Pony ist total faul und geht nicht an den Zügel

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  • Pony ist total faul und geht nicht an den Zügel Beitrag #1
Stupsi*<3

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Hallo!
Habe ein kleines Problem mit meiner Reitbeteiligung.
Er ist ein Deutsches Reitpony, Wallach und schon 16 Jahre alt. Außerdem reite ich mit Gerte.
Mein Problem: Er geht total langsam und überhaupt nicht vorwärts, außerdem geht er nicht gut an dem Zügel und auch nur im Schritt und Trab. Ich weiß er ist nicht mehr der jüngste..
Was kann ich machen damit er mehr motiviert ist, schneller vorwärts geht und besser am Zügel geht? ;)
 
  • Pony ist total faul und geht nicht an den Zügel Beitrag #2
Hallo,
am Zügel gehen heißt, wenn das Pferd das Gebiss annimmt und versammelt ist. Versammlung zeichnet sich aber nicht durch eien zusammengezogenen Hals aus, oder durch einen hineingezerrten Kopf.
Du solltest mit deinem Pferd am Anfang, also beim Warmreiten viele Übergänge reiten, gebogene Linien und Handwechsel. Bleibe nie länger als 5 Minuten auf einer Hand, sonst besteht die Gefahr dass das Pferd einseitig wird.
Das alles wird am langen Zügel geritten, auch die Tempowechsel. Ist am Anfang schwierig, aber das Pferd muss lernen auf Gewicht und Schenkel zu reagieren. Wenn das klappt, nimmst du die Zügel etwas auf und treibst vermehrt, damit der Schwung erhalten bleibt. Wichtig ist das dabei das Pferd vorwärts abwärts geht, wenn es den Kopf hochnimmt, setzt du dich vermehrt rein und treibst das Pferd vorwärts.
Nach einiger Zeit wird das Pferd anfangen zu kauen und den Kopf höher zu nehmen. Dann kannst du die Zügel aufnehmen. Treibe immer gegen den äußeren Zügel, der innere sorgt nur für die Kopfstellung nach innen und ist in diesem Stadium meistens locker.
So, und dann wirds schwierig zu erklären.
Ich versuchs mal so:
Wenn das Pferd anfängt mit der Hinterhand unterzutreten und es sich anfühlt als wenn es bergauf geht. Dann darfst du erst den inneren Zügel dazunehmen um die Kopfstellung zu korigieren. Jetzt muss das Genick der höchste Punkt sein und die Nasen leicht vor der Senkrechten.
Das klingt jetzt kompliziert aber wenn du viel übst wird es dein Pferd von alleine machen.
 
  • Pony ist total faul und geht nicht an den Zügel Beitrag #3
Nun Versammlung kommt in der Ausbildungsskala ganz zum Schluss. Erstmal sind
Takt - das Pferd geht ohne große reiterliche Unterstützung taktmäßig vorwärts (egal ob schnell oder langsam, das Pferd soll den Takt eigenständig halten können)
Losgelassenheit - innere Losgelassenheit (Ruhe, Konzentration), äußere Losgelassenheit (Lockerheit der Muskulatur, Fähigkeit die Muskulatur differenziert An- und Abzuspannen)
Anlehnung - Dehnungsbereitschaft an die Hand
Schwung - Engagement der Hinterhand, Schubkraft
Geraderichtung - Überwindung der natürlichen Schiefe
gemeistert werden. Erst danach kommt der letzte Punkt, die Versammlung - relative Aufrichtung (so viel sich die Hanken beugen, kommt das Pferd in der gesamten VH nach oben), Tragkraft

Demnach ergibt sich, dass das Pferd erstmal Lust am Laufen entwickeln muss. Dazu gehört Motivation des Pferdes und Erziehung zum Fleiß und zur Konzentration auf den Reiter. Mit 16 ist ein Pferd nicht alt, so es fit ist und keine körperlichen Probleme (z.B. Verschleiß durch Reiterfehler in der Jugend, jahrelange schlechte Haltung ...) hat!
Mit 16 Jahren ist ein Pferd jedoch erfahren und stellt sich ungern um - es erfordert einfach ein wenig mehr Mühe als ein Youngster.

Erstmal muss das Pferd lernen, sich auf dich zu konzentrieren. Extrem faule Pferde ignorieren den Reiter oft und sind entweder umweltorientiert oder introvertiert. Damit das Pferd dich entsprechend wahrnimmt, würde ich das Pferd nicht mehr zum Anwärmen oder Trockenreiten reiten. Ich führe solche Pferde dann, damit sie wissen, dass sie wirklich entspannen können. Bei Konzentrationsschwächen steige ich auch zwischendurch ab und führe zur Pause kurz Schritt oder ich lasse das Pferd stehen und entspannen, wobei ich ein immer wiederkehrendes deutliches Zeichen gebe, wenns wieder los geht.
Sobald ich dann im Sattel sitze, reite ich zwar noch Schritt, verlange aber immer wieder kleine Übungen, z.B. 2-3 Schritte seitwärts, Anhalten, Anreiten, 5-6 Tritte Traben, Wendungen, Kruppe herein (Travers), Kruppe heraus (Renvers).... Ich reite nichtmal eine lange Seite ohne irgendetwas zu machen.
Diese Abwechslung hält das Pferd wach, ermüdet aber mental - das darf man nie vergessen.
Gleichzeitig muss ein solches Pferd lernen, sich selbst zu kontrollieren und zu koordinieren. Dein Posting liest sich wie ein Pferd, das immer auf die Hilfe des Reiters angewiesen ist und einfach mit den Jahren durch zu viele Hilfen abgestumpft und des Laufens müde ist. Man kann so etwas an der Longe regeln. Das Pferd unausgebunden longieren, dabei den Kopf immer sanft nach innen zupfen und die Peitsche von hinten nach vorn in einem Halbkreis von oben nach unten werfen (eine Bewegung wie ein Halbmond oder eine Banane). Dabei mit der Peitsche das Pferd an der Schenkellage oder am Hinterbein oberhalb des Sprunggelenks sanft abstreichen und so vorwärtstreiben. Reagiert das Pferd nicht, darf es auch 1x (nicht häufiger) etwas mehr als ein Abstreichen sein - wichtig das Pferd darf nicht aus Angst vor der Peitsche oder gar in Hektik laufen, so was hält bei solchen Pferden nur kurz.
Beim Longieren kann man dem Pferd mit einem Körperband anfangs helfen.
Das Pferd soll so gebogen größere und kleinere Zirkel laufen und soll ohne großartiges Treiben des Longenführers den Takt halten. Dieses Longeren so lange als Standadprogramm beibehalten, bis das Pferd taktmäßig korrekt läuft und den Hals in allen GGA fallen lässt und hinten aktiv mitläuft (HH Muskulatur der Schubkraft und seitliche Bauchmuskulatur - Dampfrinne- und Hüfte -die muss schön gleichmäßig wackeln- beobachten.

