Vorfall Rumänien & Vermehrer

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suno

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Hallo,
ich muss mir mal was von der Seele reden:

Vermehrer - Unseriöse Züchter sind uns natürlich alle ein Dorn im Auge.
Immer wieder ließt man hier und woanders auch entweder seriöser Züchter oder:

Ja oder was ?

Nothunde, Hunde aus der Auslandsrettung, Hunde aus dem TH, die wiederum aus Spanien, Rumänien, Türkei, Frankreich , Polen etc kommen.

Eine These, die mir immer wieder in den Sinn kommt - und,bitte nicht falsch Verstehen dies ist KEIN Angriff auf Menschen die sich eines solchen Tieres annehmen:

Ist das nicht ein wenig kurzsichtig und auch ein wenig unüberlegt. Diese armen Geschöpfe, dass sie das sind, da sind wir uns einig, woher kommen sie denn? - Wenn nicht von Vermehrern, unseriösen "Züchtern" (Geldmachern) und schlechter Tierhaltungs Politik.

Unterstützt man dann nicht diese Vermehrer und besagte Politik, vom denen wir hier immer wieder angewidert abraten? Klar, die Zwischenstation Tierhilfe / Pflegestelle etc. macht das ein bißchen weniger falsch.
Doch im Prinzip könnte man auch gleich nach - sagen wir Polen fahren, zu einem Hof auf dem ein Vermehrer die armen Hund für 20 Euro gerne hergibt um darauf hin noch mehr zu produzieren?
Oder wenn man sich ein aus solcher "Produktion" stammendes weggeworfenes Wesen annimmt - macht man dann nicht Platz für eine Neues?

Ist es nicht so, daß solange es eine gewisse Nachfrage, wenn auch in bester Absicht, nach Hunden aus diesen Händen besteht - diese Hände nicht aufhören werden solche armen Wesen her zu stellen?
Und ist es nicht logisch, daß Länder ihre Politik gegenüber Tierhaltung nicht ändern werden - solange andere sich ihrer Folge Probleme und nicht deren Auslöser annehmen?

Ja und da fängt mein Dilemma und ich denke das vieler von euch an.

Im Prinzip müßte man zunächst soziale und politische Misstände in besagten Ländern bekämpfen - um diesen Menschen überhaupt die Möglichkeit zu geben sich mit dem Thema Tierschutz zu beschäftigen - denn die meisten von diesen Menschen können nicht einmal sich selbst schützen und erwarten auch gar keine Hilfe mehr von außen.

Furchtbarstes Beispiel, jüngst in Rumänien.

Die dort wild lebenden und freilaufenden Hunde sind eine direkte Folge der unsäglichen (Wohnungs-) Politik des Diktators Ceausescus.
Quelle; MieterEcho 331/Dezember 2008: Immobilienwirtschaft zerfrisst Altstadt / ww.bmgev.de/mieterecho/331/21-bukarest-jb.html

Sozialbauten entstanden, Bauern und Landleute (über 80 % der Bevölkerung) wurden enteignet...in den neue Wohnsilos waren Hunde schlichtweg verboten und aus der Not heraus ließen tausende Menschen ihre Tiere einfach frei. (Man muss auch sagen daß, neben der extremen hohen Armut,Not und Hunger der Bildungsstand erschreckend niedrig ist.....)

Die "Mensch - Vermehrungspolitik " ( auch Famileinpolitik genannt ) des Diktators brachte letztendlich eine Unzahl an Straßenkinder hervor ...unsäglichlichs Leid für die kleinen Menschen und halt auch für die Tiere...
[h=2]Quelle, [/h]Wer schon einmal dort war (oder in ähnlichen Ländern) weiß was Armut und Ohnmacht bedeutet.

Gleichzeitig kann man, so wie ich, als in Wohlstand und dem sozialen Geflecht Deutschland aufgewachsen nicht wirklich nach voll ziehen warum Menschen,denen es selbst schlecht geht - Tiere noch schlechter behandeln.
Eigentlich ist das ein Absurdum , doch scheint die Mehrheit der Menschen so gestrickt

Ach je, es ist ein Drama ohne Gleichens, eine Katze die ihren eigenen Schwanz jagt.....

