Der Fährtenthread

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Schattenseele

Schattenseele

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Huhu ihr lieben!
Da ich mit Maxi ja Fährtenarbeit mache und einige Kurse belegt habe dachte ich,ich mache einen Thread für Interssierte und Gleichgesinnte auf.
Manchmal hat man ja doch eine Frage oder hängt irgendwo fest.
Ich beginne einfach mal das für die Fährtenneulinge zu beschreiben ohne weiter auf die Nasenanatomie einzugehen.
Wir wissen ja, wie gut Hunde riechen können ;)

Also beschreiben wir die erste Fährte.
Was brauchen wir?

- Einen Hund ( ;) )
- viele kleine gut riechende Kekse (z.B Wurst- oder Käsewürfel
- im besten Fall eine große Wiese ohne viel Ablenkung
- Gute Laune und Geduld ;)
- Eine Fährten- oder Schleppleine
- im besten Fall einen Helfer

Man sollte darauf achten das der Hund nicht satt und nicht zu ausgepowert ist.
Eine Runde zum lösen sollte er vorher gehen dürfen um sich auch etwas aufzuwärmen.
Vielleicht kann das auch der Helfer machen, dann können wir die erste Fährte vorbereiten.


Wir treten ein Dreieck
etwa in den Maßen von 50*30 cm aus.
Hier müssen wir fest treten, die Füße nicht schleifen lassen!
Sonst wird der Boden schlecht oder gar nicht verletzt und es bilden sich keine Gerüche die der Hund später in der Nase haben sollte.
Dort wo das Dreieck nach vorne zeigt, beginnt die Spur.
Wir gehen also lansam(!) vorwärts. Anfangs können sich die Schuhe bei jedem Schritt berühren.
Die Füße treten parallel!
So gehen wir anfangs 10 bis höchstens 20m geradeaus. Ohne Bögen oder Winkel. Das wäre noch viel zu schwer für den Hund.
In jeden, wirklich jeden Fußabdruck kommt ein Stückchen Futter.
Auch in das Dreieck werden ein paar Bröckchen gelegt damit der Hund dort den Geruch in die Nase bekommt und diesem dann folgen kann.
(Das Dreieck wird auch Fährtenabgang genannt und kann auch rechteckig sein).

Wichtig ist, das der Hund auf jeden Fall ein Geschirr oder spezielles Fährtengeschirr trägt, denn wir nutzen eine Schleppleine.
Sinnvoll ist ein Ritual.
Trägt der Hund z.B immer ein Halsband, wäre das Ritual eben dann das Anlegen des Geschirrs.
Bei Maxi nutze ich ein Halstuch als Ritual.
Wichtig ist das deshalb, das der Hund den Unterschied lernt wann er den Weg bestimmen und auch mal ziehen darf, und wann das nicht seine Aufgabe ist. Er lernt das so gut zu unterscheiden und das ist für alle angenehm.

Dann geht es los.
Der Hund wird ruhig an das Abgangsfeld geführt und sitzt davor ab.
Ruhig loben und streicheln. Der Hund muss auf alle Fälle ganz ruhig sein oder gemacht werden.
Dann wird das Kommando gegeben. Auch ganz ruhig.
Entweder "such" oder "Fährte" oder auch "Spur" eben eins, was noch frei ist ;)
Wenn der Hund in der Spur ist, immer wieder stimmlich ruhig loben.
Unterwegs findet er noch Futterbrocken die das Lob noch verstärken.
Kommt der Hund aus der Spur kommt auch ein Kommando (bei mir ist das "Nöö") und wir bleiben stehen.
Geben dem Hund die Chance allein wieder auf die Spur zu kommen.
Schafft er das: Lob.
Schafft er das nicht, helfen wir ihm mit einer Handbewegung und dem Kommando zum suchen.
Wir lassen den Hund die Fährte nicht bis zum Schluß absuchen.
Ein paar Meter vor Ende nehmen wir ihn von der Spur und freuen uns wie Bolle.
Der Hund wird überschwänglich gelobt, bekommt Futter und/oder eine ausgiebige Tobe- und Spielrunde.
Wir zeigen unserem Hund was er für ein Held ist und das er eben das für uns größte erreicht und gemacht hat.
Wir gehen die Spur nicht bis zum Ende, weil der Hund weiß, das es noch weitergeht.
Somit bleibt es spannend und die Erwartungshaltung steigt beim Hund.
Er freut sich noch viel mehr auf die nächste Fährte.

Diese Übung machen wir 2,3 mal die Woche.
Man sollte nicht mehr als 2 Fährten am Tag abgehen und zwischen den einzelnen Fährten und Fährtenabgängen muss ein größerer Zwischenraum sein damit sich die Gerüche nicht vermischen und den Hund verwirren.