Beim Reiten dann genauso verfahren. Das Pferd treiben und dann aufhören. Das Pferd soll den Takt halten. Es ist erstmal egal ob das Pferd z.B. im Galopp wirklich vernünftig läuft, es darf nur NIE ausfallen. Das Ausfallen muss man dem Pferd unangenehm machen - dafür gibt es verschiedene Methoden, die den Thread sprängen würden und je nach Pferd inividuell zugeschnitten sein müssen, du kennst das Pferd besser als ich. Sobald das Pferd den Galopp also irgendwie hält (und sei es Tralopp) stellt man ihm Aufgaben, die es nur bewältigen kann, wenn es hinten Last aufnimmt und vernünftig läuft.
Im Trab ist es das selbe, durch seitliche Verschiebungen (muss anfangs nicht viel sein und die HH darf ruhig ein wenig fudeln) wird die VH gelöst, die Schulter ist ganz wichtig! Ist sie nicht oben, wird auch die HH nicht arbeiten oder falsch arbeiten -nach hinten raus.

Sobald die HH vernünftig arbeitet wirst du merken, dass das Pferd im Maul sehr viel nachgiebiger und weicher ist als du es kennst.
Sehr viel Lob ist Pflicht!

Du kannst das Programm dann noch mit Bodenarbeit auffrischen, indem du dem Pferd beibringst, das mit der Gerte angetickte Bein anzuheben und nach vorn (wichtig) zu setzen. Beim Reiten kannst du das nutzen, das Pferd anticken und gleichzeitig treiben, damit das Bein weiter vor gesetzt wird.

Ach ja, ganz wichtig, nicht versuchen das Pferd zu früh nach unten zu ziehen, das ist völlig unproduktiv. Erst mal locker reiten, dann erst gehts ans Gebiss.
 
  • Pony ist total faul und geht nicht an den Zügel Beitrag #4
Danke für die hilfreichen Antworten! Ich werde mich daran versuchen.
 
  • Pony ist total faul und geht nicht an den Zügel Beitrag #5
Schön, wenn ich helfen konnte. :D
Ich hoffe, dass du mit den Tipps zurrecht kommst und das Am-Zügel-Reiten klappt. :) Drück' dir fest die Daumen!
 
  • Pony ist total faul und geht nicht an den Zügel Beitrag #6
Hallo,
das Problem hatte ich mit meiner RB auch. Was machst du denn sonst mit deinem Pony? Stangenarbeit, bodenarbeit, etc?
Meiner hat es sehr geholfen z.b. über Stangen zu traben, weil sie dann schon fleißig die Beine heben musste und nicht gegen die Stangen zu schlurfen.
Außerdem lege ich mir mit Stangen oft "bilder" oder Figuren, zb aus 4 Stangen ein X legen, sodass in der mitte ein "Loch" ist. Dann reite ich ein "kleeblatt" darüber. Das positive daran ist, dass das Pferd nicht schon auswendig gelernt hat, was es zu tun hat, wie es bei Hufschlagfiguren der fall ist, sondern muss auf dich achten. Wichtig ist hierbei, dass du klare Hilfen gibst und keine Missverständnisse aufkommen.
Nach dem Aufwärmen einen kleinen aufwach-Galopp kann auch helfen.
Außerdem solltest du darauf achten, nicht zu lange das selbe zu machen, viele Übergänge, nicht 20 minuten am Stück nur traben, auch mal Seitengänge, Übergänge und vor allem neues trainieren. Ich bringe meiner RB ein paar kleine Zirkuslektionen bei. Das hat zwar nix direkt mit reiten zu tun, jedoch ist es für das allgemeinbefinden wichtig, dass das Pferd keine Langeweile hat. Das wirkt sich dann auch positiv auf das reiten aus.

Zum Thema am Zügel gehen: Konzentriere dich erstmal auf eine Sache, wenn das klappt, kannst du dich darauf konzentrieren. Wenn es dann so weit ist: Fühlen. Es wird keinen geben, der dir via internet ein allheilmittel geben kann. Fühle wie dein Pferd auf bestimmte Dinge reagiert. Bei meiner ehem. RB war es so, dass er eine konstante leichte stellung nach innen brauchte und ein gewisses Tempo. Bei meiner jetzigen ist es so, dass ich eine sehr weiche hand brauche und viel mit dem inneren Zügel spielen muss und immer wieder nachgeben.
 
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