Pferde aus dem Tierschutz

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  • Pferde aus dem Tierschutz Beitrag #1
Anja&Emeli

Anja&Emeli

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Hallo an alle!
Da ich jetzt schon relativ häufig gelesen habe, dass einige hier der Ansicht sind, dass man sich nur Pferde aus dem Tierschutz holt, weil sie "billig" sind, möchte ich hier mal ein Thema zu auf machen. Und auch ist die Meinung häufig vertreten, dass die "doch eh alle was haben".
Sooooo...
Also mein Großer kommt vom Händler und sollte zum Schlachter. Ich habe ihn gekauft. Nicht weil er billig war, sondern weil ich ihm eine Chance geben wollte.
Ja, der Kaufpreis lag bei 500 Euro, da war er Jährling. Aber in dem Zustand, wie ich ihn bekommen habe, hätte der Händler noch was drauf legen müssen. Jeder, der damals die Fotos von Lucky gesehen hat wusste sofort, dass da noch einiges an Geld fließen wird und ich wusste das auch. Für das Geld hätte ich locker ein super gezogenes, voll ausgebildetes tolles Pferd bekommen können, aber das WOLLTE ich nicht. Und siehe da, mein Großer ist ein tolles Pferd geworden, auch wenn er mich viel Geld gekostet hat. Da würde sogar die härteste Seele weich werden, wenn sie heute sehen würde, was aus ihm geworden ist!
Und mein Pony kommt auch aus dem Tierschutz. Sollte auch geschlachtet werden wegen SOMMERREUDE. Was ein fantastischer Grund. Und wenn mir jetzt jemand um die Ecke kommt, dass sie dann auf Turnieren nicht toll aussieht, dann krieg ich echt zu viel. Wieviele Menschen haben reine Freizeitpferde? Ob sie nun aus dem Tierschutz kommen oder nicht, wen bitte interessiert das??? Mein Pony hatte noch nie etwas, ich habe sie nun seit fünf Jahren. Sie ist einfach wundervoll, obwohl sie sehr viele schlechte Erfahrungen gemacht hat.
Und an Diejenigen, die immer solche Sprüche ablassen: reißt euch mal etwas zusammen: immerhin sind wir Tierschutzleute diejenigen, die eure Pferde irgendwann mal kaufen, weil ihr sie verschlissen habt, sei es körperlich oder seelisch. Immer diese Lächerlichkeit bei gut gezüchteten Pferden: der ist zu bunt, der geht zum Schlachter, oder die springt nicht mehr so gut wie vor nem Jahr, die geht zum Schlachter. Findet ihr das nicht auch albern? Ich habe eine tolle Stute vor dem Schlachter gerettet, sie hat eine enorm gute Abstammung und ist erst 13. Sie sollte zum Schlachter, weil sie nicht mehr DIE top Leistung gebracht hat. Jetzt ist sie ein wundervolles Freizeitpferd und die neuen Besitzer würden sie für kein Geld der Welt mehr her geben.. Und dass sie zum Schlachter sollte, habe ich den Leuten erst gesagt, nachdem sie sie probegeritten sind und sie waren völlig entsetzt, dass ein so tolles Pferd zum Schlachter sollte.. So viel zum Thema: Pferde aus dem Tierschutz haben immer was!
Mein Gott, wir sind auch klein, groß, dick, dünn, wer bitte bringt uns wegen sowas zum Schlachter? Über uns entscheidet doch auch niemand, ob wir noch brauchbar sind oder nicht!! Sorry, aber dabei platzt mir echt die Hutschnur. Ich sag doch auch nicht, dass alle "besser" gezogenen Pferde einen an der Klatsche haben, obwohl es häufig so ist.
Es ist zwar traurig, dass es überhaupt soetwas wie Tierschutz geben muss, aber genau wir blöden Menschen sind doch Schuld daran!!! Welcher Idiot hat sich bitte ausgedacht, wie z.B. ein Hannoveraner auszusehen hat? Denkt mal echt darüber nach, bevor ihr soetwas sagt!
Wenn wir im Sport z.B. nicht gut sind, suchen wir uns halt ein anderes Hobby. Die Pferde können nicht mal eben entscheiden, dass sie eben nicht gern 1,60 hoch springen wollen, nein, wir Menschen setzen immer noch einen drauf.. Mein Gott, Pferde sind doch auch Lebewesen und keine Sportgeräte!! Stellt euch mal vor eure Eltern würden euch so lange treiben, bis ihr höher springen würdet, als ihr groß seid und wenn ihr es nicht schafft, werdet ihr irgendwo hin abgeschoben, wo es euch ganz schlecht geht.. Sowas nennt man dann irgendwann psychische Erkrankung und trotzdem bringt euch niemand um!
Ich kenne ein Mädchen, das mit 15 Jahren ein tolles Springpferd für 15000 Euro bekommen hat. Irgendwas gefiel ihr nicht, er wurde geschlachtet!!! Bitte was soll das?
Sorry, ist was länger geworden :)
 
  • Pferde aus dem Tierschutz Beitrag #2
Hi,

Mensch, da muss sich ja gewaltiger Frust bei dir angesammelt haben. Wie kommt es denn dazu?

Ich kann dazu nur sagen, dass es immer 2 Seiten der Medaille gibt.
Sucht jemand einen verlässlichen Freizeitpartner und hat wenig Erfahrung mit schwierigen Pferden und zählt eher zu den ängstlichen Gesellen, werde ich dieser Person kein Pferd empfehlen, welches aufgrund von schlechten Erfahrungen steigt, durchgeht, Menschen angreift oder ähnliches. Dies sind natürlich Extremfälle, sollten aber bedacht werden.

