@Tina, danke, daß Du das so offen beschrieben hast!
Ich habe überlegt, ob ich das jetzt hier einfach so schreibe - bitte fühle Dich nicht angegriffen oder irgendwie beleidigt. Du machst auf mich einen sehr vernünftigen Eindruck - und ich habe schon einige Beiträge von Dir gelesen in der Vergangenheit.
Aber ganz ehrlich, ich finde das Verhalten, das Du von Deiner Tochter beschreibst nicht "normal". Hast Du schonmal mit Deinem Kinderarzt darüber gesprochen? Das hat gar nichts damit zu tun, daß man Deine Tochter als Tyrannen oder gar "dumm" darstellen möchte; oft ist in solch extremen Fällen gerade das Gegenteil der Fall.
Die Kleine ist gut zwei Jahre alt - sicher ein Alter, in dem Kinder echt manchmal nervend sein können, Grenzen austesten und in Frage stellen, Trotzphasen haben und einfach irgendwie sich selbst nicht richtig einschätzen und vor allem ausdrücken können. Aber so, wie Du Deine Kleine beschreibst, finde ich das schon sehr extrem - und anscheinend zeigt sie so ein Verhalten auch nicht wirklich nur "phasenweise".
Eine wirklich gute Bekannte von mir hatte ähnliche Probleme mit ihrem Sohn; allerdings war der da schon älter (ca. 5 Jahre als es anfing). Der Kleine hat sich immer mehr zum Tyrannen entwickelt; geschlagen, gestohlen, Dinge zerstört, anderen mit Gewalt und vollem Verstand ernsthaft wehgetan oder Dinge kaputt gemacht usw. Bei ihm ging es teilweise so weit, daß er sich ernsthaft verletzt hat bei seinen seltsamen Aktionen und keine Träne dabei vergossen hat ... Ende vom Lied war, daß er natürlich von seinen Kollegen nicht mehr gemocht wurde, keiner wollte ihn dabeihaben, die anderen Kinder hatte Angst vor ihm. Das hat ihn natürlich noch wütender gemacht und sein Verhalten noch schlimmer. Oftmals konnte er aber auch sehr, sehr liebenswert und vor allem liebevoll sein.
Meine Bekannte ist fast verzweifelt, es war ihr peinlich, sie wußte nicht weiter, hatte aber Angst, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen; dem Kleinen ging es ja gesundheitlich gut; letztendlich hat sie doch den Schritt zum Kinderarzt und anschließend zum Kinderpsychologen gewagt - diverse Maßnahmen (auf die ich hier nicht näher eingehen möchte, weil das einfach zu viel ist) haben geholfen. Ihr Sohn ist heute ein normaler 10 jähriger glücklicher Junge, hat Freunde und kommt auch in der Schule gut mit ...
Ein Gespräch beim Kinderarzt kostet ja nichts und wäre vielleicht einen Versuch wert ... Es ist doof, wegen solchen Verhaltenssachen den KA anzusprechen, man fühlt sich irgendwie als "Versager", weil andere es schaffen und man selbst hat sein Kind nicht "im Griff". Aber das ist nicht so; Kinder sind einfach sehr verschieden und wenn man Hilfe braucht, sollte man diese auch holen; für Dein kleines Mädchen. Spätestens wenn sie in den Kindergarten kommt und sich dort so verhält, wird sie bei Erziehern und vor allem auch bei den anderen Kindern arge Probleme bekommen und das will man ja als Mutter nun auf keinen Fall.
LG Ida