Mix vs. Rassehund

Diskutiere Mix vs. Rassehund im Hundehütte Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo zusammen, ich würde hier gerne mal eine Diskussion aufmachen, bei der es um Mixe und Rassehunde geht. Vorallem in der letzten Zeit höre ich...
  • Mix vs. Rassehund Beitrag #1
Picco

Picco

Beiträge
1.038
Punkte Reaktionen
0
Hallo zusammen,

ich würde hier gerne mal eine Diskussion aufmachen, bei der es um Mixe und Rassehunde geht. Vorallem in der letzten Zeit höre ich es immer wieder, dass es wichtig ist, einen Auslandshund zu sich zu holen. Man siehts ja schon überall auf den Straßen in Rumänien, tausende Hunde die ein Zuhause suchen und keins finden.
Immer wieder fällt dann der Satz "für jeden gekauften Rassehund muss ein Mix sterben" bzw. dieser bekommt dann kein Zuhause für den verloren gegangen Platz. Vorallem die umstrittene Orga "peta" preist Mixhunde wieder an, unterstreicht oftmals diese Ansicht und wirbt dafür. "Adopt and never buy" heißt es dann, oder aber auch "Don't breed or buy, while shelter dogs die" - gepaart mit einem traurig aussehenden Hund trifft es direkt einen ins Herz.

Ich finde es nicht fair, Rassehunde so "abzustempeln" bzw. auch deren Besitzer teilweise als schlecht darzustellen. Man meint die Leute würden es nicht glauben, aber das stimmt nicht. Teilweise wird man hier schon bei solchen Diskussionen á la "Wir haben einen Hund aus dem Ausland "gerettet", und was ist mit euch?" abgestempelt. Es gibt keine Gründe, noch mehr Hunde zu züchten wenn wir solche Situationen haben - dieses Agrument fällt auch oft.
Aber macht es einen Rassehund denn schlecht? Ich bin auf keiner Seite von beiden, hatte Mixe und auch Rassehunde bei mir.

Was da teilweise im Internet für eine Hetzerei entsteht, da kann ich ehrlich gesagt nur noch den Kopf schütteln.
"Man braucht keine Rassehunde" "Züchter sind schuld an dem Hundeelend" usw..

Für mich ist jedes Tier wertvoll. gehen wir mal davon aus, jeder würde sich informieren und es würde keiner auf die Idee kommen, Rassehunde für wenig Geld zu kaufen.
Sind diese dann weniger wert? Wenn es keine Rassehunde gäbe, gäbe es auch niemals Mixe.

Wie seht ihr das?
 
  • Mix vs. Rassehund Beitrag #2
Also ein guter Züchter ist sicherlich nicht schuld daran. Ein guter Züchter hat ja nicht ständig Welpen und sucht sich die Leute auch aus. Und vorallem: Nicht jeder ist bereit Geld für einen guten Züchter zu zahlen.

Schuld daran sind allerdings sicher die Vermehrer. Hier bekommt doch jeder einen Hund, zu Spotpreisen. Wenn es das nicht gäbe, dann würden die Leute vielleicht eher an ein Tierheim denken oder sich keinen Anschaffen und damit wäre auch nichts verloren, wenn du verstehst was ich meine... (weiß grad nicht wie ich mich ausdrücken soll...).

Was die Auslandshunde betrifft, bin ich etwas zwiegespalten... In deutschen Tierheimen sitzen auch mehr als genug tolle Hunde. Aber viele dt. Tierheime legen sich selbst Steine in den Weg, weil die Leute, die sich finanziell einen Hund leisten können/wollen, oft eben viel Arbeiten. Da hilft es auch nichts, wenn man sagt, dass man einen Betreuer hat.
Die Ausländischen Tierschützer sehen das, habe ich zumindest das Gefühl, nicht so eng. Natürlich soll der Hund da auch nicht stundenlang allein bleiben, aber wenn man sagt, dass man einen Betreuer hat bzw. Möglichkeiten, dass der Hund nicht lang allein ist oder den mit ins Büro nehmen kann, dann passt das.

