Nimm mir die Aussage nicht krumm, nur im Hinblick auf die Rassewahl klingt das wenig durchdacht. Es gibt in Hamburg zahllose nette Hunde, die sich gerne streicheln lassen. Deswegen die Rasse haben zu wollen? Ich weiß nicht. Ebenso gibt es genug, die das nicht mögen. Ein Hund besteht aus sehr viel mehr als dem Bedürfnis nach Zuneigung. Ich würde dir lieber empfehlen, dich einfach mal quer durch alle nicht zu großen Rassen zu lesen und abzustecken, welche Eigenschaften dir gefallen und welche nicht und das anschließend abgleichen mit dem, was du dem Hund bieten kannst.
Deine Gedanken bezüglich Wohnung finde ich nachvollziehbar. Das ist eine Frage des persönlichen Raumbedürfnisses.
Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, ohne den Teufel an die Wand malen zu wollen, dass man sich viele Dinge im Vorfeld leichter vorstellt, als sie in Wirklichkeit sind. Ich hatte hier im Forum Anfang 2011 einen Thread erstellt, in dem ich um Rassevorschläge gebeten hatte, die zu unseren Lebensumständen passen. Im Rahmen dessen habe ich aufgezählt, welche Gelegenheiten zum Auslauf wir hier (im Umkreis von 30-45 Minuten zu Fuß) haben und mir überlegt, wo ich zum Gassigehen denn überall hin könnte, um dem Vierbeiner Abwechslung zu bieten. Soll ich dir sagen, wie es hier abgelaufen ist, als einige Tage ein kleiner Hund bei uns zu Gast war? Meine Vorstellungen sind zusammengefallen wie ein Kartenhaus. Ich weiß sehr wohl, dass das nicht immer so sein muss, zumal es sich bei diesem Kerlchen um einen aktiven Hund mit ordentlich Bewegungsdrang handelte, aber diese Zeit hat mir eindrucksvoll bewiesen, dass Vorstellung und Realität sehr weit auseinanderklaffen können. Kein Auto, dafür Arbeit und Alltag und einen Hund im Haus, der Aktion haben will. Was ich mir als gut machbar ausgemalt hatte, zerplatzte wie eine Seifenblase. Im Alltag war's nix mit mal eben in den Bus steigen und 'ne halbe Stunde zum angepeilten Auslaufgebiet fahren, ich hatte meine Arbeit zu machen, was mir übrigens gar nicht glückte, Einkäufe zu erledigen, Haushalt, Hunger und dazwischen irgendwo krebste der Hund herum...
Worauf ich hinaus will: Hast du tatsächlich eine Vorstellung davon, was ein Hund alles von dir fordern würde, wenn du mit deiner Ausbildung fertig bist und regulär arbeitest?
Auch dieses "hat beim Atmen auch Geräusche gemacht, aber..." finde ich etwas bedenklich.
Man sollte sich wirklich genau überlegen, was man damit fördert, wenn man über "solche Kleinigkeiten" hinwegsieht.
Erst kürzlich habe ich wieder eine Dokumentation über die Folgen solcher Zuchtformen gesehen. Vielleicht interessiert dich das.
Von wegen mopsfidel - Was Menschen Hunden antun
Ebenfalls dazu passend:
https://www.tierforum.de/t181672-reine-rasse-volle-kasse-wdr.html
Off-Topic
Ich habe selbst eine Katze mit zu kurzer Nase, weil wir damals bei ihrer Anschaffung noch überhaupt keine Idee davon hatten, was Brachycephalie (Kurz- oder Rundköpfigkeit) eigentlich bedeutet. Auch sie hört man "nur" manchmal beim Atmen und sie hat "nur" gelegentlich stärkeren Tränenfluss und rassebedingte Zahnprobleme, die wir mit Zähneputzen bekämpfen (müssen)... Sonst ist sie fit und gesund. Am Endes des Tages frage ich mich trotzdem immer: Muss so etwas sein? Warum in aller Welt sollte man einem Tier die Nase wegzüchten? Macht bei uns Menschen doch auch keiner, weil es angeblich süß aussieht. Pervers ist das aus meiner Sicht, sonst gar nichts.
Damit meine ich allein das züchterische Wirken, nicht die Tiere. Auch ich finde Möpse knuffig. Aber ich bin inzwischen aus Überzeugung an dem Punkt angelangt, dass ich mir niemals wieder bewusst eine brachycephale Rasse zulegen würde, solange es sich nicht um ein Tier aus dem Tierschutz handelt und auch dabei sollte man nie die möglichen Folgen einer solchen Zucht außer Acht lassen. Die schlagen sich nämlich schnell in Form von Tierarztrechnungen nieder, wenn man nicht das Glück hat, ein zufällig relativ gesundes Exemplar zu bekommen.
Edit: Jetzt habe ich so lange geschrieben, dass Syn schneller war, was den oberen Teil angeht.