Ich sehe im Gegensatz zu Dir keinen Grund die Zucht von Sportpferden zu verteufeln. Wenn man sich mit der Zucht auseinander setzt, wird man schnell merken, dass Hengste die Nachkommen mit charakterlichen Mängeln hervorbringen, schnell in der Versenkung verschwinden.
Die Zucht ist in erster Linie dazu da um reitbare, sichere, Reitpartner hervorzubringen und nicht um durchgeknallt unter einem völlig überforderten Mädel durch die Halle zu schießen.
Ich kann nur von mir sprechen: Ich habe Pferde aus bewehrten Linien, die nicht nur in den sportlichen Aspekten, sondern auch im Umgang überzeugen. Mit meinem S-Dressurdödel können kleine Reitermädels entspannt ins Gelände und auch ansonsten ist er Schaf. Ebenso sein mittlerweile 3 Jähriger Halbbruder ist ein absolut anständiges, in sich ruhendes Pferd.

Kann deswegen dein Argument nicht ganz nachvollziehen, dass Pferde aus einer gezielten Zucht automatisch einen Schuss hätten. Ist einfach nur eine Verallgemeinerung.

Und wieso der Hannoveraner so aussehen soll, wie er aussieht? Der Körperbau entscheidet nun mal darüber, ob ein Pferd in der Lage ist die reiterliche ( dressurmäßige) Belastung verarbeiten zu können und in der Lage sein wird aufgrund körperlicher Vorteile elastisch die Lektionen zu erlernen.
Wieso sollte man ein Pferd mit Piaffe/ Passage belasten, wenn er einfach nicht in der Lage dazu ist, weil zu lang, zu kurz, zu schlechte Hinterhand und immer nur unter extremen Kraftaufwand die Lektionen machen soll?


Das Pferde zum Schlachter gehen ( wird immer mehr) liegt viel mehr an der planlosen Vermehrung im Hinterstübchen. Jeder hat ja DIE Stute, die unbedingt mal ein Fohlen bekommen muss. Dann wird im stillen Kämmerlein der Bock sauer gemacht, oder es fällt auf, dass die Pferde doof/langweilig/anstrengend oder was auch immer sind und dann müssen sie schnell weg.
Weil aber die Ausbildung/ Erziehung auf der Strecke blieb, will die natürlich keiner.


Und irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass das Mädel das Pferd nur aufgrund von mangelnder Sprungdynamik gleich in die Wurst kommt. Da müssen mindestens noch körperliche und/oder charakterliche Mängel im Spiel sein. Hast Du das nur gehört, oder weißt Du, dass es so war?
Auch für ein Freizeitpferd bekommt man mehr, als den reinen Schlachtpreis.


Ich sehe das mit dem Tierschutz bezüglich Pferden gemischt. Ich finde es sehr schön, wenn sich Leute ein Pferd holen, welches eine schlechte Zeit hinter sich hatte und sich bewusst sind, was da auf sie zu kommt ( Ich böser Turnier-/Sportreiter habe sogar auch so einen Kandidaten, der mehr tot als lebendig war als er zu mir kam)

Ich finde es aber unverantwortlich, wenn man sich so einen Fall holt, dann aber nicht bereit ist Arbeit/ Zeit/ Geld in das Pferd zu stecken und sich immer wieder mit der Ausrede rettet : " Aber vorher ging es ihm NOCH schlechter und er musste das und das erleben!"
Dadurch wird es in meinen Augen auch nicht besser, wenn das arme Tier verritten wird und mit durchgedrücktem/durchhängendem Rücken, Hirschhals und allen erdenklichen reiterlichen Zipperlein durch die Gegend rennen muss, nur weil sich der Reiter ein wenig feiner fühlt so einem Pferd "geholfen" zu haben.


Zwischen Freizeitreitern und Turnierreitern ist irgendwie so eine Kluft, die ich nicht verstehe. Auch wenn ich kein Turnier reite, muss ich mein Pferd gescheit arbeiten und die Durchlässigkeit und Kraft des Pferdes steigern. Der einzige Unterschied ist, dass wir eben am Wochenende los fahren und unsere heimatliche Arbeit bewerten lassen. Macht uns nicht zum Unmensch und den Freizeitjuckler nicht zum gottgleichen Geschöpf.


Ich wäre froh, wenn sich die Leute ein Paar mehr Gedanken über den Kauf machen ( ist ja bei jeder Tierart so) und nicht immer die Wendy-Geschichten im Kopf haben um aus dem Wilden Hengst ein Lämmchen zu machen.


(Auch zu lang geworden der Text ;) )
 
  • Pferde aus dem Tierschutz Beitrag #3
Ich persönlich finde es wirklich toll, dass du dein Pferd aus dem Tierschutz geholt hast und so viel mit ihm gearbeitet hast.

Für mich aber käme ganz ehrlich sowas nicht in Frage. Und zwar weil ich bereit bin, für ein gut ausgebildetes Pferd, eine angemessene Summe zu zahlen, weil ich eben dem Einreiten und alles nicht gewachsen bin. Dann schaffe ich mir lieber ein "fertiges" Pferd an und spare Zeit und Kraft, um dieses auszubilden, was ich eh nicht alleine schaffen würde. Ich weiß es nämlich, im Gegendatz zu manch anderen Leuten, zu schätzen, wenn man ein gutes und im Wesen gefestigtes Pferd unterm Sattel hat.
Ich hätte einfach zu doll Angst, dass sich das Pferd aus dubioser Herkunft, nie richtig reiten lässt und immer eine Macke behält. Wer versichert mir, das es nicht so ist?
Aus diesem Grund würde ich auch nie ein Pferd von privat kaufen, sondern immer direkt zum Züchter fahren.

Ich habe wirklich Respekt vor Leuten, die solchen Pferden helfen. Was für mich aber z.B. garnicht geht, sind immer wieder diese sinnlosen Aktionen, Haflingerfohlen aus Italien frei zu kaufen. Was hat das für einen Nutzen? Der Metzger verdient und neue sind schon bereit.
Man muss eben auch daran denken, dass Pferde nicht nur Freizeitpartner, sondern für manche Menschen eben auch Nutztiere sind. Nutztiere sollte man natürlich nicht ausnutzen, weshalb ich es z.B. auch nicht okay finde, alte Pferd einfach abzuschieben. Ich habe aber nichts dagegen, wenn Pferde für die Fleischerzeugung artgerecht gehalten und aufgewachsen genutzt werden, obwohl ich selbst keine Pferdefleisch esse.

