Seh ich das zu drastisch?

Diskutiere Seh ich das zu drastisch? im Reiterstübchen Forum im Bereich Pferde Forum; Hallo ihr Lieben, ich muss einfach mal Dampf ablassen, ich könnte echt ausrasten!! Eine Einstallerin von mir hat sich das Pferd, das sie besitzt...
  • Seh ich das zu drastisch? Beitrag #1
Anja&Emeli

Anja&Emeli

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Hallo ihr Lieben, ich muss einfach mal Dampf ablassen, ich könnte echt ausrasten!!
Eine Einstallerin von mir hat sich das Pferd, das sie besitzt neu geholt. Die Stute ist 25 Jahre alt, völlig abgemagert und hat alle möglichen Erkrankungen (darunter auch Ataxie und degnative Arthrose). Die Stute reagiert schon schmerzhaft am Rücken, wenn man sie nur mit der Hand etwas berührt, wie bitte soll das arme Ding dann einen Sattel tragen? Das Pferd war zwar umsonst, aber ich kann einfach nicht verstehen, dass die Besitzerin das Pferd noch reiten möchte.. Schon beim Laufen ohne Reiter hat das arme Tier Probleme und kann sich nur schlecht ausbalancieren. Als alle Pferde gemeinsam über die Wiese rennen wollten, wollte die Stute natürlich mit rennen und ist dabei einfach umgekippt.
Noch habe ich das Glück, dass die Besitzerin Angst vor ihrem Pferd hat, aber was ist, wenn sich das ändert? Das Problem ist, dass die Besitzerin nur selten kommt, weil sie eben Angst vor der Stute hat. Andererseits sehe ich das auch eigentlich nicht als meine Aufgabe an, ihr Pferd ständig zu putzen usw. Deshalb würd ich ihr gern helfen, die Angst zu verlieren. Dann hab ich aber wieder Angst, dass sie das arme Ding reiten will....
Ach man, ist doch eine doofe Situation!!!
 
  • Seh ich das zu drastisch? Beitrag #2
Hallo Anja,
ich hab zwar nicht viel Ahnung von Pferden, aber ich halte es für unverantwortlich ein 25 Jahre altes Pferd mit Krankheiten (und vor allem Arthrose) noch reiten zu wollen. Darüber hinaus kann ich mir nicht vorstellen, was für ein Mensch sich ein Pferd holt und es dann nur selten besucht. Wie soll man da eine Beziehung zum Tier aufbauen?!? Wenn ich wenig Zeit habe, dann such ich mir eine Reitbeteiligung - aber kauf mir kein Pferd. An deiner Stelle würde ich versuchen die Besitzerin für die Probleme des Pferdes zu sensibilisieren und ihr klar machen, daß das Pferd regelmäßig von ihr gepflegt werden muss. Es gibt Leute, die meinen es nicht böse, haben aber einfach keine Ahnung. Wenn du merkst, daß ihr das Pferd nichts bedeutet dann würde ich vielleicht Kontakt mir dem Tierschutz aufnehmen. Ein Tier leiden zu lassen ist einfach ein Unding.

Soviel von meiner Seite.

Gruß,
Equus
 
  • Seh ich das zu drastisch? Beitrag #3
Hallo!
Also die Maus leidet zur Zeit nicht, ich kümmere mich um sie, als wäre sie mein eigenes Pferd! Aber das ist es ja eben: erst ein Pferd haben wollen und sich dann nicht kümmern.. Traurigerweise hat die Stute mich als Bezugsperson erkannt und reagiert nicht mal, wenn die Besitzerin ruft. Die hat wirklich keine Ahnung! Einmal hat sie ihr Pferd kurz am Strick grasen lassen und die Stute ist ein bissl weggeknickt und die Besitzerin hat das arme Ding sofort angebrüllt und mit dem Strick verprügelt, bis ich eingegriffen hab.. Einfach traurig, sowas.. Einerseits möchte ich ihr ja helfen, mit ihrem Pferd umgehen zu lernen, aber sie rastet ja bei der kleinsten Bewegung ihres Pferdes aus!!
 