Prinzipiell würde ich, wenn jetzt ein Hundekauf anstehen würde, zu einem Hund ausm Tierschutz tendieren. Ob Mix oder nicht, wäre mir egal, es muss passen. Ob jetzt aus dem Ausland oder einem deutschen Tierheim... Vielleicht eher ein Hund aus dem Ausland, der schon in D-Land ist, weil ich den Hund kennen lernen wollen würde und nicht erst, wenn er aus dem Flugzeug oder dem Transporter kommt.

Ich bin der Meinung, dass man weniger die Hunde zwingend hier her holen sollte. Natürlich, wenn sich einer verliebt, klar; aber man sollte eher Aufklärungsarbeit leisten. Und viele, grade die Armen Leute in manchen Ländern, haben doch ein gutes Verhältnis zu den Hunden (war mal im TV, HundKatzeMaus oder so, die waren da in einem kleinen "Ort" und da kamen die Leute mit den Hunden klar und hielten sie teilweise auch wie Haustiere). Und natürlich Kastra-Aktionen, anders hört das nicht auf.
 
  • Mix vs. Rassehund Beitrag #3
Huhu,

ich bin großer Vertreter des Tierschutzhundes, aber dieser Satz

Immer wieder fällt dann der Satz "für jeden gekauften Rassehund muss ein Mix sterben" bzw. dieser bekommt dann kein Zuhause für den verloren gegangen Platz.

ist m.E. ganz großer Quatsch. Die Message ist eigentlich dieselbe wie bei Raubkopien. Da wird auch immer von einem Schaden in Millionenhöhe gesprochen. Was aber viele nicht verstehen wollen: Wer sich etwas raubkopiert, würde sich das Produkt nicht automatisch kaufen, wenn es keine Raubkopie geben würde. Er schnuppert halt mal rein und kauft es dann oder ist auf dem Egotrip und hatte nie vor es zu kaufen. Ähnlich sehe ich das eigentlich bei diesem Satz. Menschen, die sich einen Rassehund holen, würden sich nicht automatisch auch einen Mischling/Tierschutzhund holen, sollte es keine Zuchthunde geben. U.U. sind da sicher ach genug dabei, die sich dann gar keinen Hund holen würden. Gäbe es nur Weimaraner und Viszlas, wäre ich halt auch keine Hundehalterin. Gäbe es nur Qualzuchten, würde ich mir eben keinen Hund holen. Es ist m.E. sehr utopisch gedacht, dass Menschen sich immer einen Tierschutzhund holen würden, gäbe es keine Zuchthunde. Dass sich Menschen Zuchthunde holen hat in der Regel gute Gründe, die ein Tierschutzhund u.U. nicht erfüllen kann oder nicht zu gut erfüllen kann. Das muss man akzeptieren, auch der Moralapostel Peta.

Sind diese dann weniger wert? Wenn es keine Rassehunde gäbe, gäbe es auch niemals Mixe.

Das wiederum stimmt nur so halb :) Hunde gab es bereits vor der Rassezucht. Die Rassezucht ist nur ein Wimpernschlag in der Geschichte des Hundes. Es würde natürlich keine Labrador-Irish-Setter-Mixegeben, wenn es diese beiden Rassen nicht gibt, aber (Tierschutz)hunde als solches würde es natürlich schon geben. Der Unterschied wäre vermutlich, dass Tiere dann eben nicht mehr nach Rassen benannt werden, denen sie ähnlich sehen oder sind. Der Fokus würde daher weniger auf der Bezeichnung als auf Aufsehen und Charakter liegen. Fäne ich nicht uninteressant, dann wäre das äußere Erscheinungsbild gar nicht mehr so unterschiedlich. Würde mich schon interessieren, wie sich sowas auf die Hundehaltung auswirkt. :)
 
  • Mix vs. Rassehund Beitrag #4
Ja, so ähnliche Meinungen durfte ich mir auch anhören, als wir uns für einen Züchterwelpen entschieden haben :roll:. Und teilweise wurde ich ziemlich übel angegangen, wie ich mir denn einen Hund vom Züchter holen könnte, solange es so viele Hunde gibt, die ein Zuhause brauchen.

