- Angst - oder besser gesagt Trauma? Beitrag #1
Chat_Sauvage
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Hallo ihr Lieben,
eigentlich bin ich bei euch eher weniger unterwegs, da ich nicht so oft zum Reiten komme, aber jetzt beschäftigt mich ein akutes Problem.
Seit ca. 3 Monaten habe ich eine neue RB auf einem Haflinger. Ausgebildet ist er klassich - barock. Er reagiert im Allgemeinen sehr fein auf Hilfen und ist sehr empfindlich, wenn man im Maul härter wird.
Anfänglich lief alles gut mit ihm und mir. Klar, ich war den Reitstil nicht gewohnt und er hat mich zuerst an der Nase herum geführt, aber es wurde immer besser.
Vor kurzem gab es aber einen kleinen Zwischenfall, der alles wieder verändert hat. Aus welchem Grund auch immer, war er an diesem Tag sehr aufgebracht. Normalerweise fällt er eher in das Haflinger - Klischee, aber da absolut nicht. Gut, er ist sonst auch sehr oft vom hinteren Teil des Platzes aus nach vorne getrabt, um am Gatter stehen zu bleiben. Das aber nur, weil er dachte 'jetzt reichts aber für heute, es gibt Futter!'
An diesem besagten Tag wollte ich ihn gar nicht erst zum Stehen kommen lassen, um die Chefrolle ein für alle mal zu klären.
Das fand er aber absolut nicht witzig und ist schnurstracks weiter getrabt, total aufgebracht und nervös.
So, in diesem Moment hat sich bei mir im Kopf ein Schalter umgelegt.
Es gab in meiner Vergangenheit ein Schlüsselerlebnis, welches mir noch heute oft zum Verhängnis wird.
Damals bin ich eine New-Forest Ponystute geritten. Eigentlich sehr brav, in der Halle hatte ich nie Probleme. Dann war ich einmal mit einer Freundin im Gelände. Zu der Zeit hatten wir noch keine Steigbügel, also bin ich einfach ohne mit.
Nun, mir hat leider keiner gesagt, dass die Ponys im Gelände eine Art 'Rennstrecke' haben...
Ich war unvorbereitet, keine super Reiterin..keine Steigbügel und die Stute prescht los, ohne jegliche Vorwarnung.
Nach ca. 3 Minuten, unter vom Wind tränenden Augen, war ich mit meiner Kraft am Ende und konnte mich nicht mehr halten. Also bin ich kurzerhand freiwillig abgesprungen, um Schlimmeres zu vermeiden.
Nach diesem Sturz war es mit mir und dem Pony zu Ende. Drei mal noch hat es mich abgeschmissen, nicht mehr so dramatisch, aber zwischen uns hat nichts mehr funktioniert. Ich wollte es noch einmal versuchen, aber meine innere Angst und die Unsicherheit waren zu groß und das Pony war sehr feinfühlig..
Jedenfalls hatte ich sofort dieses Erlebnis im Kopf, als der Haflinger total nervös umher getrabt ist und sich nicht mehr bremsen lies. Aus purer Aufregung und Panik habe ich kurz in die Zügel gefriffen - großer Fehler. Er war noch aufgebrachter als vorher.
Als er dann 5 Minuten später ruckartig zum stehen kam, bin ich so schnell wie noch nie abgesprungen...und da stand ich dann, zitternd und mit Herzrasen.
Vorgestern, eine Woche danach, wollte ich es wieder wagen. Mit auf dem Platz war ein zweiter Wallach, aber die Besitzerin versichterte mir, dass es mit den beiden klappen wird und sie auch dabei ist, nach dem letzten Vorfall.
Ich also aufgesessen, losgeritten und zack - meiner klebt dem anderen Wallach voll am Hintern. Nicht nur ein bisschen, der saß schon fast drauf. Mein Schalter im Kopf hat sich wieder umgelegt, weil Herkules nervös wurde. Er hat wohl meine Unsicherheit gespürt und dich deshalb so an den anderen Wallach geklammert. Die Besitzerin hat dem anderen Mädchen gesagt, sie soll Herkules mit der Gerte von ihrem Pferd wegscheuchen.
Ich dachte mir nur 'oh Gott...oh Gott...fuchtel dem nicht mit der Gerte im Gesicht rum...gleich dreht er noch durch'.
