Ich bin vor Jahren auch auf einem ziemlich mies geführten Hof immer ohne Sattel auf den Ponies geritten (die hatten weder Stroh in den Ställen, noch gaben sie das Geld für Sättel aus - und das bei horrenden "Reitstunden"-Preisen), welche schon über 25 Jahre alt waren und nur auf Ausritten geritten wurden (die Pferde verdienen auch jetzt noch so ihren Lebensunterhalt, einige sind schon über 30). Damals wusste ich es eben nicht besser und wenn man dann von der "Reitlehrerin" gesagt bekommt, dass das ja super für das Gleichgewicht ist, glaubt man das erstmal.
Im Übrigen saßen dann so gut wie nur Reitanfänger auf den Ponies, Muskelaufbau fand deswegen auch nie statt und ich gehe mal aus, dass die meisten den Ponies nur in den Rücken geplumpst sind (da mache ich den Reitschülern keinen Vorwurf - es gab ja keine Sättel).
Um zum Thema zurückzukommen: Um sein eigenes Gleichgewicht zu verbessern, kann man doch auch einfach eine Weile ohne Steigbügel reiten. Auf dem rutschigen Sattel ist das sogar eine noch größere Herausforderung als ohne Sattel.
Dass die Pferde ohne Sattel besser auf die Hilfen reagieren, liegt auch daran, dass die Hilfen eben beim ohne-Sattel-Reiten für das Pferd sehr stark eingesetzt werden - das Gesäß drückt richtig auf den Rücken, die Füße kann man fast um den Pferdebauch schlingen... Da trabt/galloppiert eben auch ein "faules" Pferd besser an.
Auf Dauer kann ich mir aber vorstellen, dass die Pferde dadurch noch eher abstumpfen, vor allem wenn man dann wieder mal mit Sattel reitet.