Ich denke, die wirklich seriösen Züchter sind nicht Schuld an dem Hundeelend. Wer sich dort einen Hund für schnell mal 1000,- oder mehr holt, der wird sich in den meisten Fällen vorher ernsthaft mit der Thematik auseinandergesetzt haben. Das ist keine leichtfertige Entscheidung, die man mal eben so im Vorbeigehen trifft, weil Welpen ja so niedlich sind. Ein guter Züchter gibt seine Tiere auch nicht einfach jedem in die Hand, sondern schaut sich in der Regel genau an, wo sie landen und was für ein Leben sie führen werden. Und ein seriöser Züchter ist im Normalfall bereit, seine Hunde zurück zu nehmen oder bei der Weitervermittlung zu helfen, wenn es aus welchem Grund auch immer nicht mehr passt und das Tier abgegeben werden muss. Darum landen eher wenig Rassehunde vom seriösen Züchter im Tierheim.

Das Problem sehe ich eher beim Vermehrer, der den angeblichen Rassehund zum Billigpreis abgibt, bei dem jeder einen Hund bekommt, der ihn bezahlen kann. Und solche Hunde werden sicher wesentlich öfter leichtfertig angeschafft und dann auch beim ersten auftretenden Problem wieder abgegeben. Hier ist sicherlich noch viel mehr Aufklärungsarbeit nötig.

"für jeden gekauften Rassehund muss ein Mix sterben" bzw. dieser bekommt dann kein Zuhause für den verloren gegangen Platz.
Das ist in meinen Augen Blödsinn. Ich finde es gut und wichtig, Tierheimtieren eine zweite Chance zu geben. Aber es ist eben nicht immer möglich und sinnvoll. Ich habe z.B. einen möglichst jungen Hund mit trotzdem weitgehend vorhersehbaren Eigenschaften gesucht, weil ich in Zukunft neben dem reinen Familienhund bestimmte berufliche Ziele mit ihm verfolge. Aus dem gleichen Grund war es mir wichtig, dass er von Anfang an unter bestimmten Bedingungen aufwächst und gut sozialisiert wird.

Das bietet mir nur ein Rassehund, bei einem kleinen Mix aus dem Tierschutz habe ich immer bis zu einem gewissen Grad ein Überraschungspaket und das wollte ich in meiner Situation ganz einfach nicht. Bei mir wäre also wahrscheinlich kein Tierschutzhund eingezogen, wenn es den Rassehund nicht gegeben hätte. Auch so habe ich natürlich keine absolute Sicherheit, dass alles so läuft wie erhofft, aber ich konnte viele Unsicherheitsfaktoren von Anfang an ausschließen. Das hätte ich beim Tierschutzhund nicht gekonnt.

Wirklich schade finde ich, dass viele Menschen einfach nicht bereit sind, andere Ansichten als die eigene zu akzeptieren und dann Haltern von Rassehunden einen Stempel aufdrücken. Jeder Hund ist gleich viel "wert", wenn man es denn so ausdrücken will. Und wo man sein Tier herholt, muss jeder mit sich selbst und seinem Gewissen ausmachen. Es gibt gute Gründe für einen Rassehund, es gibt auch Umstände, in denen ein Tierschutzhund genau so gut oder besser passt. Das muss man immer vom Einzelfall abhängig machen und sollte da auch ruhig mal über den eigenen Tellerrand hinaus sehen.
 
  • Mix vs. Rassehund Beitrag #5
Spannendes Thema!
Ich glaube ein großes Problem ist eher die HERKUNFT der meisten Straßenhunde. Diese "WELPENMAFIA" oder "KOFFERRAUMWELPEN" sind ein großes Problem. Ich habe eine Reportage über diese Hunde gesehen und es ist wirklich schrecklich!
Viele Menschen kaufen diese Welpen >leider< und die die übrig bleiben werden getötet oder ausgesetzt. Fazit -> NEUE STRASSENHUNDE. Zusätzlich natürlich noch, dass kaum einer kastriert ist.
Jedem bleibt selbst überlassen, ob er sich einen Rassewelpen oder Strassenhund holt.
Ich glaube die Art und Weise des Grundes der Anschaffung ist auch auschlaggebend. Viele wollen schon lange diese EINE RASSE haben und viele wollen einfach nur einen Hund, egal woher und wie er aussieht. :angel:
 
  • Mix vs. Rassehund Beitrag #6
Ich habe ja eine kurze Zeit von Deutschland aus beim Auslandstierschutz geholfen. Bzw. wurde ich von einer Freundin ins Boot geholt, die versucht hat, für eine gute Bekannte in Griechenland, die sich um verwaiste Hunde kümmert, eine Organisation zu gründen, damit ihre Hunde leichter in D vermittelt werden können.

