Ich kenne die Rangfolge so:
1. Bosal (weil es liegt ja nur auf der Nase und da ist ja gar kein Druck bei, geht aber glaube ich dann auch nur bei sehr gut ausgebildeten Westernpferden)
2. Sidepull (liegt um das Maul herum an, Wirkung auf Nase und ganz leicht auf´s Kinn, Einwirkung seitlich)
3. LG Zaum (liegt eng an Leder auf der Nase Leder/Kette am Kinn und wirkt leicht wie Hackamore nur ohne großen Hebel. hat aber trotzdem eine Hebelwirkung ist aber auch LPO unbegrenzt)
4. Hackamore (wirkt stark auf Nase und Kinn man sagt dem nach dass man damit dem Pferd die Nase brechen kann. Also schon stärkere Einwirkung durch Hebel)
5. Mechanisches Hackamore (wie normales aber mit mehr also längeren Hebeln und ja. Hab ich bei meinem Fjord im Geläde super musst aber vorsichtig sein im Anzug. Da schon sehr "scharf")
Es gibt natürlich auch noch andere aber das sind die regulären und gängigsten.
LG
Sorry, aber das ist nicht richtig.
1. Bosal
Das Bosal ist nicht nur für sehr gut ausgebildete Westernpferde und der Druck geht absolut nicht nur auf die Nase. Das wäre auch fatal. Das Bosal (bzw. die californische Hackamore, was das Gleiche ist), kann ganz unterschiedlich einwirken. Ein Pferd wird auf diese Einwirkung umgestellt. Welchen Ausbildungsstand das Pferd zu dem Zeitpunkt hat, ist vollkommen unerheblich. Man kann das Bosal daher auch zum Anreiten nehmen.
Das Bosal ist ein aus Rohhaut geflochtener ovaler Ring mit einem dicken Knoten am unteren Ende. Daher wird das Bosal vor verwendung erst geformt (das ist wichtig!). Als Zügel verwendet man ein Mecate, das ist ein ca. 7-7.5m langes Seil (meist aus Schweif- oder Mähnenhaar geflochten, es kommen aber auch Baumwolle oder Seemanstau zum einsatz, die sind glatter). Das Mecate bestimmt die Größe des Bosals und muss sorgfältig gebunden werden, denn es hat eine große Wirkung.
Die Wirkung ist entweder seitlich durch drehen des Bodals auf der Haut des Nasenbeins und seitlichem Druck oder gerade, sanft aufs Nasenbein und mehr am Unterkiefer. Beim geraden Druck wird die Hand hochgenommen und das Bosal so nach oben mit etwas Druck gedreht. Somit hat das Pferd Druck auf dem Nasenbein und Reibung auf dem Unterkiefer, evtl. sogar Druck, da dort ja auch der Knoten liegt. Das Mecate (Zügelteil) drückt auf den Unterkiefer. Daher darf das Bosal nur impulsartig eingesetzt werden. Zug auf dem Nasenbein ist ein absolutes NO GO.
2. Sidepull
Das Sidepull ist eine Mischung aus Halfter und Trense. Es ist eine Trense ohne Gebiss, sondern die Zügelringe sind seitlich angebracht. Das Nasenteil ist klassisch aus Lassoseil. Es gibt auch Varrianten aus Leder oder einem anderen weichen Material, was meiner Meinung nach kontraproduktiv ist. Ich selber habe ein Nasenteil aus Lassoseil, dass ich mich Latigoleder umwickeln ließ, damit die Haut nicht aufgescheuert wird.
Das Sidepull hat daher eine meist seitliche Einwirkung. Zug auf dem Unterkiefer des Pferdes ist nicht möglich. Zug auf dem Nasenrücken ist kontraproduktiv -es sei denn, das Pferd hat einen höheren Ausbildungsstand. Das Sidepull wirkt - wie sein Name schon sagt - seitlich ein. Das Pferd lernt, durch seitlichen Zug den Hals zu biegen, das löst und das Pferd lässt durch Lösung den Hals fallen.
Das Sidepull ist hervorragend zum Anreiten von Jungpferden geeignet, da der Zug bei entsprechender Handhaltung dem Zug am Halfter -z.B. beim Longieren (was das Pferd ja kennt) gleicht.
3. LG Zaum / Glücksrad
Hier wird nicht nur auf Nasenbein und Unterkiefer eingewirkt, sondern auch auf das Genick. Der Pferdekopf wird je nach Verschnallung gleichermaßen gestaucht. Diese Druckverteilung ist einigen Pferden angenehmer, andere leiden.
4. Hackamore
Wird mechanisches Hackamore genannt, da die klassische Hackamore ja das Bosal ist.
Das mechanische Hackamore ist in 2 Varrianten im Handel. (Punkt 4 und 5) Beide sind recht scharf, wobei eine der Varrianten auf der Nase eine dick mit Leder umwickelte Kette enthält und sehr lange Anzüge hat - extrem scharf.
Ein Nasenbein kann man mit einem mechanischen Hackamore nur brechen, wenn es falsch verschnallt ist.
Das mechanische Hackamore wirkt nicht nur auf Nasenbein und Unterkiefer ein, sondern auch auf das Genick. Es staucht den Pferdekopf.
5. Vosal
Das Vosal ist eine schärfere Form des Bosals. Der Nasenteil ist gleich, der untere Teil ist beim Vosal aus Metall, daher ergibt sich eine schärfere Wirkung auf die Unterkieferknochen und einen schärferen seitlichen Druck. Das Vosal wird von vielen Trainern zur Umstellung auf das Bosal genommen, da die Umstellung eines Pferdes auf Bosal nicht wirklich immer nett ist.
Durch das glatte Metall des Vosals kann sich die Haut des Pferdes am Unterkieferknochen auf die neue Belastund einstellen.
(Ein Vosal habe ich selber noch nie benutzt, daher ist diese Beschreibung nur von dem was mir anderen Trainer erzählt haben)
Ich selber bilde folgendermaßen aus:
Western: Sidepull, Snaffle (Wassertrense entweder einfach gebrochen und anatomisch geformt oder 3-teilig mit Kupferrolle in der Mitte) nur bis zur Nachgiebigkeit, Bosal, dann wieder Snaffle und später dann Bit (Kandarengebiss).
Englisch: Sidepull, Wassertrense (meist doppelt gebrochen mit gedrehter Mittelolive), evtl. Wassertrense (einfach gebrochen und anatomisch geformt), Kandare.
Das Anreiten mit gebisslosen Zäumungen hat den Vorteil, dass das Pferd lernt den Hals durch Lösung zu entspannen und fallen zu lassen, die Geraderichtung des Pferdes wird daher schon auf einem sehr frühen Niveau der Ausbildungsskala mit aufgenommen und gefördert, die Findung des Gleichgewichts unter dem Reiter wird gefördert, die Schultern des Pferdes werden gleichermaßen hochgenommen, außerdem kann man immer wieder darauf zurückgreifen wenn das Pferd große Probleme beim Zahnwechsel haben sollte und ein Gebiss für längere Zeit ablehnt. Umstellungspferde werden anfangs wie Jungpferde geritten.
Das Anreiten bzw. die Umstellung dauern zwar anfangs etwas länger, das Ergebnis ist allerdings stabiler und das Pferd macht später in der Ausbildung sehr viel schnellere Fortschritte. Da der Anfang (Fundament) reell war und dem Pferd nicht schon durch Kleinigkeiten (kleine Tricks und Paraden) geholfen wurde.