Unsere Lektoren schauen vorwiegend nach Grammatik und Stil, ebenso nach der Form (richtige Anführungszeichen etc.). In Verlagen machen Lektoren dasselbe.
Bei Zeitungen gibt es nicht unbedingt ein Lektorat, dort läuft das dann über Gleich- oder Höhergestellte. Ob der Autor dann selbst korrigiert oder der Korrekturleser das übernimmt, ist unterschiedlich.
Bei uns isses ähnlich. Wird ein Text eingestellt, liest ein Auswähler drüber. Werden Zahlen erwähnt, die nicht mit Quellen belegt sind, wird nachgefragt. Nennen zwei Quellen unterschiedliche Zahlen, wird um erneute Recherche gebeten. Würde in einem Artikel stehen, dass Hunde besser sehen als Menschen, würden wir nachfragen, wie das im Detail ist bzw. warum das so bewertet wurde. Wenn irgendwo stünde, Hunde können Getreide verdauen, würden wir nachfragen, wie das im Detail funktioniert. Außerdem schauen wir, dass Studien mit Verfasser und Titel genannt werden (nicht einfach "eine Studie belegt"). Derartiges eben, dafür muss man nicht vom Fach sein. Und es erspart lange Nachfragen seitens der Lektoren, besonders wenn es Schreiber ohne Zugang zum Unterforum sind.
Geht es um ein Thema, mit dem sich keiner aus dem Team sicher fühlt, fragen wir bei fachkundigeren Leuten nach, ob sie drüber schauen könnten. Wir Auswähler kennen uns sicher auch nicht mit allem aus, haben aber das Glück, dass doch einige fachkundige Leute in der Redaktion oder auch im Modteam sind, die wir bei Bedarf zu Details befragen können. Oder dass Artikel auf Studien basieren, die man selbst nachlesen kann. Außerdem sind ja nicht alle Artikel reine Infotexte, wir haben auch Rezepte, Erfahrungsberichte und Co., die entsprechend weniger inhaltliche Korrektur benötigen. Da geht es dann eher um die Verständlichkeit, bspw., ob man mit dieser Bastelanleitung auch wirklich arbeiten kann etc..
Manche Schreiber setzen die Anmerkungen alleine um, bei anderen wird bspw. gemeinsam nach einer anderen Formulierung gesucht. Grundsätzlich kann aber jeder Autor selbst die Anmerkungen umsetzen bzw sich dazu äußern.