Was ist euch am schwersten gefallen?

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  • Was ist euch am schwersten gefallen? Beitrag #21
Oh man, lange nicht mehr so herzhaft gelacht! Von der eigenen Kacke verfolgt... :mrgreen:

Ich finde es immer noch sehr schwer, meinem Hund vor Fremden Kommandos zu geben. Also bei Spaziergängern etc., "nein" wenn sie nicht hingehen soll und herzhaft Loben, wenn sie etwas richtig gemacht hat. Eigentlich bin ich nicht wirklich zimperlich und mir ist es herzlich egal, was Andere von mir denken. Selbstbewusstsein ist auch vorhanden. Aber in dem Fall... Vielleicht, weil ich davon ausgehe, das es nicht befolgt wird und ich dann doof dastehe?

auch nicht gedacht hätte ich, das die eigene Stimmung da so mitspielt... Wenn man schlecht drauf ist, läuft das mit den Kommandos auch nicht so gut. Oder zumindest macht es einem mehr aus, wenn etwas nicht klappt. Daher hilft es, sich die guten Seiten am Hund regelmäßig in den Sinn zu rufen. Und das das, was sie kann, schon mehr ist, als der durchschnittliche Hund lernt. Leider.
 
  • Was ist euch am schwersten gefallen? Beitrag #22
Ich finde es immer noch sehr schwer, meinem Hund vor Fremden Kommandos zu geben. Also bei Spaziergängern etc., "nein" wenn sie nicht hingehen soll und herzhaft Loben, wenn sie etwas richtig gemacht hat. Eigentlich bin ich nicht wirklich zimperlich und mir ist es herzlich egal, was Andere von mir denken. Selbstbewusstsein ist auch vorhanden. Aber in dem Fall... Vielleicht, weil ich davon ausgehe, das es nicht befolgt wird und ich dann doof dastehe?

Du, das geht mir genauso. Ich hab auch immer das Gefuehl, dass mich die Leute dann total anstarren und eben genau darauf warten, dass mein Kommando nicht befolgt wird.
 
  • Was ist euch am schwersten gefallen? Beitrag #23
Hm, das ist eine gute Frage und gar nicht so leicht zu beantworten.

Ich musste Lernen, aus mir heraus zu gehen.
Früher habe ich mir mit menschlichen Kontakten sehr schwer getan - teilweise heute noch. Einfach so mal angesprochen und nach der Rasse gefragt werden - okay. Früher saß man halt im Zug, in der U-Bahn mit dem Handy in der Hand/Buch etc....und jetzt wird man manchmal von wildfremden Menschen angesprochen...
Einerseits sind es Menschen, die Hunde nicht mögen und einem *anzwiedern* - aber andererseits gibt es auch wunderschöne Begegnungen mit Leuten, die vor einem fast zu Weinen beginnen weil sie einfach von ihren Hunden drauf los erzählen...

Als Stadt und mit der *völlig egal* Haltung aufgewachsen war früher für mich sowas unmöglich. Mittlerweile tausche ich mich gerne aus, sei es jetzt der alte Mann, der von seinem damaligen (SS) Schäferhund Erinnerungen erzählt oder sei es die alte Großmutter, die ihren heiß geliebten Am.Staff vor wenigen Wochen einschläfern musste.

Das war von allem wohl das Schwierigste für mich :)
 
  • Was ist euch am schwersten gefallen? Beitrag #24
Ich bin zwar auch mit Hunden groß geworden, aber über Hundeerziehung wurde da nur gesprochen, wenn man einen "Polizeihund" hatte.
Aber es geht hier ja darum, was einen Überwindungen kostet(e).

