Streit zwischen Böckchen

Diskutiere Streit zwischen Böckchen im Meerschweinchen Verhalten Forum im Bereich Meerschweinchen Forum; Ich habe zwei unkastrierte Böckchen, 2 Jahre alt, die in einem großen Eigenbau bisher friedlich lebten. Durch einen Umzug schlafe ich derzeit...
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Quislaine

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Ich habe zwei unkastrierte Böckchen, 2 Jahre alt, die in einem großen Eigenbau bisher friedlich lebten.

Durch einen Umzug schlafe ich derzeit mit ihnen in einem Zimmer und kriege mit, dass sie die ganze Nacht sehr laut sind, die verschiedensten Geräusche machen (leider kann ich nicht 100%ig unterscheiden was Freude, was Streit, was Besänftigung etc. ist).

Gestern abend nun der Schock, die beiden machten wieder Krach und gehen aufeinander los. Haben sich nicht ineinander verbissen oder so, aber sind immer wieder hintereinander her, haben sich aufgerichtet etc. Und wie ich mir dann einen der beiden schnappe sehe ich, dass er eine Bisswunde unterm Kinn hat. Hat wohl schon geeitert, ist also nicht von gestern gewesen.

Nun habe ich über Nacht einen der beiden in einer Klappkiste in den Käfig gestellt, so dass sie sich nix mehr tun können, sich aber tortzdem noch sehen, riechen etc. Sind auch beide beieinander geblieben.

Gleich habe ich einen Termin beim Tierarzt, der wird sicher zur Kastration raten. Aber nützt das denn überhaupt was? Wie soll ich denn jetzt weitermachen, kann die beiden doch nicht trennen, kastrieren und jeweils Weibchen dazuholen, dafür hab ich gar keinen Platz mehr. Würde es denn auch reichen, beide Kastrieren zu lassen und "um des lieben Friedens Willen" nur 1 Weibchen mit reinzusetzen? Oder geht der Krach dann erst richtig los?

Och Mann, die sollen sich vertragen, die beiden Doofköppe.

Ich überlege die ganze Zeit, was wohl der Auslöser war. Kann's daran liegen, dass meine Freundin hier war und sie an ihrer Hand geschnuppert haben? Die hat ein Weibl, aber sollten die das denn wirklich sooo gut riechen?


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EDIT (automatische Beitragszusammenführung):

Quislaine schrieb nach 7 Minuten und 36 Sekunden:

Den Beitrag hatte ich schon Fr. früh verfasst, nun war ich Fr nachmittag beim TA.

Dieser riet nicht unbedingt zur Kastra, sagte auch dadurch muss sich nicht zwingend was ändern, außerdem kostet die 90 Euro pro Schwein, da wär ich fast umgekippt :)

Hat die Wunde desinfiziert, Antibiotika und BeneBac mitgegeben, und geraten ich soll die beiden erstmal trennen bis die Wunde verheilt ist. Das hab ich dann auch über Nacht getan, am nächsten Morgen hab ich sie unter Aufsicht wieder zusammengesetzt (hatte nur eine Trennwand in ihren gemeinsamen Käfig getan und hab diese wieder rausgenommen), da war aber der Ärger schlimmer als vorher, der eine ist in eine Hütte rein (hab 2 Hütten mit je 2 Eingängen), der andere wollte hinterher, wurde mit offnem Maul vertrieben.

Irgendwann hatten sie sich dann beruhigt und waren wieder recht friedlich, zumindest hab ich bisher nix anderes mehr beobachten können.
Also werde ich sie jetzt lieber zusammen lassen, damit sie sich nicht nochmal so "entfremden", oder?

Ach Mann, olle Kampfschweinchen. Der eine hat sogar einen Zahn (unten) verloren, TA sagt der wächst evtl nach. Na hoffentlich :)
 
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  • Streit zwischen Böckchen Beitrag #2
Hi,
Ich habe zwei unkastrierte Böckchen, 2 Jahre alt, die in einem großen Eigenbau bisher friedlich lebten.
hab grad mal in älteren Threads gekramt: Maße hier waren 1,4 x 0,8 Meter + zweite Etage, richtig? Ist immer besser, die genauen Maße mit anzugeben, "groß" ist ja ein recht schwammiger Begriff.

