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Diskutiere Hat jemand Tipps? im Pferde Ausbildung und Reiten Forum im Bereich Pferde Forum; Hallo ihr Lieben, mittlerweile kann ich auf meinem Großen sitzen (er ist jetzt vier) und geführt werden. Letztes Mal habe ich mal versucht...
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Anja&Emeli

Anja&Emeli

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Hallo ihr Lieben, mittlerweile kann ich auf meinem Großen sitzen (er ist jetzt vier) und geführt werden. Letztes Mal habe ich mal versucht, alleine ein paar Schritte mit ihm zu laufen. Aber: er hüpft nicht nach vorne, wenn er Hilfen bekommt, im Gegenteil. Lucky ist leider sooooo gelassen, dass er einfach stehen bleibt, wenn er nicht geführt wird. Also haben wir versucht, dass meine Einstallerin auf meinem Pony reitet und Lucky und mich quasi als Handpferd mitnimmt. Das hatte er ja schon ohne Reiter gelernt, klappt auch im Gelände hervorragend! Das hat auch gestern mit mir als Reiter drauf gut geklappt. Wenn mein kleiner Dinosaurier einmal in Wallungen geraten ist, hilft es ihm auch schon, wenn ich seine Bewegung unterstütze, aber vom Stand erstmal loszugehen, ist fast unmöglich.. Er chillt dann gemütlich und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Ich weiß, eigentlich sollte ich mich ziemlich darüber freuen, aber ich möchte ja schon, dass er auch von selbst los läuft. Ich möchte aber wirklich nur die Hilfe geben und nicht irgendwie, dass jemand hinter mir wild fuchtelt oder sonst was. Beim longieren und freilaufen lassen reagiert er unheimlich gut auf Stimmkommandos, allerdings klappt das bei der reiterlichen Ausbildung gar nicht. Es scheint, als würde er es einfach unheimlich genießen, dass ich so stolz auf ihn bin und gleichzeitig einfach völlig faul veranlagt sein. Jetzt könntet ihr mir sicherlich den Tipp geben, einen Bereiter zu engagieren.. Das hatte ich auch vor.. Es waren verschiedene Leute da.Aber egal ob Frau oder Mann, er lässt niemanden an sich heran, geschweige denn aufsteigen- außer eben mich.. na prima... Habt ihr Tipps, wie ich ihn ganz ganz schonend dazu bringe, von selbst loszulaufen??
Danke schonmal...
 
  • Hat jemand Tipps? Beitrag #2
Ist es egal, wie lange du drauf sitzt? Ich meine, nach 3 Std. würde er da immer noch stehen?? hmm... ich nehme an, dass du Zungenschnalzen ausprobiert hast? :) von sowas hab ich auch noch nicht gehört... er bewegt sich null?? weder nach vorne noch nach hinten??
 
  • Hat jemand Tipps? Beitrag #3
Hi,

Wir machen es mit unseren Jungpferden so, dass sie zunächst an der Longe gearbeitet werden und dort alle Stimmkommandos beherrschen. Soll heißen: Auf Schnalzen/ Kommando wird angetrabt/ angaloppiert und ebenso wieder durchpariert.
Wenn das sitzt, kann der Reiter mit eingebaut werden.
Da Ihr ja schon über den Punkt des ersten Aufsitzens hinaus seit, klammer ich das jetzt mal aus :)

Das Jungpferd weiß ja noch nicht, was die einzelnen Hilfen überhaupt bedeuten und hat dafür keinen Lösungsansatz. Deiner ist wohl eher von der gemütlichen Sorte und wartet erst mal ab.

Jetzt kommt wieder der Longenführer zum Einsatz: Pferd an die Longe und arbeiten. Wenn brav, Reiter drauf und die Kommandos kommen immer noch vom Longenführer und Du unterstützt das ganze mit deinen treibenden Hilfen. Nur so kann das Pferd verstehen, was überhaupt von ihm verlangt werden soll.

Wenn das klappt, kann das Pferd von der Longe und der Longenführer unterstützt Euch noch zunächst mit der Peitsche wenn es nötig ist, bis der "Vorwärtsgang" drin ist und das Pferd die Hilfen ( weitestgehend) annimmt.

Wenn das Pferd empfindlich ist mit fremden Leuten, würde ich da auch niemanden drauf reiten lassen. Aber ganz alleine gehts dann doch nicht. Hilfe vom Boden aus wird unausweichlich sein.