1. Die Mitmenschen - die genau diese Rasse entweder nicht ab können oder ganz viel schlechtes in deinem Beisein zu berichten haben.
(Dobermänner sind falsch, sind nur Einzelhunde-keine Familienhunde, das Hirn wächst im Alter und der Hund wird aggressiv etc.)
- mich kostete es Überwindung mit vielen Vorurteilen, wüsten Beschimpfungen etc. klar zu kommen
2. Hundekotze - ganz klar, wenn dem Hundi schlecht ist und er irgendwo hin gekotzt hat und man es erst am nächsten Morgen entdeckt
- gilt aber auch für andere Ausscheidungen ;)
3. Wetter - man hat frei und möchte Ausschlafen, geht nicht....Hundi will raus und das verdammt dringend. Es ist kalt, nass und so richtiges
Schietwetter. Ausgerechnet bei so einem Wetter, ist dem Hundi genau diese Hunderunde zum richtigen Lösen nicht genehm....
4. Freizeit - mir sagte mal eine Freundin: "...wenn ich mal einen Hund habe, wird dieser nie soooooo im Mittelpunkt meines Lebens stehen wie
deiner!!!!!!") ...:shock:... Ich habe das selbst nie so schlimm empfunden. Mein Hund mochte keine fremden Männer, aber ich
trainierte viel mit ihm und er war überall hin mit und immer bei mir. Uns gab es nur zusammen :mrgreen: Für mich war es schon immer
klar, das wenn ich einen Hund habe,
das ich nicht in den Urlaub fliegen würde. (ich fliege eh nicht gerne)
Besagte Freundin hatte kurze Zeit später selbst einen Hund.....und was soll ich schreiben....er war mehr als nur ihr Mittelpunkt im
Leben ;)
Aber eigentlich meinte ich mit diesem Punkt, das andere immer schlaue Tips haben....aber selbst nix auf die Kette bekommen!
5. andere Hundebesitzer - wir alle kennen Storys über "Problemhunde" und doch nimmt kaum ein anderer Hundebesitzer darauf Rücksicht
Warum leinen wir nicht generell erstmal an und kommunizieren dann mit dem Gegenüber, ob eine Begegnung ok wäre?
- wir alle möchten nicht ständig in Hundehaufen latschen, aber niemand macht sie weg. Dann die Kottüten, die in Büschen
hängen, in Teichen schwimmen oderoder....
Wenn ich dann solchen Menschen begegne und ich mich tatsächlich "erdreiste" einen Kommentar dazu abzulassen oder gar
frage......und ich werde daraufhin angeschnauzt, mich um meinen eigenen Dreck zu kümmern, dann könnt ich ausrasten.

Es gäbe noch den Punkt Erziehung.
Nicht alle Hunde ticken gleich und manche HH haben es einfach schwer, dem Hund zu vermitteln, was man möchte.
Meist wird dem Hund dann eine rassetypische Macke angedichtet oder es ist ein Problemhund. Das man vielleicht selbst das Problem ist, sehen die wenigsten. Eigene Erziehungsfehler zu zugeben, können die wenigsten.
Es kostet sicherlich viele Hundehalter Überwindung zu sagen, das man Hilfe braucht....weil man mit dem eigenen Hund nicht klar kommt.
Wir lesen doch oft genug hier im Forum von "Beratungsresistenten Usern" ;)
 
  • Was ist euch am schwersten gefallen? Beitrag #25
Eigene Erziehungsfehler zu zugeben, können die wenigsten.

Ich ergänze meinen Beitrag nochmal kurz bezüglich eigener Fehler:

Bei jedem noch so kleinen Anzeichen von "Unstimmigkeiten" habe ich tagelang Selbstanalyse betrieben. War ich zu starr, zu unmotivierend, zu laut, zu leise, stand ich schief oder passte ihm meine Frisur nicht?
ALLES wurde so genau zerpflückt, dass ich eine ganze Weile totale Probleme damit hatte normal mit Liam umzugehen, weil ich so überengagiert war.

Er musste ja schon relativ gut "funktionieren", da er zur Arbeit mitgegangen ist und das hat mich wahnsinnig unter Druck gesetzt.

