komische "Hochspringen" - Was meint er wohl?

Diskutiere komische "Hochspringen" - Was meint er wohl? im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Hallöchen!;) Mein (bald)4 jähriger Golden Retriever Rüde Henry "springt"(er stellt sich erst auf die Hinterbeine und stütz sich dann mit den...
  • komische "Hochspringen" - Was meint er wohl? Beitrag #1
Canavar

Canavar

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Hallöchen!;)

Mein (bald)4 jähriger Golden Retriever Rüde Henry "springt"(er stellt sich erst auf die Hinterbeine und stütz sich dann mit den Vorderpfoten an mir ab) an mir hoch, in Bestimmten Situationen hoch und verharrt dann so. (Er ist dann fast genauso groß wie ich)
Es ist auch kein besteigen und wenn er mir dann so gegenüber steht, ist er vom Gesicht her eher beschwichtigend und unsicher. Er schaut mich nicht direkt an, zwinkert oft und wenn ich in anspreche guckt er weg und leckt sich über die Oberlippe. Wenn ich einfach weitergehe klappt das auch eigentlich immer und er nicht nochmal hoch.
Ich würde unglaublich gerne wissen, was genau er sich dabei denkt, wo das Problem liegt und was ich machen/bzw. wie ich reagieren soll.


Die Situationen in denen das schon passiert ist:

-Ich hab leider nicht gesehen, dass ein Zaun, den ich an dem ich sonst oft vorbei gelaufen bin jetzt neu mit Strom ausgestattet ist. Henry ist an den Zaun gekommen und war total verunsichert, als ich weitergehen wollte "stellt" er sich dann vor mich und als ich ihn dann ignoriert habe und weiter laufen wollte, hat er das bestimmt noch so drei mal gemacht und ist dann aber mitgekommen.

-Ich habe zum ersten mal Leinenführigkeitsübungen(war und ist bei ihm eigentlich nicht nötig) gemacht und bin mit Henry im Kreis gelaufen und wenn ich abbog muss sollte Henry eigentlich meiner Körpersprache folgen. Ich glaub er hat auch nicht verstanden was ich von ihm wollte ist rückwärts gegangen und als es ihm zu unangenehm wurde wieder "hochgesprungen" und stand dann da erstmal.

-Das Hänschen hat 4 freilaufende Hündinnen entdeckt von denen mindestens 2 läufig wahren. Er war an der Leine und hat sich hingesetzt und wollte nicht mehr weiter. :roll: Da ich keine Lust hatte Henry zu ziehen habe ich ihn Sitzen lassen, hab mich neben ihn gestellt und wollte ihn dann mit gutem Zureden und Körpersprache zum weiterlaufen bringen. Das ging auch kurz und dann kam wieder dieses komische festhalten. Ich hab ihn dann ignoriert und bin weitergegangen, was auch geklappt hat.

-Er hatte einmal vor einer Frau Angst die uns mitten in der Nacht angesprochen hat(war auch alkoholisiert) und hat sich dann wieder an mir festgehalten.


Henry ist sonst sehr liebes Riesenbaby, hört zu 99% ist im Sozialverhalten sehr entspannt und wird auch ordentlich ausgelastet.

Nur ich frag mich was er mir jetzt genau sagen will, weil er wenn ich nichts mache, dann auch in dieser Position verharren würde.
Da er es auch bei den Hündinnen gemacht hat, würde ich jetzt nur Angst ausschließen, aber vielleicht Stress? Wahrscheinlich hat es auch etwas mit Kontrolle zu tun, obwohl Henry überhaupt nicht der Typ dafür ist...


Das Springen, passiert zwar sehr sehr selten, mich interessiert nur wirklich, ob jemand von euch vielleicht weiß was er da macht und ob es einen Namen für dieses Verhalten gibt?

Ich danke euch schon einmal im Voraus, dass ihr euch meinem so wenig Spektakulären Thema annehmt ;)

Liebe Grüße!
 