Mal abgesehen davon, was wir an schwarzen Schafen kennengelernt haben (echt nicht zu fassen, wie profitgeil manche Menschen sind), war sie ziemlich schräg drauf. Sie war auch der Meinung, dass man sich Arbeitshunde aus dem Tierschutz holen sollte. Und am Besten nur aus dem Ausland, denn die Tiere in deutschen Tierheimen haben es ja schon einigermaßen gut. :roll: Naja, die Meinung vertrete ich nicht einmal im Ansatz.
Im Gegenteil - nach allen Erfahrungen, die ich als Teenager mit Tierschutz gemacht habe, sehe ich das deutlich nüchterner.

Ob Tierheim in Deutschland, im Ausland, eingetragener Züchter, vernünftige Hobbyvermehrer oder liebevoll großgezogener Unfallwurf: Hauptsache ist doch, man bekommt genau den Hund, der zu einem passt. Nur muss man wirklich überall die Augen nach schwarzen Schafen offen halten. Es gibt leider nicht nur schlechte Züchter sondern auch schlechte Tierschützer.

Ich finde es auch immer ganz nett, wenn sich Leute, die einen Hund aus dem Ausland nehmen, einbilden, sie hätten da jetzt weiß Gott was bewirkt. Die Wirkung ist wirklich rein sentimental. Das Einzige, was man damit vielleicht bewirkt ist, dass man den Menschen vor Ort ein schönes Erlebnis gönnt. Denn wie soll man diesen Kampf gegen Windmühlen schaffen, wenn man nicht weiß, dass es ab und zu ein Hund da heraus schafft?
Aber der Hund ist dir nicht "dankbar". Er wird sich nicht zurückerinnern und denken: Mensch, was hab ich es jetzt aber gut!

Auf der anderen Seite finde ich auch die Aussage nicht korrekt: "Wenn man sich einen Straßenhund holt, kommen da gleich 10 neue nach."
Die Ursache und Wirkung würde mich mal interessieren, denn da sollte man sich nichts vormachen: Diese 10 kommen so oder so nach.

Naja, wie schon gesagt, ich finde am Ende sollte es einfach darauf hinauslaufen, dass man genau den Hund bekommt, den man sich wünscht oder den man braucht. Und wenn man dabei nicht gerade profitgeilheit (gemeint sind bereits erwähnte schwarze Schafe) unterstützt, ist das doch auch ganz schön.
 
  • Mix vs. Rassehund Beitrag #7
Kiwi, ich finde du hast das sehr schön auf den Punkt gebracht!:clap:

Ich musste mich GsD noch nicht rechtfertigen, warum wir einen Rassehund geholt haben.
Unsere Geschichte dazu ist ja auch nicht wirklich typisch.

Trotzdem hatte ich vorher auch beim TS geschaut. Aber ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich da mit den Kindern ein Flaues Gefühl hatte.
Ich weiß dass es im Prinzip Blödsinn ist, aber es war eben so.

Letztlich glaube ich auch immer an Schicksal- nichts passiert ohne Grund- jeder bekommt den Hund den er verdient.
*schmeisst 10 Euro ins Phrasenschwein*
 
  • Mix vs. Rassehund Beitrag #8
Ich durfte mir auch schon sehr oft anhören, dass ich "mich schämen sollte", weil ich Hunde vom Züchter habe. Ich sage darauf nur nüchtern: Meine Hunde werden niemals im Tierheim landen.
Seriöse Züchter (und nur solche wähle ich), nehmen die Hunde zurück und vermitteln sie selber weiter, sollte etwas nicht passen. Sie züchten auch nur dann, wenn sie schon genügend geeignete Abnehmer in Aussicht haben. Würde jeder so handeln und irgendwelche "Meine Hündin muss mal Welpen bekommen" und Vermehrer würden auf ihren Hunden sitzen bleiben, dann würde es diese ganz schnell nicht mehr geben. Auch die berühmten "Ups-Würfe" wären mit Sicherheit gleich wesentlich geringer anzutreffen. (gibt ja mittlerweile auch schon "die Spritze danach").

