Wie vergesellschafte ich Richtig? Tips und allgemeiner Leitfaden

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  • Wie vergesellschafte ich Richtig? Tips und allgemeiner Leitfaden Beitrag #1
Nephilim

Nephilim

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Da hier oftmals die Frage aufkommt, wie man Katzen richtig zusammenfuehrt, und was zu beachten ist, habe ich mir gedacht, dass es nicht schaden wuerde einen "allgemeinen" Thread dazu zu erstellen.
Natuerlich muss man immer auf die individuelle Situation achten, jedoch gibt es viele hilfreiche Tips und Tricks die man anwenden kann.
Obwohl ich keine Katzen habe hoffe ich den Thread so vollstaendig schreiben zu koennen wie es geht. Fuer Ergaenzugen bin ich natuerlich dankbar.

Ein neues Familienmitglied soll es werden. Nur welches? Katze oder Kater?
Die Wahl des neuen Freundes sollte sich immer nach der/den bereits vorhandenen Katze/Katzen richten. Man sagt, dass das Alter und der Charakter in etwa einander entsprechen sollen.
So solle man keine 18 Wochen alte Katze zu einem 8 Jahre alten Kater dazu setzen. Der Kater wird in der Regel von der Katze genervt sein, und das Kitten total unterfordert.
So gewinnt leider niemand an der Situation.
Auch heißt es, dass Katzen anders miteinander spielen als Kater. Kater raufen sehr gern, waehrend Katzen nicht so koerperbetont spielen, und sich eher jagen.
Diese Aussagen sind natuerlich stark verallgemeinert, und sind nur eine grobe Richtlinie.

Was ist wichtig fuer mich als Mensch und Dosenoeffner?:
Wichtig ist in aller erster Linie, wie im Folgenden auch oft betont, dass ihr immer die Ruhe bewahrt und euch nicht aus dieser bringen lasst. Oft und gern wird empfohlen sich mit Tee und Wein und bewaffnen und so entspannt wie moeglich an die VG zu gehen.

Wie gestalte ich die Ankunft?
Der erste Schritt in eine glückliche Zukunft mit einem Katzenrudel sind natuerlich die ersten Schritte im neuen Zuhause.
Doch wie gestalte ich diese am besten?
Viele User vertreten die Meinung, dass es die beste Moeglichkeit sei die Transportbox einfach ins Wohnzimmer zu stellen und sie zu öffnen.
Diese Methode klingt zwar etwas nach Holzhammer, hat sich aber bei vielen Usern bewaehrt.
Ich persönlich wuerde den Standort nach Charakter der Tiere entscheiden.
Es kann nicht schaden, wenn man eine schuechterne Katze dort abstellt, wo sie ein paar Rueckzugsmoeglichkeiten hat, wie zum Beispiel einen Schrank oder auch das Bett.

Viele Menschen die noch keine Vergesellschaftung (VG) mitgemacht haben neigen dazu die neuen Familienmitglieder als erstes vor den Alteingesessenen schuetzen zu wollen, indem sie sie erst ein paar Tage nur im Schlafzimmer lassen um sich einzugewoehnen.
Dies ist jedoch eher kontraproduktiv.
Wenn Katzen sich riechen und ggf. hoeren koennen steigert dies in der Regel die Frustration und die Aggressionen, was in der (dann späteren VG) kein guter Einstieg ist.
Unser Fazit: Wir lassen das neue Familienmitglied an einem Ort aus der Transportbox, den wir fuer geeignet empfinden, und lassen die Tueren zu den anderen Stubentigern offen.

Die naechsten Tage:
Das Fauchen, Knurren und Schreien wird in den naechsten Tagen euer akustischer Begleiter sein, gewoehnt euch dran. Das ist voelligst normal und geht vorbei.
Katzen haben eine sehr laute und manchmal sehr dramatische Art ihren Unmut kund zu tun, dies ist jedoch kein Grund jedes Mal senkrecht im Bett zu stehen oder panisch von der Couch auf zuhüpfen.
Ich moechte nocheinmal ausdruecklich betonen, dass es wirklich normal ist, dass die Katzen anfangs bei jeder Begegnung Geräusche von sich geben, als würde man sie grade abstechen. Und es ist wirklich kein Grund zur Panik oder einzugreifen. So leid es einem auch tuen mag.
Die Katzen werden sich langsam aneinander gewoehnen und das Fauchen wird nachlassen.
Wichtig ist auch, dass ihr nicht eingreift, wenn die Katzen Ohrfeigen verteilen.
Solange kein Blut fließt, gehoert es zum normalen Prozess.