Vielleicht hast Du ja jemandem im Stall der bereit ist, sich intensiver mit dem Pferd auseinander zu setzen, so dass es zu keiner Stresssituation kommt, wenn ihr gemeinsam arbeitet.
 
  • Hat jemand Tipps? Beitrag #4
Ne, er bewegt sich wirklich null.... Er steht dann da, fängt an, sich zu kratzen, entspannt ein Hinterbein und schläft fast ein:)
@Trullas: Das ist ne gute Beschreibung, so habe ich es bisher auch immer gemacht. Er reagiert beim longieren sehr gut auf Stimmkommandos und schnalzen. Das Problem ist nur, dass er ja nach wie vor eine Fehlstellung hat und ich ihn nicht mit ständigem Longieren schaden möchte. Heißt also, dass ich ihn nicht öfter als ein bis zweimal die Woche für je ca. 10 Minuten an die Longe nehme, weil das eben mit der Fehlstellung beschissen ist.Daher kam ja auch die Idee, ihn als Handpferd mitzunehmen und dann das Ganze eben mit Reiter.. Gibt es noch andere Möglichkeiten, ihm die Hilfen nahe zu bringen?
Das mit der helfenden Person habe ich wohl falsch ausgedrückt. Also mich akzeptiert er ohne wenn und aber auf seinem Rücken, andere Menschen eben nicht.. Vom Boden aus hilft mir immer seine RB oder eine Einstallerin, ich bin ja nicht lebensmüde und probier da Alleingänge (erstens bringt es alleine nichts und zweitens bin ich dafür ein viel zu großer Angsthase:) ) Den anderen Menschen am Boden akzeptiert er auch und arbeitet willig mit. Selbst meine RB (15Jahre alt), kommt vom Boden aus bestens mit ihm zurecht. Es ist nur das Aufsitzen- da gibts nur mich oder keinen (warum auch immer)

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Ups, meinte meine RB für mein Pony, nicht für Lucky...

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Ach ja, und hinzu kommt, dass ihn auch niemand anderes (außer die person ist so kleine wie ich) aubilden könnte. Ich bin so winzig (158cm) und Lucky ist ein riesen Pferd (z.Zt. 1,83). Das heißt ja dann quasi, dass ich ihm die Hilfen an der "falschen" Stelle am Bauch beibringe, weil ich weiter unten gar nicht dran komme... Ich mein, er wird eh nur ein Freizeitpferd für mich, da soll sowieso auf Dauer kein anderer drauf (außer mal mein Freund), aber im Prinzip ist das allein doch dann auch schon ein Problem für sich, oder??
 
  • Hat jemand Tipps? Beitrag #5
deine Hilfengebung wird kein Problem sein :)

Ich habe mit meinen 1.74 m einige Ponys ( Endmaß) ausgebildet und ihr kleinen neuen Besitzer hatten keine Probleme, auch wenn ihre Beine ein "wenig" weiter oben sind :)


Wenn Lucky probleme auf engeren Wendungen hat wegen der Fehlstellung, dann würde ich einfach als Longenführer mitlaufen, damit er auch die Graden nutzen kann ( sollte man grade bei jungen Pferden eh machen, da sie sich einfach noch nicht so in den Wendungen ausbalancieren können)

Wenn er grundsätzlich schon brav ist ohne Longe, dann lass deine RB sich einfach in die Bahnmitte stellen und Euch so folgen, wenn es nötig ist. Dann geht ihr schon mal den engen Wendungen aus dem Weg und sie ist eben ausschließlich dafür da, dass er im Vorwärts bleibt.

So was dauert eigentlich nur ein Paar Einheiten und das Pferd lernt schnell.

Du kannst Dir ja auch eine kleine Pitsche mitnehmen und tickst ihn an, wenn es nach vorne gehen soll ( Verknüpfung Peitsche-Gerte= einen Gang höher, bitte ;) ) und deine RB treibt gleichzeitig mit der Peitsche ein wenig nach. Damit unterstützt Du dann deine Beinhilfe und er versteht, warum Du jetzt den Schenkel anlegst und was das überhaupt bedeutet.

Im Galopp so ziemlich das gleiche, Du versuchst Ihn in der Ecke in den Galopp zu schieben ( bisschen entlasten, Galopphilfe) und sie treibt wieder nach und gibt das Kommando für den Galopp.