Herkules hat das aber nicht gejuckt, er hat den anderen Wallach noch mehr bedrängt, worauf ich dann noch zusätzlich Schiss hatte, dass dessen Hinterufe gleich in seinem Gesicht landen. Aber nein, der andere hatte die Ruhe weg.
Immer wenn ich Herkules kurz davor hatte, anders abzubiegen, hat er eine ruckartige Wendung hingelegt und ist wieder zu Nico gerast. Am liebsten hätte ich wieder einen Notabstieg hingelegt. Ich war total aus dem Häuschen, am Zittern und habe die Besitzerin angefleht, mich doch endlich absteigen zu lassen.
Sie hat mich dann kurz an die Longe genommen zur Beruhigung und um mir mit Herkules zu helfen, da ich doch auch sehr unbeholfen war, was die richtige Hilfen angeht. Danach haben wir einfach nur geübt (auch gut für Herkules) mal ruhig stehen zu bleiben, ohne dem anderen Wallach nach zu laufen.
Gut dachte ich, das wars endlich. Aber von wegen, sie wollte, dass ich es noch mal versuche. Also hab ich all meinen Mut zusammen genommen. Sie ist neben mir her gelaufen, was mir eine gewisse Sicherheit gegeben hat und mit ganz viel Anstrengung und Konzentration habe ich es geschafft, ihn immer rechtzeitig abzuwenden und ruhig zu bekommen.
Stolz war ich, aber viel mehr froh, endlich da runter zu dürfen.
Sobald es nur annähernd so aussieht, als würde mir ein Pferd unterm Hintern davon laufen, bekomme ich Panik.
Bei dem Gedanken, am Freitag wieder in den Sattel zu steigen, wird mir schon fast schlecht, obwohl ich früher mit so viel Leidenschaft geritten bin und es mir dann auch gefehlt hat, als ich ca. ein Jahr nicht mehr mit Pferden zu tun hatte.
Habt ihr vielleicht Tips, wie ich diese Angst am besten schnell überwinde und nicht schon eine Woche zuvor Bauchschmerzen bekomme?
Und was denkt ihr überhaupt, ist es für mich sinnvoll, dort weiterzureiten?
Danke im Voraus!
eigentlich bin ich bei euch eher weniger unterwegs, da ich nicht so oft zum Reiten komme, aber jetzt beschäftigt mich ein akutes Problem.
Seit ca. 3 Monaten habe ich eine neue RB auf einem Haflinger. Ausgebildet ist er klassich - barock. Er reagiert im Allgemeinen sehr fein auf Hilfen und ist sehr empfindlich, wenn man im Maul härter wird.
Anfänglich lief alles gut mit ihm und mir. Klar, ich war den Reitstil nicht gewohnt und er hat mich zuerst an der Nase herum geführt, aber es wurde immer besser.
Vor kurzem gab es aber einen kleinen Zwischenfall, der alles wieder verändert hat. Aus welchem Grund auch immer, war er an diesem Tag sehr aufgebracht. Normalerweise fällt er eher in das Haflinger - Klischee, aber da absolut nicht. Gut, er ist sonst auch sehr oft vom hinteren Teil des Platzes aus nach vorne getrabt, um am Gatter stehen zu bleiben. Das aber nur, weil er dachte 'jetzt reichts aber für heute, es gibt Futter!'
An diesem besagten Tag wollte ich ihn gar nicht erst zum Stehen kommen lassen, um die Chefrolle ein für alle mal zu klären.
Das fand er aber absolut nicht witzig und ist schnurstracks weiter getrabt, total aufgebracht und nervös.
So, in diesem Moment hat sich bei mir im Kopf ein Schalter umgelegt.
Es gab in meiner Vergangenheit ein Schlüsselerlebnis, welches mir noch heute oft zum Verhängnis wird.
Damals bin ich eine New-Forest Ponystute geritten. Eigentlich sehr brav, in der Halle hatte ich nie Probleme. Dann war ich einmal mit einer Freundin im Gelände. Zu der Zeit hatten wir noch keine Steigbügel, also bin ich einfach ohne mit.
Nun, mir hat leider keiner gesagt, dass die Ponys im Gelände eine Art 'Rennstrecke' haben...
Ich war unvorbereitet, keine super Reiterin..keine Steigbügel und die Stute prescht los, ohne jegliche Vorwarnung.