Dieses "ich bin ein besserer Mensch als du, weil ich ein Hund aus dem Tierschutz habe (und noch besser gestellt fühlen sich die Leute, die ein Hund aus der Tötungsstation im Ausland haben)" nervt mich einfach. Das Problem im Ausland muss auch im Ausland behoben werden. Natürlich kann das auch mit unserer Hilfe geschehen (also ich denke nicht "Ausland ist nicht unsere Sache"), aber Hunde von dort hier her zu holen ist nicht die Lösung des Problems! Es müsste viel mehr im Land unterstütz werden, damit sie selber mit dem Problem fertig werden. Kastrationen, Tierheime, Chips etc.
Dazu kommt noch die allgemeine Einstellung gegenüber Hunden in anderen Ländern. Es sind ja nun auch nicht unbedingt schlechte Menschen, sie sind so aufgewachsen.. bei uns hat der Hund auch erst vor kurzer Zeit diesen hohen Stellenwert eingenommen. Ist der Hund weniger wert und es gibt keine Strafe und/oder Kontrolle, dann wird der Hund eben einfach ausgesetzt wenn er nicht mehr passt.
Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen,wie sie ihre Tiere behandeln.
(Mahadma Gandhi)

Ich habe mich für Welpen entschieden, weil ich sie von Anfang an an mein Leben prägen und nach meinen Vorstellungen "formen" wollte. Dazu wollte ich nicht auf diese wunderschöne (wenn auch anstrengende) Erfahrung verzichten. Ich möchte meinen Hund von Anfang bis Ende begleiten.
Ich habe mich für einen Rassehund entschieden, weil ich genau weiß was ich möchte und brauche und eben auch genau, mit was ich nicht umgehen will. Ich habe einfach Anforderungen, die mir ein Mischling aus dem Tierschutz nicht bieten kann.

Bin ich deswegen ein schlechterer Mensch? Ich denke nicht.
Meinen Hunden geht es gut und sie werden niemals im Tierheim landen.
 
  • Mix vs. Rassehund Beitrag #9
Huhu,

also ich finde das Thema auch sehr interessant und finde es sehr, sehr unfair wenn man jemandem ein schlechtes Gewissen einredet nur weil er einen Rassehund hat! Das ist doch jedem selbst überlassen ob er bei einem seriösen!!! Züchter oder beim Tierschutz einen Hund holt.
Ich habe ja beides eine Hündin aus der Tötung und eine Whippethündin, die zwar auch ein Notfall war, aber dennoch reinrassig ist und ich würde das immer wieder so machen. Warum soll man nicht einen Rassehund und einen Mix haben? Oder warum nicht nur Rassehunde? Das ist doch wirklich völlig egal und geht auch niemandem was an, sollen mal alle auf ihrem Teller bleiben ;).
Allerdings werde ich wohl nie bei einem Züchter kaufen, denn einen Welpen würde ich nie haben wollen ..... Aber man bekommt ja Rassehunde auch etwas älter bei Züchtern oder als Tierschutzhunde.

Also für alle, steht da einfach drüber wenn euch jemand so blöd kommt, lasst es abprallen, jeder kann selber entscheiden :D.
 
  • Mix vs. Rassehund Beitrag #10
Hm also ich muss sagen, ich kann diese Meinung mit den Hunden von Züchtern schon verstehen...

Obwohl du, Biene 19, ja zum Beispiel scheinbar anders trennst. Mir wäre es egal, ob der Hund reinrassig oder ein Mix ist, mir persönlich ginge es eben um die Herkunft. Da halte ich einfach nicht viel von (auch seriösen) Züchtern. Aber ich habe da auch einen anderen Ansatz. Ich zweifel Haustierhaltung eigentlich im Allgemeinen pauschal erstmal an. Erinnere mich noch, wie ein Freund von mir mich fragte, warum ich immer behaupte, Tiere zu lieben, sie aber daheim einsperre. Tja, nach kurzem Stutzen meinte ich, dass ich nur Tiere habe, die quasi ungewollt sind. Ich unterstütze mit meinem Handeln nicht die "Haustierproduktion". Das mag bei Hunden sicher lang nicht so nötig sein wie bei Kleintieren, da Hunde ja einfach eine größere Verantwortung sind, die kauft man nicht schnell mal bei Obi, weil sie grad so süß sind.