Man sollte bei diesem Thema also schonmal zwischen Pferden unterscheiden, die für die Mast gezüchtet werden und denen, die als Reitpferd gezogen wurden.
 
  • Pferde aus dem Tierschutz Beitrag #4
Yippie, danke für die Antworten... Woher mein Frust kommt? Ach ich weiß auch nicht. Immer werden Pferde aus dem Tierschutz so schlecht geredet und so einfach ist das eben nicht. Also um Gottes Willen, ich wollte nicht, dass es so rüber kommt, als ob alle besser gezogenen Pferde einen Tick haben. Was ich meinte ist, dass -ich sag jetzt mal- einige von ihnen leider Gottes nachher auch nicht anders enden als die Freizeitpferde, weil sie teilweise durch die Reitweisen ihrer ach so tollen Reiter eben auch seelisch verschleißen und das dann oft die Pferde sind, die unsereins vom Schlachter weg holt, weil diie Pferde dann eben unbrauchbar werden. Um Gottes Willen habe ich auch nichts gegen eine professionelle Zucht, aber ich habe es leider schon sehr oft mitbekommen, dass zu kleine, zu bunte oder was auch immer, aber gesunde Pferde zum Schlachter mussten, weil sie dann eben zu klein oder sonst was waren. Und ich glaube auch nicht, dass jedes Pferd "verrückt" beim Händler oder Schlachter ankommt, nur leider gitb es viel zu viele, die dem Vorurteil einer schlechten Haltung gerecht werden und die Pferde spätestens dann irgendetwas bekommen. Und den Sinn einer Zucht habe ich auch sehr wohl verstanden, nur können auch Tierschutzpferde tolle und sichere Freizeitpartner werden, da bedürft es meiner Meinung nach keiner guten Gene von begabten Dressurpferden. Auch gut gezogene Pferde können ihre Macken haben und eben nicht die tollen und sicheren Partner werden, die wir uns ja alle wünschen. Nur wird das oft so dargestellt, als ob das nur bei den Tierschutzpferden so ist und eben nicht bei den besser Gezogenen. Dabei muss man eben einfach auch berücksichtigen, dass eben diese besser gezogenen Pferde häufig zu Tierschutzpferden werden..
Und das mit dem Mädel und de 15000 Euro Pferd weiß ich leider Gottes, sie ist die Tochter meines ehemaligen Vermieters... :( Ich habe das Pferd auch kennenlernen dürfen, es war einfach traumhaft (wirklich, ohne das Ganze zu übertreiben). Ich denke eher dass das Problem in diesem Fall darin lag, dass das Mädel und das Pferd nicht den gemeinsamen Nenner finden konnten, weil das Pferd schlichtweg zu gut geritten war und das Mädel nicht gut genug reiten konnte. Dadurch hats eben auf die falsche Hilfengebung nicht "richtig" reagiert undschwupps- weg war es. Leider hab ich das erst mitbekommen, als das Pferd schon im Himmel war..

Ich teile auch auf jeden Fall deine Meinung, dass man sich so einen Extremfall nicht zulegen sollte, wenn man in vieler Hinsicht nicht investieren kann oder will. Ich kenn da auch so ein Mädel (das Mädchen, was mich damals mit meinem Lucky dort hat stehen lassen, mir gesagt hat, dass sie sich ihn doch nicht leisten kann und ich gucken soll, was ich mit ihm mache), sie hat immer wieder Pferde bei mir angeschleppt, mit denen sie gar nicht zurecht kam, auch finanziell. Einmal kam sie mit einem völlig überfetteten Shetty zu mir, der ganz arge Hufrehe hatte, starken Husten und ich weiß nicht was sonst noch alles und meinte stolz: den hab ich schon so gut wie verkauft. Ich hab mir das ausgerechnet, da hab ich 150 Euro Gewinn dran. Als ich ihr all seine Leiden aufgezählt habe und ihr gesagt habe, dass er dringend mal nen Tierarzt und nen Hufschmied sehen muss, hat sie ihn zum Schlachter zurück gebracht. Die Kosten wollte sie nicht übernehmen. So naiv zu sein und auch noch zu denken, dass man mit so einem Pferd noch Gewnn machen kann- also das hätte selbst meine Mutter erkannt, dass das wohl eher im Minusgeschäft endet..
Und ich gebe dir Recht: am Anfang nutzt man gern die Ausrede: "Das arme Pferd hat so viel durchgemacht". Aber ich finde auch, dass die Pferde nach einer guten Eingewöhnung auch wieder ans arbeiten kommen müssen. Damals hat mein Pony mich schlichtweg verarscht, weil ich immer Angst hatte, dass sie durch ihre vielen schlechten Erfahrungen Angst vor MIR bekommen könnte, wenn ich sie zurecht weise. Das ist eben das Verhalten, was ich bei Tierschutzmenschen heute selbst ein wenig verachte. Natürlich brauchen die Pferde eine besonders einfühlsame Person und niemanden, der sie mit Gewalt zu irgendetwas bewegen will, aber auch diese Pferde brauchen eben klare Linien. Sonst wird das ja alles nix.
Tut mir leid, wenn das so rüber gekommen ist, als ob ich alle Tuernierreiter verachte. So meinte ich das sicherlich nicht.... Viele Pferde haben enorm Spaß daran und die Menschen sind sehr gut zu ihren Pferden. Das, was ich eigentlich meinte ist... Ich geb mal ein Beispiel: in jedem Stall, in dem ich bisher mit meinen "Schlachtpferden" stand, wurde komischerweise plötzlich getuschelt. Als ich was mit Lucky gemacht habe, hat eine Einstallerin mir gedroht, das Vetamt anzurufen, weil ich mein Pferd mit der Fehlstellung quäle und er dringend aufgrund von akuten Schmerzen geschlachtet werden müsse. So ein Schwachsinn. Als Tierschutzmensch wird man so oft abgestempelt und gleichzeitig irgendwie für dumm verkauft. Als ob ich nicht sehen würde, wenn mein Pferd Schmerzen hat.. Und als ob ich nicht ca. 20 verschiedene Tierärzte und Hufschmiede hab drüber gucken lassen und ich mir immer anhören musste: er hat keine Schmerzen und er kann gearbeitet werden.
Aber Tierschutzpferde werden oft angeguckt, als hätten sie irgendwelche ansteckenden Krankheiten. Und das ist es, was mich aufregt. Es soll doch einfach jeder sein eigenes Süppchen kochen und einfach andere Menschen mit diesem Getue in Ruhe lassen, oder seh ich das falsch?
Und zu nini: wer garantiert dir denn, dass ein Pferd aus "nicht dubioser Herkunft" mal besser bei dir unterm Sattel läuft? Das ist das, was ich meine: das kann man doch so pauschal gar nicht sagen..
Aber die von dir beschriebenen Aktionen "Haflinger aus Italien freikaufen" finde ich auch nicht so gelungen. Es werden natürlich auch Pferde zum Verzehr gezüchtet und wenn sie bis zum Tod ein gutes Leben hatten, finde ich es auch gar nicht so tragisch. Klar, ich finde es nicht gerade gelungen, dass die Pferde so lange Strecken in Massentransportern zurück legen müssen, das muss man einfach keinem Tier zumuten, find ich. Und natürlich "rette" ich auch nicht jedes Pferd, weils mir gerade einfach Leid tut, sondern da muss man schon unterscheiden zwischen denen, bei denen es Sinn hat und denen, die einfach offensichtlich zu krank oder zu schwach sind. Einmal habe ich aber auch ein sehr leidendes Pferd frei gekauft. Hatte aber den Hintergrund, dass es einen riesengroßen, blutenden Tumor hatte und sich stark gequält hat, weil sich das Ganze auch noch stark entzündet hat und Eiter raus lief. Das habe ich dann eben gekauft und selbst zum Schlachter gebracht (der Händler wollte noch auf einen besseren Schlachtpreis warten)

