Wenn Pferde gehen...

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  • Wenn Pferde gehen... Beitrag #1
Anja&Emeli

Anja&Emeli

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Wenn Pferde uns verlassen, ist das immer mit ganz viel Schmerz und Trauer verbunden. Einerseits möchte man das so sehr geliebte Pferd nicht gehen lassen, immer wieder kreisen die Bilder im Kopf, welch schöne Zeiten man zusammen erlebt hat und wieviele schöne Momente es in der gemeinsamen Zeit gab. Andererseits sieht man das Pferd vor sich, das einfach nicht mehr kann und beginnt sich zu fragen, ob es besser ist, das Pferd nun endlich zu erlösen und in den Pferdehimmel gehen zu lassen.. Diese unheimlich schwierige Entscheidung nimmt uns keiner ab, aber viele Leute begleiten uns, wenn wir diese Entscheidung getroffen haben. Plötzlich erscheint es nicht mehr wichtig, ob man sich mag oder nicht, alle halten zusammen und überstehen den schweren Moment des "gehen lassens".
Aus aktuellem Anlass möchte ich dieses Thema eröffnen und hoffe, dass ihr viele Geschichten zu berichten habt, in denen es euch genauso ging.. An welche schönen Zeiten denkt ihr bei eurem geliebten Pferd zurück, fiel euch die Entscheidung schwer??
Uns fiel das Treffen der Entscheidung sicherlich schwer, aber zu sehen, wie das Pferd anfängt zu leiden, erschien uns noch schlimmer zu ertragen. Deshalb haben wir uns gestern entschieden, unsere alte Dame im Stall zu erlösen. Sie ist 25 Jahre alt geworden und hatte Ataxie und Arthrose. Bei kälterem Wetter bekam sie immer sehr dicke Beine und gestern schließlich ist das Bein sehr tief aufgeplatzt. Sie konnte kaum noch laufen, hat aber so sehr nach den anderen Pferden gerufen, dass wir sie noch zu den anderen Pferden auf die Wiese gestellt haben. Sie ist sogar noch einmal kurz getrabt, um zu ihren geliebten Freunden zu kommen. Wir alle fingen an, uns zu verabschieden.. Die letzten Stunden streichelten wir sie und sie schien ebenso Abschied zu nehmen, denn sie stubste uns an, als wolle sie sagen: danke, dass ihr mir diese letzten schönen Stunden noch geschenkt habt..Stunden später kam der Schlachter. Er führte sie freundlich auf den Hänger, streichelte ihre Stirn und drückte ab..... Nun hat Lilly es endlich geschafft.. Wir vermissen die Maus jetzt schon sehr, sie war die gute Seele des Stalls..
 
  • Wenn Pferde gehen... Beitrag #2
Ehrfahrung habn ich damit noch nicht gemacht und möcht ich auch ehrlich gesagt nicht ! wenn ich nur dran denke fang ich schon an zu heulen !
das tut mir sehr leid mit deiner stute ! vorallem weil du schreibst das er abgedrückt hat ? also du zugesehen hast das finde ich schon sehr bewundernswet weil ich sowas immer nie konnte , ein tier beim sterben zuzusehn !
ich hoffe meine leben noch sehr lange und dirwüncsch ich noch eine guite zeit , deiner stute geht es jetzt hoffentlich gut !

lg
 
  • Wenn Pferde gehen... Beitrag #3
Wo wir grade dieses Thema anschneiden...
Einmal hatte ich eine Busreise mit meinen Eltern unternommen. Und als wir da so fuhren, sah ich von weitem ein Pferd, das einen Wagen zog, beladen mit der Ernte und dem Bauern. Ich, als begeisterte Reiterin, sah zu, wie es so neben der Straßer herlief und plötzlich blieb es stehen, wankte noch eine Zeit lang und als wir schon recht nah waren, KIPPTE ES UM!!! Unser Bus wich gerade noch aus, ich sah zurück und wusste: Jetzt war es gestorben.
Es lag da, auf der Straße, der Bauer war vom Wagen gesprungen, den Kopf des Pferdes in die Hände genommen und war fassungslos dagestanden.
Das war echt schrecklich. =,o
 