Aber die Idee ist für mich ähnlich. Für mich ist es kein Argument zu sagen, "gäbe es diese Rasse nicht, hätte ich gar keinen Hund". Da sag ich persönlich ganz einfach "ist mir wurscht". Das soll beim besten Willen nicht böse klingen, aber wenn es den Hund gar nicht gäbe, wäre es auch nicht schlimm. Ich hätte bei Hunden absolut gar nichts gegen verantwortungsvolle Züchter, WENN es nicht immernoch genügend Notfalltiere gäbe. Klar, ich verstehe das Argument, dass manche im Tierheim einfach nicht das finden, was sie suchen (obwohl mit ein bisschen Mühe sicherlich für manche doch etwas zu finden wäre, aber sicher nicht für alle), aber dann sage ich halt, im Interesse der Tiere, sind Hunde vom Züchter "unnötig". Quasi ein Luxus"gegenstand". Und dieser Luxus ist für mich persönlich erst zu rechtfertigen, wenn es keine Herrenlosen Hunde mehr gibt. Über den Punkt Ausland kann man natürlich nochmal gesondert streiten.

Ein ganz anderer Punkt sind für mich Arbeitshunde. Dass ein Schäfer einfach einen Hund braucht, der in dieser Richtung auch zuverlässig arbeiten kann und will, ist für mich völlig ok. Meinetwegen werden Arbeitshunde gezüchtet. Auch Blindenhunde. Ist mir klar, die müssen "funktionieren". Da fängt man am besten schon früh mit der perfekten sozialisierung und Prägung an. Aber für den normalen Hund als Hobby und Begleiter des Menschen ist ein Züchter in meinen Augen momentan einfach unnötig.


Ich verteufel deswegen niemanden, der einen Hund vom Züchter hält, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Was ich geschrieben habe, bezieht sich schlicht und einfach darauf, wie ich handeln würde, soll also bitte auch niemanden angreifen.
 
  • Mix vs. Rassehund Beitrag #11
Huhu,

ich kann das alles von euch so unterschreiben und ihr schreibt direkt aus meiner Seele. :D
Genau wie pewee schon gesagt hat, es heißt nicht zwingend das man direkt einen Hund aus dem Ausland adoptiert hätte wenn man keinen Rassehund gefunden hätte.
Vorallem finde ich das hier interessant und ich habe auch vorher nicht drüber nachgedacht:
Das wiederum stimmt nur so halb :) Hunde gab es bereits vor der Rassezucht. Die Rassezucht ist nur ein Wimpernschlag in der Geschichte des Hundes. Es würde natürlich keine Labrador-Irish-Setter-Mixegeben, wenn es diese beiden Rassen nicht gibt, aber (Tierschutz)hunde als solches würde es natürlich schon geben.
Also hat mal einer, grob gesagt, einen "super" Mix genommen und gewisse Eigenschaften rausselektiert? Schon interessant sich das mal so zu überlegen :eusa_think:

Ich finde es total unfair zu sagen, alle Züchter bzw. deren Käufer als schlecht darzustellen so wie es peta im Moment macht. Laut denen sind wir dran schuld, dass es Hundeleid gibt in den anderen Ländern obwohl doch eigentlich die Länder selbst sind, die es vergeigt haben.

So wie viele hier auch habe ich mich für einen Welpen entschieden. Vorher hatten wir Tierheimhunde aus Deutschland und auch Auslandshunde zur Pflege. Es sind alles dankbare Tiere, keine Frage. Aber man weiß halt nie was man bekommt - und genau hier liegt das Problem. Eine Familie, als Beispiel, nimmt sich einen Hund aus Rumänien an. Super Sache, denkt man sich dann. Der Hund soll kinderfreundlich und hundeverträglich muss er außerdem sein. Am liebsten würden sie Hundesport mit ihm machen. Nun aber ist das Problem, dass der kleine Hund zu groß wird und eventuell Sport nicht seine Sache wäre zum Schutz der Gelenke. Er hat außerdem tierischen Stress bei lauten Geräuschen und Menschenmengen, was man ja in einem Sportverein nicht ganz ausschließen kann. So, jetzt haben wir einen Hund der nicht zu der Familie passt, sogar Angst vor den Kindern hat. Und jetzt? Außerdem jagt er noch den geliebten Hasen der Tochter..Dieser Hund landet spätestens wieder bei Pflegestellen wie es bei mir war oder im Tierheim weil es einfach nicht der Deckel ist, der zu einem passt. Habe sowas schon oft erleben müssen und kann immer wieder nur den Kopf schütteln. Den meisten Leuten reicht es, eine "gute Tat" vollbracht zu haben, d.h. einem Hund das Leben "gerettet" zu haben.