(Furchtbar, ist schon wieder so lang geworden:) )
 
  • Pferde aus dem Tierschutz Beitrag #5
Ich muß dazu jetzt mal sagen das ich diese ganzen Tierrettungsaktionen im Ausland unmöglich finde weil wir hier selber genug Elend haben. Nicht das die Pferde es nicht verdient hätten aber wir sollten hier anfangen und dann anderswo weiter machen. Ich selbst habe ja auch meinen Haffi vor dem Schlachter gerettet und bin ganz zufällig auf ihn gestoßen. Eigentlich wollte ich nie einen Haffi haben bis ich ihn gesehen und er auf mich zugaloppiert kam. Er war total nervös und ließ sich von der Vorbesi auch kaum anfassen aber zwischen ihn und mir war sofort eine Bindung. Sie wollte ihn halt unbedingt loswerden weil er auch von dem Platz schnellstmöglich weg mußte wo er stand also holte ich ihn drei Tage später ab. Ohne Ankaufsuntersuchung oder sonst irgendwas. Auf dem neuen Hof kam dann der Tierarzt und stellte Kissing Spines fest, ich hatte zum Glück noch nicht bezahlt. Die Vorbesi sagte dann gleich das er dann zum Schlachter geht obwohl er da erst 7 Jahre war. Ich bin dann nochmal aus Verzweiflung zu einem anderen TA zum röntgen und dort konnt man nichts sehen. Aber er hatte eindeutig Rückenschmerzen! Der TA sagte mir das ein Pferd das Kissing Spines hat durchaus mit viel Bodenarbeit wieder reitbar werden kann, kann aber auch nicht sein. Nach einigem hin und her habe ich ihr dann einen Drittel des Kaufpreises gegeben und ihn behalten auch wenn mir klar war das er vielleicht immer nur Deko für mein Vorgarten sein wird. Ich habe dann später nochmal eine Physiotherapeutin hinzu gezogen und wie ein Wunder waren die Rückenschmerzen weg. Da war der Dicke immer so gestresst und nervös das er sich völlig verspannte und dadurch Rückenschmerzen bekam. Mittlerweile sind wir ein absolutes Dreamteam und es gibt nichts schöneres als mit ihm Bodenarbeit zu machen weil er so supersensibel ist. Unterm Sattel ist er immer noch nervös und erschrickt schnell aber das kriegen wir auch noch hin. Das kommt daher das die Vorbesi ihm für alles eins mit der Gerte übergezogen hat :x und er hat halt bißchen Angst. Ich selber brauchte noch NIE Gerte,Peitsche,Knotenhalfter,Ausbinder oder irgendwas weil es fast ist als könnt er Gedanken lesen. Die Vorbesi war einfach zu unsensibel das zu bemerken. Ich denke das er wirklich alles lernen kann, auch Dressur. Er springt super, löffelt wunderschön beim Trab und die Piaffa möcht ich ihm auch noch beibringen. Soviel mal zu "Schlachtpferden" !
 