  • Seh ich das zu drastisch? Beitrag #4
Hallo Anja, das hört sich ja nicht gut an. Es ist doch ein Unding ein Pferd zu verprügeln, und dann auch noch, wenn es nur gestolpert ist. Leider gibt es Leute, die nur noch Gewalt als Erziehungsmethode kennen, sei es aus Unwissenheit oder Boshaftigkeit. Da muss man eindeutig gegensteuern. Und wenn du mit deiner Weisheit am Ende bist, dann kann der Tierschutz dir eventuell gute Tipps geben. Die haben leider viel Erfahrung in solchen Dingen. Gruß, Equus
 
  • Seh ich das zu drastisch? Beitrag #5
Dann hoffe ich mal, dass sie die Lust verliert... seit wann reitet sie? Bzw hat sie Umgang mit Pferden?
Jemand der nur reiten will, und ein Pferd hat, vor dem man sich fürchtet und es nicht reiten kann, der wird doch recht schnell die Lust verlieren....oder?
 
  • Seh ich das zu drastisch? Beitrag #6
Sie hatte schon keine Lust mehr auf das Pferd, als ich ihr geraten bzw sie dazu gedrängt hab, nen TA anzurufen, der ihr dann bestätigt hat, dass das Pferd auf keinen Fall reitbar ist! Seither steht die Süße hier. Ich kümmere mich ja so gut es geht, aber ich muss auch selbst mit meinem Großen weiter arbeiten, er wird jetzt angeritten und mein Pony ist ja auch noch da... Ihre Zärtlichkeiten holt sie sich abends von mir ab, wenn ich sie füttere. Aber ich bin halt nicht die Besitzerin..
Die Besitzerin ist gerade 18 geworden, saß neulich mal auf meinem Pony und sagte: "Cool, das erste mal seit zwei Jahren, dass ich wieder auf nem Pferd sitze". Die Gewalt ist glaub ich eher Unwissenheit. Aber bitte wer kommt mit Ballerinaschuhen zum Pferdestall? Da muss ich mir das grinsen schon manchmal verkneifen.. Ihr Pferd beachtet sie auch kein Stück, warum auch? Das Pferd hat sie nun seit Mitte April und war dreimal da. Im Prinzip weiß das Pferd ja gar nicht, was sie mit der Besitzerin anfangen soll.. Dann hab ich jeden Monat einen Kampf mit ihr, dass ich meine Stallmiete bekomm. In meinem Einstellvertrag steht zwar was von Einbehaltungsrecht, Verkauf des Pferdes bei Nichtzahlen usw, aber das kann ich so einem alten Tier doch auch nicht mehr antun. Sie fühlt sich hier so wohl und bitte wer kauft ein solches Pferd? Bin echt ein wenig verzweifelt. Seit Tagen hustet das Tier und ICH bezahle das Hustenpulver..
 
  • Seh ich das zu drastisch? Beitrag #7
Huhu!

Das ist traurig zu lesen. Sie ist noch so jung, 18, kannst du da nicht mit ihren Eltern reden? Sie ist jetzt zwar voll geschäftsfähig usw. aber das was sie da tut, oder eben auch nciht, schadet ihrem pferd. und das pferd einbehalten wäre keine gute idee. du kannst nur versuchen, ihr ins gewissen zu reden. und wenn sie stur schaltet, würde ich ihr die kündigung aussprechen. so leid mir das auch für ihr pferd tut, aber du kannst nicht alles auffangen... Tierschutz oder Vet-Amt bringt in diesem fall nichts, weil es dem pferd ja gut geht. Es sei denn, nach dem bestrafen sind Wunden deutlich zu erkennen, aber da kann man auch immer sagen, das stammt von den anderen pferden. ... verzwickt... ich weiß, dass sowas mist ist, ich hab mich auch schon um ein "fremd"pferd mitgekümmert, schwerenherzens es aber irgendwann wieder gelassen, weil es ähnlich wie bei dir, einfach nichts gebracht hat und der besi nicht einsichtig war.

Hast du ihr mal nahe gelegt, eine Pflegebeteiligung zu suchen? Jemand, der nur zum Putzen und Tüddeln kommt?

Liebe Grüße!
 
