Hallöchen!
Generell ist es nicht verkehrt, eine Zweier-Gruppe vergrößern zu wollen.
Nach dem Tod eines Gruppenmitglieds verhalten sich alle Degus anders. Es kommt ganz stark darauf an, welchen Rang der Verstorbene inne hatte. Davon würde ich es auch abhängig machen, wann ich neue Degus dazuhole. War der Verstorbene das Alphatier, wird die verbliebene Gruppe sicher um den frei gewordenen Platz kämpfen. Dann würde ich besser noch warten mit einer VG, bis die neuen Positionen geklärt sind. War das Tier jedoch eher rangniedrig und der Alpha gehört zu den übrig gebliebenen, steht einer VG kaum was im Wege.
Jedoch würde ich dir von mehr als einem zusätzlichen Degu abraten. Für mehr als drei Degus ist dein Käfig nämlich leider zu klein. Umgerechnet sollte jeder Degu im Käfig 0,5qm (aktueller ist sogar 0,6qm) Lauffläche für sich haben. Das heißt, dass dein Käfig, sollte er über eine zusätzliche Volletage verfügen, insgesamt 1,33qm Lauffläche besitzt und somit für zwei Degus super, für drei Degus gerade so, aber für mehr leider gar nicht geeignet ist.
Da deine Degus mit zwei Jahren bereits aus der Pubertät heraus sind, hast du schon Mal eine Schwierigkeit weniger. Vergesellschaften kannst du sowohl ein Baby als auch einen erwachsenen Degu, gleichen Geschlechts. Babys sind normalerweise einfacher zu vergesellschaften, da man sie oft, sofern sie die Geschlechtsreife noch nicht erreicht haben, einfach dazu setzen kann. Die Meisten unterwerfen sich sehr schnell, so dass man wenig Mühe mit der VG hat. Der Nachteil ist natürlich die folgende Pubertät. In den folgenden 1,5 Jahren wird der Zwerg alles daran setzen, um seine Position zu verbessern, was schon so manchem Deguhalter den letzten Nerv geraubt und viele Gruppen zerstört hat.
Eine VG unter erwachsenen Degus ist wesentlch schwieriger und auch langwieriger. Die Degus werden durch ein doppeltes Trenngitter voneinander getrennt, maches Mal viele Monate lang. In dieser Zeit wechselt man ständig das Sandbad zwischen den Gruppen hin und her und lässt die Tiere etwa im Zweitagesrhytmus den Käfig tauschen. Wenn alles freidlich bleibt und die Tiere den Anschein erwecken, dass sie sich mögen, lässt man sie in einem abgegrenzten, gut erreichbaren Bereich (ob nun neutral oder nicht bleibt jedem selbst überlassen, ich mache das für gewöhnlich im Auslauf oder Käfig) zusammen. Dann heißt es Ruhe bewahren, denn die kleinen Stinker werden sich wie die Wilden prügeln. Sie legen auf diese Weise ihre Rangfolge fest, darum sollte man sie auch nur dann trennen, wenn es wirklich nicht mehr geht (z.B. wenn sie Knäuel bilden und sich ineinander verbeißen oder sich ununterbrochen jagen). Der Vorteil dieser Methode ist, dass danach nur noch vereinzelt Ärger auftritt, die Gruppe aber meistens stabil bleibt.
Natürlich kann so eine VG auch scheitern, sei es mit Babys oder mit erwachsenen Degus. Darum sollte man immer auch einen Plan B haben. Das heißt, mach dir vorher Gedanken, was aus dem Neuen wird, wenn die alte Gruppe ihn nicht haben will. Kannst du dann eine zweite Gruppe halten oder musst du ihn wieder abgeben?
Noch eine Bitte: Hole keine Degus aus dem Zoohandel oder vom "Zücher". Es gibt bereits viel zu viele Degus in Tierheimen und Deguhilfen, die auf ein neues zu Hause warten. Da muss man nicht noch unsinnige Vermehrungen fördern.
LG, Fellie.