Nur mal so als dumme Frage für die Leute, die so auf Freigang bestehen: hattet ihr schon mal länger als 3 Monate Wohnungskatzen, die es nicht anders gewohnt waren und zu mehreren in der Wohnung gelebt haben?
Ich hatte schon beides und muss klar sagen: es hat beides seine vor- und Nachteile, aber allein schon die deutlich längere Lebenserwartung bei Wohnungshaltung und die wenigen gegenden wo Freilauf wirklich mit wenigen Gefahren verbunden ist überwiegen für mich doch deutlich.
Man kann aber wirklich nicht behaupten, Wohnungskatzen würden darunter leiden, oder ihnen würde etwas wichtiges fehlen.
Wichtig für Freilauf sind eben einige Punkte:
- keine Durchgangsstraßen, Bahnstrecken oder Straßen auf denen 50km/h oder mehr erlaubt sind im Umkreis von mindestens 300 metern für kastrierte Katzen und Kater
- man muss alle Gartenbesitzer im "Streunradius" persönlich kennen und zwar so gut, dass man sie bitten kann einem Bescheid zu sagen, bevor sie Rattengift oder Blaukorn im Garten verteilen
- keine intensiv genutzten Landwirtschaftlichen Flächen im Streunumkreis, Unfälle mit Mähdreschern gibt es genug
- keine tollwütigen Jäger in der Umgebung, auch Vorsicht, wenn Hochsitze etc. vorhanden sind - wennd er Jäger ausreichend frustriert ist weil er keine Rehe erwischt hat schießt er oft genug auf Hunde und Katzen
- keine wohlmeinenden Nachbarn, die Katzen anfüttern, ihnen ungesunde Tischabfälle geben oder Schalen mit Trockenfutter vor die Tür stellen, damit man überhaupt eine Ahnung hat was die Katze so frisst - und um zu verhindern, dass sie zu den Leuten zieht, die das leckerste füttern
- die Katze muss ausreichend hässlich sein,damit sie weder geklaut wird noch zur Rheumadecke taugt
- man sollte die Pflanzen im eigenen garten und bei der NAchbarschaft auf Giftigkeit überprüfen
- keine Spielplätze, Sandkästen, Hobbyorchideenzüchter und ähnlich empfindliche Plätze in Sachen Katzenpieselei in weichem untergrund im Umkreis
- keine unkastrierten Katzen im Umkreis, nur nette soziale nachbarskatzen
wer das alles bieten kann darf sich glücklich schätzen, aber viele Orte bleiben da wirklich nicht übrig.