LG Suno
 
  • Vorfall Rumänien & Vermehrer Beitrag #2
Hey Suno,

ich verstehe deine Gedankengänge und sehe es im Grunde genommen recht ähnlich. Ich finde allgemein dieses "Tiere retten" ist zu einer Modeerscheinung verkommen mit der man mehr kaputtmacht als richtet.

Habe ja selber Familie in Polen, und auch da haben wir ein gewisses "Streunerproblem". Dazu kommen natürlich die Billigwelpen.

Andererseits: Ob wir die Hunde nun aus dem Heim/ von der Straße holen oder nicht. Was hindert Vermehrer daran den vorhandenen Wurf "auf die Straße" zu setzen wenn er sich nicht verkauft und den nächsten zu produzieren? Solange auch nur ein Hauch der Möglichkeit besteht die Hunde verkauft zu bekommen wird dies nicht enden. Da diese Welpen kaum Kosten verursachen wird einfach ein Zehner mehr auf den Preis des nächsten Wurfes addiert- ist immer noch abartig "günstig".

Dass es in Rumänien wirklich menschen- und auch tierunwürdig zugeht glaube ich gern sofort. Allerdings ist es doch auch so- im Grunde genommen können wir ja doch nichts ändern. Was soll eine Familie in D oder Ö ändern damit es einer Familie in Rumänien besser geht?
Irgendwo ist jedes Land selber verantwortlich für sein Geschick und seine Zukunft, wir KÖNNEN nicht immer überall dabei sein und "Mami spielen". Zudem sieht man was dieses "an der Hand führen" bringt- sobald das starke Land weg ist. Siehe Indien/Afrika nach Abzug der Kolonialmächte. Da ging es Jahrzehnte drunter und drüber vom Feinsten... Hilfe zur Selbsthilfe sollte da das Motto sein.

Jegliche Boykottierung und auch jeglicher Ausdruck unseres Unmutes was da drüben nun passiert trifft nämlich sowieso nicht die Verantwortlichen (Politiker) sondern nur die Bevölkerung die es sowieso schon schwer genug hat.

Im Grunde genommen wäre also eine Lösung für das "Streunerproblem": Kastrieren, Bewohner aufklären und auch Leute in "wohlhabenden" Ländern über die Problematik der "Wühltischwelpen" informieren. Mit dem massenweisen herkarren der Hunde werden wir auf Dauer nichts erreichen solange im Heimatland selber noch tausende unkastrierte Hunde herumlaufen und sich munter vermehren.
 
  • Vorfall Rumänien & Vermehrer Beitrag #3
Ich bin schon etwas länger der Meinung das wir keine Auslandstiere mehr ´retten´ sollte. Die drüben ändern gar nichts und wir sind die dummen die noch mehr Tiere durchfüttern obwohl unsere Tierheime platzten. Versteht mich nicht falsch, würde ich können würde ich alle Tiere dieser Welt aufnehmen, ein Heim und Essen geben, geht aber nicht. Noch weniger kann man helfen in dem man die Probleme nur aus den Weg karrt. Man muss dort helfen wo das Problem entsteht.
Warum sollten die drüben was ändern, wenn Deutschland ja einspringt und alle Probleme wegholt (nur das durch unkastrierte Tiere sich wieder vermehren und alles von vorne beginnt)? :eusa_think:
 
