Älteren Freigängerkater in Wohnungshaltung?

Diskutiere Älteren Freigängerkater in Wohnungshaltung? im Katzen Haltung Forum im Bereich Katzen Forum; Moin, ich hatte vor einigen Wochen schon ein Thema zur Katzenanschaffung erstellt. Mein Freund und ich ziehen bald um und haben nun auch schon...
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nina235

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Moin,

ich hatte vor einigen Wochen schon ein Thema zur Katzenanschaffung erstellt. Mein Freund und ich ziehen bald um und haben nun auch schon eine Wohnung in Aussicht, in der Katzenhaltung kein Problem wäre. (Daumen drücken!)
Nun ist es so, dass seine Eltern einen Kater haben (Timmi). Er sollte mittlerweile schon so um die 10 Jahre alt sein (eher älter) und ist natürlich kastriert. Timmi wurde wohl damals für meinen Freund angeschafft, es ist also "sein" Kater und es wird häufiger mal gefragt (vor allem, wenn Timmi nervt) wann wir ihn denn endlich mitnehmen. (Aber ob das so ernst gemeint ist, weiß ich nicht.)
Wir wollen nun am Wochenende seine Eltern darüber informieren, dass wir uns Katzen anschaffen wollen und rechnen eigentlich fest damit, dass sie sagen, wir sollen Timmi nehmen.
Allerdings ist Timmi ein Freigänger. Er ist aber auch ein sehr ruhiger Kater und geht mal für ein, zwei Stunden vor die Tür. Bei schlechtem Wetter manchmal gar nicht, bei gutem Wetter auch mal ganze Tage. Freigang wäre bei uns aber so gar nicht möglich. Wir hätten aber wohl einen Balkon, den man eventuell auch vernetzen kann, auf den er dann könnte. Allerdings nur, wenn wir dann auch da sind. Es sei denn, wir hätten die Möglichkeit, da noch eine Katzenklappe anzubauen.

Jetzt ist es aber so, dass er bei den Schwiegereltern eigentlich kein wirklich katzengerechtes Leben führt. Wenn man es nicht wüsste, würde man gar nicht merken, dass in dem Haus eine Katze lebt. Er hat einen ganz kleinen Kratzbaum und sonst nichts. Auch kein Spielzeug o.ä. Er wird auch nicht beschäftigt oder so, sondern liegt dann, wenn er im Haus ist, meistens nur rum.
Ich habe mir gedacht, wenn wir die Wohnung katzengerecht gestalten und ihm auch Beschäftigungsmöglichkeiten geben, könnte er vielleicht in einer Wohnung zufrieden sein. Ich würde auch, um ihn etwas auszulasten, mit ihm Clickern o.ä., wenn er das in dem Alter noch hinbekommt.

Ein weiterer Punkt, der mir noch ein wenig Kopfschmerzen bereitet: Er ist zur Zeit ein Einzelkater und zudem auch nicht so gut sozialisiert - er wurde natürlich auch viel zu früh abgegeben (ca 8 Wochen). Wenn er draußen ist, dann trifft er ab und zu mal Nachbarskatzen und prügelt sich. Ist es möglich, ihn noch zu Vergesellschaften? Würde älterer und gut sozialisierter Kater passen?

Ich würde ihn eigentlich ganz gerne nehmen. Er tut mir auch ein bisschen leid, da er da halt nur so nebenher lebt und sich eigentlich keiner so richtig um ihn kümmert. Außerdem müsste er dringend ein wenig abspecken ;)

Fragen über Fragen... Ich hoffe, ihr könnt mir helfen! Wäre es möglich aus ihm einen Wohnungskater zu machen? Oder ist er schon zu alt für so eine Umgewöhnung? Und wenn, dann noch eine Zweitkatze?