  • Seh ich das zu drastisch? Beitrag #8
Oh je, das ist eine schwierige Situation. Da bleibt Dir wahrscheinlich nur die Möglichkeit, dass Du versuchst mit der Besitzerin vernünftig zu reden, im schlimmsten Fall auch mit den Eltern.
Hast Du mal mit den Stallbesitzern über die Situation gesprochen?Oder einem Reitlehrer/in? Das kann schon manchmal Wunder wirken, wenn eine "höhere" Person aus dem Stall etwas zu der Sache sagt. Dir glaubt sie das vielleicht nicht, oder will sie es nicht glauben.
Die Idee, die Stute als Pflegepferd jemand zu geben finde ich auch gut. Schlag ihr das doch mal vor. Gibt es eigentlich einen Grund, warum die Besitzerin so viel Angst vor ihrem Pferd hat? Ist mal etwas vorgefallen zwischen den beiden?? Ich wünsch Dir viel Erfolg und Kompliment dafür, dass Du Dich momentan um die Stute kümmerst. :clap::clap:

Ach sorry, habe gerade erst gelesen, dass Du anscheinend die Stallbesi bist. Hmmm und wenn Du ihr drohst, dass sie sich einen anderen Stall suchen muss, wenn sich nichts ändert?
Ich meine, Du musst es ja dann nicht durchführen, da es der Stute wahrscheinlich nicht helfen würde. Aber vielleicht würde es sie aufrütteln?
Allerdings würde ich Dir, gerade in einer Position als Stallbesitzerin, dann doch mal empfehlen mit den Eltern zu reden. Weißt Du, wer hauptsächlich für die Finanzierung des Pferdes aufkommt? Die Eltern oder das Mädel selbst? Hättest Du die Möglichkeit, das Pferd komplett zu übernehmen? Oder ist das finanziell nicht drin bei Dir?
 
  • Seh ich das zu drastisch? Beitrag #9
Ach Leute, wenn das mal so einfach wäre.. :( Zu ihrem Vater hat sie seit Jahren keinen Kontakt und die Mutter hat Krebs im Endstadium, was will ich da noch mit denen reden?Bisher hat wohl der feste Freund das Pferd finanziert, leider Gottes haben die Beiden sich nun getrennt, sodass ich noch gar nicht weiß, ob ich die nächste Stallmiete überhaupt bekomme..
Etwas vorgefallen ist zwischen dem Pferd und der Besitzerin nie etwas, die Besi sagt selbst, dass sie nicht weiß, warum sie eigentlich Angst hat. Klar kann ich ihr mit nem Rausschmiss drohen, aber die Besi ist eben der Typ Mensch, die das Pferd dann eben halt sofort zum Schlachter fährt. Ein neues Zuhause suchen kommt nicht in Frage.
Ein Pflegemädchen will die Besi auch nicht, denn es ist ja IHR Pferd.. Ich nehme jetzt immer heimlich eine Klientin von mir mit zum Stall, die sich wirklich ganz lieb kümmert. Wenn die Besi fragt, sage ich ihr, dass ich ihr Pferd geputzt hab. Ich seh mir das Spielchen noch ne Weile an, aber ich habe leider sowieso das Gefühl, dass die Stute bald bereit ist, über die Regenbogenbrücke zu gehen. Es geht ihr langsam aber sicher immer schlechter.. Das ist auch so eine Sache: ich sage ihr, dass sie sich bald wohl mit dem Gedanken anfreunden muss, dass ihr Pferd gehen muss und wie schlecht es ihrem Pferd geht und sie fängt sofort an zu planen, dass sie sich nun einen pompösen Hengst zulegen will.. So ein Schwachsinn!!! Wenn man nichteinmal mit einer 25 jährigen, ABSOLUT lieben Stute zurecht kommt, warum will man dann einen Hengst? Keine Angst, ich habe ihr gleich gesagt, dass wir hier keinen Hengst halten können, hier stehen immerhin drei Stuten... Aber versteht ihr was ich meine? Einerseits würd sie sich freuen, dass blöde Vieh endlich los zu sein und andererseits will sie keinen ran lassen, weils ja ihr Pferd ist. Das ist doch echt beschissen. Die Maus hat das rechte hintere Bein ganz dick, frisst schlecht, weil sie kaum noch kauen kann und die Hufe sind sowieso viel zu lang. Im Moment läuft sie ganz schlecht und ich stelle sie immer neben die anderen Pferde auf eine separate Wiese, weil sie einfach kein Pferd mehr um sich haben kann. Sie steht nurnoch auf der Stelle und sieht immer aus, als wenn sie jeden Moment umkippt. Wenn ich sie dann rufe, ist das für sie das Highlight des Tages, dann freut sie sich, kommt auf mich zu und genießt "unsere" gemeinsame Zeit mit ganz viel kuscheln und putzen. Und dass es dem Pferd schlechter geht, lässt die Besi eben völlig kalt. Ja was soll ich denn da noch machen? Ich behandle alle meine Einsteller, wie meine Eigenen und hab sie alle ins Herz geschlossen, aber mittlerweile habe ich echt das Gefühl, drei statt zwei Pferde zu besitzen. Und irgendwie ertappe ich mich selbst dabei, wie ich nun mehr Zeit mit der Stute, statt mit meinen Pferden verbringe, weil sie es eben so sehr braucht.. Das macht mich so traurig und wütend!!
 