Irgendwann kommt der Punkt, dass er deine Hilfen versteht und das Peitschenmädchen immer mehr in den Hintergrund tritt.


Als Handpferd mitzunehmen und ihn dadurch zu animieren, finde ich persönlich eher schwierig. Er wird sich dann an dem anderen Pferd orientieren, weiß aber immer noch nicht, was Du da oben machst.
bzw: Wenn er von Natur aus, einen stärkeren Vorwärtsdrang hätte, könnte man so was sogar mal ausprobieren, jedoch frag ich mich, wie ihr ihn bewegen wollt, wenn er einfach die Bremse rein schmeißt. Vorne ziehen wird da auch nicht viel bringen und deine Hilfen versteht er ja nicht :eusa_think:

Da finde ich es einfacher bzw für ihn speziell leichter zu verstehen, wenn der Impuls von hinten kommt.
 
  • Hat jemand Tipps? Beitrag #6
Ja, das klingt schon logisch, da er ja wirklich keinen Vorwärtsdrang hat.. Und die Idee, dass meine RB einfach an der Longe mitgeht, finde ich auch super.. Da wäre allerdings noch ein klitze kleiner Haken bei der Sache: ab und an bekommt Lucky an der Longe plötzlich einen Pinn im Kopf und buckelt fröhlich durch die Gegend. Er ist zwar besonders vorsichtig, wenn ich oben drauf sitze, aber man weiß ja nie. Als ich jetzt am Sonntag als Handpferd mitgenommen wurde hab ich gemerkt, dass er nach 10 Minuten völlig platt war, weil es für sein Köpfchen schon anstrengend war. Ab und an hat es zwar geklappt, dass er auf meine Hilfe hin losgeschurft ist, aber ich hatte eben eher das Gefühl, dass das so Zufallstreffer waren.. Ich weiß auch nicht, einerseits bin ich ne richtige Schissbuchse, habe Angst, dass er doch mal buckelt und ich ganz blöde falle, wenn ich aber auf ihm sitze, ist die Angst plötzlich weg.. Ich weiß, das ist mein blödes Kopfproblem... Es war halt so, als ich letztes jahr zum zweiten Mal auf ihm saß, hat er sich vor irgendetwas am Rand des Platzes erschrocken und ist zur Seite gehüpft. Ich natürlich blöderweise die Beine ran genommen und schon hat er gebuckelt.. Ich saß natürlich auf dem Boden, hab keine Luft mehr bekommen und konnte tagelang kaum laufen. Deshalb weiß ich einfach wie es ist, wenn man halt doch mal da runter segelt. Habe ihn heute gemessen, er ist wieder gewachsen, jetzt 185cm und er hört einfach nicht auf zu wachsen... Naja, mal wieder zum Thema: ich weiß eben an der Longe nicht, ob er da doch mal fröhlich durch die Gegend buckelt und ich Dummi mich dann wieder nicht halten kann.. Eigentlich vertrau ich ihm und er mir auch, aber meine Hand dafür ins Feuer legen würde ich nicht.. Wie machst du das denn bei Pferden, bei denen du dir nicht 100% sicher bist? Ich mein, ich hab auch schon ein paar "Wildfänge" eingeritten, aber bei Lucky ist das für mich irgendwie was anderes, verstehst du?
 
  • Hat jemand Tipps? Beitrag #7
Ich kann mir vorstellen, dass Dir manchmal die Düse geht, grade weil dein Lucky mit seinen 1.85 m nicht grade eine kleine Elfe ist :)
Ist natürlich fieser, wenn Du von so einem Schiff segelst, als von einem Pony.

Oft bocken die Jungen ja, weil sie einfach noch zu viel Energie haben. Deswegen longier ich immer ordentlich vorher ab, bis sie müde sind und setze mich dann nur für 10 Minuten drauf. Einmal Schritt, Trab, Galopp auf beiden Händen und dann ist Feierabend.

Lieber ist das Pferd ein bisschen zu müde, als zu aufgekratzt.
Deswegen finde ich die Arbeit an der Longe auch so wichtig. Wenn er dort gut mitarbeitet, schön den Rücken auf macht, optimal auf Dich reagiert und Du das Gefühl hast, dass er jetzt auch schon vollständig ausgelastet ist, würde ich mich dann noch mal rauf wagen.