  • Pferde aus dem Tierschutz Beitrag #6
Also es ist ja schoen, dass du Pferde vom Tierschutz hast.
Dennoch gibt es auch Pferdebesitzer die Ihre Pferde mit maengen lieben und ihnen zuliebe den Turniersport aufgeben.
MIch zum Beispiel.
Ich bekam meine Stute als sie 8 und Sauer war! Da fragt man sich ja schon, was da vorgefallen sein muss, dass ein Pferd mit 8 panische Angst vor Spruengen hat.
Sie hat eine super Abstammung (Pilot & Ramiro) beide sehr fuer ihre Sprungkraft bekannt. Pilot ist aber auch fuer seine "druchgeknalltheit" bekannt (soviel dazu dass alle Hengste die "Crazy" Fohlen bringen, in der Versenkung verschwinden ;) )
Naja nach 2 Jahren bei mir, hatte sie so viel vertrauen gefasst, dass wir anfingen zu springen. Man merkte ihr an, dass sie ohne Zwang viel Spass dran hatte. Dann schlug mein Trainer vor, auf das erste Turnier zu fahren. Es war super, sie lief klasse. Naja bis auf ein Sprung, dort bremste sie und ich fiel in den Sprung. Als ich wieder aufstieg war sie angespannt, ich klopfte sie einfach und dann merkte man richtig wie ihr ein Stein vom herzen fiel, danach strengte sie sich total an :)
Aber auf irgendeinem Turnier passierte etwas, was sie wieder in Panik versetzte. Sobald ich auf den Turnierplatz ritt, stieg sie.
Alle rieten mir, mein Talent nicht zu verschwenden und die Amy wegzugeben. Ich konnte es nicht, also gab ich das Springen auf.
Andere haetten sie vllt zum Schlachter gefahren, oder sie an die naechsten Personen verkauft, mit denen sie das wieder durchmachen musste.

Dennoch seh ich den Kauf von Tierschutzpferde etwas zwiespaltig, wenn man die Zeit und das Geld hat um ein Pferd so aufzupaeppelt, oder das Koennen ein verrittenes Pferd zu korrigieren bzw einzureiten, dann kann man sich gerne so ein Pferd holen. Es sollte aber nicht aus dem Grund passieren, dass man sich dann als besserer Mensch fuehlt. Bei Ueberforderung landet das Pferd dann auch irgendwann wieder beim Schlachter oder bei Leuten die das Pferdchen nicht schaetzen.

Ich denke jeder sollte ueber den Aussagen stehen, den auch Turnierreiter, muessen sich frechheiten anhoeren, wegen ihrer "achso hochgezuechteten Sportgeraete" ;)
Leben und Leben lassen ist die Devise :)
 
  • Pferde aus dem Tierschutz Beitrag #7
Also was man den gut gezüchteten Pferden mal lassen muss, sie lernen enorm schnell (ist zumindest meine Erfahrung). Mein Großer stammt von Conteur (der Papa von Conteur ist Contender-wie ich mal gegoogelt habe zurzeit der meist gefragteste Springvererber Deutschlands) und Pia (der Papa von Pia ist Pik Bube I ) ab. Also echt ne top Abstammung. Deshalb kann ichs zum Beispiel bei ihm echt nicht verstehen, wie so ein Pferd zum Schlachter sollte. Ok, er hat ne Fehlstellung, aber als Fohlen hätte man sie mit Leichtigkeit wieder korrigieren können. Stattdessen steht da ein völlig abgemagertes und total ängstlich-aggressives Pferd vor mir und keiner will Schuld daran sein. Als ich den Züchter damals ausfindig gemacht habe und er mir widerwillig die Papiere ausgehändigt hat, meinte er: "Also so ängstlich war er bei MIR nicht. Er war absolut brav und halfterführig"- Klar, wers glaubt... Am liebsten hätte ich dem Züchter gesagt, dass ich mit Lucky züchten will, aber ich glaub dann wäre er im Dreieck gesprungen :lol: Aber trotz seiner Fehlstellung hat er absolut unglaubliche Gänge, das geben sogar die Verfechter zu, die gegen Schlachtpferde sind :) Und bei ihm ist es wirklich eine "Wendy-Geschichte", wo aus dem wilden Hengst ein Lämmchen wird.. Eben mit ganz viel Geduld, keinem Zwang und ganz viel Liebe.. (naja und Geld eben:) )
Tchucki, ich finds super, dass du da auf dein Pferd gehört hast und sie trotzdem behalten hast.. Vielleicht hab ich auch so viele Vorurteile den Turnierreitern gegenüber, weil ich bis jetzt leider immer nur die verwöhnten Mädels kennen gelernt hab, die eben alle überfordert mit ihren toll gerittenen Pferden sind und eben einfach diesem "Tussi-Klischee" gerecht werden. Danke, dass du mich eines Besseren belehrt hast!!!!
Und Lola, ich glaub wir brauchen uns über das Thema Schlachtpferde gar nicht weiter unterhalten, ich denk wir haben da schon die selbe Meinung:)
 
  • Pferde aus dem Tierschutz Beitrag #8
Wir hatten unser Pferd auch vom Tierschutz.Sie hieß Luna.Wir hatten sie leider nur ein halbes Jahr aber sie hatte auch arthrose und sie sollte angeblich 20Jahre alt sein aber der Tierarzt am Ende sagte sie wäre weit über 30Jahre.Naja das alter hatte zwar nicht gestimmt aber trotzdem hatten wir sie lieb und sie hatte nie Angst vor irgendetwas egal ob wir auf dem Reitplatz ein kleines bisschen geritten sind oder spazieren waren.Sie war toll :055:.
Aber unser jetziges Pferd haben wir durch Zufall von einem privaten Züchter.Sie kann alles super gut und ist immer brav und super toll genau wie Luna vom Tierschutz.
LG Anna.;)
 
  • Pferde aus dem Tierschutz Beitrag #9
Turnierreiter ist eben ein weit gefächerter Begriff, da kommt es schnell zum Schubladendenken.
Wenn man mich auf dem Turnier sieht, kann ich mir auch vorstellen, dass der ein oder andere mich in die "verwöhnte-Tussi-Ecke" steckt.

Ohne zu wissen, dass Pferde, die einfach keinen Spaß am Turniergeschehen haben, eben dort nicht mehr hin müssen und trotzdem da bleiben und eben eine Aufgabe bekommen, die ihnen liegt.

Mein Opi zB war GP-Pferd. Zuhause hat er gerne mitgearbeitet und Spaß an der Arbeit gehabt, solange es sich im Rahmen gehalten hat. Turnier war aber in seinen Augen vollkommender Blödsinn, also wurde er früh vom "Sport" verabschiedet, ich habe auf ihm reiten gelernt, bin aber eben nicht mehr los gefahren. Seit dem er 17 ist, wird nur noch Bodenarbeit gemacht, weil er da einfach seinen ganzen Spaß hat. Auch gut, er ist eben eine Tüddeltante :) Jetzt ist er 24.