Bei Rassehunden hat man es halt nicht, durch die Eigenschaften kann man schon mal in eine Richtung denken - bei Welpen kann man sie vorallem in eine Gewisse Richtung lenken.
Beim Kauf eines Welpen ist es für mich Pflicht, sich über ein Tier bzw. über Hunde zu informieren. Wenn man dies tut, kommt man früher oder später auch auf das Thema "Billigwelpen" und kann alles darüber nachlesen. Für mich gibt es keine Entschuldigung sich dort trotzdem einen zu holen - wenn man sich über das Thema schlau macht, MUSS man einfach auch darüber stolpern.
Ich kenne auch jemanden, der sich erst einen Billigwelpen geholt hat. Dieser ist dann gestorben, es war nicht viel Geld für einen neuen da und man hat sich dann im Ausland umgeguckt. Die sind da ja genauso "teuer" (nur die Schutzgebühr wird verlangt, ist meist sogar unter 400 Euro - noch weniger als beim unseriösen Züchter..) und zack, eine Woche später kam dann der Auslandshund an. Der passte aber charakterlich nicht zu diesem Paar, waren völlig überfordert mit ihm und gaben ihn dann ab.

Meistens ist es doch bei solchen Preisen eine Spontanüberlegung, ein Hund ist ja auch was tolles, keine Frage. Bei der Summe der Rassehunde muss man sich aber wenigstens ernsthaft damit auseinander setzen.

Ich finde, alle Hunde verdienen ein schönes Leben. Ein Mix ist genauso schön wie ein Rassehund es ist, wenn man jedoch gewisse Ansprüche hat, sollte man sich nochmal überlegen ob ein Mix der richtige ist.

Bei mir würde auch niemals ein Hund im Tierheim landen. Ich bin durch den Kauf bzw. durch die Adoption Pflichten eingegangen, egal wie schlecht es um uns steht, der Hund, wenn er denn wirklich weg muss, werde ich persönlich vermitteln. Der Züchter würde es zwar auch tun, aber er ist ja schließlich mein Freund und ein Familienmitglied. Da will ich mir selber ein Auge machen für seine Zukunft und nicht wie viele andere Leute in anderen Ländern es machen - nämlich auf die Straße setzen. Hier liegt der Hund doch begraben und genau hier sollte man was im Inland ändern.
 
  • Mix vs. Rassehund Beitrag #12
Off-Topic
Also hat mal einer, grob gesagt, einen "super" Mix genommen und gewisse Eigenschaften rausselektiert? Schon interessant sich das mal so zu überlegen :eusa_think:

Also die Hundehaltung des Menschen gibt es ja schon seit einigen tausend Jahren. Die Rassezucht vielleicht seit ein paar hundert Jahren. Das war ein ziemlich langer Prozess bis zu unseren heutigen Rassen, das mag man sich kaum vorstellen. Wenn man aber mal bedenkt, dass der Hund aus dem Wolf hervorgeht und bei Wölfen ja nun nicht besonders viele Farbkombis vorkommen, finde ich es schon sehr erstaunlich, was wir heute für bunte Hunde haben. Dasselbe gilt für die Größe. Ein Wolf hatte damals irgendwie einen Widerrist von gut 70 cm und aus dem ist streng genommen auch der heutige Chihuahua her. Menschen haben nicht nur mit Hunden/Wölfen gezüchtet, die bestimmte Eigenschaften hatten, sondern auch bestimmte äußere Merkmale - also durchaus auch mit Exemplaren, die sich in der freien Natur niemals fortgepflanzt hätten, weil sie eigentlich zu schwach sind und sich nicht durchgesetzt hätten, wenn sie in einem funktionierenden, natürlichen Rudel leben würden. Und dann eben noch zusätzliche Faktoren, wie andere Essgewohnheiten, die durch den Menschen eingeführt wurden und die "Gefangenschaftshaltung" durch ihn. Das sind die Schlüsselfaktoren, weswegen es überhaupt diese krassen Größenunterschiede gibt. Das unterdrückte einige physische Entwicklungen von der Körpergröße bishin zur Abnahme von Gehirnmasse u.ä.