Das einzusehen und einfach mal Fünfe (oder auch Zehne) gerade sein zu lassen war am Anfang gar nicht so einfach;)
 
  • Was ist euch am schwersten gefallen? Beitrag #26
Hallo,

Naja ich bin ja auch jetzt Hundebesitzer geworden und hatte vorher auch einige Probleme gehabt.

- Wie die Kommunikation mit anderen Mitmenschen, Ich bin da sehr Vorsichtig, da ich selber ein Sprachdefizit habe.. und da wird man auch in der Hinsicht meist ausgelacht.
- Frühs aufzustehen und mit dem Hund raus.
- mich weg vom Computer zu bewegen und mich mit dem Hund beschäftigen
- bei Saukalten oder Regnerischen Wetter nach draußen gehen (ihr werdet lachen... ich mache das jetzt sehr gerne, wenns regnet oder wenns richtig kalt ist) ..

Eins, was ich noch lernen muss... NIE EINE TÜTE Leckerlies mit auf der Hundewiese nehmen.. sonst hat man mehr Hunde bei sich, als man zählen kann :D:D

Mein Dicker lernt zur Zeit, das ich der Rudelführer bin und das er auf mich hören soll...
Auch mein Hund sieht Handzeichen gerne als Sagende Töne...

Sei es Hundekot oder Erbrochenes, dass weg zu machen ist für mich kein Problem, ich kann ja auch zusehen, wenn nen Kumpel im Badezimmer sich mit der Toilettenschüssel vergnügt und sie Anbetet.
 
  • Was ist euch am schwersten gefallen? Beitrag #27
Bin zwar noch nicht sooo lange Hundebesitzerin, und es wird bestimmt noch mehr Hürden geben, aber ich denke ich darf trotzdem mal schreiben was mir bis jetzt am schwersten gefallen ist.

1. Ich hab meine Hände am Tag bestimmt 5-10mal im Hunde Maul. Das hatte ich erhlichgesagt nicht erwartet. Er schliengt zwar nicht beim essen, aber alles was er findet wird erstmal durchgekaut.

2.Andere Menschen, ob mit oder ohne Hund. Wenn man so ein Fellknäul an der Leine hat kommen wircklich viele Leute denen man begegnet und langen erstmal den Hund an. Leider hilft da reden rein garnix. Die sind dann so darauf fixiert den anzufassen, auch wenn er nicht mag und den Rückwertsgang einlegt. Meistens ist er ganz lieb. Und lässt sich gerne streicheln auch von Kindern. Wobei man sagen muss die Kinder sind meist besser als Erwachsenen und fragen ob sie ihn streicheln dürfen. Wenn ich merke das dem Hund das grad garnicht passt und reden nicht hilft fahr ich auch mal die Hand aus und betatsche die Leute auch mal an der Schulter! Die meisten sind dann ganz verwirrt aber verstehen den Wink mit dem Zaun Pfahl.

Den rest hab ich mir eigentlich so vorgestellt wie es ist. Hab mich da auch gut informiert vorher.
 
  • Was ist euch am schwersten gefallen? Beitrag #28
Off-Topic
Das Problem mit der verfolgenden Kacke habe ich auch :silence: Wenn Hanna sich beim Kacken erschreckt, hört sie mittendrin auf zu drücken :eusa_doh: Endet dann darin, dass der halbe Haufen aus ihr raushängt und sie gebuckelt rennt. Herrlich. Dafür ist man Hundehalter :silence::lol:


Ich find die bisher genannten Dinge total interessant. Es sind viele Sachen dabei, die ich absolut nachvollziehen kann und andere Dinge wären für mich so gar kein Problem gewesen :) Da sieht man mal, wie unterschiedliche die Leute die Hundehaltung wahrnehmen.
 