  • Vorfall Rumänien & Vermehrer Beitrag #4
Hey Suno,

die Thematik ist schon wichtig, da stimme ich zu. Ich habe aber folgende Erfahrungen gemacht: Diese Hunde waren einst mal gekauft worden. Dann kamen sie durch diese Leute auf die Straße oder in Tötungsstationen. Ganz wenige - und meist nur durch Hand unseriöser Tierschutzvereine - kaufen Tiere frei. Freikaufen sollte man tatsächlich nicht unterstützen. Für die Tiere - die in der Regel (seriös) nach Deutschland kommen - wird kein Geld mehr an die Vermehrer oder Misshandler gezahlt. Das wurde bereits von Menschen getan, die vor Ort leben. So oder so wird ein Platz für Nachkommen frei gemacht. Entweder weil Tierschützer sie aufnehmen, die Tiere gnadenlos abgeschlachtet werden (vielleicht habt ihr ja den neusten Fall mitbekommen, wo 2 Straßenhunde in Rumänien angeblich einen Jungen zerfleischt haben und jetzt alle Straßenhunde durch Menschenmobs auf den Straßen bestialisch getötet werden sollen - selbst die Medien dort haben dazu aufgerufen und selbst die deutschen Medien stellen den Fall sehr einseitig dar) oder sterben in den Tötungsstationen. Wenn kein Platz mehr ist, wird Platz gemacht. Egal wie.

Das größte Problem an solchen Ländern ist die Mafia dahinter: Populationen werden absichtlich hoch gehalten, damit man mehr Tiere töten und dafür Geld kassieren kann. Auf viele Straßentiere gibt es nämlich eine Art Kopfgeld. Besonders schlimm ist das in Ländern wie Italien oder Rumänien, wo auch richtige Lager gebaut werden, wo die Tiere eingepfercht werden. Der Trick dahinter ist: Pro Hund gibt es eine tägliche Pauschale, die die "Station" erhält - je mehr Tiere sie haben, desto mehr Geld gibt es. Wie die Tiere dort "leben" mag ich aber lieber nicht beschreiben.

Um es also mal ganz hoffnungslos auszudrücken: Solange solchen Mafiagruppen nicht deren Macht genommen wird, wird sich nichts ändern. Egal, was wir tun oder lassen. Kastrationsprogramme sind nur deswegen ein Tropfen auf den heißen Stein, weil die Population extra hochgehalten wird. Das Problem hätte m.E. schon fast gelöst sein können, wenn es nicht solche Machenschaften gäbe. Traurig, aber wahr. Es ist nicht in allen Ländern so, aber in bestimmten und das macht es so traurig. Ich habe immer gerne damit argumentiert, dass es nur vorübergehend ist und man Vereine unterstützen soll, die gleichzeitig Kastrationsprogramme und Aufklärungsarbeit leisten. Denn wenn das alle durchziehen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich die Länder selbst helfen können. In solchen Ländern geht das aber kaum. Tierschützer können sich kaum noch auf das Leid der Tiere konzentrieren, sie müssen stetig politische Arbeit leisten, um solchen Machenschaften den Riegel vorzuschieben. Unnötige Arbeit - Arbeit, die nicht sein muss, wenn es diese Leute nicht geben würde, die ihre Mitlebewesen als bloße Ware und Einnahmequelle sehen. Ja, in solchen Ländern weiß ich tatsächlich nicht, wie ich noch argumentieren soll, dass man die Tierschutzarbeit (wie auch immer) unterstützen soll.

Traurige Grüße
Pewee
 
  • Vorfall Rumänien & Vermehrer Beitrag #5
Hallo Peewe,
dank Dir für den Beitrag. Ja genau, weil ich so traurig über die Gesamtsituation, den medialen Umgang und auch über meine eigene Ohnmacht bin, musste ich mir das mal von der Seele schreiben. Und mit deinem Beitrag habe ich einen weiteren Einblick erhalten - manchmal hilft es einfach zu "reden" und seine Gedanken aus zu tauschen - auch wenn man dadurch nicht gleich die Welt verändert.
lg suno
 
  • Vorfall Rumänien & Vermehrer Beitrag #6
Ich bin dagegen, blind Hunde hierher zu holen. Das tatsächlich.
Aber für "feste Abnehmer" - warum nicht.

Ich denke nicht dass man generell mit einem Auslandshund unbedingt die Vermehrer unterstützt. Der Hund der als Welpe auf der Straße gelandet ist bringt niemandem mehr etwas, und ob der da draußen noch rumläuft wenn der nächste Wurf unterwegs ist ist dem Vermehrer doch auch mehr als egal.