Nach ca. 3 Minuten, unter vom Wind tränenden Augen, war ich mit meiner Kraft am Ende und konnte mich nicht mehr halten. Also bin ich kurzerhand freiwillig abgesprungen, um Schlimmeres zu vermeiden.
Nach diesem Sturz war es mit mir und dem Pony zu Ende. Drei mal noch hat es mich abgeschmissen, nicht mehr so dramatisch, aber zwischen uns hat nichts mehr funktioniert. Ich wollte es noch einmal versuchen, aber meine innere Angst und die Unsicherheit waren zu groß und das Pony war sehr feinfühlig..
Jedenfalls hatte ich sofort dieses Erlebnis im Kopf, als der Haflinger total nervös umher getrabt ist und sich nicht mehr bremsen lies. Aus purer Aufregung und Panik habe ich kurz in die Zügel gefriffen - großer Fehler. Er war noch aufgebrachter als vorher.
Als er dann 5 Minuten später ruckartig zum stehen kam, bin ich so schnell wie noch nie abgesprungen...und da stand ich dann, zitternd und mit Herzrasen.
Vorgestern, eine Woche danach, wollte ich es wieder wagen. Mit auf dem Platz war ein zweiter Wallach, aber die Besitzerin versichterte mir, dass es mit den beiden klappen wird und sie auch dabei ist, nach dem letzten Vorfall.
Ich also aufgesessen, losgeritten und zack - meiner klebt dem anderen Wallach voll am Hintern. Nicht nur ein bisschen, der saß schon fast drauf. Mein Schalter im Kopf hat sich wieder umgelegt, weil Herkules nervös wurde. Er hat wohl meine Unsicherheit gespürt und dich deshalb so an den anderen Wallach geklammert. Die Besitzerin hat dem anderen Mädchen gesagt, sie soll Herkules mit der Gerte von ihrem Pferd wegscheuchen.
Ich dachte mir nur 'oh Gott...oh Gott...fuchtel dem nicht mit der Gerte im Gesicht rum...gleich dreht er noch durch'.
Herkules hat das aber nicht gejuckt, er hat den anderen Wallach noch mehr bedrängt, worauf ich dann noch zusätzlich Schiss hatte, dass dessen Hinterufe gleich in seinem Gesicht landen. Aber nein, der andere hatte die Ruhe weg.
Immer wenn ich Herkules kurz davor hatte, anders abzubiegen, hat er eine ruckartige Wendung hingelegt und ist wieder zu Nico gerast. Am liebsten hätte ich wieder einen Notabstieg hingelegt. Ich war total aus dem Häuschen, am Zittern und habe die Besitzerin angefleht, mich doch endlich absteigen zu lassen.
Sie hat mich dann kurz an die Longe genommen zur Beruhigung und um mir mit Herkules zu helfen, da ich doch auch sehr unbeholfen war, was die richtige Hilfen angeht. Danach haben wir einfach nur geübt (auch gut für Herkules) mal ruhig stehen zu bleiben, ohne dem anderen Wallach nach zu laufen.
Gut dachte ich, das wars endlich. Aber von wegen, sie wollte, dass ich es noch mal versuche. Also hab ich all meinen Mut zusammen genommen. Sie ist neben mir her gelaufen, was mir eine gewisse Sicherheit gegeben hat und mit ganz viel Anstrengung und Konzentration habe ich es geschafft, ihn immer rechtzeitig abzuwenden und ruhig zu bekommen.
Stolz war ich, aber viel mehr froh, endlich da runter zu dürfen.
Sobald es nur annähernd so aussieht, als würde mir ein Pferd unterm Hintern davon laufen, bekomme ich Panik.
Bei dem Gedanken, am Freitag wieder in den Sattel zu steigen, wird mir schon fast schlecht, obwohl ich früher mit so viel Leidenschaft geritten bin und es mir dann auch gefehlt hat, als ich ca. ein Jahr nicht mehr mit Pferden zu tun hatte.
Habt ihr vielleicht Tips, wie ich diese Angst am besten schnell überwinde und nicht schon eine Woche zuvor Bauchschmerzen bekomme?
Und was denkt ihr überhaupt, ist es für mich sinnvoll, dort weiterzureiten?
Danke im Voraus!