Behinderte Wildtiere-Was tun?

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  • Behinderte Wildtiere-Was tun? Beitrag #1
CheshireLou

CheshireLou

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Hallo!

Dadurch, dass ich quasi in einer Tierarztpraxis groß geworden bin habe ich auch öfters Kontakt zu Wildtieren gehabt.
Leider gab es unter diesen auch welche mit schwerwiegenden Behinderungen.
Nun möchte ich euch mal fragen, wie ihr persönlich mit solchen Tieren umgehen würdet.
Würdet ihr solche Tiere (zum Beispiel eine flugunfähige Fledermaus) einsperren oder einschläfern?
Welche Behinderungen wären eurer Meinung nach für das Tier ertragbar, in welchen Fällen sollte man sie erlösen und sollte man sie überhaupt einsperren?

LG,

CheshireLou
 
  • Behinderte Wildtiere-Was tun? Beitrag #2
Das ist ein sehr, sehr umstrittenes Thema.
Ich werde einfach mal meine Meinung in den Raum werfen.
Ich möchte mit meiner Meinung nicht provozieren, ich weiß, dass zumindest eine Person in diesem Forum meine Einstellung zu der Sache teilt, vielleicht wird sie sich auch noch äußern.

Ein nichtauswilderbares Wildtier hat seinen Nutzen als Wildtier verwirkt.
(Unumstrittene Tatsache)

In 98% der Fälle lasse ich solche Tiere erlösen.
Eine Ausnahme bildete für mich vor einiger Zeit beispielsweise ein adulter, scheuer Kleiber.
Dieser war ein Katzenopfer, der Flügel verheilte nur unzureichend, sodass später zwischen Euthanasie und Amputation entschieden werden musste.
Der Flügel wurde amputiert, das Tier setzte man in eine 20qm Voliere in den Wald.
Diese Entscheidung wurde aus 2 Gründen getroffen:
1. schränkte der amputierte Flügel nicht ein
2. bewegen sich Kleiber viel am Boden, rasen Baumstämme auf und ab und können durchaus auch ohne Fliegen noch ein kleibergerechtes Leben führen

Gleichzeitig ist ein Kleiber ein Kleinvogel. Für den sind 20qm schon ein recht großes Reich- mit einer Krähe auf der gleichen Fläche hätte das z.B. nicht funktioniert.


Ein beinamputierter Igel hingegen hat draußen keine dauerhaften Chancen.
Ein solches Tier auszuwildern wäre ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, der unweigerlich folgende jämmerliche Tod schon rein ethisch nicht tragbar.

Möglicherweise kann man einen halbblinden, zahmen Fuchs in einen Wildpark abgegeben, wo er unter Artgenossen ein einigermaßen wildes Leben führen kann.
Ein solches Tier am Leben lassen kann man nur, wenn es in keinster Weise leidet und eine adäquate Unterbringung gewährleistet werden kann-damit meine ich keine Wohnzimmerhaltung.

Bevor ich hier nun verbal in den Boden gerammt und als empathielos abgestempelt werde:
Ein Wildtier ist kein Haustier-man kann es nicht unterbringen und pflegen, wie eine blinde oder dreibeinige Katze,welche die Liebe und Aufmerksamkeit des Menschen spürt.
Unser Mitleid tangiert das Wildtier in keinster Weise- es hat Angst vor uns- Stress, wenn nicht sogar Todesängste, wenn es gehandelt werden muss.
Wer regelmäßig mit Wildtieren arbeitet und immer wieder vor die Entscheidung gestellt wird, ob das Leben des Tieres für das Tier selber einen Sinn macht, der kann in etwa nachvollziehen, warum ich das so schreibe.

So-nun zerfleischt mich. ;)

Gruß

Urizen
 
  • Behinderte Wildtiere-Was tun? Beitrag #3
Ich zerfleische dich nicht.
Im großen und ganzen teile ich deine Meinung.
 
  • Behinderte Wildtiere-Was tun? Beitrag #4
Sehe das genau wie Urizen, als Kind habe ich einmal mitgekriegt wie in einem Park ein Reh erschossen worden ist, welches sich in einem Zaun so verheddert hatte das ein Bein mehrfach gebrochen war und ein anderes auch beschädigt war. (Ich habs natürlich nicht gesehen, es stand in der Zeitung) Als Kind hatte ich natürlich die Illusion man könnte doch da einen Gips dran machen und das Reh dann in einem Stall oder ähnliches nachher wohnen lassen. Heute weiß ich das man nicht mal eben Wildtiere zuhause halten kann und wenn die Behinderung nicht tragbar für das Tier ist (wie Urizen schon sagte dem Kleiber macht die Behinderung und die 20qm nicht viel aus wohin gegen es bei einer Krähe schon wieder ganz anders aussieht) sollte man es erlösen.
 
