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Es geht mir hier in dem Thread nicht darum, dass manche mal mehr, mal weniger mit ihren Hunden machen und dass es auch mal Ruhetage gibt, etc.
Ich denke, jeder Hund hat auch schon mal nen Tag erlebt, wo sich nur mal 30 Minuten am Tag kurz Gassi gegangen wurde. - Aber wenn so etwas nun zum Regelfall wird, tut es mir oft sehr leid um den Hund und ich kann eine Hundehaltung nicht gut nachvollziehen. *seufz*
Wenn ich mir so ein Tier wie einen Hund ins Leben hole, dann trage ich dafür doch auch Verantwortung. Dann kümmere ich mich doch auch um das Tier und plane Zeit und Geld ein.
Was ich oft erlebe ist, dass sich Menschen relativ spontan einen Hund ins Haus holen. Manchmal nen Welpe, manchmal ein adulter Tierheimhund...
Die ersten Wochen sind immer noch okay... Es wird sich mit dem Tier beschäftigt und auch ein wenig mit Erziehung probiert. - Oft geht aber letzteres recht häufig schief und die Beschäftigung mit einem Hund, der so gar nicht hört macht den Menschen wieder keinen Spaß und innerhalb von ein paar Monaten wird der Hund schon zur Last.
Da gehen sie dann mit dem ziehenden Hund 2-3 Mal am Tag die kurze Runde, damit er sich lösen kann, füttern den Hund im Haus dumm und dämlich und es gibt noch 4-5 Streichler am Tag.
Den Rest des Tages ist der Hund auf sich alleine gestellt. Manche suchen sich dann eigene Beschäftigung (z.B. Sachen kaputt machen, Spielzeug/Haus aufpassen, etc.) - wovon die Menschen nicht begeistert sind und sich noch mehr über den Hund ärgern.
Wirkliches Interesse an der Erziehung zu ARBEITEN haben die wenigsten. - Und das ist natürlich vatal, wenn sich diese Menschen dann auch noch eine 'Arbeitshund' in die Wohnung geholt haben.
Ja... Und natürlich ist es für ältere Menschen schön, wenn sie einen so treuen Gefährten wie einen Hund bei sich haben.
Wir haben hier im Dorf eine sehr alte Frau mit einem inzwischen älteren Dackel.
Es ist herzallerliebst die beiden zu sehen.
Ja - der Hund ist unterwegs immer an der Leine und auch als der Hund jünger war, konnte die Oma schon nicht so schnell laufen, geschweige denn Bällchen werfen oder so.
Aber der Dackel ist immer dabei und die Oma geht mehrmals täglich mit ihrem Gehwagen durch das Dorf. Der Hund jammert das ganze Dorf zusammen, wenn er mal für 5 Minuten vor einem Laden festgebunden ist, weil sein Frauchen ja fort ist.
Bei den beiden passt es zusammen und ich weiß ja auch nicht, ob es vielleicht auch Engelkinder oder ähnliches gibt, die mit dem Dackel gespielt und gemacht haben, als er noch jünger war.
Ein anderes Mal begegnete ich einer ebenso alten Frau mit einem kleinen Terrier-Mix. (5 oder 6 Jahre war der glaube ich)
Der Hund hätte die Frau fast umgeworfen, wenn ich ihr nicht geholfen hätte, weil der so wild ist der an der Leine rumgesprungen und hat gezogen wie ein ganz Großer. ;p
Diese Oma hat den Hund tagsüber, weil es der Hund ihrer Tochter ist die arbeitet. Dann geht sie 1-2 Mal am Tag eine kleine Runde vor die Tür. Aber länger als 20 Minuten Fußmarsch hält die alte Frau schon nicht mehr durch.
Ihre Tochter selbst ist nach der Arbeit kaputt und so bleibt es in den meisten Fällen bei den 40 Minuten an der Leine zerren für den Hund.
Und je mehr der Hund zieht, desto kürzer fallen dann auch die Spaziergänge aus. :/
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Was ich auch noch sehr traurig finde ist, wenn ich dann sogar von Leuten die ich vom Hundeplatz kenne schief angeschaut werde, wenn ich tatsächlich länger als eine Stunde am Stück mit meinen Hunden spazieren gehe.
Irgendwie erwarte ich wohl grade von Leuten, die im Hundeverein sind, dass sie sich auch etwas mehr als der Otto-Normal-Hundehalter mit ihrem Tier beschäftigen. ... hm...
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Nun hatte ich letzten Samstag ja wieder die beiden Hunde meiner Bekannten, die ich Eingangspost schon erwähnt hatte.
Ich hatte an dem Tag extra nicht viel mit ihnen gemacht. (War zudem ja auch recht warm gewesen.) - Aber sie konnten auf einem großen eingezäunten Platz auch mal richtig laufen und sich austoben.
Wisst ihr - das hat mich ein wenig an früher erinnert, wo ich bei nem Reitstall geholfen hatte.
Wenn es darum ging die Pferde in der Halle oder auf dem Platz 'laufen' zu lassen.
In den Ferienzeiten oder an Gut-Wetter-Tagen, wo die Pferde auch etwas beschäftigt wurden, sind sie dann im Schritttempo über den Platz getrottet, haben sich Futter gesucht oder sich neugierig den Platz und die Umgebung angeschaut.
An anderen Tagen, wo die Pferde mehrere Tage hintereinander kaum bis gar nicht beschäftigt wurden, sah es dann ganz anders aus. Da rannten und rannten und rannten sie und liesen sich kaum wieder einfangen.
Ähnlich erscheint es mir da eben auch mit Hunden.
Diejenigen die von ihren Menschen Beschäftigung und Bewegung erhalten sind einfach viel ausgeglichener. Klar freuen sie sich auch über ein Spiel mit anderen Hunden oder ihrem Menschen und toben dabei rum. - Aber wenn es so aussieht, dass ich meinen Hund sobald die Leine ab ist erst mal nur noch von hinten sehe und sich seine eigenen Beschäftigungen sucht oder im gegenteiligen Fall sich von seinem Menschen null motivieren lässt und allgemein eher lustlos wirkt, obwohl er gesund ist, mache ich mir persönlich eben doch so meine Gedanken, ob die Haltung von solchen Hunden wirklich so ideal ist...
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