Das ist aber genauso unwichtig, wie Vorurteile gegen Geländereiter.

Ich bin mir beim Tierschutz bezüglich Pferd einfach nicht sicher. Als ich losgezogen bin um ein Pferd zu kaufen, waren da schon ordentliche Knaller bei. Da stellt Dir jemand ein Pferd hin, dopt den fürs Probereiten bis zum geht nicht mehr und beim TA kommt raus, dass der auf allen 4 Beinen platt ist, lehrbuchreifes Kissing Spines hat, abgemagert ist usw. Alles schon gehabt.
Solche Leute geben die Pferde dennoch nicht in einen TS-Verein ab, sondern wollen dafür noch gutes Geld sehen.
Wie weit geht es also, bis wirklich jemand die Pferde dort hin abgibt? Scheint mir nicht weit verbreitet.

Bei Hund, Katze, Maus ist das was anderes, da gibt es keine Schlachtpreise, die dann wenigstens noch ein bisschen Geld in die Kasse bringen.

Wenn ich mir überlege, dass chronisch kranke Pferde schon für 40-50.000 den Besitzer gewechselt haben und sich die Verkäufer ordentlich eins ins Fäustchen gelacht haben, weil die Leute so blöd waren, kann ich mir auch nur an den Kopf fassen....

Ich habe mal ein bisschen nach Tierschutz für Pferde gegoogelt und was mir da einfach sauer aufstößt, ist dass wie bei den Hunden einfach auf die Tränendrüse gedrückt und alles verniedlicht wird.

so a la " der 5 Jährige Steiger und Schläger hat sooo schlechte Erfahrungen gemacht und braucht jetzt eine ganz sensible Person die ihn mit Liebe überhäuft." Das ist mir zu blumig ( uuund zu Wendy :mrgreen:)


Ein anständiges Pferd zu finden ist ja immer die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Egal ob Züchter, Privat, TS oder Händler.
Meine Erfahrungen beim Letzteren sind zB nur negativ, andere wiederum haben dort ihr persönliches Pferdeglück gefunden.


Und nur nebenbei: Gut gezüchtet ist nicht gleich gut aufgewachsen. Wenn der Züchter von deinem Pferdchen sagt, dass es bei ihm ein ganz "normales" Fohlen war, kann das durchaus möglich sein. Die meisten Negativerfahrungen fangen ja erst mit dem Absetzen an.
 
  • Pferde aus dem Tierschutz Beitrag #10
Ein anständiges Pferd zu finden ist ja immer die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Egal ob Züchter, Privat, TS oder Händler.
Meine Erfahrungen beim Letzteren sind zB nur negativ, andere wiederum haben dort ihr persönliches Pferdeglück gefunden.
- Damit hast du eigentlich den Nagel auf den Kopf getroffen.. Ja, mit den Beschreibungen bei TS Organisationen hast du schon Recht. Aber ich war wirklich oft dort, weil ich eben den Kontakt gehalten habe und da war immer jemand, der einem mit Rat und Tat zur Seite stand und immer da war, wenn irgendwas nicht richtig war.. Da kann man sich wirklich sicher sein, dass man Unterstützung bekommt. (das heißt nicht, dass das bei einem Züchter anders sein muss)
Und oft trafen die Beschreibungen wirklich zu. Mit viel Geduld wurde aus so einigen bescheuerten Pferden ein braves Reitpferd. Ich denke einfach, dass die Pferde ganz schnell merken, wenn sie ein besseres Leben haben und es einem auch danken.. Wenn ich da mal an Lucky denke: er war so aggressiv, hat wirklich extrem nach einem gebissen, sobald man näher als einen Meter an ihn ran kam. Ich hab damals auch gedacht: "Ach du lieber Gott, vielleicht doch lieber in die Wurst, als dass er mich tötet". Aber trotz allem hat er mir einfach Leid getan. Damals war es echt: Box auf, aus dem Weg hüpfen und rennen lassen. Irgendwann war mir dann echt alles egal und ich bin rückwärts in seine Box und hab mich einfach dort hingestellt und die Luft angehalten und drauf gewartet, dass er mich nun beißt oder tritt. Aber was war?? Nichts... Er kam an, hat an mir geschnuppert und als ich ihn dann ganz vorsichtig zwischen den Augen gekrault hab, war es vorbei mit der Beißerei und Schlagerei. Das war echt der Knackpunkt bei der Sache.. Wir sind uns dadurch wirklich näher gekommen und man müsste ihn echt heut mal sehen: so ein tolles Pferd!! Das gibt es nunmal echt mit den Wendy Geschichten und ich bin echt glücklich, dass es bei Lucky und mir so war..
Mit Ruhe und Geduld kann man echt viel erreichen, auch bei solch krassen Fällen. (vorausgesetzt, dass da keine Hirnschädigung oder so vorliegt, sodass man auf das Verhalten gar nicht einwirken könnte).
Aber mit dem dopen habe ich auch schonmal gesehen. Ich war mit der Schwester meines Freundes mal auf einem Pferdemarkt, weil wir gehört haben, dass man da echt tolles Zubehör kaufen kann. Also sind wir schon ganz früh morgens dort gewesen. Da wurde gerade ein Pferd in die Halle gebracht, was wirklich völlig ausgerastet ist! Und natürlich nahm der gute Mann ne Gerte zur Hand und schlug drauf, irgendwann war das Pferd dann nun endlich an seinem Platz angekommen. So weit so gut. Auf jeden Fall blieb das Pferd nicht ruhig stehen und machte da immernoch seine Faxen, aber wirklich ängstlich und absolut unruhig. Wir sind dann irgendwann weiter gegangen und kamen zwei Stunden später wieder an diesem Pferd vorbei. Viele Menschen standen drum herum und interessierten sich für das Pferd, weil es zugegebenermaßen wunderschön war und absolut brav dort stand. Der Besitzer führte es am langen Strick vor und alle waren begeistert.. Ich hoffe nur, dass die armen Menschen, die das Pferd gekauft haben damit nachher umzugehen wussten..
Sowas geht natürlich gar nicht. Deshalb würd ich wenn es ein Pferd vom Markt sein muss echt früh morgens gucken gehen, wenn die Pferde wirklich noch sind, wie sie eben sind.
 