  • Wenn Pferde gehen... Beitrag #4
Oh ja, das glaube ich.. Zu sehen, wie ein Pferd stirbt ist schlimm.. Nicht, dass ihr das falsch versteht: es war die Stute meiner Einstallerin, aber ich habe sie geliebt, wie meine Eigene.. Die Besi hatte nicht so die Zeit und deshalb hab ich sie umsorgt.. Ja, wir haben sie schlachten lassen. Nicht dass jemand denkt wegen des Geldes, nein, die Besi hat das 250 Euro gekostet.. Ich habe von dem Schlachter gehört, dass er einen sehr guten Ruf hat und man eben dabei sein darf, wenn man möchte. Die Besi konnte es nicht, sie war im Stall. So einen tollen Schlachter habe ich selten erlebt: er hat sie bei uns auf dem Hof getötet und war sehr lieb zu Lilly. Er hat sie noch gestreichelt, bevor er sie mit dem Bolzenschuss erlegt hat. Vom Ausbluten selbst haben wir nichts gesehen, das hat er im Hänger gemacht. Es hat keine zwei Sekunden gedauert, da war sie tot und ich selbst würde dies wahrscheinlich bei meinen Pferden genauso machen!! Ich denke wir waren es Lilly schuldig, bis zum Ende bei ihr zu bleiben. Sie hat aus dem Hänger geguckt und gar nicht mitbekommen, dass da jemand ein Bolzengerät in der Hand hatte. Und sie ist jetzt gut aufgehoben, da bin ich mir sicher!!
@ jacqueline: bisher wollte ich auch besser nicht darüber nachdenken, aber seit gestern beschäftige ich mich schon mit dem Thema! Ich hab ja auch noch eigene Pferde, die es sicherlich seltsam finden würden, wenn ich plötzlich nicht da wäre. Ich weiß nicht, wie es bei dir ist, aber mein Großer z.B. ist bei allem viel ruhiger, wenn ich in der Nähe bin..
 
  • Wenn Pferde gehen... Beitrag #5
ja klar und ich werde ihn auch bei seinem letzen weg nicht im stich lassen, esist nur schwer zu ertragen und ich werde ihn bei seiner herde einschlafen lassen und nich erschiessen !damit er bei seiner herde sein kann !
und auch siene freunde mitbekommen was passiert ist und nicht denken er wäre weg !

lg
 
  • Wenn Pferde gehen... Beitrag #6
Um Himmels Willen!! Also wir haben unsere anderen Pferde extra auf eine Wiese gestellt, von der aus sie das Ganze nicht mitbekommen haben!! Klar, das muss jeder selbst entscheiden, aber ich würde nicht wollen, dass die anderen Pferde das mitbekommen. Ich fand das Schlachten bisher eben auch komisch, aber seit gestern sehe ich eben, dass es möglich ist, ein Pferd innerhalb von nicht einmal zwei Sekunden zu töten, sodass es einfach nichts mehr mitbekommt. Und sie war wirklich sofort tot..
 