Liebe Grüße,
Nina
 
  • Älteren Freigängerkater in Wohnungshaltung? Beitrag #2
Hallo Nina,

prinzipiell würde ich schon sagen, dass es möglich ist, aus Timmi einen Wohnungskater zu machen (wenn er den Balkon dazubekommen könnte, kann ich mir das sogar ganz gut vorstellen.)
Wir haben ja nach dem plötzlichen Tod unseres Freundes im Juni Bonetti hier aufgenommen - die war damals 12 Jahre alt und wirklich eingefleischte Freigängerin (heißt, sie wurde morgens zusammen mit ihrer Kumpeline vor die Tür gesetzt und erst abends wieder reingelassen. Sie hatte draußen zwar ein paar Unterschlüpfe, war aber quasi ganztags draußen.)
Das können wir ihr hier nicht bieten, wir haben eine 55qm große Dachterrasse mit Katzenklappe - aber Bonetti ist glaube ich sogar froh, dass sie nicht mehr jeden Morgen vor die Tür gesetzt wird. Im Sommer hat sie auch viel draußen gelegen (gelegen, wohlgemerkt ;) ), jetzt ist sie fast nur drinnen, dreht bestenfalls 1-2x am Tag eine kurze Runde über die Terrasse und verkrümelt sich wieder im Bett...

Eine Schwierigkeit sehe ich darin, dass Timmi mit seinen 10 Jahren und lebenslang Einzelkater wahrscheinlich wirklich nur sehr schwer, wenn überhaupt, zu vergesellschaften wäre. Und eine Katze in Wohnungshaltung einzeln ist ja auch immer sehr traurig. Andererseits - wenn er es wirklich nicht anders kennt und Ihr Euch viel mit ihm befassen würdet - könnte es gehen.
Alternativ evtl. wirklich zwei Jungspunde (dann aber eben zwei) dazuholen, die sich miteinander beschäftigen könnten und dem alten Kater nicht auf den Keks gehen würden. Dann könnte er mitmachen, wenn er wollte, oder sich ansonsten zurückziehen und seine Ruhe haben.

LG, seven
 
  • Älteren Freigängerkater in Wohnungshaltung? Beitrag #3
Danke für deine Antwort, Seven. Ich habe eigentlich auch die Hoffnung, dass er sich mit der Wohnung anfreunden könnte. Er liegt draußen auch mehr rum, als dass er aktiv unterwegs ist. Mit dem Balkon müsste man aber gucken, ob das möglich ist. Sonst kann er nur drauf, wenn wir da sind, aber wenn wir arbeiten, können wir die Tür ja nicht offen stehen lassen. Da muss man dann mal den Vermieter fragen, ob da eine Katzenklappe möglich ist. Zur Not kann ich mir vorstellen, dass er aber auch wieder zurück zu den Schwiegereltern könnte, wenn es gar nicht klappt.

Soweit ich weiß, hat er vor einigen Jahren (aber bestimmt schon so 6 Jahre her) mal kurzfristig mit zwei anderen Katzen zusammengelebt. So richtig geklappt haben soll das nicht, aber ich weiß auch nichts genaues darüber, nur, dass die anderen beiden Katzen relativ schnell wieder "verschwunden" sind.
An das mit zwei jüngeren Katzen habe ich auch schon gedacht - ich weiß nur nicht, ob ich mir das schon gleich zutrauen würde. Und wenn, sollten wir die dann alle gleichzeitig holen? Damit noch keiner sein eigenes Revier hat? Oder Timmi erst einleben lassen?

Und von seiner Reaktion auf Hunde kann man nicht auf eine Reaktion auf andere Katzen schließen, oder? Ich war mit meinem Hund (in etwa Katzengröße) öfter mal bei den Schwiegereltern. Da war er eher auf Rückzug und hat ab und zu gefaucht, konnte aber sich innerhalb kurzer Zeit einigermaßen entspannt unter dem selben Esstisch aufhalten (mit etwas Abstand).

Naja, ich sollte wohl auch erstmal abwarten, was die Schwiegereltern am Wochenende sagen. Aber ich wollte mich schonmal vergewissern, ob es überhaupt klappen könnte.
 