Gleich habe ich einen Termin beim Tierarzt, der wird sicher zur Kastration raten. Aber nützt das denn überhaupt was? Wie soll ich denn jetzt weitermachen, kann die beiden doch nicht trennen, kastrieren und jeweils Weibchen dazuholen, dafür hab ich gar keinen Platz mehr.
Dieser riet nicht unbedingt zur Kastra, sagte auch dadurch muss sich nicht zwingend was ändern, außerdem kostet die 90 Euro pro Schwein, da wär ich fast umgekippt :)
Für mich wäre die Kastration wohl die nächste Maßnahme.

Zum Einen, weil es zwar keine Garantie, aber doch immer wenigstens die Chance gibt, dass sich die Kastration auf's Verhalten auswirkt, zum Anderen weil die zwei damit dann sechs Wochen nach der Kastration auch mit Weibchen vergesellschaftbar wären... Das wäre ja auch noch ein mögliches Szenario, wenn in ein paar Jahren einer mal stirbt und der andere wieder Gesellschaft bekommen muss.

Für den Fall, dass es mit den beiden wirklich nicht dauerhaft klappt, muss ja jeder wieder einen Partner bekommen. Wenn der Platz nicht da ist, müsste notfalls schweren Herzens einer in gute Haltung weitergegeben werden - und in dem Fall wäre ein Kastrat weitaus einfacher zu vermitteln, als ein unkastrierter Bock!

Zwar könnte man dann auch die Vergesellschaftung mit einem Babybock versuchen, und die Chance, dass sich zwei Böcke mit einem gewissen Altersunterschied dauerhaft vertragen, ist auf jeden Fall gegeben - aber ich persönlich würde dann wohl eher zu einer Vergesellschaftung mit Weibchen tendieren.

Wichtig ist nur, sich da einen erfahrenen Tierarzt zu suchen, dann ist das Kastrationsrisiko überschaubar. 90 Euro finde ich persönlich jetzt auch überdurchschnittlich (30 bis 60 Euro ist wohl die geläufigste Preisspanne). Hat der TA gesagt, mit welcher Narkose er arbeitet? Generell würde ich aber schon lieber ein paar Euro mehr bezahlen, und dann jemanden haben, der superkompetent ist und die Kastration ordentlich macht - ob das so ist kann man als Außenstehender jetzt natürlich auch nicht am Preis festmachen, evtl. würde ich also noch mal andere Tierärzte abtelefonieren.

Würde es denn auch reichen, beide Kastrieren zu lassen und "um des lieben Friedens Willen" nur 1 Weibchen mit reinzusetzen? Oder geht der Krach dann erst richtig los?
Ja, damit wären quasi Mord und Totschlag vorprogrammiert, die beiden würden sich um das Mädel kloppen. In der Mehrheit funktionieren gemischte Gruppen nur mit einem Bock + beliebig vielen Weibchen. Es gibt zwar auch Gruppen, die mit mehreren Kastraten und Weibchen klappen - aber nicht, wenn sich die Kerle sogar schon ganz ohne Mädels in den Haaren hatten.

Ich überlege die ganze Zeit, was wohl der Auslöser war. Kann's daran liegen, dass meine Freundin hier war und sie an ihrer Hand geschnuppert haben? Die hat ein Weibl, aber sollten die das denn wirklich sooo gut riechen?
Ist schwer zu sagen, was der Auslöser war. Es gibt genug Leute, die Mädels- und Bockgruppen problemlos im selben Raum halten - genauso, wie es wohl aber auch Böcke gibt, die bei bloßem Mädelsduft abdrehen. Es kann auch einfach sein, dass mehrere Faktoren zusammenkommen...
Beobachtest du das Gewicht der beiden?

Irgendwann hatten sie sich dann beruhigt und waren wieder recht friedlich, zumindest hab ich bisher nix anderes mehr beobachten können.
Also werde ich sie jetzt lieber zusammen lassen, damit sie sich nicht nochmal so "entfremden", oder?
Ja, zusammenlassen. Wie du den beiden das Zusammenleben jetzt erstmal erleichtern kannst: Biete ihnen viel Platz, viel Ausweichfläche. Die Gehegegröße, die die beiden haben, ist da ja schon gut - falls es möglich ist, würde ich vielleicht zur Sicherheit noch einen Dauerauslauf anschließen, so dass sie noch mehr Möglichkeiten haben, sich mal aus dem Weg zu gehen.
Dazu gehört auch, dass das Gehege sackgassenfrei eingerichtet ist, d.h. es keine Ecken gibt, in die einer den anderen drängen könnte, nur Häuschen mit zwei Eingängen, besser noch Weidenbrücken oder kleine Tischetagen...
Futter würde ich immer großflächig im Gehege verteilen, nicht bloß an ein oder zwei Stellen anbieten...

