Wenn sie euch als nächste Angehörige angegeben hat und ihr in der Patientenakte drin steht, gilt der Wille der Patientin. Die Schwester kann das nicht einfach verbieten, nur weil sie die Schwester ist.
Wenn Haut am Bein abstirbt, heisst das entweder, dass das Pflegepersonal sie nicht regelmäßig lagert, oder dass sie Durchblutungsstörungen hat. Oder beides....
Wenn eure "Oma" wieder halbwegs auf den Beinen ist, soll sie eine Patientenverfügung aufsetzen, in denen ihr ausdrücklich bevollmächtigt werdet, Entscheidungen in ihrem Sinne zu treffen und in dem sie ebenfalls ausdrücklich der Schwester alle Verfügungsgewalt entzieht.
Dann kann die Schwester gar nichts mehr tun. Allerdings solltet ihr dafür sorgen, dass eine Kopie dieser Vollmacht immer in eurer Reichweite ist und die beim nächsten Krankenhausaufenthalt auch in der Patientenakte landet und sowohl das Pflegepersonal, wie auch die Ärzte darüber Bescheid wissen. Normalerweise sollte in der Patientenakte ein Stempel "Patientenverfügung!" zu finden sein, wenn eine Patientenverfügung vorhanden ist.
Ich habe schon vor Jahren eine Patientenverfügung aufgesetzt, in der ausdrücklich meine beste Freundin Verfügungsgewalt kriegt und meine Mutter keinerlei Entscheidungen zu treffen hat.
Daran haben sich die Ärzte zu halten - das Gesetz sichert uns freien Willen zu und das beinhaltet die Wahl darüber, wer für uns entscheiden kann, wenn wir dazu nicht mehr in der Lage sind.
Ärzte sind ebenfalls dazu verpflichtet, alles menschenmögliche zu tun, um den Patienten am Leben zu erhalten. Im Zweifelsfalle wird IMMER fürs Leben entschieden. Da kann die Schwester sich gerne hinstellen und behaupten, eure "Oma" wollte das nicht haben - so einfach trifft kein Arzt in Deutschland die Entscheidung, Maschinen abzustellen. Vor allem trifft diese Entscheidung kein Arzt alleine.
Das ist ein ziemlich komplizierter Vorgang.
Aber da es eurer "Oma" ja besser zu gehen scheint, möchte ich das gar nicht weiter ausführen.
Sei Dir einfach sicher - die Schwester hat bei weitem nicht soviel zu sagen wie Du befürchtest.
Dass sie einfach den ganzen Kram mitnehmen konnte, ist natürlich ärgerlich und klingt nach einem Fehler der Person, die das ausgehändigt hat. Für sowas hat es auf jeder Station einen Safe im Ärztezimmer oder im Schwesternzimmer, wo sowas verwahrt wird, bis Patient aus dem Krankenhaus entlassen wird oder die Entscheidung treffen kann, was er damit tun will.
Hoffe, eure "Oma" ist bald wieder fit genug, dass sie ihren Eigentum zurück fordern kann und dass sie im besten Falle bald wieder heim darf.