  • Wenn Pferde gehen... Beitrag #7
Auf meinem ersten absoluten Liebling habe ich das reiten gelernt... 3 Jahre lang wollte ich immer nur dieses eine New-Forest-Pony reiten. IMMER. Durch sein absehbares buckeln bin ich so sicher im Sattel geworden wie ich sonst vermutlich nie geworden wäre.
Dann kamen viele andere "Baustellenpferde" und ich begann, mich auch auf andere zu "konzentrieren", aber geliebt habe ich ihn noch immer abgöttisch.
Mein letzter Ritt auf ihm war ein langer Sternritt (Ich war über 8 Stunden im Sattel). Hätte ich gewusst, dass dies mein letzter Ritt auf ihm werden sollte, hätte ich mich niemals über sein dämliches heimgerenne aufgeregt...
Einen Monat später sagte meine Reitlehrerin: "Du kannst dich entscheiden ob du Nils oder Rico reiten möchtest." - "Dann reite ich endlich mal wieder n Rico" hab ich gesagt. Ne viertel Stunde bevor ich ihn zum putzen und Satteln holen wollte war alles noch okey...
Plötzlich lag er dran und ich hab irgendwie sofort erkannt, dass es nicht wie immer war... Ich hab ihn dann eewig lange mit neuen, reibenden Schuhen auf dem Platz herumgeführt. Dann wurde er in die Pferdeklinik gebracht. Meine Reitlehrerin (die eigentliche Besitzerin) war die ganze Zeit bei ihm und ich eben so lange, wie es mir ermöglicht wurde. Leider konnte man ihm bei seiner Kolik nichtmehr helfen... Er hat mehrere Mittel und Infusionen bekommen... Es wurde immer schlimmer. Sie mussten ihn erlösen lassen...

Das zweite Pony war unsere Keks. Ein geschecktes, herzensgutes Shetty. Unser "Indianderpony", wie die Kinder beim Ponyreiten sie liebevoll nannten. Alle haben sie geliebt, alle haben sich um sie gestritten. Sehr viele wollten nur die Keks reiten und kein anderes.
Sie hat gemerkt, wer auf ihr saß. Bei den Kindern, bei denen sie gemerkt hat, die sind sicher, hat sie getestet was das Zeug hält. War aber immer lieb und kontrollierbar. Sie hat die großpferde im galopp überholt wenn sie wusste, dem da oben passiert nix. Wenn aber kleine Kinderauf ihr saßen, oder sogar behinderte, lief sie komplett zuverlässig und ohne eine klitzekleine Spinnerei den ihr vorgegebenen Weg. Sie war ein Schatz. Aber sie war inzwischen auch über 30 geworden. Für ein Pony nicht unbedingt ein Alter. Aber sie hatte schon zwei Herzanfälle. Zum Schluss durften sie nurnoch die kleinen leichten Kinder reiten und auch nur dann, wenn es ihr wirklich uneingeschränlt gut ging.
Ich hatte 3 Tage zuvor meine Blinddarm-OP und wollte eigentlich nur mal schnell hallo sagen gehen, da ich eigentlich fast jeden Tag druaßen war zu der Zeit. Da kam mir schon eine Bekannte von meiner Reitlehrerin entgegen und meinte "Keks hatte wieder einen Herzanfall, aber es geht ihr wieder gut". Also bin ich zu ihr rein, es war wirklich alles ok. Eine Stunde später allerdings, lag sie total erschöpft und klatschnass von nichts im Auslauf. Meine Reitlehrerin musste Ponyreiten machen, also blieb ich trotz Kälte und Schmerzen bei ihr und wartete auf die bereits angerufene Tierärztin.
Es war wohl irgendwas im Darm nichtmehr in Ordnung, sie ließ sich vor lauter Schmerzen nichteinmal mehr untersuchen und wollte sich immer und immer wieder aufs neue hinlegen.
Infusionen nützen nichts, auch das andere Medikament schlug nicht an. So entschieden wir uns, unser heiß geliebtes Inianerpony ziehen zu lassen.
Ich durfte dabei sein, mich verabschieden, das hat einiges geholfen. Aber schwer war es trotzdem. Auch wenn wir uns in dem Moment angeschaut haben (meine Reitlehrerin und ich) und wir uns ohne Worte einig waren, was das beste sein wird.
Noch heute hängen Briefe und Bilder und Gedichte von und für die süße Kleine Maus in unserem Bauwagen im Stall. Noch heute erzählen die Kinder von der braven Keks...

Es ist so ein wahnsinniger Verlust...

Aber ich war froh, bei beiden (so lange eben möglich), dabei sein zu können.
 
  • Wenn Pferde gehen... Beitrag #8
Das Thema begleitet mich auch des öfteren. Ist mein Opi doch nun mittlerweile 24 Jahre alt. Aber *klopfaufHolz* bis jetzt glücklicher Rentner und quitsch fidel.

Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, muss ich natürlich dabei sein. Das bin ich dem Tier einfach schuldig. Aber mir graut es sehr davor. Immerhin haben wir unser halbes Leben zusammen verbracht.

Aber wir können froh sein, wenn man weiß das die Pferde ein schönes langes Leben gehabt haben. Bei jüngeren Pferden ( und den Fall hatte ich schon mal) ist es wesentlich frustrierender.
 
  • Wenn Pferde gehen... Beitrag #9
Miri, das klingt arg traurig, aber wenigstens konntest du dabei sein und dich verabschieden.. Leider gibt es immer unvorherbare Situationen, in denen wir alle uns auf unser Bauchgefühl verlassen müssen. Lilly hätten wir bestimmt behandeln können und dann wäre es ne zeitlang gut gegangen, aber wie lange?? Irgendwann wird es Zeit, Abschied zu nehmen und an die vielen schönen Zeiten zu denken.. Das mit den Gedichten finde ich eine sehr schöne Idee! Lilly wird als Foto in unserem Reiterstübchen einen Ehrenplatz bekommen..
Trullas: sehe ich genauso.. Bei einem älteren Pferd weiß man einfach, dass der Zeitpunkt vielleicht schon bald kommen mag, bei einem jungen Pferd eben nicht. Das ist ja das, was schlimm an der Sache ist: die unerwarteten Dinge, bei denen man schnell handeln muss.. Bei einer Vorerkrankung hat man Zeit, sich an den Gedanken zu gewöhnen und sich stets damit auseinander zu setzen, dass der Tag bald kommt..
 
  • Wenn Pferde gehen... Beitrag #10
Hmm ja... Ich kann mit "solchen" Situationen zum Glück (?) bisher erstaunlich gut umgehen, aber all die Kiddies zu sehen... Das war hart... "Darf ich heute die Keks reiten?!" - "Ähm nein, das geht leider nichtmehr" --> :shock::shock::shock:

Ich denke auch, dass man bei älteren Tieren gefasster sein kann. Andererseits hat man wohl gerade mit diesen schon soooo dermaßen viel erlebt dass es das ganze auch nicht einfacher macht... Ach es ist so und so schwierig und einfach nur traurig...

Ich hoffe mit meinem Spatzel den ich ja jetzt unverhoffterweise "aufgedrängt" bekommen habe geht noch gaaaaaaanz viele Jahre lang alles gut...
 
  • Wenn Pferde gehen... Beitrag #11
ich hatte auch sowas nur bei mir war das ein bisschen anders.
ich hatte bis vor 2 jahren eine RB ich habe ihn über alles geliebt habe mit auf ihn das reiten gelernt und durfte mit ihm tuniere reiten (war da schon um die 20 genaues alter wusste die besi auch nicht da er aus russland kommt ) er hat später immer häufiger was mit den hufen bekommen und konnte nach her nicht mehr geritten werden :( ich habe langsam den kontakt zu ihm verkleinter da ich wusste das er bald von mir gehen wir, ich bin noch im stall auf schulponys geritten und als ich irg. wann mal die pferde in die box bringen sollte war meine RB nicht auf der koppel und seine box war leer. das war schrecklich für mich. ich werde ihn nie vergessen.

lg
 
  • Wenn Pferde gehen... Beitrag #12
Oh ja das kenne ich auch wenn es schon 2 jahre her ist. Er wahr meine erste RB ein 21 jähriger deutsches reitpony schimmelwallach nur 9 Monate hatte ich das vergnügen mich um ihn zu kümmer doch dan an einem samstag morgen kam meine freundin (die dort auch reitet ) und meinte Devil sei weg. Ich hab versucht die besi anzurufen ohne erfolgt dann rief ich die stallbesitzerin an und sie bestägtikte devil wurde gestern einfach so ohne voranmeldung abgemeldet ich konnt mich noch nicht mal verabschieden heute bleiben mir nicht mehr als bilder und meine gedanke:|:051:
 
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