  • Was ist euch am schwersten gefallen? Beitrag #29
Oh man, lange nicht mehr so herzhaft gelacht! Von der eigenen Kacke verfolgt... :mrgreen:

Ich finde es immer noch sehr schwer, meinem Hund vor Fremden Kommandos zu geben. Also bei Spaziergängern etc., "nein" wenn sie nicht hingehen soll und herzhaft Loben, wenn sie etwas richtig gemacht hat. Eigentlich bin ich nicht wirklich zimperlich und mir ist es herzlich egal, was Andere von mir denken. Selbstbewusstsein ist auch vorhanden. Aber in dem Fall... Vielleicht, weil ich davon ausgehe, das es nicht befolgt wird und ich dann doof dastehe?

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stimmt das Problem habe ich auch. Mehr aber noch dem Hund nen Kommando zu geben wo es erziehungstechnisch noch russisch Roulette ist ob er gehorcht oder der bekannte der meinte das mein Hund ungehorsam ist. Hab angegeben wie ein tut voll Mucken das mein Hund das sehr wohl kann (ging ums ausspucken der Bälle). Das kann Yuukan nämlich eigentlich hervorragend. Nun sollte ich es dem demonstrieren und was soll ich sagen; diese kleine Mistkröte hat 30 Minuten gebraucht bis er den Ball mal losließ. Grrr. Damit musste ich auch lernen den Hund nicht lange böse zu sein ( und ihn nie mehr als Parade Beispiel vorzuführen....) :lol:
 
  • Was ist euch am schwersten gefallen? Beitrag #30
Ich bin ja auch mit Hunden aufgewachsen, da wir aber immer einen Pudel hatten, war ich doch sehr überrascht wieviel Haare so ein Hund verliert.
Das hatte ich mir so nicht vorgestellt.
Jetzt nach über 20 Jahren Hundehaltung mußte ich feststellen wie schnell man doch an seine Grenzen kommt, in Sachen Zeit für Erziehung wenn man ein Kleinkind zu betreuen hat. Enkelkind war noch nicht im Kindergarten und meine Tochter in der Ausbildung. Hundeerziehung kannste vergessen, wenn da ein 2jähriger mitmischt.
 
  • Was ist euch am schwersten gefallen? Beitrag #31
Sehr schönes Thema :D. Ich hoffe, mir fällt überhaupt alles ein... Ich bin auch in einen Hundehaushalt hineingeboren worden, sodass sich manches schon erübrigt hat, aber ein paar Dinge sind mir noch in Erinnerung, die dann doch anders waren, wenn es der ganz alleinige, eigene Hund ist:
  • Konsequenz: Ich neige dazu, dem Hund alles zu verzeihen, wenn er nur süß dabei aussieht – und das tun sie immer :mrgreen:.
  • Timing: Klare Kommandos, ohne zu schreien o.ä., sofort loben, gleichzeitig noch laufen, schauen, Spielzeug aus der Hose ziehen usw., da wurde ich von einer Ausbilderin monatelang drauf gedrillt.
  • Körperspannung/-haltung: Wenn ich auf einen Hund einfach so zugehe mache ich es automatisch, aber in der Ausbildung braucht es noch etwas mehr (aufrechte Haltung, freundliches Gesicht usw.) und das während dem Laufen, Loben und Spielzeug krampfhaft unter den Arm klemmen. Da konzentriert und gleichzeitig entspannt zu sein habe ich lange üben müssen.
  • Ekliges Wegwischen: Bei den Familienhunden hatte das immer meine Mutter gemacht, es hat schon etwas Überwindung gekostet, die ersten Welpenpfützen und Co. wegzumachen :uups:.
Das war erstmal alles, was mir so einfällt, aber sicher bei weitem nicht alles, was ich lernen musste :lol:.
 
  • Was ist euch am schwersten gefallen? Beitrag #32
Was mir noch einfaellt... ich neige manchmal dazu meine beiden doch etwas zu vermenschlichen. Naechste Woche zum Beispiel muessen die zwei zu einer Freundin fuer eine Nacht. Fuer mich immernoch ein Albtraum, obwohl ich weiss sie sind in guten Haenden. Aber ich stell mir dann einfach immer vor, wie sie an der Tuer sitzen und "weinen". Klar werdedn beide traurig sein,a ber es ist auch kein Weltuntergang;).