Wäre jetzt blöd, wenn er mitbekommt, dass er durch Buckeln den " Ballast" abwerfen kann ;)

Wie sieht das eigentlich mit seiner Fehlstellung aus? Hat er schon Probleme nach Belastung gezeigt? Hast Du Bilder davon?
 
  • Hat jemand Tipps? Beitrag #8
Jap, du hast es gut getroffen.. Stimmt, er buckelt immer, wenn er sich freut, dass er mal rennen darf und auf Kommandos "kehrt" machen darf.. Das macht ihm viel Freude. Wenn er "müde" ist, könnte das an der Longe echt klappen...
Mit der Fehlstellung ist überhaupt kein Problem.. Ich bin eher das Problem und denke immer, dass ich ihn überbelaste. Er hingegen springt dann am liebsten noch ein paar Runden weiter und ist kaum platt zu kriegen. Hatte neulich mal eine andere TÄ hier als sonst, weil meine im Urlaub war. Lucky stand in der Box, die Ärztin fragte, ob ich ihn mal raus holen könnte. Sie hat geguckt, wie ein Auto und meinte: um himmels Willen, was ist das denn? Der kann doch bestimmt kaum laufen mit dem Bein". Wollte sie vom Gegenteil überzeugen und hab ihn auf die Wiese gelassen, wo er frei laufen konnte. Lucky hat mir netterweise den Gefallen getan und sich präsentiert, mit wunderschönen Gängen:) Die TÄ war so fasziniert und meinte: Das gibts doch gar nicht! Ich hätte nicht gedacht, dass er lahmfrei über die Wiese schwebt:) Da war ich schon stolz auf den "Kleinen". Dabei arbeite ich ihn seit diesem Frühjahr schon recht viel, da das ja auch langsam mal was werden soll mit der Reiterei:)
Ja, ich hab ein Bild, allerdings war ich da so mit mir selbst beschäftigt, dass ich krumm und schief drauf sitze Meine Beine sind so weit vorne, dass es schon fast lächerlich aussieht. Das kann man keinem zeigen:( Mache nächstes Mal welche, dann setz ich das gern hier rein! (mit richtigem Sitz)
Wie oft kann ich mich eigentlich drauf setzen, ohne ihn zu überfordern? Also er ist schon sehr lernwillig, aber letztes Mal war er echt platt.. Hab seitdem nicht mehr drauf gesessen, damit er das Ganze mal verdauen kann:)
 
  • Hat jemand Tipps? Beitrag #9
Wenn Du willst, kannst Du mir das Bild auch per Pn schicken. Würde mich mal interessieren, wie das aussieht. Hört sich ja erst mal abenteuerlich an :angel:

Was die Häufigkeit der Arbeit angeht, kann man sich ganz gut an den Richtwert "Alter des Pferdes in Jahren= Tage in der Woche" halten.
Soll heißen: ein 4 Jähriges Pferd kann 4 Tage in der Woche arbeiten, 5 Jährig dann 5 etc... Obwohl ich generell, auch bei einem adulten Pferd nicht öfter als maximal 6 Tage die Woche was mache. Dafür gibt es dann auch in der nächsten Woche mal 2 Tage hinter einander frei. Je nach dem wie das Pferd dann drauf ist.

Wenn an einem Tag viel gemacht wurde, sollte man am nächsten Tag mal eine Pause einlegen. Ist das Pferd aber eher energiegeladen, verträgt er/ sie auch mal 2-3 Tage Arbeit am Stück. Muss man individuell entscheiden.

Zu viel arbeiten würde ich auch nicht. Kann auch mal riskant werden, wenn schön viel Kraft und Ausdauer antrainiert wird und das Jungpferd dadurch noch übermütiger wird.

Wenn Du jetzt ein Paar Tage nichts mit ihm gemacht hast, dann longier ihn am ersten Tag erst mal nur und schau wie er sich benimmt. Dann könntest Du am nächsten Tag / an den nächsten Tagen das longieren wieder mit dem Reiten kombinieren, je nach dem wie brav er auf dich wirkt.
 
  • Hat jemand Tipps? Beitrag #10
Ich würde ein junges Pferd niemals müde longieren und dann noch aufsteigen. Die Motivation bleibt einfach auf der Strecke und das Pferd empfindet den Reiter als Last, den es eher mal loszuwerden gilt, denn Überforderung ist schnell passiert.
Ich longiere kernige Jungpferde einfach nur ein wenig ab, allerdings gaaanz ruhig mit Fokus auf Gelassenheit.