Wie du auch schon sagst - dieses "blinde Retten" bringt nichts. Es wird kein Ende finden, solange diese Gesellschaft nicht umdenkt und da etwas ändert. Ansonsten können wir auch in 20 Jahren noch Hunde holen...
(Und das mir, die sich einen Rumänen geholt hat :p Das war aber tatsächlich unüberlegt und noch nicht einmal geplanter Auslandstierschutz. Ich hab mich einfach nur verliebt :D )
 
  • Vorfall Rumänien & Vermehrer Beitrag #7
@Suno
...Ohnmacht...beschreibt es ganz gut, wie man sich fühlt.

Ich hatte nun soviel Text geschrieben...das wäre jedem zu Anstrengend gewesen, das zu lesen ;)

Ich fühle mich ohnmächtig dieser ganzen grausamen Geschehnisse in aller möglichen Länder.
Erst vor kurzen gab es das Entsetzen wegen der Listenhunde in Dänemark....
Es ist soviel, was tagtäglich auf einen selbst einwirkt, das man nicht weiß was man machen kann, helfen kann....
Ich ärgere mich aber so sehr, über die vielen "Gefällt-mir" Drücker beim Fratzenbuch auf, die dann meinen....irgendwas wird das schon bringen!
Dieses "Teilen" von schlimmen Meldungen oder "Like-it-wenn-du-auch-so-denkst".....:evil:
Man könnte den ganzen Tag damit verbringen irgendwelche Online-Petitionen zu unterzeichnen....
Aber was ist mit "wirklich" etwas machen?

Wie das mit euch?
Macht ihr was?
Helft ihr irgendwo aktiv mit?
 
  • Vorfall Rumänien & Vermehrer Beitrag #8
Ich finde Tierschutz richtig und wichtig.
Mir sind aber Menschen wichtiger. Und man kann nicht gegen jedes Unheil kämpfen ;) Deswegen nein, ich helfe nirgendwo mit und werde das wohl auch nicht.
 
  • Vorfall Rumänien & Vermehrer Beitrag #9
Ich stimme euch zu, es ist wirklich furchtbar, was dort passiert.
Aber man darf auch nicht außer acht lassen was wir hier in Deutschland für Probleme haben.
Neulich habe ich erst mitbekommen, wie hier in einem Nachbarort bzw. einer Nachbarstadt eine Art Kopfgeld von 50€ auf Sumpfbiber oder Nutrier ausgesetzt wurde. 50€ bekommt man, wenn man einen Schwanz (oder war es der Kopf?) abgibt.
Da wusste ich auch erstmal nicht, was ich sagen sollte.
Natürlich ist das ganze Leid, das viele Tiere im Ausland erleben, schrecklich, aber leider für uns Einzelpersonen nicht zu händeln. Da muss sich an der Politik in besagten Ländern einiges tun und ändern.
Man kann utopisch denken und sagen, dass es hilft, diese Tiere hierher zu holen, doch irgendwann steigen die Kosten für uns ins Unermessliche. Wer soll das tragen? Die, die hier selber kaum was zum leben haben?
Wir müssen uns, so schwer es auch ist, damit abfinden, dass wir nicht viel tun können. Spenden wir Geld, werden die Tiere dort freigekauft, neue werden "produziert" und es geht von vorne los. Nehmen wir die Tiere so auf, platzen die Tierheime aus allen Nähten.
Aber Ohnmacht trifft das Ganze recht gut.
 
  • Vorfall Rumänien & Vermehrer Beitrag #10
Huhu,
weil tElement gefragt hat.

