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Merlin2011

Merlin2011

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Hallo Ihr Lieben,

obwohl wir vor der Anschaffung unseres Hundes (Hovawart-Beauceron-Mix, ca 2 Jahre alt, aus Griechenland) unheimlich viele Bücher, Zeitschreiften und Artikel aus dem Internet durchgewälzt haben, treten jetzt wo er bei uns ist immer wieder Fragen auf.
Ich habe mal ein paar davon gesammelt, ich hoffe, sie passen alle einigermaßen in diesen Themenbereich.
Ich werde die Fragen einfach mal der Reihe nach stellen..

Ich habe gelesen, dass sowohl der Hovawart, als auch der Beauceron "vom Kopf" erst mit dem 3.-4. Lebensjahr voll entwickelt sind.
Andere Hundebesitzer sagen häufig: "Der ist aber noch jung, oder?" Er hat auch eine etwas tapsige Art an sich, man hat so ein bisschen das Gefühl, dass er mit seiner stattlichen Größe von fast 60 cm SH nicht so ganz umzugehen weiß, kann das damit zusammenhängen? Und ist diese noch nicht vollendete geistige Entwicklung für die Erziehung förderlich oder hat das damit nicht wirklich viel zu tun?

Anfangs hatten wir einige Schwierigkeiten mit dem Autofahren, mittlerweile steigt er freiwillig ohne "Bestechung" ein :) wir haben nun die Fahrtzeiten etwas verlängert, vorher waren es immer 5-10 min, jetzt sind wir so bei 20 min angekommen. Nach einiger Zeit fängt er im Auto unglaublich an zu sabbern, ist das Fahren vielleicht noch zu stressig für ihn? Erhöhter Speichelfluss kann doch auch ein Zeichen für Übelkeit sein, oder?

Wenn Merlin mit einem anderen Hund spielt, ist uns aufgefallen, dass, wenn einer der beiden Besitzer weitergehen möchte, einer der beiden Hunde noch einmal umdreht und bellt, auch wenn das Spiel völlig friedlich abgelaufen ist. Bei einem kleinen Hund klingt das nach: "Hey, war schön mit dir zu spielen!" Bei Merlin klingt das Bellen natürlich kräftiger, da schauen einige Hundebesitzer manchmal so, also wollte er ihren Hund auffressen..manchmal, wenn wir einem anderen Hund begegnen, und dieser von seinem Besitzer nicht zum Spielen gelassen wird bellt Merlin auch hinterher, dabei wirkt er aber weder unsicher noch aggressiv..was bedeutet dieses Verhalten?

Viele Hundebesitzer, die wir treffen unterbinden das Schnuppern oder Spielen, ziehen sie vorbei, lassen sie absitzen oä. Ich war immer der Meinung, Sozialkontakte, gerade mit anderen Hunden seien unheimlich wichtig, mit uns Menschen kann er sich ja schließlich nicht "unterhalten".. Wie viel Sozialkontakt ist also notwendig bzw richtig?

Vor allem, wenn es regnet oder geregnet hat frisst Merlin unheimlich gerne das nasse Gras, sieht immer aus, wie ein kleines Pony^^
Katzen machen dies ja zur besseren Verdauung, wenn sie z.B. Haare geschluckt haben.
Ist das bei Hunden ähnlich? Oder sollten wir es lieber unterbinden?

Als wir Merlin bekommen haben, war er ziemlich abgemagert, sein Feall war stumpf und glanzlos. Insgesamt sieht er jetzt schon viel gesünder aus, sein Fell glänzt ganz toll :) Zugenommen hat er trotz wirklich guter Portionen noch nicht wirklich, er wiegt 27 kg (wir füttern nach Empfehlung für 30kg), was ich bei dem Rassemix wirklich ganz schön wenig finde, man sieht auch ein paar Rippen, fühlt die Wirbelsäule und die Hüftknochen stechen hervor, da muss also definitiv noch was drauf.. Er frisst unheimlich gut, ich glaube, würden wir ihm einen 10kg-Sack Futter hinstellen, würde er selbst den leer fressen.. In Griechenland hat er im Zwinger gelebt, hier gehen wir täglich mind 3 Stunden mit ihm raus. Da verbrennt er natürlich auch viel mehr Kalorien, kann die knappe Gewichtszunahme damit zusammenhängen? Und sollten wir dann lieber mehr füttern oder wird sich das mit der Zeit "einpendeln"?

