Ich reagier dann meistens mit beine hochziehen oder wenn ich auf dem boden hock geh ich weg. Wie gesagt er hat mich schon ein paar mal erwischt und das ist nicht gerade angenehm
Kaninchen sind nicht dumm. Durch deine Reaktionen lernt dein Kaninchen, dass es dich durch aggressives Verhalten zum Rückzug bewegen kann. Es kann durchaus sein, dass er mit der Zeit aggressiver wurde, weil du ihn darin förderst.
Eine Kastration wird ihn sicher nicht dazu gebracht haben zu denken, ihr wollt ihm etwas schlechtes. Aber wenn er sowieso leicht zu stressen ist kommen hier vielleicht viele Faktoren zusammen, die dieses Verhalten ausgelöst haben und immer weiter fördern.
Am Platz kann es auch bei 13m² liegen. Wir reden hier von Kaninchen, die können durchaus Reviere von mehreren 100m² für sich beanspruchen. Vergiss Dinge wie Mindestmaße, es gibt keine Betriebsanleitung für Kaninchen

. Jedes Kaninchen ist ein Individuum und so unterschiedlich die Tiere sind, so unterschiedlich können auch ihre Ansprüche sein. Daher ist es wichtig, zu beobachten und auf die Tiere einzugehen. Du kannst ihm vermutlich eher keine mehrere 100m² Fläche bieten, aber vielleicht kannst du einige Kleinigkeiten ändern, die helfen können.
Gerade Innenhaltung ist für Kaninchen sehr reizarm. Beschäftigung, Aufgaben lösen, Motivation, Entspannung... wichtige Aspekte für ein Kaninchen. Nimm deine Haltung genau unter die Lupe:
1) Können sich deine Kaninchen immer ausreichend vor euch zurückziehen und sich entspannen? Z.B. Plätze, die ihr nicht immer einsehen könnt?
2) Gibt es genug Rennstrecken auf griffigem Boden?
3) Womit können die Kaninchen sich beschäftigen? Werden sie motiviert, sich zu bewegen und zu beschäftigen?
4) Gibt es Aufgaben, die die Kaninchen lösen müssen und so auch Erfolgserlebnisse haben können?
Bei Beschäftigung ist es wichtig, dass die Tiere weder Über- noch Unterfordert werden, dass sie nicht frustriert werden sondern positive Erlebnisse haben, Entspannung zwischendurch muss sein. Als Halter hast du auch die Möglichkeit, dich mit deinen Kaninchen zu beschäftigen und damit positive Erfahrungen zu fördern.
Machst du denn diesbezüglich irgendwas mit deinen Kaninchen?
Eventuell könnte es auch hilfreich sein, wenn er lernt, dass er dich mit seinem aggressiven Verhalten nicht beeindrucken kann.
Zieh dir etwas an, das keinen Schaden nimmt bzw. um das es nicht schade ist, wenn’s kaputt geht, schütz dich so, dass er dich nicht verletzten kann und setz dich einfach in den Auslauf. Wenn er die angreift, schieb ihn mit einem ruhigen, bestimmten „Nein“ weg. Wird vielleicht ein Geduldspiel. Aber du bist geduldiger als er (bzw. solltest es sein). Provoziere ihn nicht, beachte ihn sonst nicht, les ein Buch oder sonst was. Du bist einfach nur da und du gehst nicht weg, auch wenn der kleine Giftzwerg randaliert.
Wichtig ist, dass er überhaupt keinen Erfolg mehr hat. Es nützt nichts, wenn er dich Mittags im Auslauf nicht vertreiben kann, morgens aber beim füttern die Hand erfolgreich wegboxt. Also schauen, dass du in seinem Beisein immer darauf vorbereitet bist und die Geduld hast, ihm zu zeigen, dass du nicht gehst, nur weil er das möchte.
Auch wichtig ist, dass du niemals aggressiv oder ungeduldig wirst. Du musst immer ruhig, aber bestimmt bleiben. Er soll keine Angst vor dir bekommen oder noch zusätzlich gestresst werden, sondern einfach lernen, dass er dich mit aggressivem Verhalten nicht beeinflussen kann.
Zusätzlich sollte er aber auch positive Erfahrungen mit dir sammeln und wie gesagt kannst du vielleicht deine Haltung noch entsprechend anpassen.