  • komische "Hochspringen" - Was meint er wohl? Beitrag #2
Huhu,

ich denke, du hast es im Kern schon richtig erkannt: Er ist unsicher. Er weiß nicht, was er in den Situationen mit sich anfangen will und erwartet Führung von dir, die aber scheinbar nicht ausreichend kommt. Eni Tipp direkt fällt mir gerade leider nicht ein, weil das in jeder Situation unterschiedlich aussehen kann und die notwendige Führung auch bei jedem Hund anders aussehen kann. Biete ihm in solchen Situationen doch eine Alternative an, die ihm Sicherheit gibt -- ein kleines Spiel, ein einfaches Kommando o.ä..
 
  • komische "Hochspringen" - Was meint er wohl? Beitrag #3
Off-Topic
Merlin springt immer hoch, wenn wir reinkommen, damit will er uns begrüßen. Ein Hund möchte nämlich an die Lefzen vom Menschen und an die Kommt er nicht dran. Wir müssen dann ein paar Schritte nachvorne gehen... Kann man aber nicht mit deiner Situation vergleichen, man muss immer individuell handeln.. Ich würde mal eine kompetente/n Hundetrainer/in fragen oder hinzuziehen, die wissen meist etwas mit der Situation des Hundes anzufangen.
 
  • komische "Hochspringen" - Was meint er wohl? Beitrag #4
Hallo,
das Hochspringen beim Begrüßen - so nett es ist "willkommen" geheißen zu werden, ist ganz klar frech, fordernd und man sollte es nicht dulden - oder gar unterstützen. Der nächste Schritt hier wäre dann ein Sprung und kleiner Biss ins Gesicht.....gar nicht gut.
So begrüßt auch kein Hund seinen Rudelführer wäre dieser kein Mensch- der würde dem ziemlich klar und deutlich zeigen , daß dies nicht erwünscht ist.

Canavars Hund scheint - wie sie es erzählt teils aus Unsicherheit, teils aus fordern hoch zu springen und dort am Liebsten zu verweilen. Das solltest du auch versuchen zu unterbinden. Es mag einen ja pleasen , wenn so ein großer Hund "Schutz" bei seinem Menschen sucht - und ihn geradezu auffordert : Tu was, mach was...hilf mir. Doch gleichzeitig heißt es auch, daß edr Hundeführer in diesem Moment nicht genügend Stärke und Führung bewiesen hat.:silence:

Aber das kann schnell nach hinten losgehen.Zum einen ist diese Körperhaltung des Hundes sehr unnatürlich und auch recht ungünstig. Er bietet der Gefahr ja geradezu Rücken und die verletztliche Seite an....das werden die meisten anderen Hunde falsch verstehen -da er gleichzeitig auf zwei Beinen ja auch noch größer ist und mit deiner Nähe plötzlich an "Macht" gewinnt - obwohl er gerade total unsicher ist. Meiner Meinung nach eine sehr ungünstige Kombination.

Ich schließe mich Mischlings Lösungsvorschlag an - nicht dulden, und gleichzeitig Alternative anbieten. Ängste bei einem Hund machen ihm mega Stress - deshalb würde ich immer mit dem Gegenstand der Angst - gegen sie Arbeiten.

Beispiel alkoholisierte Frau - beherzt und klar und stark weitergehen - kein Kommando , kein armer Henry - einfach zeigen - du bist bei mir...geh mit mir und alles ist gut. Wenn ihr an der Gefahr vorbei seit - Loben , Leckerli....

LG Suno
 
  • komische "Hochspringen" - Was meint er wohl? Beitrag #5
Ich denke auch, das er in den beschriebenen Situationen unsicher ist.
Versuche deinem Hund insgesamt in eurer Beziehung mehr Sicherheit zu geben und euer gegenseitiges Vertrauen zu stärken.

Unterbinden würde ich es nicht unbedingt - denn nur solange er es macht, weißt du, das er immer noch unsicher ist.
Aber es müsste noch mehrere Anzeichen geben....

Ich finde es auch nicht so gefährlich, wie suno es beschrieben hat - insgesamt will er dich ja nicht in Frage stellen, sondern "fragt" dich, wie er sich in solchen momenten verhalten/reagieren sollte.... oder teilt dir mit, dass für ihn etwas "nicht stimmt".
Nicht jedes Verhalten unserer Hund läuft nur darauf hinaus, "dominant" zu sein....
Diese Dominanzthese ist bereits seit Jahren widerlegt

Noch ein Tipp:
Nicht mit ihm reden oder ihn ignorieren bedeutet immer auch keine Kommunikation!