Wenn ein Jungpferd nicht laufen möchte, so sollte man erstmal seinen Sitz sehr (!) genau überprüfen. Auf Jungpferden sitzt man anders.
Dann nehme ich eine kurze Springgerte mit Klatsche. Das Pferd kennt ja vom Longieren die Peitsche (die hoffentlich noch nie eingesetzt wurde um das Pferd zu jagen).
Meine Pferde kennen auch einen langen Stock, den ich beim Longieren auf den Rücken lege und damit dann den Körper abstreiche. Zum vorwärts lasse ich den Stock schonmal hinten federn.
Das Jungpferd lernt so am ganzen Körper von dem Stock oder dem Schlag der Peitsche berührt zu werden und darauf angstfrei zu reagieren (z.B. nach außen treiben).

Ist ein Pferd so vorbereitet, kann man zusätzlich zu den treibenden Hilfen (Oberkörper niemals wippen oder mit dem Hinterteil im Sattel versuchen zu schieben, das bringt jedes Jungpferd aus der Balance) die Stimme benutzen und dann mit der Gerte das Pferd touchieren. Die Gerte darf nie zum schlagen verwendet werden, sie soll dem Pferd nur auf die Nerven gehen. Sobald sich das Pferd in Bewegung setzt, hört das Generve auf und es wird gelobt, dabei bewege ich den Oberkörper nicht, damit das Pferd nicht gleich beim ersten Schritt aus der Balance geworfen wird.

Das Pferd soll so mit eiserner Konsequenz aber ohne Angst lernen, frei vorwärts zu gehen um sein Gleichgewicht unter dem Reiter zu finden.


Übrigens halte ich es für völlig falsch, dass ein Pferd sich nur von einer Person handeln lässt. Das wird, je älter das Pferd wird, eher schlimmer. Sollte der Besitzer dann mal in eine Situation kommen, dass er längere Zeit nicht reiten kann oder sogar in eine Notsituation gelangen in der er das Pferd abgeben muss, bleibt für solche Pferde oft nur der letzte Gang.
Ein Pferd muss nicht unter jedem Fremden sofort 100% Leistung zeigen, es sollte jedoch gegenüber jedem Menschen und Reiter freundlich sein und sich 'bedienen' lassen.
Daher lasse ich so früh wie möglich mal einen anderen Reiter auf meine Jungpferde. Das kann auch ein Anfänger sein, den ich führe. Anfangs muss es unter Fremdreitern nur Schritt sein.
Einfach nur ein anderes Gewicht, andere Schenkellage etc., dabei sollte das Pferd ein absolutes Positiverlebnis haben. Bei sehr problematischen Pferden, sollte sich der erste Fremdreiter erstmal mit dem Pferd beschäftigen und es longieren und führen. Wichtig ist wieder das Positiverlebnis für das Pferd.
Fehler durch zu viel Druck, Über- oder auch Unterforderung ziehen sich leider durch das ganze Pferdeleben des jungen Tieres - ein Pferd vergisst nicht.
 
  • Hat jemand Tipps? Beitrag #11
Hi,

Von überfordern war nie die Rede ;)

Es nützt nun mal nichts, wenn das Pferd so viel Energie hat, dass es fleißig los bockt und der Reiter ständig den Boden küsst.

An der Longe arbeiten, bis es triefnass ist und den Reiter bzw die darauf folgende Arbeit als Störfaktor sieht, ist selbstverständlich nicht damit gemeint.

Falls Du meine Beiträge richtig durchgelesen hast, schrieb ich, dass so an der Longe gearbeitet werden sollte, bis es ausgeglichen/entspannt mitarbeitet und so mit dem Aufstieg nichts im Wege steht.

Ich würde dennoch jetzt noch nicht darauf bestehen, dass ein fremder Reiter aktuell auf dieses Pferd kommt.
Die Ansätze mögen verschieden sein, jedoch finde ich persönlich, dass zunächst das Pferd Sicherheit in der Arbeit haben sollte und dann kann mit einem Fremdreiter zusammen gearbeitet werden.
 