  • Pferde aus dem Tierschutz Beitrag #11
Auf so einem Markt war ich noch nie, ist mir auch zu "undurchsichtig" das ganze :eusa_think:

Da kommen ja meist Pferde hin, die über den ersten,-zweiten,- und dritten Markt nicht zu verkaufen sind, denk ich mal.

Aber ist nicht nur ein Markt Problem mit dem Dopen und "Nachsehen" damit die Pferde vermittelbar werden. Das zieht sich wohl durch alle Bereiche/Verkaufsorte-/Personen.

Falls mal wieder ein Pferd bei mir einziehen sollte, geh ich eh nur noch zu "meinem" Züchter. Da steckt so viel Liebe dahinter, so was habe ich noch nicht gesehen. Pferde direkt am Haus, in einem absoluten Paradies und unendlich viel Sachverstand, dass man am liebsten den ganzen Tag dieses Wissen einsaugen möchte.
Da fällt mir jetzt kein Fohlen ein, dass "nichts" war. Entweder im Sport super, oder auch zuverlässige Freizeitpartner weil nicht nur auf Leistung sondern auf Charakter selektiert wird. Tolle Pferde :055:

So, genug geschwärmt :mrgreen:

Ich denke auch, dass es Wendy-Geschichten in der Realität mit einigen Abänderungen durchaus geben kann, war ja mit meinem, zur Zeit aktiven, Pferd auch so, aber trotz allem glaub ich einfach nicht, dass es mit Mädels klappt die keine Erfahrungen mit solchen Tieren haben. Und oft wird die ganze Sache schön geredet.

Dann heißt es, das Pferd war vorher ein Steiger und jetzt ist er unter mir plötzlich ganz artig! ( .... Steigt nur noch, wenn er nicht mehr weiter laufen will, oder ihn jemand schief anguckt oder ihn grade ne Fliege ärger oder oder oder...)

So eine Angewohnheit verfliegt ja nicht einfach.
Ich hatte zB mal 3 Steiger bekommen ( nicht auf einmal, sondern Zeitversetzt) Da war keiner dabei der ohne konsequente Arbeit dieses Verhalten abgelegt hat. Und wenn sie sich wieder überfordert gefühlt haben, kam das alte Muster wieder durch, wenn man nicht richtig reagierte ( bei 2 von 3).


Wenn man sich klar für so ein Pferd entscheidet, muss man mit den Konsequenzen Leben und sich auch selber eingestehen, wenn es nicht klappt oder klappen kann, weil der Backround fehlt.
Ich wäre zB hoffnungslos gescheitert, wenn ich nicht eine qualifizierte Trainerin gehabt hätte, die mir gezeigt hat wie es geht/gehen kann.

Aber haben möchte ich das nicht mehr. Ich bin sehr froh, kein "Sorgenkind" mehr zu haben und einfach meine Freude habe zu sehen wie schön sich Pferde entwickeln können.
 
  • Pferde aus dem Tierschutz Beitrag #12
hab mir jetzt nicht alles genau durchgelesen war zu viel :D
aber warum redet ihr immer alle vom reiten??? ein Pferd (egal welches Tier) sollte in erster Linie Freund sein und von einem Freund verlangt man nichts und stellt auch meiner Meinung keine Erwartungen an ihn...
 
  • Pferde aus dem Tierschutz Beitrag #13
Kann ich leider so nicht unterstuetzen. Grade bei einem Tier, was so sensibel in der Anatomie ist, und was eben auch sehr gefaehrlich werden kann, sollte man schon Erwartungen stellen. Naemlich die, einen nicht verletzen zu koennen.

Ein Pferd ist eben immernoch ein Nutztier, und ist dementsprechend auch zum Arbeiten da. Und genau da stellt man wieder Ansprüche und Erwartungen.
Wenn ich n Freund moechte, von dem ich nichts verlange und keine Erwartungen an ihn habe, kauf ich mir einen Hamster.

Es sei denn, ich hab das Geld, den Platz und die Zeit. Dann kann man sich natuerlich auch Pferde halten, die nicht mehr geritten werden sollten.

Aber im Endeffekt sehe ich es ja natuerlich auch so, dass das Pferd dein Freund sein soll. Aber auch dieser Freund soll eben sorgfaeltig ausgewaehlt werden.
 
  • Pferde aus dem Tierschutz Beitrag #14
wenn du ein Tier zum Freund hast wird es dich niemals absichtlich verletzen egal ob Hund oder Pferd...
ich habe 2 Hunde und ein Pferd und habe von den 3 noch nie etwas verlangt, klar bin ich Chef aber das signalisiere ich ja alleine schon durch meine Persönlichkeit, wenn man sich ein Pferd nur zum reiten kauft sollte man es lassen meine Meinung, klar reite ich auch gerne aber wenn es eben nicht geht geht es nicht

und apropo Anatomie Pferd genau deswegen sollte man ein Pferd eigentlich nicht reiten weil es eigentlich nicht dafür gebaut ist

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ach und noch dein Pferd sucht dich aus und nicht umgekehrt :mrgreen:
 
  • Pferde aus dem Tierschutz Beitrag #15
Ich denke, dass es klar sein sollte, dass man das Pferd nicht reitet, wenn es eben nicht geht. Aber wenn ich mir ein Pferd kaufe nehm ich nicht die Pferdemarkt, schlag sie blind auf und sag "ah! Das kauf ich!".
Sondern suche sorgfaeltig aus, welches Pferd eben meinen Ansprüchen entspricht.
Moechte ich nur ins Gelaende? Turniere? Dressur? Springen? Distanzreiten? Ein Pony? Ein Pferd? Ein Gangpferd?
Wie alt ist das Pferd?
Du weißt es ja sicherlich selber, wenn du ein Pferd hast.
Und außerdem würde ICH meine Hand nie dafuer ins Feuer legen, dass mein Pferd mir nichts tut, nur weil ich ne Bindung zu ihm habe.
Das ist wie die Kinder mit dem Hund allein lassen, weil man ja ne Bindung zu dem Hund hat.
Wie oft das schon schief ging wissen wir ja alle :roll:

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Das ist meiner Meinung nach einfach Wendymentalität.
Klar kann die Chemie passen oder nicht. Aber immernoch suche ich mir mein Pferd aus.