Erkennt man eine Leistungssteigerung und Sicherheit beim Hund können die Fährten länger werden und die Fußabdrücke können kleinere Pausen bekommen.
Heißt wir beginnen langsam "normal" zu gehen.
Klappt auch das immer besser, kommt das Futter nur noch in jeden 2. Abdruck und so weiter.
Nach und nach werden dann auch Schlangenlinien oder Winkel mit eingebaut.
Aber alles der Reihe nach.

Wir wollen vor allem unseren Hund glücklich und zufrieden machen.
Und das gelingt am besten wenn wir uns dem Tempo des Hundes anpassen und ihn nicht überfordern :)


So ich weiß nicht, ob sich den Roman nun wer durchgelesen hat,
aber ich wünsche allen Interessierten ein gutes Gelingen und viel Spaß!

LG
Schatti
 
  • Der Fährtenthread Beitrag #2
Schön geschrieben, Schatti :clap:

Ich habe es ähnlich aufgebaut :) Habe teilweise schon einen Futterbeutel mit eingebaut, damit sich Jerry direkt dran gewöhnen konnte, dass es Teil einer Fährte ist.
 
  • Der Fährtenthread Beitrag #3
Toll geschrieben. ;)
Ich wusste ehrlich gesagt nicht, dass das nach einem so 'strengen' Muster läuft.
Man lernt nie aus. :D
 
  • Der Fährtenthread Beitrag #4
Dankeschön ihr 2 :)
Ja ich wollte dann noch einen Bericht schreiben wie das mit den Fährtengegenständen ist wenn da Interesse besteht ;)

LG
 
  • Der Fährtenthread Beitrag #5
Du wirst staunen, Lara. ;) Wenn man es richtig professionell macht, hat man mehr Arbeit mit seinen eigenen Aktionen als mit dem Hund. Ich glaube, das ist mehr Auslastung für den Halter als für den Hund :mrgreen:

Das bringt mich zu einer kleinen Ergänzung: Zu Beginn sollte man gerade Flächen nutzen. Steigungen unterliegen oft der Witterungsverhältnisse und kann die Spurensuche erschweren. Sollte bei einem Anfängerhund also erstmal unterlassen werden. Auch sollte man schauen, dass man einen recht windstillen Bereich findet und es bestenfalls auch nicht geregnet hat o.ä. Das kann auch schon eine Herausforderung sein :roll:
 
  • Der Fährtenthread Beitrag #6
Off-Topic
Schreib ruhig noch ganz viel. ;)
Interesse besteht. :D
 
  • Der Fährtenthread Beitrag #7
Das mit dem Gelände stimmt, aber das mit dem Regen würde ich so pauschal nicht sagen.
Für Anfänger stimmt das, aber später ist das kaum mehr ein Problem :)
Oft macht es Feuchtigkeit dem Hund leicht, weil die Duftpartikel dann nicht nach oben steigen.
Auch Schnee konserviert die Gerüche sehr gut.
Aber bei bestehendem Regen würde ich es auch nicht machen.
Wenn man es später im Wind machen möchte sollte man schauen das man Gegenwind hat.
Seitenwind macht nicht viel, der Hund sucht dann eher neben der Spur.
 
  • Der Fährtenthread Beitrag #8
Ich bezog mich auch nur auf Anfängerhunde. Da würde ich alles reizarm wie möglich machen. Gerade weil viele Hunde sonst ALLES absuchen. Auch Gerüche, die so gar nichts mit der Fährte zu tun haben *zu Jerry schiel* :roll:
 
  • Der Fährtenthread Beitrag #9
Das stimmt definitiv.
Ich würde bei Anfängerhunden auch echt schauen das die Wiese von wenig Hundebesitzern begangen wird.
Oder eben zu Zeiten gehen wo man selten Menschen trifft.
So hab ich das gemacht.
 
  • Der Fährtenthread Beitrag #10
Ich hab bei uns auf dem Grundstück angefangen :) Hatte aber auch eher den praktischen Grund, dass Jerry unterwegs zu aufgeregt ist, um neue Sachen zu lernen. Wir üben sie dann erstmal auf "bekanntem" Bode, da hat er genug Konzentration und kann sie dann nach Übung auch draußen lernen.

Wie weit bist du eigentlich mit Maxi? Welche Fährten legst du schon? Kann er schon abliegen, wenn er was gefunden hat? :)
 
  • Der Fährtenthread Beitrag #11
Super beschrieben Schatti :clap:.
Buddy nutzt sehr, sehr gerne seine Nase. Und ich merke langsam bei ihn das normale Suchspiele wie leckerlie im Gebüsch werfen, Dummy verstecken usw. ihn schon zu öde werden.
Ich werde jetzt die Tage wenn das Wetter besser wird es aufjeden fall nach deiner Beschriebenen Methode ausprobieren. Ich bin mir sicher Buddy wird sehr viel spaß dran haben :D.
 