  • Älteren Freigängerkater in Wohnungshaltung? Beitrag #4
Wie gesagt, ich kann mir schon vorstellen, dass es klappen könnte. Timmi ist ja eben wirklich nicht mehr der Jüngste, und wir sehen das hier bei unseren Katzen auch: Je älter sie werden, desto ruhiger werden sie irgendwie... Die beiden ältesten, also Bonetti mit ihren jetzt 12,5 Jahren und Dinah mit ihren geschätzten ebenfalls ca. 10-12 Jahren pennen wirklich sehr viel. Die Jüngeren sind da noch deutlich aktiver.
Und Bonetti vermisst ihren Freigang wirklich kein bisschen - ihr reicht es, dass sie mal Frischluft schnuppern kann (vielleicht könntet Ihr ja auch einfach ein Fenster oder zwei Fenster mit Katzennetz sichern (da gibt´s so bestimmte, stabile Gitter, also kein Fliegennetz, sondern robuster), dann hätte Timmi auf der Fensterbank auch ein Frischluftplätzchen....

Falls Ihr Euch für zwei junge Katzen dazu entscheidet, würde ich die drei tatsächlich am besten gleichzeitig einziehen lassen - dann hat nämlich noch keiner sein festes Revier, das er meint verteidigen zu müssen - dann ist alles für alle neu...

Und nein, von Hunden kannst Du tatsächlich nicht auf andere Katzen schließen ;) Manche Katzen kommen mit Hunden gut klar, mit "neuen" Katzen jedoch nicht - andere kommen gut mit Katzen klar, mögen aber keine Hunde...


LG, seven
 
  • Älteren Freigängerkater in Wohnungshaltung? Beitrag #5
Um nochmal auf die "Freigängerfrage" einzugehen. Da kann man leider überhaupt keine Prognosen abgeben, fürchte ich, sondern man muss es einfach ausprobieren.

Manche Freigänger akzeptieren ein Leben in der Wohnung, sofern diese katzengerecht eingerichtet ist, natürlich;)

Aber die Mehrzahl der ehemaligen eingefleischten Freigänger möchte doch lieber wieder raus..:eusa_think: Es ist meistens ein schwieriges Unterfangen, einen Freigänger zur Wohnungskatze zu machen und ich würde behaupten, meistens klappt das nicht. :?
 
  • Älteren Freigängerkater in Wohnungshaltung? Beitrag #6
Auch Tequila hat´s geschafft ;) (Das war ja Bonettis ehemalige Kumpeline und sie wohnt jetzt bei Ina....)
Zwar hat Ina ein großes Freigehege, aber da dürfen die Katzen auch nur zu bestimmten Zeiten hin - wenn ich Ina richtig verstanden habe, findet Tequila das toll (das würde Bonetti auch), ist aber durchaus auch zufrieden, wenn sie eben mal nicht raus kann....

Ich denke wirklich, man kann es vorher nicht prophezeien - und wenn man´s nicht ausprobiert, weiß man´s natürlich auch nicht...
Grundsätzlich bin ich auch immer dafür, einem Freigänger seine Freiheit nicht zu nehmen - aber ich glaube eben auch, dass in zunehmendem Alter der Freiheitsdrang ab- und das Ruhebedürfnis zunimmt....
Eine 3jährige Freigängerkatze zur Wohnungshaltung zu verdonnern, dürfte in den allermeisten Fällen schiefgehen - aber bei Katzen über 10 Jahren kann ich mir vorstellen, dass die Chancen, dass es klappt, deutlich zunehmen....

LG, seven

edit: Eine gute Freundin von mir hat auch eine Katze (die zweite ist leider verstorben, und eine neue soll leider nicht mehr einziehen) - die war ihr ganzes Leben lang Freigängerin, ist inzwischen 18 Jahre alt, könnte jederzeit raus - und will es gar nicht mehr... sie geht maximal kurz vor die Terrassentür, schnuppert und geht wieder rein.... aber sie ist eben auch schon stolze 18 Jahre alt (wobei sie das seit ca. 4-5 Jahren so macht....)
 
  • Älteren Freigängerkater in Wohnungshaltung? Beitrag #7
Wir werden am Wochenende mal mit den Schwiegereltern drüber reden, dann werden wir sehen, ob es überhaupt soweit kommt, dass er zu uns kommt.
Ich denke, zur Not kann er auch wieder zurück. Aber ich würde es zumindest versuchen.

