Ich kenne einige Thais persönlich, informiere mich schon länger über die Rasse und hatte auch bereits Gespräche mit Thaibesitzern.
Der Thai Ridgeback ist noch mal etwas völlig anderes als ein Rhodesian Ridgeback!
Es sind wunderschöne Hunde, ja...aber, sie zählen zu den Hunden des Urtyps. Das bedeutet: Sehr selbstständig, extrem aktiv, eigenwillig, stur und sehr stark ausgeprägter Jagdtrieb = nicht wirklich an das heutige Leben mit Menschen angepasst.
Im Verhalten noch sehr ursprünglich, das gilt ebenso für Mimik und Gestik, die viel feiner und ausgeprägter ist als die modernerer Rassen. Auch verfügen sie über eine weitaus differenziertere Lautsprache; geknurrt wird relativ schnell und oft, was aber i.d.R. nichts mit Aggression zu tun hat.
Sie neigen zur Dominanz Artgenossen gegenüber und sich auch gegen Menschen keineswegs unterwürfig. Der Thai wird immer wieder seine Grenzen austesten, Konsequenz und Erfahrung beim Halter sind also von höchster Priorität.
Kadavergehorsam gibts beim Thai nicht, auch damit muss man sich arrangieren...freies Laufen ist schwierig bis unmöglich, ein eingezäuntes Gelände sollte also vorhanden sein.
Wie der Rhodesian Ridgeback auch sind sie anfällig für Dermoid Sinus.
Auch, wenn ich persönlich nichts von dem Begriff "Anfängerhund" halte, so ist ein TR aus meiner Sicht wirklich nur etwas für Menschen, die sich im Vorfeld sehr intensiv mit dieser Rasse auseinandersetzen und ggf. auch stets einen erfahrenen Halter oder Züchter zur Rate ziehen können.
Ich finde diese Hunde unglaublich faszinierend, insbesondere aufgrund ihres vielfältigen Ausdrucksverhaltens, werde mir vielleicht auch irgendwann mal einen zulegen. Aber sie sind einfach nicht für jedermann geeignet bzw. vernutlich nur für einen kleinen Prozentteil aller Menschen. Wer Labradore, Deutsche Schäferhunde, Collies, Golden Retriever usw. schätzt, der wird an einem TR womöglich keine Freude haben.