Wie schon gesagt, zähle ich nicht zur Knotenhalfterfraktion.
Langsamer finde ich nicht Ausbildungskonform.
Richte dein Pferd gerade und reite es vorwärts.
Die Ausbildungsskala sagt auch:
Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichtung, Versammlung.
Alles zusammen bildet die Durchlässigkeit.
Die Westernreiter nehmen in einigen Punkten einfach die Deklaration:
Takt, Losgelassenheit, Dehnungsbereitschaft an die Hand, Geraderichtung, Engagement der Hinterhand, Durchlässigkeit.
Die ersten 3 Punkte der Ausbildungsskala bilden die Gewöhnungsphase.
Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichtung, bilden den Aufbau der Schubkraft.
Schwung, Geraderichtung und Verwammlung bilden den Aufbau der Tragkraft.
Z.B. gibt es im Trab 5 Tempi. Von leicht nach schwer sind diese:
Arbeitstrab, Tritte verlängern, Mitteltrab, versammelter Trab, starker Trab.
Arbeitstrab ist der natürliche fleißige Trab und den ersten 3 Punkten der Ausbildungsskala zuzuordnen. (Gewöhnungsphase)
Tritte verlängern ist eine Verstärkung in Takt und Raumgriff. Es ist den ersten 4 Punkten der Ausbildungsskala zuzuordnen.
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Immerhin besteht diese Ausbildungsskala schriftlich seit 1912 (HFV = Heeresdiensverordnung-) und wurde nie nachgebessert - warum nur?
Klar, weil es nichts zu verbessern gilt.
Ich kenne keinen Ausbilder oder 'Pferdeguru', der sich anmaßt daran zu zweifeln oder dagegen zu arbeiten.
Einige der Punkte der Ausbildungsskala sind austauschbar, jedoch sind die Punkte in ihrer Zusammenfassung (Gewöhungsphase, Aufbau der Schubkraft, Aufbau der Tragkraft) immer in ihrer Reihenfolge erhalten geblieben.
Demnach ist ein Langsamermachen des Jungpferdes kontraproduktiv.
Ein junges Pferd sollte entweder fleißig in seiner natürlichen Gangart geritten werden (Arbeitstempo) und aktiver (Tritte bzw. im Galopp Sprünge) verlängern. Das Langsamerwerden sollte immer mit einem gewissen Versammlungsgrad verbunden sein und benötigt daher eine entsprechende Muskulatur für die Tragkraft (aufgewölbter Rücken), ansonsten latscht das Pferd einfach langsam auf der VH und gerät aus dem Gleichgewicht - es kippt nach vorn.
Das Langsmermachen eines Pferdes ist nur bei allen Ausbildungswegen (egal welchen man da wählt oder welchem Stil man folgt) immer erst nach dem Aufbau der Schubkraft und im Aufbau der Tragkraft angesagt.
Egal ob man mit Knotenhalfter, Trense oder sonst irgendwelchen Gebissen reitet. Die Gesunderhaltung und vernünftige Bemuskelung des Pferdes als Reitpferd sollte immer das Ziel sein.