Ich hoffe, Ihr seid nicht genervt von all den Fragen und könnt mir ein paar gute Tipps und Antworten geben!
Falls jemand einen Tipp für ein gutes Buch über Verhalten und Körpersprache parat hat, wäre ich auch dafür sehr dankbar!

Viele Grüße!
 
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  • Fragen über Fragen.. Beitrag #2
Hey,

1) Groß werdende Hunde sind im Kopf meist etwas hinterher. Natürlich ist das auch vom Individuum selbst abhängig. Beim Beauceron habe ich das aber schon öfter von Hundehaltern gehört. Einen Hovi haben wir ja selbst daheim, allerdings mit SDU. Er war geistig auch erst mit ca. 3 Jahren voll entwickelt. Hinderlich ist es nicht unbedingt, meist sind sie nur etwas unkonzentrierter, leichter abzulenken oder haben eine kürzere Aufmerksamkeitsspanne. Das kommt aber auch auf den Hund an und kann ganz unterschiedlich sein. Ob das aber ein Nachteil ist... Eigentlich schon, aber man stellt sich im Normalfall eh auf seinen Hund ein und jeder Hund kann unkonzentriert sein, Kindskopf hin oder her ;). Mach dir da nicht zu viele Sorgen, dann braucht er vielleicht mal etwas länger, um etwas zu begreifen, was soll's. Ich finde, mein Hund darf so lange "Kind" sein, wie er möchte, was aber nicht heißt, dass er nicht von Anfang an konsequent erzogen werden muss.

2) Das Sabbern habe ich hier auch hinter mir, das dürfte Übelkeit sein. Da hilft nichts weiter als einfach vorsichtig und langsam üben und durchhalten. In den meisten Fällen wird es mit dem Alter besser oder verschwindet sogar ganz. Bei Leo hat es mit etwa einem halben Jahr völlig aufgehört, bei ihm war es aber sogar so schlimm, dass er sich nach einer Minute übergeben hat. Wichtig ist, dass das Fahren für den Hund so positiv wie möglich bleibt, aber wirklich schmackhaft machen kannst du es ihm erst, wenn ihm nicht mehr übel wird.

3) Ich glaube, das ist schlichter Übermut. Ich möchte spielen und kennt kein Nein und kein Ende. Wenn der andere Hund nicht herkommen darf ruft Merlin ihm eben hinterher. In diesen Situationen würde ich versuchen, dich so interessant wie möglich zu machen. Er kann ja gerne spielen, aber wenn das Spiel vorbei ist oder ihr euch entfernt soll er sich auf dich konzentrieren, nicht auf den anderen Hund. Versuch es doch mal mit einem Spielzeug oder Leckerlis.

4) Mit dem Thema hadere ich gerade auch... Ich finde den Sozialkontakt zu anderen Hunden sehr wichtig, stoße aber meist auf Leute, deren Hunde nicht mit meinem spielen dürfen, oder mit deren Hunden ich meinen nicht spielen lassen würde. Ich finde, man sollte jede Spielmöglichkeit ergreifen, die sich bietet. Wenn sich auf euren Gassirouten gar niemand finden lässt würde ich auf eine Spielgruppe oder einen Hundeplatz zurückgreifen, besonders wenn der Hund noch jung ist finde ich es wichtig, dass er diesen Umgang lernt. Bei der Gelegenheit könnt ihr auch das Weg-/Vorbeilaufen von 3) trainieren.