Hund/Mensch oder Hund/Hund-Kommunikation ist sehr vielschichtig und spielt sich noch auf Ebenen ab, wo der Mensch gar nichts mitbekommt..... Mehrhundehalter kennen das bestimmt.....

Leckerchen, wenn ihr gemeinsam die Situationen gemeistert habt, sind nicht notwendig, ich selbst lobe meine Hunde mit der Stimmer oder mit einem Streichler... halte ich insgesamt für effektiver..... aber jeder, wie er es für richtig hält...
 
  • komische "Hochspringen" - Was meint er wohl? Beitrag #6
Dem Gedanken mit der Unsicherheit schließe ich mich ebenfalls an.
Mein Goldie "springt" zwar nicht an mir hoch, würde aber am liebsten in mich rein krabbeln, wenn sie könnte. Sobald wir auf andere Hunde treffen und sie unsicher ist klebt sie an mir dran und guckt was ich mache. Würde ich stehen bleiben oder sonstiges würde sie wahrscheinlich noch unsicherer werden. Ich gehe einfach "erhobenen Hauptes" vorbei, grüße evtl. noch aus freundlichkeit und damit ists getan. Kaum sind wir dran vorbei entspannt sie sich auch wieder :)

Unterbinden würde ich es nicht unbedingt - denn nur solange er es macht, weißt du, das er immer noch unsicher ist.
Aber es müsste noch mehrere Anzeichen geben....

Es gibt ja 1-2 Anzeichen so wie ich das richtig verstanden habe.
Nicht direktes anschauen mit Zwinkern und über die Lefzen lecken ist ebenfalls ein Zeichen für Unsicherheit. Kann natürlich auch z.B. Langeweile bedeuten, aber in dem Fall wohl eher unwahrscheinlich würd ich mal behaupten :mrgreen:
 
  • komische "Hochspringen" - Was meint er wohl? Beitrag #7
@MilkyWay04
Es gibt ja 1-2 Anzeichen so wie ich das richtig verstanden habe.
Nicht direktes anschauen mit Zwinkern und über die Lefzen lecken ist ebenfalls ein Zeichen für Unsicherheit. Kann natürlich auch z.B. Langeweile bedeuten, aber in dem Fall wohl eher unwahrscheinlich würd ich mal behaupten

Ja, und das macht er doch scheinbar nur, während dem Anspringen... so habe ich es verstanden:eusa_think:
 
  • komische "Hochspringen" - Was meint er wohl? Beitrag #8
Hallo,

also von Dominanz habe ich kein Wort geschrieben - davon muss mich distanzieren. Im Gegenteil ich halte das ganze Dominanz Gedöns für extrem über bewertet und gefährlich vereinfacht. (s. mein Beitrag "die Alpha -Lüge)

Dennoch bin ich der festen Überzeugung, daß man Unerwünschtes unterbinden sollte - woher soll der Hund denn wissen wenn etwas nicht gewollt wird.

Noch ein Tipp:
Nicht mit ihm reden oder ihn ignorieren bedeutet immer auch keine Kommunikation!

Eventuell hast du dich lediglich mit dieser Aussage nur etwas kurz gefasst - so daß ich sie miss verstehe. Ich bin absolut kein Befürworter unbedacht und sporadisch eingesetzter Ignoranz.
Denn, im Gegensatz zu deiner Aussage, ist Ignoranz eine sehr bedeutsame und schwierige Formen von Kommunikation. Kommunikation hat nichts mit "reden" zu tun - sondern mit einem Austausch von Signalen bzw. Informationen.

Wenn man - und nochmal das sollte man nur sehr sehr bewußt und wenig einsetzten - als Kommunikations - Mittel das Ignorieren einsetzt - übermittelt man seinem Gegenüber (egal ob Mensch oder Tier) sein Missfallen und - auch seine Überlegenheit. Allerdings ist dies immer ein sehr tiefgreifendes und durchaus verletzendes Kommunikations - Mittel.