  • Der Fährtenthread Beitrag #12
Vielen Dank für die Beschreibung!!!
Wenn mein Kleiner mal größer ist und die Grundkommandos beherrscht, möchte ich das mit ihm auf jeden Fall auch machen.
Da Willi ein Großpudel-Berner-Sennen-Mix ist, ist Agility nicht so das Richtige für ihn (zu groß und schwer). Deshalb wäre Fährtenarbeit eine super Aufgabe, die ihm ganz sicher Spaß macht.


Ich habe noch 2 Fragen dazu:

Ab wann kann man damit beginnen (ab welchem Alter)?

Kann man Mantrailing darauf aufbauen, oder sollte man sich für eins von beiden entscheiden?
 
  • Der Fährtenthread Beitrag #13
Huhu!
Für die Fährtenarbeit gibt es im Prinzip kein Mindestalter. Auch Welpen können kurzen Spuren schon gut folgen.
Ich habe mit Maxi als Junghund angefangen.
Ich würde mich dann für eins von beiden entscheiden. Die Suchen sind doch sehr unterschiedlich. Bei der Fährte sollte der Hund die Nase am Boden haben, beim Trailen jedoch nicht zwingend.
Ich kenne einige die beides machen, ich würde mich jedoch entscheiden.

LG
 
  • Der Fährtenthread Beitrag #14
Danke für die Beschreibung, die ist echt super :clap:
Ich weiß nur nicht, lege ich denn die Fährte oder ein Helfer ?
 
  • Der Fährtenthread Beitrag #15
Du legst dir Fährte und der Helfer beschäftigt sich mit deinem Hund ;) Gerade wenn der Hund fortgeschritten ist, sollte der die Fährte ja bestenfalls nicht mehr sehen können, während du sie legst. Da ist es natürlich praktischer, jemanden für die Ablenkung zu haben als den Hund irgendwo anzubinden, wo er nix oder nur wenig sieht.
 
  • Der Fährtenthread Beitrag #16
Ich mach es genau andersrum ;)
Ich bespaße Maxi und meine Mutter oder ein anderer Helfer legen die Fährten.
Sie machen Notizen wann sie wo abgebogen sind oder hängen farbige Wäscheklammern auf.
Holz=Geradeaus
Rot= Rechts
Blau= Links
Die Klammern sammel ich dann im vorbeigehen ein.
Spannend ist dann, das man dem Hund nicht helfen kann, indem man da hinschaut wo es weitergeht.
Oder die Leine beeinflusst, weil man ja selbst keine Ahnung hat, wo es langgeht.
Hunde sind Experten darin unsere Körpersprache zu lesen oder dem Blick zu folgen.
Und wenn wir nicht wissen wo es lanngeht, kann man dem Hund nichts verraten.
Man kann (und das kann man wirklich! ;) ) sich komplett auf die Hundenase verlassen.

LG
 
  • Der Fährtenthread Beitrag #17
Das wär mir zu öde :eusa_snooty:
Aber ist natürlich auch eine Methode. :lol: Ich finde am Anfang sollte Hilfe erlaubt sein und dann ist dann blöd, wenn man seine eigene Nase in den Dreck stecken muss, um Hundi zu helfen *lach* Zumindest anfangs würde ich die Fährte selber legen, damit der Hund nicht überfordert wird. Man ist ja auch Bezugsperson und damit auch "Ansprechpartner". Zu manchen Leuten würde Jerry gar nicht gucken. Sie gibts einfach nicht :roll:
 
  • Der Fährtenthread Beitrag #18
Danke Schatti für deine tolle Beschreibung.
Nur dadurch konnte ich meinen Freund dazu bewegen nochmal über die Fährtenarbeit nachzudenken.

Und ich selbst habe auch wieder größeren Mut mit unserem Hibbel es zu Probieren.
Er zeigt die letzten Wochen vermehrt, dass er die Nase mehr benutzen möchte.

Danke :clap:
 
  • Der Fährtenthread Beitrag #19
Ich glaube ich lasse meinen Helfer auch lieber die Fährte legen :)
MEin opa hat mir aber irgendwas von rinderblut erzählt. Also das man damit die Fährte legen soll/kann .
Ist das richtig ?
 
  • Der Fährtenthread Beitrag #20
Das mit dem Blut machen meines Wissens nur Jäger, wobei die inzwischen eher Duftstoffe verwenden.
Ich persönlich würde es nicht machen. Mein Hund soll meine Spur bzw. die des Fährtenlegers suchen, kein Blut. Nachher rennt er wirklich noch im Wald der Wildspur hinterher...

Wirklich eine tolle Beschreibung, Schattenseele :clap:!

LG
 
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