  • Seh ich das zu drastisch? Beitrag #10
Du bist eine sehr liebenswürdige Person, dass du das alles auf dich nimmst, die Stute pflegst, sie beschmusst, ihr noch die Liebe gibt die sie unbedingt braucht und die Besitzerin so toll unterstützt.:angel:

Zu ihrem Vater hat sie seit Jahren keinen Kontakt und die Mutter hat Krebs im Endstadium
Ich denke das Mädchen ist komplett überfordert.
Frisch 18 und die 'Pfeiler' des Lebens schon verloren.
Eltern bringen einem einfach bei, was richtig und falsch ist. Ihre Mutter stirbt ihr nun weg, sie kann nichts tun und muss zusehen. Vielleicht überträgt sie diesen irren Zustand auf sich und die Stute.

Bisher hat wohl der feste Freund das Pferd finanziert, leider Gottes haben die Beiden sich nun getrennt,

Das ist natürlich der nächste Schnitt für das Mädchen....

sie fängt sofort an zu planen, dass sie sich nun einen pompösen Hengst zulegen will..

Ich denke sie braucht i-einen 'Traum' - ich meine seien wir mal ehrlich, die Realität für dieses 18 Jahre alte (im Prinzip) noch Kind ist mehr als hart!

Hat sie Großeltern? Nähere Verwandte? Wer kümmert sich um das Mädchen?

Bei allem was ich lese, nimmst du unglaublich viel Rücksicht auf die Kleine, Respekt! :angel:

Aber ich denke sie wird mit allen Entscheidungen überfordert sein, du musst jetzt kurzfristig die 'Mutterrolle' übernehmen und ihr zeigen was richtig und was falsch ist.
Bist du der Meinung das Tier müsste eingeschläfert werden? Das ist bzw., wäre ein sehr heikles Thema, weil du kannst im Prinzip nicht sagen, dass es der Stute besser ginge, aber sie sieht ihre Mutter am Krebs leidend im Krankenhaus sterben ..... :(

Auch denke ich Vernunft darfst du von ihr nicht erwarten. Wenn wir es ganz objektiv betrachten, ist es deine Entscheidung ob du die Stute weiter pflegen willst und sie gegebenenfalls einschläfern lässt. Du kannst aber auch ( was dein vollstes Recht im übrigens wäre ) dem Mädchen kündigen.

Zwischen den beiden Optionen sehe ich leider nicht mehr viele Grauschattierungen. :(
 
  • Seh ich das zu drastisch? Beitrag #11
Irgendwie hast du es komplett auf den Punkt gebracht, leider hatte ich etwas "Angst" vor einer solchen Antwort, weil ich das mit der Besi ja eigentlich genauso sehe. Sie tut mir ja auch wirklich Leid, eigentlich hat sie ja auch nur Mist am Hintern. Aber ich hab doch schon einen so anstrengenden Job, wo ich jeden Tag psychisch kranken Menschen helfe, wieder in ein geregeltes Leben zu finden, arbeite derzeit ca. 60 Stunden die Woche und dann hab ich noch ne kleine Spitzmaus, die ich groß ziehe, eine verletzte Krähe und ja nebenbei auch noch meinen Hund , meine zwei Kater und meine Pferde.. Ist gerad alles etwas viel auf einmal. Dann muss ich mir wohl selbst mal in den Hintern beißen und eben diese "Pflegefälle" auch noch bemuttern.
Ich glaube aber nicht, dass die Stute jetzt eingeschläfert werden muss.. Sie hat mal nen guten, und mal nen schlechten Tag.. Nur sie baut eben immer mehr ab und ich denke, dass es bald soweit sein wird. Ich denke man kann das nie genau sagen, aber ich denke das ist eine Sache von ein paar Monaten höchstens:(

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Ach ja, um die Besi kümmert sich niemand, sie wohnte bis jetzt mit ihrem Freund zusammen und ist jetzt zurück zur Mutter gezogen und kümmert sich um die mutter...
 
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