Es ist auch ein Unterschied ob ich eine Aktion ignoriere - und parallel eine Alternative anbiete. Oder ob man das gegenüber (Tier/Mensch) im Ganzen Objekt ignoriert.

Hund/Mensch oder Hund/Hund-Kommunikation ist sehr vielschichtig und spielt sich noch auf Ebenen ab, wo der Mensch gar nichts mitbekommt....

Da gebe ich dir Recht....man kann allerdings mit viel Zeit, erlerntem Wissen und Üben sehr viel mit und über Tie-Mensch Verhaltensweisen erfahren. Wegen dieser Aussage, die so wahr ist , glaube ich auch deinen vorgehenden Satz lediglich miss verstanden zu haben.Denn wenn man sie einmal richtig beobachtet - wird man sehen , daß Hunde sehr gezielt und bewundernswert erfolgreich, Ignoranz als "Kommunikations -Mittel" einsetzen.


LG Suno
 
  • komische "Hochspringen" - Was meint er wohl? Beitrag #9
Danke erstmal für die vielen vielen Antworten und Entschuldigung für die so späte Antwort!;)

@Suno: er hat es bis jetzt noch nie gemacht als Hunde in akuter Nähe waren, da die Hündinnen mindestens 25m entfernt waren und dort gespielt haben

Ich habe ihn bis jetzt immer Ignoriert, ihn weggeschoben(bis auf einmal um zu schauen, was wäre wenn) und weitergelaufen. Wenn er wieder normal neben mir gelaufen ist wurde er dann aber auch gelobt. Das hat eigentlich immer sofort geklappt und er wirkt dann aber auch nicht weiter unsicher (außer bei dem Stromzaun, aber das war ja wirklich nicht schön..)
In den letzte Jahren ist es aber genau diese 4 mal vorgekommen, also kein Problem, mit dem wir beide täglich zu kämpfen haben.

Das Hänschen ist generell sehr unsicher seid dem ich ihn habe..
Aber eigentlich orientier er sich sehr an mich, wenn beispielsweise ein sehr dominanter Hund kommt und Henry sich dadurch verkrampft, sage ich (peinlicherweise!! :p ) "wedelwedelwedel" und er beruhigt sich und reagiert dann völlig entspannt
Was auch oft passiert, wenn er zum Beispiel "nur" eine Klette im Fell hat und ihn an der Haut zuppelt, humpelt er theatralisch zu mir mit seinem jaul-brumm-Protestton wirft sich auf den Rücken und wartet bis "ich dann mal gemacht hab"

Generell finde ich das sehr gut gerade weil er jeden Sommer leider ein bis zwei Hotspots im Gesichtbereicht bekommt(haben schon alles Versucht, versch. Behandlung, Tierärzte,Test usw. ohne wirklichen Erfolg und richtiger Diagnose) und sich sonst entweder alles aufkratzen würde oder er die ganze Zeit mit Halskragen rumlaufen müsste.. Er hat aber fast sofort gelernt, dass er sich melden muss und ich dann für ihn "kratzte".
Ich glaube aber, dass er sich jetzt langsam zu einem kleinen Hypochonder entwickelt :roll: (lieber das, als blutiger Henry :()

Sonst macht er aber keine Probleme, seine Latenz zur Unsicherheit ist zwar da, aber er ist mit der Zeit und viel Training eigentlich sehr ruhig geworden, außer eben ab und an, aber dann ist eigentlich relativ schnell alles wieder ok.
Könnte er sich dieses A-Typische Anzeigen von Unsicherheit, bei einem Trick von mir angeeignet haben, da er an sich einen Trick hat bei dem er auch in der Luft kurze Zeit "Stehen" muss..? :| Woran ich mich jetzt auch erinnere, dass Henry beim Springen gleichzeitig ruhig-wedelt(so wie wenn er entspannt/devot ist und es ihm gut geht), sodass er vielleicht auch denkt er tut mir gerade einen gefallen? :eusa_eh:

Liebe Grüße!
 
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