Die kleinste Nichte meiner besten Freundin ist mein Schulpatenkind - ein kleines Mädchen aus einem Dorf in Ghana, ich zahle ihr das Schulgeld direkt (ist nicht so wild). Ihre Geschwister gehen ebenfalls zur Schule, alle haben Paten aus meinem Freundeskreis.
Ein privates Projekt - ich weiß genau, daß mit meiner (Geld) Hilfe genau das passiert was ich anstrebe.
Eine kleine Seele, die zunächst mal eine ordentliche Mahlzeit am Tag bekommt, lesen und schreiben lernt - auch englisch und hoffentlich dann eine Ausbildung ihrer Wahl machen kann.
In der Hoffnung, daß sie und ihre 9! Geschwister, es einmal besser verstehen und haben wie ihre Mutter.
Gott sei Dank konnte meine Freundin bzw. ihr Vater (beide aus Ghana, meine Freundin lebt aber hier) auf die Frau und den "Chief" einwirken (u.a. mit monatlicher Geld Zuwendung und persönlicher Überprüfung) - denn wer in der Schule ist kann ja nicht arbeiten.....eine der Gründe trotz bitterer Armut und Hunger, so viele Kinder in die Welt zu setzen.
Naja das ist mein einziger kleiner Tropfen auf den heißen Stein.

Ich muss gestehen für Tierhilfe spende ich nichts - weiß auch nicht warum, eigentlich eine Schande. Als sozialer Mensch versuche ich lediglich in meiner näheren Umgebung positiv aus alles was hier so rumläuft ein zu wirken....

Da muss ich schon zugeben, ich könnte schon ein bißchen mehr Initiative zeigen.

LG Suno
 
  • Vorfall Rumänien & Vermehrer Beitrag #11
Ich finde es interessant, welche Wendung ein Gespräch über das Elend der Tiere (in allen Ländern) nimmt, wenn man nach fragt, ob jemand auch real etwas dagegen tut (außer dem Knöpfchen für Online-Petitionen klicken).
Auch Infano´s Meinung kann ich verstehen, das sie Menschen wichtiger findet.
Wenn man eine Meinung hat und klar dazu steht, ist das super.

@Suno
Das Patenkind Projekt finde ich auch super. Zumal wenn du dann auch wirklich weißt, das die Hilfe dort ankommt.

Geld irgendwo hin zu spenden, mag ich persönlich gar nicht.
Jedenfalls nicht dann, wenn ich da so gar nicht weiter drüber erfahre, was damit passiert.
Wenn kümmere ich mich gerne auch persönlich mit Sachspenden. Ob bei Mensch oder Tier.
Finde es nur wichtig, das man nicht weg schaut....und irgendwas tut.
Klar, das man nun nicht jeder nach Rumänien fahren kann, um den Holzköpfen dort in den Hintern zu treten oder sämtliche Legebatteriehühnchen bei sich aufnehmen kann.
Aber jeder kann irgendwo helfen!
Armut und andere schlimme Dinge passieren schon vor unserer eigenen Türe und dort kann man auch helfen.
Es ist jedenfalls ein besseres Gefühl, wirklich und real etwas geteilt zu haben, als nur ein Knöpfchen zu drücken.
 
  • Vorfall Rumänien & Vermehrer Beitrag #12
Ich hab neulich gelesen (ich glaub das war auf der seite des örtlichen TH), dass die Tierheime diese rumänischen (oder sonstwoher) Straßenhunde brauchen. Und zwar aus dem Grund, weil die Leute hier ihre Hunde meistens ins TH bringen, wenn sie damit Probleme haben, d.h. es sind häufig anspruchsvolle Hunde oder auch ältere, von denen die Besitzer gestorben sind etc. Oder einfach sehr viele große Hunde (bei uns sind es überwiegend Schäferhunde und Rottweiler und ihre Mixe) Die Straßenhunde sind halt oftmals sehr sozial anderen Tieren gegenüber und sehr dankbar und relativ anspruchslos. Außerem sind sämtliche Größen und Farbvariationen vertreten. Diese "unkomplizierten" Hunde brauchen die Tierheime, damit ihnen die Leute nicht weglaufen sozusagen. Ein Tierheim das nur Problemhunde anbietet, wird weniger Interessenten haben als eines, das eine große Bandbreite an Tieren hat. Und so verliebt sich der ein oder andere Suchende halt doch auch mal in ein "Problemkind", das sonst wenig Chancen hätte.
Versteht ihr was ich meine? (Also ich will damit jetzt nicht sagen, dass straßenhunde keine Ansprüche hätten, nicht dass das jetzt da irgendwie rausgelesen wird ;))
 
  • Vorfall Rumänien & Vermehrer Beitrag #13
Spenden wir Geld, werden die Tiere dort freigekauft, neue werden "produziert" und es geht von vorne los.

