Guten Abend Loevje,
Ich würde ebenfalls vom Fluval Edge abraten. Es sieht zwar sehr stylisch aus, ist aber sehr schwer zu handhaben, und die kleine Funzel von Lampe ist für den Allerwertesten.
Neben dem vielbeworbenen Cube von Dennerle gibt es auch noch die Tetra AquaArts in 20, 30 und 60l. Mein Favorit ist das 20er, die Beleuchtung wurde angepasst (hat jetzt eine T5 Röhre), und der mitgelieferte Tetra Brilliant Filter ist für die Haltung von Garnelen ideal.
Weiterhin gibt es noch Aquarien von Blau (falls du auf die abgerundeten Ecken stehst), hier muss technisch eventuell nachgerüstet werden, was den Filter angeht, der Hangon ist für manche nicht das Wahre (ich finde nix verkehrt dran, hab nur die Filtermaterialien etwas erweitert).
Und schließlich gibt es noch die guten alten Standardbecken, wie sie schon mein Uropa hatte. Die fangen bei 12l (30x20x20) an. Eine Klemmleuchte drüber, Lufthebefilter rein, fertig. Das einfachste, was man haben kann.
Die Wahl des Bodengrundes ist abhängig von den Garnelen. Arten der Caridina-Gruppe (Bienen, Tiger, Hummeln, Taiwaner) benötigen spezielles Wasser mit Werten in einem engen Toleranzbereich (KH 0-1, GH 5-6, pH 5.5 - 6.5, Leitwert ca. 200-300µs). Das erreicht man meist nur mit aktiven Böden (Soils wie Akadama, Shirakura Red Bee Sand, Fluval Stratum, etc.) sowie destilliertem, vollentsalztem oder Osmosewasser + speziellem "Bienensalz". Nur wenige haben das Glück, dass das sog. Bienenwasser direkt aus dem Hahn kommt.
Wenn du auf Wasserpanscherei keine Lust hast, lege ich dir sämtliche Varianten der Neocaridina ans Herz: Im Handel und Web findet man sie als Fires, Sakuras, Rilis und Pearls, in den verschiedensten Farben. Eigentlich bleibt da kein Wunsch offen, außer lila und grün, das wurde noch nicht erbfest gezüchtet. Diese Garnelen sind recht pflegeleicht, verzeihen den ein oder anderen Fehler, und belohnen mit baldiger Vermehrung. Und sie sind recht preisgünstig. Auf Internetplattformen kann man da schon für 10 Euro eine Gruppe von 15 Tieren erwerben. (Bei Onlineshops muss man vorsichtig sein... die Qualität der Tiere entspricht meist nicht den bearbeiteten Fotos. Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel.) Man sollte sich aber auf eine Farbform beschränken. Bei Vermischung verschiedener Farbformen kommt auf lange Sicht wieder die natürliche Ursprungsform heraus, die Rückenstrichgarnele, die mehrheitlich braun-grau-farblos ist.
Ein Garnelenaquarium für solche Neocaridinas ist nicht schwer einzurichten. Als Bodengrund kann man hier einfachen unbehandelten Sand nehmen oder handelsüblichen Aquarienkies. Von gefärbtem und/oder kunststoffummanteltem Kies lass die Finger weg. Oftmals geben diese Kiese nach einiger Zeit giftige Stoffe ans Wasser ab und himmeln die Garnelen.
Als Bepflanzung eignen sich bei Garnelen v.a. Moose. Sie brauchen nicht viel Licht, eigentlich auch keine spezielle Düngung, und werden von den Garnelen als Versteck und Weidefläche geliebt. Es gibt viele versch. Moose, die man auch auf Steine und Holz aufbinden kann. So kann man sich z.B. auch Bäumchen basteln. Auch Stängelpflanzen kann man in kleine Aquarien pflanzen. Manche brauchen etwas mehr Licht (v.a. rotblättrige Arten) und Düngung. Hier empfehle ich dir Flowgrow, eine Datenbank nahezu aller in Deutschland verfügbaren Pflanzen für die Aquaristik. Dort kannst du für die jeweilige Pflanze Ansprüche, Eigenschaften und Empfehlungen lesen.
Ich hoffe, ich habe dich mit meinem Roman nicht erschlagen. Du wirst jetzt bestimmt noch mehr Fragen haben als vorher. Immer her damit, wer viel fragt, macht nachher weniger verkehrt.