Was eine Vergesellschaftung angeht: Ihr würdet mir dann zu zwei anderen raten oder sollen wir ihn lieber alleine halten? Ist bei denen das Alter egal, oder sollten es dann wirklich junge Katzen sein? Ursprünglich hatten wir ja gedacht, zwei etwas ältere Katzen aus dem TH aufzunehmen.
 
  • Älteren Freigängerkater in Wohnungshaltung? Beitrag #8
Ich wäre prinzipiell immer dafür, eine Katze nicht in Einzelhaft zu halten.
Als allererstes würde ich jetzt aber tatsächlich mit den Schwiegereltern klären, ob der Kater zu Euch ziehen kann/wird.
Und ob er zur Not wieder zurück zu den Schwiegereltern könnte.
Denn dann wäre das ja die Optimallösung: Ihr holt den Kater plus zwei weitere Katzen - wenn alles gut läuft, ist es super. Wenn sich zeigen sollte, dass der Kater seinen Freigang extrem vermisst und/oder er mit den beiden anderen Katzen nicht klarkommt, kann er wieder zurück zu den Schwiegereltern ziehen und die beiden anderen Katzen bleiben bei Euch.

(OK, für den Kater wäre das dann ein wenig erfreuliches "Zwischenspiel" - aber ich würde es riskieren... Es gibt keine Garantie, dass es gut geht - aber eben auch keine, dass es schiefgeht....)

LG, seven
 
  • Älteren Freigängerkater in Wohnungshaltung? Beitrag #9
Also Timmi wird wohl bei uns einziehen, die Schwiegereltern waren gleich einverstanden, haben uns aber auch angeboten, ihn wieder zurückzunehmen, wenn er den Freigang zu doll vermisst. Allerdings bauen die grad ein Haus und werden dann auch bald umziehen, so müsste er dann ja auch eh erstmal drin bleiben.
Wir ziehen nun Mitte Februar um, fahren aber Mitte März noch einmal in den Urlaub, so dass ich denke, dass Timmi so Anfang April zu uns kommt.

Und nun die Sache mit den anderen Katzen: Wäre es nicht zu viel für ihn, in die neue Wohnung zu kommen und dann direkt mit 2 anderen Katzen konfrontiert zu werden? Wie können wir das für ihn am besten gestalten? Wir würden dann bald mal in den Tierheimen nach passenden Katzen schauen. Wie sollten die am besten sein? Bereits als Paar und gut sozialisiert, Kater/Kätzin? Ich bin da noch ein bisschen skeptisch... Ich möchte ja auch, dass es mit Timmi bei uns klappt - zur Not dann auch lieber alleine...
 
  • Älteren Freigängerkater in Wohnungshaltung? Beitrag #10
Update: Timmi lebt nun seit fast 3 Wochen bei uns, und bis jetzt läuft es super! Wie erwartet pennt der Dicke (7,5 Kilo!!!) fast den ganzen Tag, aber er hat sich hier mittlerweile recht gut eingelebt und genießt es, mit uns zu kuscheln und mit im Bett zu schlafen. Raus will er bis jetzt nicht, bzw er gibt uns nicht das Gefühl. Er liebt es nur auf der Fensterbank zu sitzen und raus zu gucken - am liebsten bei offenem Fenster (natürlich gesichert). Hoffentlich bleibt das alles so, aber der Balkon zB ist auch noch recht uninteressant. Ich habe ein gutes Gefühl. :)
Wir versuchen ihn immer wieder zum Spielen zu motivieren und es wird immer besser. Vielleicht nimmt er ja auch noch ein bisschen ab.
 
  • Älteren Freigängerkater in Wohnungshaltung? Beitrag #11
Na, das klingt doch gar nicht so schlecht ;)
Ich glaube, wenn Euer Timmi wirklich rauswollte, würde er das durchaus sehr deutlich zeigen...
Ein bisschen abnehmen könnte wahrscheinlich auch nicht schaden (falls Du geschrieben hattest, was für eine Rasse es ist, entschuldige ich mich für mein lückenhaftes Gedächtnis - aber für ´ne "stinknormale" Haus- und Hofkatze wären 7,5kg wirklich schon stattlich ;) )

Weiterhin alles Gute,
seven
 
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