Und was ich mir auch noch etwas abgewoehnen koennte, sind meine staendigen Sorgen. Sobald einer draussen irgendwas frisst, hab ich gleich die schlimmsten Bilder im Kopf. So geht das mit allem:roll:. Wenn irgendeiner nicht reagiert, wie cih es kenne... Panik:shock:.
 
  • Was ist euch am schwersten gefallen? Beitrag #33
Hallo,

sehr interessantes Thema, das du da angeschnitten hast Pewee! :D
Was ist mir am schwersten gefallen?

Ich würde sagen der Lernprozess, dass Theorie und Praxis sich manchmal gehörig voneinander unterscheiden. :roll:

Ich bin ohne Hunde aufgewachsen, da mein Vater mir den Umgang mit Tieren strikt verboten hat. Dass ich reiten lernen durfte und irgendwann meine ersten Meerschweinchen bekam, war und ist meiner Mutter zu verdanken. Und dass ich mich in Hunde verliebt habe, verdanke ich wohl unseren damaligen, recht renitenten Nachbarn von gegenüber und schräg links. ;) Deren Hunde durfte ich mir nämlich nach Herzenslust ausleihen oder den Tag bei den Nachbarn verbringen. Trotz des Verbotes meines Vaters.

Dann hab ich meinen ersten Beruf gewählt. Tierpflegerin im Bereich Tierheim/Tierpension. Und ja, da bekommt man es mit Hunden zu tun. Theoretisch und auch praktisch. Ja. Aber selbst die TH-Praxis hilft einem nicht weiter, wenn man dann beschließt eines dieser wundervollen, vierfüßigen Wesen mit nach Hause zu nehmen und zwar für immer. :mrgreen: Im TH hab ich gelernt mit aggressiven Hunden umzugehen. Mit ängstlichen Hunden. Mit Rüpeln und anderen Chaoten. Und ich kam zurecht. Und bildete mir was drauf ein. :eusa_shhh: Und dann kam Lupina...meine kleine schwarze Seele. Mein erster Hund. Und die größte Lektion meines Lebens. Denn ich scheiterte die ersten Wochen gnadenlos an allem, was ich bisher sämtlichen Hundeinteressenten gepredigt und teilweise sogar vorgeführt hatte, was ich an TH-Hunden umgesetzt hatte und in der Berufschule gerlernt hatte. Denn Lupina war MEIN Hund - nicht irgendeiner. Und das war der Unterschied. Ein Blick von ihr aus ihren unschuldigen, braunen Augen und jegliche Konsequenz winkte mit der weißen Fahne und verschwand. Und sie war nicht einfach. Ein Angsthund. Panisch, unsicher, teilweise sogar gefährlich. Und ich habe mit ihr zusammen nochmal ganz neu gelernt, was Hundehaltung bedeutet.

Und so habe ich das auch bei Tom getan. Denn nichts, aber auch gar nichts was mir bei Lupina geholfen hat und Wunder wirkte, beeindruckten meinen roten Clown. :lol: Es war wieder ein Neuanfang. Klar, die theoretische Basis war da. Und auch das Auge für den Moment. Gerade im TH muss man die Körpersprache eines Hundes verstehen, wenn man Gruppen zusammenführt, wenn man sich mit schwierigen Hunden beschäftigt. Aber wenn man dann plötzlich zwei Hunde bei sich zuhause hat, wird das, was im Arbeitsalltag selbstverständlich ist, plötzlich unter ganz anderen Umständen abgefragt und das muss man erstmal kapieren.

Ich denke schwer, war diese Lektion einfach, weil es eine gewisse Selbsterkenntnis zur Folge hatte und weil ich mir eingestehen musste, dass ich nicht wie angenommen allwissend und alleskönnend bin. Schon gar nicht beim Thema Hund. Aber es war auch eine gute Lektion. Und ich hoffe, dass ich nie aufhöre zu lernen von meinen Hunden. Mit meinen Hunden. Und für meine Hunde.

