Grundsätzlich besteht der Schutzdienst für mich aus Revieren, Ärmel Packen und Gehorsam trotz umherlaufendem Helfer. Das Revieren z.B. ist eine schöne Sache, da man sie auch ohne Schutzdienst und auch zu Hause, mit Naturverstecken oder Zelten üben kann und der Hund im letzten Revier - oder beim Üben auch in allen - eine Belohnung findet. Das muss ja nicht zwangsläufig der Helfer sein
Dieses Geschrei ist so eine Sache. Wie ich ja schon schrieb ist die Gewaltbereitschaft in der Ausbildung grundsätzlich höher, der Wert auf soziale Kontakte kommt zu kurz (man wollte mir diese im Sinne einer Schutzhundeausbildung mit meinem Hund untersagen) und der Stellenwert des Hundes in der Familie ist ein anderer. Dazu ist aber zu sagen, dass einige, aber nicht alle Hundler so denken, aber gerade Althundler gehen diesen Weg und greifen meiner Erfahrung nach auch eher mal auf den Stachel zurück. Übt man mit einem Geschirr, wird man müde belächelt. Auch sieht man häufig, dass eben gerade für die typischen Schutzdienstrassen eine hochrangige Schutzdienstprüfung im Bereich der Zucht sehr wertvoll sein kann, eine VPG3 ist ja für einen DSH schon fast Pflicht in diesem Sinne (hier bei uns). Man sollte aber auch nicht vergessen, dass dazu eben auch Unterordnung und Fährtenarbeit gehören, auch wenn erstere für mich gerne etwas ruhiger und freundlicher ablaufen könnte, als es bei manchen Gang und Gebe ist. :?
Das Schreien selbst gehört zur Prüfung, was die Übung erklärt, arbeitet man auf eine solche hin. Ebenso die Schläge mit dem Stock. Betreibt man den Sport als Hobby, muss man dies dem Helfer von Anfang an klar machen und dann ist das auch kein Thema. Mein Hund wurde weder geschlagen, noch angeschrien (mal abgesehen von einem auffordernden "Jaaaa komm her"). Seine Körperhaltung zeigte aber auch nie Aggression, sondern Aufmerksamkeit und Beutetrieb (Ohren hoch, fester Stand, Bellen und Schwanz wedelt, keine gezeigten Zähne oder gestellten Haare oder ein Schnappen nach der Hand des Helfers). Ein guter Helfer achtet auf so etwas und auch auf die Motivation der Hunde. Dass aber manche nahezu absichtlich isoliert werden dachte ich teils auch schon. Das komische ist, unser Ausbildungsleiter, der mit beiden Malis Schutzhundesport betreibt, hat sozial verträgliche und entspannte Hunde, mit dem einen hat mein Max auch damals gespielt und ich hätte auch heute keine Sorge, würden die meinem begegnen. Da steht es um die Hunde anderer, übermäßig ehrgeiziger Führer schon anders :?
Den wahren Sport auf Prüfungsniveau sehe ich aber schon anders. Da wird wirklich Fust aufgebaut, durch Geschrei und Schläge. Bei mir ist es z.B. so, dass der Hund immer nach ein paar Bellern und einem Biss in den Arm diesen auch bekommt und dann ein bisschen über den Platz tragen darf. Dann geht der Helfer hin, nimmt ihn spielerisch weg und noch einmal von vorne. Die Einheiten sind nicht länger als zehn Minuten und der Hund darf den Arm zum Schluss mit ans Auto nehmen. Das machen nur wenige, die auf ihre Prüfung trainieren und das finde ich schade. Zum entspannten Schutzdienst gehören bei uns auch Wasserschutzdienst, Schutzdienst im Kornfeld und solche Dinge, die es für den Hund spannender machen. Mir wurde damals auch gesagt, ich solle immer ein Geschirr dran haben, damit der Hund sich nicht verletzt, wenn er vielleicht ins Halsband rennt, daran hält sich von denen, die ich so trainieren sehe, aber auch keiner :?
Ich würde mit meinem Hund nicht auf diesem Niveau arbeiten wollen. Aber eine kleine Anregung dafür gibts bei uns sogar von der Gemeinde: Mit VPG-Prüfungen wird die Steuer billiger oder gar erlassen, je nach Grad der Prüfung. Das ist eine völlig antiquierte Vorstellung davon, dass jeder Schutzhund ein polizeilich arbeitender Hund ist, der daher einen Steuernachlass verdient hat. Heutzutage weiß ich nicht, ob die Gemeinde genau die Hunde fördern will, die ich teils auf dem Platz trainieren sehe.
LG