Was tun in der Nacht?:
Viele „Newbies“ neigen dazu, ihre Katzen in der Nacht wieder zu trennen. Dies jedoch stoert den Rudelbildungsprozess ganz erheblich. Katzen werden in der Nacht erst richtig aktiv und beginnen sich anzunaehern und den neuen Freund kennenzulernen. Außerdem ist in der Nacht auch kein Dosi/Besitzer anwesend, der seine Anspannung auf die Katzen uebertraegt ;).
Die Katzen also waehrend dieser Phase zu trennen, aus Angst, sie koennten sich an die Gurgel gehen, ist ein fataler Fehler.
Wie lang dauert so eine Zusammenfuehrung?:
Wie lange es dauert, bis die neuen Katzen gemeinsam auf dem Kratzbaum liegen und kuscheln kann man nie sagen. Manche Katzen werden nie die besten Freunde. Aber in der Regel kann man von wenigen Wochen, bis hin zu Monaten ausgehen. Katzen sind, wie wir alle wissen, sehr eigensinnige Tiere ;).
In der Regel lassen sich aber Katzen, die nicht grade 10 Jahre in Einzelhaft verbracht haben vergesellschaften.
Man sagt außerdem, dass es bei jungen Katzen schneller geht.

Wichtiges und Allgemeines:
Wenn man nun ein neues Familienmitglied aufgenommen hat sollte man noch ein paar Dinge beachten, wie zum Beispiel, dass die Faustregel fuer Katzenklos besagt eines fuer jeden Stubentiger +1.
Bei 2 Katzen als 3 Klos. Bei 4 Katzen 5 Klos.
Ab einer bestimmten Anzahl von Katzen relativiert sich dies aber. Die Erfahrung wird’s zeigen.
Diese Regel begründet sich daraus, dass Katzen sehr reinliche Tiere sind, welche ihre Geschaefte gern trennen. In das eine Klo wird so zB nur Pipi gemacht, im anderen landet das große Geschäft.

Feliway&Co:
Feliway wird gerne vom Tierarzt oder dem Tierfachhandel empfohlen.
Viele User schwoeren drauf, andere haben es zwar probiert, aber keinen Erfolg damit erzielt. In erster Linie geht man aber davon aus, dass diese Durftstecker mit einem gewissen Placeboeffekt arbeiten. Da aber alles willkommen ist, was den Menschen beruhigt, kann man es natuerlich gern probieren.

Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig weiterhelfen, und freue mich ueber Ergaenzungen.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Hier noch ein paar Threads, sowohl zur Beruhigung, als auch um Erfahrungsberichte nachzulesen:



 
  • Wie vergesellschafte ich Richtig? Tips und allgemeiner Leitfaden Beitrag #2
Erst mal DANKE!!!!

Wenn Katzen sich riechen und ggf. hoeren koennen steigert dies in der Regel die Frustration und die Aggressionen, was in der (dann späteren VG) kein guter Einstieg ist.

Diese Aussage ergibt für mich Sinn, allerdings habe ich irgendwo mal gelesen, dass getrennte Zimmer dazu beitragen, dass Neuankömmlinge sich an die Umgebung gewöhnen und die Alteingesessenen sich damit abfinden, dass noch jemand da ist. Das hat für mich früher auch Sinn ergeben, ehe ich deine Aussage gelesen habe.
Bin nun verwirrt :shock:
 
  • Wie vergesellschafte ich Richtig? Tips und allgemeiner Leitfaden Beitrag #3
Naja es ist ja im Prinzip so, dass die Wohnung das Revier der Katze ist. Und diese Katze riecht halt eben, dass dort jemand anders ist, kann das Revier aber nicht gegen den Eindringlin verteidigen. Dies ist natuerlich zum einen Stress, weil es diesen Drang nicht ausleben kann, und zum anderen eben Frustrierend :)
Die neue Katze gewoehnt sich schon noch schnell genug an die neue Umgebung, wenn sie diese erstmal erkundet.
 
  • Wie vergesellschafte ich Richtig? Tips und allgemeiner Leitfaden Beitrag #4
Das hast du sehr schön geschrieben :).
Was die Trennung angeht kann ich die andere Seite zwar verstehen, aber ich sehe es auch so. Getrennte Zimmer sind nicht gut weil das zu erhöhter Spannung führt. Ich hab meine Beiden damals (und werde das wohl auch wieder so machen wenns wieder so abgeht) getrennt wenn NIEMAND zu hause war. Einfach weil der Kater das 10 Fache von der Kleinen war und er sie zwar nicht verletzt hat, er ihr aber teilweise so eine Angst gemacht hat, dass sie sich eingeschissen hat und das wollte ich ihr ersparen wenn wirklich niemand da ist, der mal dazwischen funken kann wenn der Platzhirsch mal wieder meint, er muss die Kleine stundenlang zum schämen in die Ecke stellen ;)

UND GANZ WICHTIG
den Fehler habe ich nämlich gemacht: Egal wie die Katzen sich zanken, nie anfangen den Neuankömmling links liegen zu lassen um dem Liebsten zu zeigen, dass der/die Neue für sie keine Konkurrenz ist. Beide müssen weitesgehend gleich behandelt werden da man dem alten Tierchen sonst ungewollt das Gefühl gibt, der/die Neue ist ein Eindringling und hat im Haus nix zu suchen.
Als ich meine anfing absolut gleich zu behandeln, war das Thema mit dem extremen Gekämpfe auch schnell durch.
 
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