5) Gras fressen - solange es sich in Maßen hält - ist in Ordnung. Übergibt er sich denn danach? Mehrere Hunde, die ich kenne, fressen gerne frisches Gras mit Tau, das scheint einen gewissen Reiz zu haben. Ich würde ihn nur nicht zu viel und nicht in der Nähe gespritzter Felder fressen lassen.

6) Fütterungsangaben sind immer nur Richtwerte für den Durchschnittshund mit Durschnittsbewegung. Ein Hund mit gutem Stoffwechsel und viel Bewegung braucht da schon mal mehr ;). Da er aber noch im Wachstum ist solltet ihr vorsichtig damit sein, einfach mehr Futter hinzustellen. Ich hatte dasselbe Problem: Wie nimmt der Hund zu, ohne schneller zu wachsen? Ich habe es mit Nudeln und Milchprodukten geschafft. Diese Dinge machen dick, enthalten aber nicht viel, was das Wachstum anregt. Ich würde sein normales Futter (was bekommt er denn?) einfach etwas erhöhen und dazu die Beilagen reinmischen. Du kannst auch mal einen Kauartikel mehr geben, da freut sich der Hund und der setzt auch an. Achte nur darauf, dass er auch nicht zu schnell zu viel Spack ansetzt, das ist auch nicht gesund ;). Das Laufen würde ich nicht reduzieren, solange es ihm Spaß macht und ihn nicht überfordert.

Liebe Grüße
 
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  • Fragen über Fragen.. Beitrag #3
Zu 2)
Unser Hund hat auch oft gesabbert. Bei ihm ist es definitiv Stress.

Zu 4)
Grundsätzlich halte ich Sozialkontakt auch für sehr wichtig.
Wenn mein Hund an der Leine ist, lasse ich aber keinen Kontakt zu. Die Gefahr ist zu groß, das sich die Leinen Verheddern und durch die Enge was passieren kann.
Außerdem komme ich mit dieser klaren Regelung bei meinem Teddy (immerhin 71 cm) besser klar.

Kommt mir ein Hund an der Leine entgegegen, dann nehme ich meinen aus Höflichkeit natürlich auch an die Leine und halte Abstand (ich bin zwischen meinem Hund und der Begegnung).
Wenn es an einer Stelle ist, wo Freilauf möglich ist, frage ich oft, ob die zwei spielen dürfen (natürlich dann ohne Leine).
Manchmal kommt ein freudiges "Ja gerne"
... und manchmal kommt keine Antwort oder was unverständliches. Dann gehen wir halt einfach vorbei.
Es gibt dann wahrscheinlich einen Grund, warum der Hund keinen Kontakt haben soll (krank, nicht sozialisiert, heiße Hündin o. ä.).
 
  • Fragen über Fragen.. Beitrag #4
Mischling, danke für die wieder mal sehr informative und ausführliche Antwort! :)

1) Also von uns aus darf er gerne so lange "Kind sein", wie er möchte, finds eigentlich sogar ziemlich süß, wie er so tapsig durch die Gegend stolziert^^ Ich hab mich gefragt, ob man diese langsamere Entwicklung vielleicht zu seinem Vorteil nutzen könnte.. ich meine ein Welpe lernt schneller als ein erwachsener Hund.. oder ist der Zusammenhang dabei eher gering?

4) Wir treffen immer unheimlich viele andere Hunde auf unseren Spaziergängen, viele lassen wie gesagt keinen Kontakt zu, manche lassen sie sich wenigstens mal kurz beschnuppern und die wenigsten lassen die Hunde mal so richtig miteinander toben. Mir geht immer richtig das Herz auf, wenn ich Hunde sehe, die zusammen toben und spielen :) So etwas können wir den Tieren als Menschen schliesslich nicht "bieten"..wirklich schade, dass es so häufig untersagt wird :(

@ Slate-blue: Die Idee mit der Leine find ich ziemlich gut, wir können Merlin leider noch nicht freilaufen lassen, nehmen ihn aber wann immer möglich an die Schleppleine.
Aber auf Dauer finde ich deine Lösung super!