  • Behinderte Wildtiere-Was tun? Beitrag #5
Urizen, ich teile auch deine Meinung. Wenn ein Wildtier in freier Wildbahn nicht überleben kann und man es zb. in einem Tierpark nicht unter bekommt, ist es für das Tier besser es zu erlösen, als irgendwo eingesperrt zu sein.
Klar wenn ich in so einer Situation wäre, würde es mir warscheinlich sehr schwer fallen, würde aber trotzdem zum Wohl des Tieres entscheiden. Und ein Wildes Tier fühlt sich in Menschen gegend nicht wohl. Klar es gibt immer ausnahmen, aber die sind selten.
 
  • Behinderte Wildtiere-Was tun? Beitrag #6
Urizen, wieso wirst du zerfleischt? schliesslich sind wir nun schon zu fünft!
;)
ich teile diese meinung nämlich auch.. warum auch wie zb. der dreibeinige igel auswildern? wo er von den nächsten tieren geplagt wird? in einer kiste umsorgen, bis sein leben zu ende geht? das macht beides keinen sinn..
obwohl es natürlich noch schwierig ist, ein lebensfrohes tier einzuschläfern.. ob es jetzt blind ist, drei beine hat etc.
aber ich kann diese meinung gut nachvollziehen!
 
  • Behinderte Wildtiere-Was tun? Beitrag #7
Urizen ich teile ebenfalls deine Meinung.
Es sollte immer zum Wohl des Tieres gehandelt werden, und nicht weil man doch sogerne einen Zahmen Fuchs haben möchte den man streicheln kann wenn er den wieder gesund wird, und weil man das irgendwann mal im TV sah. Ich finde es richtig die Tiere, wenn das leben nichtmehr artgerecht möglich ist, einschläfern zu lassen. Wie schon gesagt ist es nicht das selbe einen Hund mit drei Beinen zu halten und einen Fuchs mit drei Beinen zu haben. Ich denke aber auch das es da für jedes Tier eine Individuelle entscheidung geben sollte. Wenn ein angefahrenes Tier liegen bleibt, zwar anscheinend keine verletzungen hat, aber man sieht, das das Tier keine Kraft mehr hat, sollte man es einschläfern lassen. Wenn das Tier jedoch voller Lebenskraft ist und nur leichte Verletzungen od garkeine hat, sollte man ihn eine Chance gaben. Wobei es auch dort von Tierart zu Tierart anderst ist. (ein Reh z.B. würde ich nicht 6 Wochen einsperren, und mit einer chance von 15% hoffen das es danach wieder laufen kann, aber eine solche Behinderrung davonträgt, das man es nurnoch in einem Gehege (vllt. sogar noch ohne Artgenossen) hällt.
Nehmen wir z.B. das Beispiel mit den Kleiber. Ein anderer Vogel, nehmen wir doch mal ein ganz extremes Gegenteil, ein Mauerseeler, der fast den ganzen Tag fliegt, könnte so nicht leben, und würde nach wenigen Tagen schon versterben.
Es ist eine sehr schwere Frage, und ich denke jedes Urteil sollte individuell gegeben werden. Meistens bleibt aber leider nur noch das einschläfern der Tiere.
Soviel zu meiner Meinung
LG
 
  • Behinderte Wildtiere-Was tun? Beitrag #8
Guten Morgen!
Das mit dem Zerfleischen meinte ich, weil wir das Thema schonmal bei den Wildvögeln hatten und der ein oder andere diese Haltung nicht nachvollziehen konnte und ziemlich schockiert klang.
Es ging um einen Greifvogel, der eingeschläfert wurde, weil er nicht mehr auswilderbar war und das Leben in einer Voliere organisatorisch nicht möglich und auch dem Tier nicht zumutbar war.
Da bin ich ja beruhigt, dass wir soweit die gleichen Ansichten zu der Sache teilen.. ;)

Trixi und Lusi hat da nochmal was angesprochen: Die Individualität der jeweiligen Situation.
Die macht es so schwieirig. Keine Situation ist wie die Andere, kein Tier wie das Andere.

Mal schauen,m ob wir noch ein paar mehr Meinungen bekommen.


Gruß

Urizen
 
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