Und als Bemerkung zum Schluss: mit Kacke, Erbrochenem und anderen ekelhaften Sachen hatte ich in Bezug auf Tiere noch nie Probleme (bei Menschen schon...), auch nicht mit Matschpfoten auf dem Bett, vergessenen Kauknochen, die irgendwann selbstständig ihren Ruheplatz unter dem Regal verlassen, dem frühen Aufstehen (ich musste schon als Kind immer recht früh raus, da ich 15min zur Bushaltestelle laufen und dann 45min mit dem Bus fahren musste um dann 30min zu früh an der Schule zu sein - da ist es mir lieber für was Sinnvolles, wie Gassi aufzustehen und durchs Dunkle zu stolpern ;)) und all diesen "furchtbaren" Dingen, die einen ereilen, wenn man Verantwortung für ein anderes Lebewesen übernimmt. Den inneren Schweinehund, den find ich schon manchmal ätzend und manchmal ist er auch schrecklich penetrant, aber das liegt weniger an meinen Hunden und ihren Bedürfnissen, die auf Erfüllung warten, als an mir selbst. Im Prinzip fällt es mir durch die Hunde sogar leichter ihn zu überwinden.
 
  • Was ist euch am schwersten gefallen? Beitrag #34
Mir fiel eigentlich nur eine Sache wirklich richtig schwer - Geduld lernen und nicht gleich wegen Kleinigkeiten aus der Haut fahren. Auch jetzt habe ich noch gelegentlich meine Probleme damit. Der eigene Gemütszustand spielt dabei ja auch eine große Rolle. Im allgemeinen bin ich allerdings schon ein geduldiger Mensch und hätte vorher nie gedacht, dass mich schon Kleinigkeiten, die Lilly nicht so macht, wie ich es gerne hätte, ziemlich verärgern. Es ist wohl eher die Frustration über den "nicht funktionierenden" Hund gewesen. Inzwischen nehme ich das Ganze lockerer, habe mehr Spaß an der Sache und versuche über Fehler zu lachen, anstatt mich aufzuregen.

Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich es mir leichter vorgestellt habe Hund und Arbeit unter einen Hut zu bringen. Im Studium ging das bisher ja wunderbar, aber zur Zeit mache ich ein Praktikum und da gestaltet sich die Sache schon anders. Das viel zu frühe Aufstehen stört mich da noch am wenigsten. Es tritt aber nach kurzer Zeit ziemliche Eintönigkeit ein auf den Gassirunden. Früh im Dunkeln hat man eben nicht so viele Möglichkeiten. Mir tut es auch immer im Herzen weh, wie wenig Zeit man dann für den Hund hat, auch wenn man zu Hause ist - kochen, duschen, Haushalt dauert eben alles seine Zeit. Man stellt sich das immer alles so einfach vor, aber in der Praxis ist doch ganz anders.

Ich hätte auch nie gedacht, dass mir das Allein lassen vom Hund jemals so schwer fallen könnte. Ich habe ihr alles in kleinen Schritten beigebracht und doch jammert sie auch heute noch manchmal kurz auf, vorallem wenn sie zwischendurch mal 1-2 Wochen nicht allein sein musste. Dann bekomme ich immer ein schlechtes Gewissen - auch wenn ich weiß, dass sie sich in ein paar Tagen wieder entspannter verhält. (Vielleicht sollte ich einfach mal was zu MEINER Entspannung nehmen):mrgreen:

Bevor der Hund da war, habe ich mir auch oft gesagt, dass ich ihn mal zu meinen Eltern oder so gebe, wenn ich mal irgendwas vorhabe, wo kein Hund mit kann. Aber in Wahrheit stellte ich nach einiger Zeit fest, dass ich Lilly nur sehr ungern irgendwo anders lasse: Man könnte ja was in der Erziehung versauen oder zu sehr betüddelt werden usw.
 