Ps: ich moechte nochmal betonen, dass ich es sehr loeblich und toll finde, wen sich Menschen Pferde aus dem TS holen. ABer doch bitte nur, wenn sie sich dessen gewachsen fuehlen, und die Zeit und das Geld dafuer haben. Und nicht, weil das Pferd eben guenstig ist. (was ich hier keinem unterstellen moechte)
 
  • Pferde aus dem Tierschutz Beitrag #16
Oh, ihr habt ja weiter diskutiert und ich habs gar nicht gemerkt... Macht weiter:)
 
  • Pferde aus dem Tierschutz Beitrag #17
NEIN das Pferd sucht dich aus mit 1000% Sicherheit :mrgreen:
ich habe mein Pferd durch Zufall gefunden (klar hab ich sie vorher angeschaut) aber ich wollte eigentlich einen Norweger Wallach was habe ich eine WB Stute :lol: sie hat eine Fehlstellung und ich werde sie mit Sicherheit nicht bis 22J reiten können mir egal ich hab sie gesehen und mich verliebt und ich bin mir zu 100% sicher das mir meine Tiere niemals mit Absicht weh tut würden weil wir Freunde sind

Turniere reiten ist für mich nicht in Ordnung finde ich doof (ok ist Dressur ohne Rollkur usw.) springen ist für die Pferde beine des schädlichste was es gibt oder hast du schon mal ein Pferd gesehen das auf der koppel nen 1.60m hoch springt nur mal eben so??? ich nicht...

und zum Thema Kind und Hund würde ich auch nicht tun aber nicht wegen meinem Hund sondern weil kinder einfach unberechenbar sind und Hunde sich eben nur mit schnappen knurren usw. verteidigen können und wenn ein Schäfer in das Gesicht eines 2 Järigen Kind schnappt fehlt hald ein stück das war aber dann von dem Hund mit Sicherheit keine böse Absicht

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Oh, ihr habt ja weiter diskutiert und ich habs gar nicht gemerkt... Macht weiter:)
Mach mit :mrgreen:
 
  • Pferde aus dem Tierschutz Beitrag #18
Ja nun, was soll ich denn dazu sagen? Ich glaube meine Meinung sollte mittlerweile klar sein: mein Großer hat doch auch ne Fehlstellung und jeder Idiot denkt, ich sei ein böser Tierquäler oder eben einfach völlig krank, dass ich mir so ein Pferd halte.. Ich selbst würde noch 1000 solcher Pferde wie Lucky zu mir nehmen und jeden Einzelnen würde ich genauso lieben! Und ich denke eben auch, dass wir eine enorm starke Bindung zueinander haben: er würde mir NIE was tun, das habe ich nun mittlerweile in vielen Situationen miterlebt, dass er mich so hätte platt machen können, es aber NIE versucht hat. Und dass, obwohl er so viele scheiß Erfahrungen gemacht hat, dass man denken müsste, dass er sich quasi mal an all den blöden Menschen "rächen" will.. Von daher: ich geh mit meinen Pferden durch dick und dünn und wer das von sich und seinem Pferd nicht behaupten kann, der hat wohl eine nicht so intensivee Beziehung zum Pferd..
 
  • Pferde aus dem Tierschutz Beitrag #19
genau meine meinung :D

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was hat deiner denn für ne Fehlstellung???
 
  • Pferde aus dem Tierschutz Beitrag #20
Wird gemacht ;)

Ich sehe es auch wie Nephilim.
Wenn ich auf Pferdesuche gehe, suche ich eben ein Pferd welches für meine Zwecke geeignet ist. In meinem Fall eben die dressurmäßige Turnierreiterei. Und dann komm ich, am Ende des Tages, auch nicht mit dem 2 Jährigen Shetty Hengst nach Hause, weil er mich so lieblich angeguckt hat ;)

Wenn ich eben ein Reitpferd brauche/möchte und nicht unendlich viel Platz/Zeit/Geld habe, kommt eben nur ein Pferdepartner in Frage, der auch für so etwas geeignet ist.

Melli, ich gehe mal davon aus, dass Du dein Pferd auch nach irgendwelchen Kriterien ausgesucht hast.

Ich finde es ( wie ich wohl auch schon irgendwo geschrieben habe) sehr löblich, wenn man sich einen schwierigen Fall annimmt, aber man sollte dies nicht machen, nur um sich "besser" zu fühlen und dann auf die Nase fallen, weil das Pferd einfach eine Nummer zu groß ist.

Obwohl ich das Gefühl habe, dass sich oft Leute Pferde aus schwierigen Verhältnissen holen um den ein oder anderen Euro zu sparen. ( ist natürlich nicht repräsentativ) und dann kommen die dollsten Geschichten, was man noch alles aus dem Tier rausgeholt habe. Obwohl das oft nicht den Tatsachen entspricht.

Wenn sich mehr Leute Zeit lassen würden und nicht das "Erstbeste" gleich mitnehmen würden, gäbe es vermutlich auch weniger verkorkste Pferde die nachher entweder wieder aufgepäppelt werden oder eben zum Schlachter gehen.
 
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