Aufhorchen solltest du, wenn das jetzt doch über einen längeren Zeitraum so weitergeht, bzw. schlimmer wird, sie sich gar Verletzungen zufügen, die über eine blutige Lippe oder ein angebissenes Ohr hinausgehen. Auch das Gewicht zu beobachten, kann hier wieder ganz hilfreich sein: Stehen beiden so unter Stress, dass sie abnehmen? Oder wird nur einer so untergebuttert, dass er Gewicht verliert?
Das alles wären Gründe, bei denen man schauen müsste, ob die beiden dauerhaft zusammenleben können.

Der eine hat sogar einen Zahn (unten) verloren, TA sagt der wächst evtl nach. Na hoffentlich :)
Ja, der wächst wieder nach. Du solltest nur schauen, dass er weiter problemlos fressen kann, also vor allem auch das Gewicht kontrollieren.

Viele Grüße,
Sawyer
 
  • Streit zwischen Böckchen Beitrag #3
Danke für diesen ausführlichen Beitrag, da fühlt man sich echt gut aufgehoben.

Ja, das ist der besagt Eigenbau, 1,40 x 80. Zwei unterschiedlich große Häuser mit je 2 Eingängen, 2 Raufen, aus Platzgründen nur 1 Flasche (wär es besser die auch noch zu verdoppeln? Näpfe gibts nicht, Frischfutter kommt immer auf die Häuser oder in die Raufen, damit bissl gesportelt werden muss.

Bin arbeiten, daher hab ich die beiden nicht im Auge. Mein Männl sagt aber, wär alles ruhig. Liegt bestimmt auch an der Hitze, wohnen im Dachgeschoss und die beiden liegen den halben Tag matt rum, wie wir :)

Ich beobachte die Entwicklung und werd immer berichten, wenn's was Neues gibt.

Der TA sagte, Kastration wär durch ein teures Narkosemittel so teuer, da die eins mit 3 Phasen verwenden, die alle irgendwie aufzuheben sind ... keine Ahnung wie das genau ist. Der meinte nur, das sei das sicherste.


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Quislaine schrieb nach 2 Minuten:

Ach ja, zum Thema Gewicht: Beim TA hatten sie beide 850 Gramm, der sagte das sei i.O. Ich werds im Auge behalten.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Streit zwischen Böckchen Beitrag #4
Der TA sagte, Kastration wär durch ein teures Narkosemittel so teuer, da die eins mit 3 Phasen verwenden, die alle irgendwie aufzuheben sind ... keine Ahnung wie das genau ist. Der meinte nur, das sei das sicherste.
Dachte ich mir fast. Ja, das ist eine Kombinationsnarkose, die direkt nach dem Eingriff wieder aufgehoben werden kann. Das ist von Vorteil, weil die meisten Komplikationen bei reinen Injektionsnarkosen oft erst nach der OP in der Nachschlafphase auftreten, außerdem werden damit die Nachteile umgangen, die auch mit einer Inhalationsnarkose einhergehen könnten.

Ach ja, zum Thema Gewicht: Beim TA hatten sie beide 850 Gramm, der sagte das sei i.O. Ich werds im Auge behalten.
Interessant ist dann die Gewichtsentwicklung, größere Schwankungen nach unten können auf Krankheiten oder Stress hinweisen. 850 Gramm sind für zwei 2-jährige Böcke jetzt nicht superviel - aber das hängt natürlich auch vom Körberbau und der Gesamtverfassung der beiden ab, sind dann vielleicht zwei etwas zierlichere Herren.
 
  • Streit zwischen Böckchen Beitrag #5
Hat sich denn die Situation inzwischen verbessert? Also ich hatte das Problem mit meinen zwei Böckchen auch. Die habe ich ganz klein gekauft und sie haben ständig nur gestritten. Ich habe sie dann (ich glaube da waren sie ca. 6 Monate alt) kastrieren lassen. Die Streitereien haben dann noch ca. 6 Wochen angedauert und seither leben sie super friedlich zusammen. Also in unserem Fall hat die Kastration tatsächlich geholfen! Drücke die Daumen, dass es bei Dir auch bald besser wird.
 
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