Hallo Julia
Wir haben den umgekehrten Weg beschritten - erst Farbmäuse und dann noch Ratten

Wir haben anfangs gedacht, Ratten sind halt einfach wie "große Mäuse" - aber das stimmt so überhaupt nicht

Was die Ernährung betrifft, sind sie ähnlich (bis auf die Kleinsämereien, die für Mäuse toll sind, für Ratten aber einfach zu winzig).
Mäuse sind halt wirklich eher Beobachtungstiere, die keinen Auslauf brauchen und sich am wohlsten in einem großen Gehege mit vielen Kletter- und Buddelmöglichkeiten fühlen...
Im Gegensatz zu Ratten brauchen sie daher z. B. mindestens eine Etage mit einer ordentlichen Schicht Einstreu (dürfen gern 30cm sein), und eben viele Klettermöglichkeiten.... Auch Heu finden sie meist toll und reagieren darauf deutlich seltener allergisch als Ratten...
Unsere Mäuse waren überwiegend zutraulich, d. h., sie kamen auch mal angelaufen, wenn man die Hand mit einem Leckerchen in die Voliere gehalten hat - und einige wenige sind dann auch auf uns herumgekrabbelt....
Zwischenzeitlich haben wir mal versucht, ihnen einen Auslauf anzubieten, den sie vom Käfig aus erreichen konnten - den haben aber von den damals insgesamt 24 anwesenden Mäusen nur 2 genutzt, der Rest ist lieber im sicheren Zuhause geblieben bzw. nur mal ganz kurz gucken gekommen...
Unsere Ratten waren da ganz anders, die hatten, sobald wir zu Hause waren, das halbe Wohnzimmer und die gesamte Küche als Auslauf zur Verfügung und fanden das auch ganz toll.... Die haben auch auf ihre Namen gehört, und Nezumi z. B. wusste ganz genau, dass sie nicht übers Weinregal auf die Küchenzeile klettern durfte, und wenn man dann sagte: "Zoomi - nein" - dann hüpfte sie schuldbewusst wieder runter, um es im nächsten unbeobachteten Augenblick wieder zu versuchen
Leider habe ich ja eine massive Mäuse -und Rattenallergie, weshalb wir diese süßen Tiere leider nicht mehr halten können - wenn ich mich zwischen Mäusen und Ratten entscheiden könnte, dann würde ich mich nach der Erfahrung mit den Ratten für selbige entscheiden - eben weil die meisten doch zutraulicher werden und - joar... irgendwie auch "pfiffiger" wirken....
Aber auch die Mäuse waren tolle Tiere (meine Frau z. B. würde sich, wenn sie die Wahl hätte, für die Mäuse entscheiden, weil sie die niedlicher fand und stundenlang vorm Käfig hocken konnte, um sie zu beobachten

)
Es gibt auch rührende Geschichten von unseren Mäusen (Mama Kami z. B., die sich zeitlebens nicht die Bohne für ihre einzige aus dem Wurf überlebende Tochter Hayat interessiert hatte - aber als Hayat dann schwer krank wurde (Schiefkopf), ist Kami in die untere Etage zu Hayat gezogen und hat sie liebevoll umsorgt.... Oder Oma Cini, die wir als übriggebliebene Einzelmaus im Alter von 20 Monaten aufgenommen hatten - Kastrat Don, gerade mal 5 Monate alt - hat sich unsterblich in Cini verliebt, die zwei waren fortan unzertrennlich

Oder Flugmaus Lisabeth (siehe mein Avatar), die nach dem Tod ihrer Schwester Lynn völlig durchgeknallt war und einem, sobald man die Käfigtür öffnete, wie eine Brosche an den Klamotten klebte

)
Also - auch mit den Mäusen kann man tolle, schöne, rührende und traurige Geschichten erleben
LG, seven