5) Nach dem Gras fressen übergibt er sich nicht.. er frisst es wie gesagt auch nicht immer sondern nur wenns nass ist, aber das scheint ja bei mehreren Hunden der Fall zu sein ;)

6) Ooh ich habe immer gedacht Milchprodukte wären für Hunde ebenso ungesund wie für Katzen.. aber das werde ich in jedem Fall mal ausprobieren! Kauartikel bekommt er regelmäßig, die bereiten ihm auch unheimlich viel Spaß, obwohl die Dinger ja wirklich bestialisch stinken können :D aber so lange es ihm schmeckt^^
Zum Futter, wir mischen immer Trockenfutter mit etwas Wasser, frischem Obst/Gemüse + Reis/ Kartoffeln/ einem hartgekochten Ei o.ä. Wir werden es noch etwas erhöhen und auch Milchprodukte ausprobieren..
Ich hab so gedacht, dass er vielleicht noch ca 4 kg zunehmen sollte, wobei das auch immer etwas schwer einschätzbar ist wie ich finde.. du sagtest, du hast auch einen Hovi? Ists ein Rüde oder ein Weibchen? Und wieviel wiegt er/sie so ca?

Viele liebe Grüße!
 
  • Fragen über Fragen.. Beitrag #5
Hey,

der Hovi gehört meiner Mutter (ich habe seine Kinderstube übernommen^^). Er ist ein Rüde, inzwischen 9 Jahre alt und wiegt ca. 41kg. Eigentlich ist das aber zu wenig für ihn (er ist nierenkrank), 42-43kg wären besser. Schulterhöhe hat er 68cm.

1) Auch ein älterer Hund lernt nicht zwangsläufig langsamer. Manche Hunde blühen da erst mit einem gewissen Alter richtig auf, andere werden nach der Pubertät immer sturer und ungelehriger, ob das aber nur am Hund liegt :eusa_think:.

4) Bei uns gibt es auch kaum Möglichkeiten :(. Die einen Hunde sind zu alt, die anderen zu klein zum spielen. Und der letzte Versuch ging leider voll in die Hose, die beiden konnten sich gar nicht riechen. Wenigstens habe ich hier noch den Hovi meiner Mum, den Famlienhund meines Freundes, eine Bekannte mit vier Hunden und eine andere Bekannte mit einem Rüden. So hat Leo wenigstens ab und zu jemanden zum spielen :D.

5) Dann finde ich es auch wirklich nicht schlimm. Nur bei gespritztem Gras muss man eben aufpassen.

6) Die meisten Hunde vertragen Milchprodukte und fressen sie sogar gerne :D. Quark, Hüttenkäse und Naturjoghurt mögen wohl die meisten. Reis und Kartoffeln sind gut zum zunehmen, aber den Reis würde ich, wenn er sein Wunschgewicht erreicht hat, eher weglassen. Frisches Obst und Gemüse ist eine sehr gute Idee :D.

LG
 
  • Fragen über Fragen.. Beitrag #6
@ Slate-blue: Die Idee mit der Leine find ich ziemlich gut, wir können Merlin leider noch nicht freilaufen lassen, nehmen ihn aber wann immer möglich an die Schleppleine.
Aber auf Dauer finde ich deine Lösung super!
Wenn der andere Hund an der Schleppleine ist, habe ich persönlich auch kein Problem damit, meinen los zu machen, so dass die beiden spielen können.
Allerdings in diesem Fall nur nach kurzer Rücksprache mit dem anderen Besitzer ;)

Wir haben hier auch eine Hündin (Herdenschutzhund), der ohne die Schlepp leider immer wieder auf eigene Gedanken kommt :roll:
Die beiden spielen auch mit dem kleinen Handikap sehr ausgelassen.
Sind ja auch beide ungefähr in der selben Größen- / Gewichtsklasse :D
 
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