Dem hier möchte ich ganz entschieden widersprechen! Wenn man an eine schlechte Orga gerät, dann spendet man Geld lediglich fürs Freikaufen. Eine gute Orga macht aber so viel, dass das Geld an vielen Enden gebraucht wird. Sie brauchen Geld für die Kastrationsprogramme und Öffentlichkeitsarbeit, nur so ändert sich vor Ort etwas und wir müssen zukünftig nicht mehr einspringen. Sie brauchen Geld, um verwundete Tiere zu kurieren, um ihnen Futter und Unterschlupf zu besorgen, sie brauchen Geld, um ihre eigene Tierheime Instand zu halten, denn die wird es immer geben müssen. Tiere freikaufen ist gar nicht nötig, denn die meisten findet man eh auf der Straße. Wenn wir aufhören, solche Tierhilfen zu untersützen, wird sich nie etwas ändern (und ich bin überzeugt, dass sich manche Länder durchaus ändern lassen. Die neuen Generationen sind viel weitsichtiger und irgendwann wird das Früchte tragen!).

Mein Freund und ich haben einen Patenhund. Allerdings einen aus Deutschland, der auch auf einer deutschen Pflegestelle ist. Wir sind eigentlich keine Geldspender. Das machen wir nur, weil wir diesem einen Tierheim mächtig vertrauen und wir einen Narren an diesem Hund gefressen haben und hoffen, dass er irgendwann mal trotz seiner Macken jemanden findet (ansonsten nehmen wir ihn einfach, wenn er in 1-2 Jahren noch da ist :lol:).
Ich sammel immer mal wieder Sachspenden. Früher mehr als heute. Das liegt daran, dass ich früher aktiver einer bestimmten Tierhilfe (von Deutschland aus für mehrere Länder zuständig) geholfen habe, diese aber mit immer mehr fragwürdigen Aktionen meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Ich hab dann irgendwann aufgehört, dort zu helfen, weil ich nicht den Eindruck hatte, dass wir dieselbe Vorstellung von Tierhilfe haben. Jetzt sammel ich zwar weiterhin Sachspenden, gebe sie aber bei Bedarf ab. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis hat jeder so "seine" Tierhilfe und jeder hat mal Engpässe, in denen ich dann mein gesammeltes Zeug abgeben kann.

Mehr mache ich allerdings im Moment auch nicht. Es fühlt sich sehr wenig an irgendwie. Auf der anderen Seite könnte mein "Helferdurst" vermutlich nur gestillt werden, wenn ich direkt vor Ort bin und das geht weder zeitlich noch finanziell noch organisatorisch (immerhin habe ich auch 2 eigene Hunde).

Ich denke aber letztlich ist es egal, wem man hilft. Dem Obdachlosen in der Innenstadt, sozial benachteiligten Kindern, Nutztieren, Straßentieren... Man kann nicht allen helfen, deswegen ist es gut, wenn jeder sein Steckenpferd hat. Hauptsache man macht etwas. Für die eigene Seele finde ich das schon enorm wichtig.
 
  • Vorfall Rumänien & Vermehrer Beitrag #14
Okay, das wusste ich nicht. Gut zu wissen. Jedoch Spende ich kein Geld mehr. Zumal ich als Mutter und Studentin eh keins habe, bzw. das, was ich habe, für uns benötige. Ich spende oft Sachen (Bekleidung, altes und noch gutes Spielzeug etc.), was ich für mich als sinnvoll erachte. Denn so kann ich helfen, da die Sachen irgendwo bestimmt gebraucht werden.
Das mit der Seele empfinde ich ebenso. Irgendwas muss man machen, damit der Seelenfrieden hergestellt wird.
Man kann aber leider nicht allen helfen, was einen wieder runterziehen kann.
 
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