  • Hat jemand Tipps? Beitrag #12
Hallo:) Ich mische mich dann auch mal wieder ein.. Sorry, bin die letzten Tage umgezogen, sodass ich nicht im Internet war.. Prinzipiell lässt sich mein Pferd von jedem händeln, es ist nur so, dass er mit dominanten oder ängstlichen Menschen nichts anfangen kann. Bei dominanten Menschen handelt er aus Angst unzumutbar und bei ängstlichen Leuten wird er selbst unsicher. Trotzdem ist er vom Boden aus für wirklich alle Leute händelbar, die Ahnung von Pferden haben und eben nicht zu dominant oder ängstlich an ihn heran treten. Er kennt mich im Sattel und ist völlig gelassen dabei. Jemand anderes konnte er aber noch nicht auf seinem Rücken akzeptieren und das find ich auch völlig ok so. Immerhin habe ich über Jahre das wieder gerade gerückt, was andere Menschen so schön kaputt gemacht haben: das Vertrauen zum Menschen. Und ich denke doch, dass es bei einem Pferd, das keinen Menschen an sich heran gelassen hat, also bei dem kleinsten Versuch sich ihm zu nähern gebissen und getreten hat (und das als Jährling) wichtig ist, dass das jemand macht, dem er zu 100% vertraut, oder? Ich finde nämlich, dass die ersten Reitversuche durchaus viel mit gegenseitigem Vertrauen zu tun haben. Sonst wäre er ja nicht so gelassen und meine ganze Arbeit wäre ja im Endeffekt zu nichts nutze gewesen. Aber ich kann nicht von fremden Menschen erwarten, dass sie genau dasselbe Vertrauen zu ihm aufbauen, wie ich es in Jahren harter Arbeit gemacht habe. Deshalb soll und kann auch zur Zeit niemand anderes drauf. Hoffe, das kann man jetzt so nachvollziehen.
Und ich hatte das schon richtig verstanden, dass ich Lucky nicht bis zur Erschöpfung im Kreis jage, damit er danach müde ist. Ich nehme ihn wie gesagt ein paar Mal die Woche für höchstens zehn Minuten an die Longe und er reagiert dabei auf jedes Kommando, also Tempowechsel und "kehrt". Und das eben gelassen und nicht durch rumscheuchen an der Longe. Er soll ja nicht lernen zu jagen, sondern wie ein ordentliches Pferd zu laufen:) Ab und zu buckelt er halt am Anfang vor lauter Freude los, aber ich denke, das ist vollkommen in Ordnung, er ist ja erst vier Jahre, nur möchte ich halt dabei nicht drauf sitzen, muss ich gestehen. Er kann seine Kraft einfach nicht abschätzen und wenn ich das ein oder andere Mal drauf sitzen würde, würd das ganz schön böse enden. Hast du denn andere Vorschläge?
 
  • Hat jemand Tipps? Beitrag #13
So, gestern habe ich das Mädel, was mir mit Lucky hilft gebeten, ihn einfach mal an die Longe zu nehmen und ein paar Respekts- und Vertrauensübungen mit ihm zu machen. Sinn war, dass er lernt, auch auf sie zu hören, wenn ich dann an der Longe auf ihm sitze.. Mein Gott, so ein Blödmann. Er hat kein bissl das gemacht, was er sollte :) Im Nachhinein gut, dass ich sie erstmal drum gebeten habe, sich mit ihm auseinander zu setzen. Er ließ sich nichtmal rückwärts schicken, was das Mädel auch versucht hat. Stattdessen hat er sich in Schonhaltung gestellt und ist fast eingeschlafen :)
An der Longe ist er ein paar Mal heftig losgebuckelt, um sie einzuschüchtern. (das Mädel hat aber gut Ahnung von Pferden und also auch keine Angst vor dem Idioten) Ich denke, dass sie das noch ein, zweimal machen muss, bevor ich mich dann auch noch gleichzeitig drauf setze. Denn immerhin gibt sie die Kommandos, ich unterstütze ja nur zusätzlich mit Hilfen, die er dann lernen soll.
Ach ja, wollte ja noch ein Foto rein setzen vom letzten Mal. Mache ich, sobald ich das Verbindungskabel vom Handy zum PC gefunden hab. Bin wie gesagt gerad umgezogen und alles ist noch Chaos:(
Allseits einen schönen und sonnigen Nachmittag!
 
  • Hat jemand Tipps? Beitrag #14
Hi,

Schön, dass Du so gut die Zusammenarbeit planst. :)

Wenn das Mädchen sich nicht einschüchtern lässt, dann wird dein Lucky das noch mitbekommen und sich auf sie einlassen.

Bin gespannt wie es bei Euch weiter geht.
 
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