  • Was ist euch am schwersten gefallen? Beitrag #35
Dann schließe ich mich mit an.
In diesem Moment fällt es mir echt schwer, die Konflikte, die voreingenommene Hundebesitzer mit mir suchen, nicht persönlich an mich heranzulassen.
Die Tutnixes und deren Begleitung haben wohl keinerlei Verständnis dafür, dass mein Hund niemanden zu belästigen hat und ich nicht nur " gemein" und " quälerisch" bin.
Und ganz ehrlich, mir erscheint es langsam so, als hätten die Wenigsten Ahnung von hündischer Körpersprache und alles, was nicht beißt, schrie danach, 24 h am Tag mit fremden Hunden zu spielen..
Und dann wird man als " Schl*mpe" bezeichnet, wenn man den verunsicherten Hund vor 8 ungehorsamen Rüden schützt?
Oder wenn man, o Schreck, den Hund nicht überall vorbeikeksen will, sondern Richtungen wechselt?
Die einzigen Leute, mit denen ich zurzeit Hundekontakt habe, sind entweder vom Ort abgestempelte "Problemhunde"- die aber interessanterweise ruhig bleiben, während der Keksi- Labbi krawallt und Frauli ganz angestrengt am Beruhigen ist: ist ja Guut Schatziein- Jäger und Schäfer mit deren Arbeitshunden, wie auch faszinierenderweise Hundehasser und Ängstliche, die begeistert davon sind, wie ich versuche, durch Hundis Zurückhaltung ihnen ggü sozial zu sein.
 
  • Was ist euch am schwersten gefallen? Beitrag #36
Mir ist es anfangs sehr schwer gefallen, mich gegenüber anderen Menschen durchzusetzen, wenn es um meinen Hund und meine Erziehungsprinzipien ging. Irgendwie hatte ich lange Zeit das Gefühl, dass mir jeder, den ich getroffen habe, einen Strich durch die Rechnung gemacht hat und ich mich ständig dafür rechtfertigen musste, dass mein Hund nicht an der Leine spielen und (oh Graus!) noch nicht einmal Kontakt zu anderen Hunden aufnehmen sollte. Und auch meine Bemühungen, Paco daran zu hindern, wildfremde Passanten anzuspringen und abzuschlecken wurden nicht selten im Keim erstickt ("Lassen Sie ihn doch, das macht mir nichts aus!" "Er ist doch noch so klein, das lernt er schon noch!").

Inzwischen ist das besser geworden. Keine Ahnung, ob ich mir ein dickeres Fell und ein sicheres Auftreten zugelegt habe. Oder ob Paco mittlerweile groß genug ist, um einen gewissen Eindruck zu machen und nicht mehr diesen ganz argen Knuddelfaktor aufweist (ca. 30 schlammbedeckte Kilos die an der sauberen Hose hochspringen wirken doch abschreckender als ein kuschliges Baby mit Kulleraugen :mrgreen:).Auf jeden Fall laufen derartige Begegnungen seit einigen Wochen wesentlich entspannter ab.

Ich habe auch unterschätzt, wieviel Planung und Absprache besonders in der ersten Zeit nötig war, um das Leben um das Hundekind herum zu organisieren. Wer muss wann arbeiten und ist wann wieder da um die Betreuung vom Welpi zu übernehmen? Wer macht den Haushalt und erledigt die Einkäufe während der andere ihm klein Labbi vom Hals hält? "Mal eben" hierhin oder dahin war nicht mehr, auch wenn es vorher hieß, wir nehmen ihn einfach mit ... plötzlich gab es 100 Kleinigkeiten zu bedenken, an die wir vorher nie gedacht hätten. Aber auch das relativiert sich, je besser unser Süßer auch mal einige Zeit alleine bleiben kann. Inzwischen läuft unser Leben wieder in normalen Bahnen ... wenn auch etwas anders als früher.
 
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