Hallo shia,
Grundvoraussetzung für ein harmonisches Miteinander ist eine klare Linie. Euer Hund muss genau wissen, was er darf/soll und was eben nicht.
Die Schnauze zuhalten , gleichbedeutend mit über den Fang greifen(wird unter freilebenden Wölfen, Dingos, Puwos usw. als Dominanzgeste angewendet) und wird so auch von unseren domestizierten Haushunden immer noch verstanden.
Es ist absolut wichtig die Signale des Hundes zu erkennen und natürlich richtig zu deuten.
Kleines Beispiel:
Das sogenannte "grinsen" (Lefzen hochziehen) wird immer wieder mit Agressivität verwechselt, nach dem Motto, der hat die Zähne gefletscht. Dabei ist das aber vom Hund in dem Fall keineswegs als Dominanzgeste sondern als Beschwichtigungsgeste zu verstehen.
Ich unterstelle deinem Vater keine Bosheit, aber er hat aus Hundesicht da einiges vermurkst.
Ein Hund der unter sich macht, signalisiert absolute Unterwerfung. Eine Beschwichtigungsgeste die von Welpen gegenüber Althunden angewendet wird.
Dadurch wird in der Regel eine Beisshemmung bei Alttieren erreicht. (Evtl. Ausnahmen - Hündinnen und fremde Welpen -, da diese die kleinen oft "zum fressen gern" haben.
Sein knurren ist aus meiner Sicht nichts als Unsicherheit.
Ein fest zugewiesener Platz sollte für ihn Rückzugsmöglichkeit sein und von euch allen akzeptiert werden. Zieht er sich zurück, dann lasst ihn dort in Ruhe.
Das aufreiten solltest nicht du unterbinden, sondern ggfls. der andere Hund. Wobei auch hier zwischen spielerischen aufreiten und aus Dominanzgründen unterschieden werden muss.
Bei wirklichen Dominanzproblemen sollte der Hund nur auf ein ausgeführtes Kommando hin aus der Hand gefüttert werden, keine erhöhte Sitzposition gestattet werden, keine Zerrspiele, bei Spaziergängen darf nicht er entscheiden welcher Weg genommen wird, also wo es lang geht, sondern du,... liegt er im Weg, hat er aufzustehen usw.
Nur ein Hund der genau weiss woran er ist, ist ein "glücklicher" Hund.
Es ist nicht leicht anhand deiner Schilderungen genau zu sagen, was das eigentliche Problem zwischen euch ist.
Und "Ferndiagnosen" werden dir da nicht groß weiterhelfen.
Lieben Gruss
Bettina