Jetzt ist die Frage, was ist exotisch? Kohl finde ich als regionales Wintergemüse z.B. nicht exotisch.
Die Frage ist auch - warum ist Kohl so verpönt? Ich gehe davon aus, dass Verdauungsbeschwerden nach Frischfutter oder Gras auf Fütterungsfehler zurückzuführen sind, aber nicht im Futtermittel selber (sofern von der Qualität einwandfrei) begründet sind. Also: Getreide-Trofu-Fütterung, ein Leben lang. Heu sparsam, gar nicht, von minderwertiger Qualität, etc. Und dann irgendwann mal hopplahopp mit leerem oder körnergefülltem Magen auf die grüne Frühlingswiese. Oder mal 'ne ganze Gurke rein, alle Jubeljahre. Oder 'n ganzer Kohlkopf, ohne Anfüttern, und dann vielleicht noch 'ne richtig schön blähende Sorte. Und dann wundert man sich...
Bei der Sortenvielfalt geht es mir nicht um Abwechslung um der Abwechslung willen, sondern darum, einen guten Grundstock angefüttert zu haben, um so eine gewisse Regelmäßigkeit bieten zu können.
Breiter Grundstock und größere Menge heißt auch, dass Exotisches ggf. nicht so ins Gewicht fällt, weil die Schweinchen es nicht zwangsläufig fressen müssen. Wenn ich 'nem Schwein eine Möhre und eine Kiwi vorsetze, frisst es wahrscheinlich natürlich beides. Auch morgen, und übermorgen und in drei Wochen - was soll es auch anderes machen? Gibt nichts anderes - und wer weiß, ob es überhaupt noch wieder was gibt? Das ist ja ein weiterer Effekt, den ich für die Verdauung der Schweine aber relativ wichtig finde. Portionen, die nicht nach 5 Minuten inhaliert sind, bzw. die Tatsache, dass ständig Futter da ist, lassen die Schweine nicht schlingen, als gäb's kein Morgen mehr.
ich frage mich vor allem: was werden wir in 10jahren über die Ernährungskonzepte sagen?
Bin ich auch sehr gespannt.
jetzt sind Haustiere für die Ökobilanz ja sowieso schon kritisch,
Wobei ich dann behaupte, dass Fleischfresser kritischer zu sehen sind. Und ich bei dem Argument dann sagen würde, das ist erstmal unerheblich, wenn man darüber diskutiert, wie eine Fütterung ggf. aussehen sollte. Falls sich tatsächlich rausstellen sollte, dass Meerschweinchen kritische Massen an Frischfutter vertilgen müssten, dann müsste die Konsequenz ja langfristig lauten, dass Mensch auf den Luxus Haustier verzichten muss.
Sicher sind in der Praxis ökologische, ökonomische, logistische und sonstige einschränkende Faktoren relevant. Aber hier so in der Theorie kann man ja auch mal ein bisschen schauen, wie es wäre, wenn es diese limitierenden Faktoren nicht gäbe.
völlig außerhalb der saison füttern?
Das strebt wahrscheinlich keiner an, ich versuche, möglichst saisonal und regional zu füttern. Im Winter wird es natürlich komplizierter, und die Schwerpunkte verlagern sich. (Und Paprika gibt's dann bei mir tatsächlich auch nicht.) Aber es gibt ja doch mehr als drei Wintergemüsesorten!
aber Meeris kann man so nicht sicher halten, sie können keine haken schlagen, sind weniger wehrhaft und viel kleiner. und sie sind eben anders.
Auch wieder rein theoretisch - Schwein auf die bunte Wiese (also wirklich auch eine Wiese mit zig Grassorten, nix mit modernen Hochleistungsgräsern), tagein, tagaus - ernährungstechnisch schon nicht so verkehrt, oder?
sie sind ja seit mehreren jahrtausenden in menschenhand.
Das sehe ich auch so, dass Vergleiche mit Wildmeerschweinchen kompliziert sind. Dann wiederum - unsere domestizierten Schweinchen leben ja dann auch schon seit zig Generationen von z.B. Küchen"abfällen".
Gemüse ist ja zwangsläufig ein Stück Wiesen-Ersatz, auf die wir eben ganzjährig keinen Zugriff haben.
Ich traue den Schweinchen gewisse Selektionsmöglichkeiten zu, bzw. kann das ja selber beobachten. In jedem Fall traue ich
mir weniger zu, aus 3, 4 Sorten Gemüse genau die auszuwählen, deren Inhaltsstoffe jedes einzelne Schweinchen gerade braucht.