Aus der Sicht des Menschen kann es für ihn der ein oder andere "Supermix" gewesen sein. Für die Hunde/Wölfe eigentlich der Supergau, weil gerade die "Rüdelführer" und autonomen, autoritären Tiere sich so gut wie nie fortpflanzen durften, weil es sonst zu wenig Entwickling in die Richtung gab, die sich der Mensch gewünscht hat.

Gibts ein paar interessante Bücher drüber. Gerade Bücher zur Domestikation führen den Wolf bzw. den Hund immer als Paradebeispiel an, weil es kaum eine Tierart gibt, aus der so viele Varietäten hervorgegangen sind.
 
  • Mix vs. Rassehund Beitrag #13
@Calimero:
Ja, diese Ansicht vertritt Peta ja auch. Also, dass jede Haltung eines Haustieres gleich Tierquälerei bedeutet. Hier wird aber vergessen, dass unsere Hunde genau dazu gezüchtet wurden. Unseren Hunden geht es gut bei uns. Ja, die meisten von ihnen würden in "Freiheit" nicht überleben können. Selbst die, die es tatsächlich schaffen, mutieren nicht wieder zum Wolf. Wildlebende Hunderudel bleiben in der Nähe der Menschen und bilden andere Sozialstrukturen als es Wölfe getan hätten. Unsere Hunde kann man damit nicht vergleichen mit Vögeln, Reptilien, Fischen oder Nagetieren. Unsere Hunde sind viel weiter in der Domestikation - vor allem auch, da sie sich mit ihren Sozialstrukturen perfekt dafür geeignet haben. Sie verstehen unsere Sprache (wenn man mit der Hand wohin zeigt zum Beispiel - im Gegensatz zu Wölfen), ihre Verdauung hat sich verändert, ihre Sozialstruktur hat sich angepasst etc. Vom Aussehen, was bei dem Großteil nicht mehr "natürlich" und "überlebensfähig" (in freier Wildbahn) ist, mal ganz zu schweigen.

Wir haben unsere Hunde zu Tieren gemacht, die auf uns angewiesen sind und die genetisch darauf gezüchtet wurden uns zu gehorchen und "leichtführig" zu sein. Einen Hund zu halten ist also alles andere als Tierquälerei. Es ist für den Hund die einzig richtige Art der Haltung! Das ist ein großer Unterschied zu oben genannten Haustieren!

Man kann natürlich darüber diskutieren wie sinnvoll es war überhaupt damit anzufangen. Es bringt aber wenig, da es nun mal schon tausende Jahre her ist und zum damaligen Zeitpunkt wohl durchaus sinnvoll (im Sinne von überlebenswichtig) war und nun haben wir unsere Hunde und sie erfüllen noch immer ihren Zweck. Dieser muss auch nicht mehr zwingend eine überlebenswichtige Arbeit sein. Heutzutage sind sie eben oft einfach Familienmitglied und das ist dann ihre Aufgabe, die sie auch gut erfüllen. Es gibt Gesellschaftshunde, die keiner bestimmten Arbeit nachgehen "müssen" (Auslastung sollte natürlich trotzdem gegeben sein, ich denke das versteht sich von selbst). Wer mit dem Hund arbeiten möchte, sei es auch nur für den "Sport", der wird auch den passenden Hund finden. Dafür gibt es Hunderassen. Es gab und gibt verschiedene Anforderungen und deswegen gab und gibt es auch verschiedene Zuchtziele. So kann man sich die Rasse nach seinen Anforderungen aussuchen und Familie und Hund sind zufrieden.
Bei Mischlingen unbekannter Herkunft kann man das nun mal nicht (zumindest nicht im Welpenalter). Dies hat automatisch zur Folge, dass sie auch wieder öfter abgegeben werden, wodurch die Tierschutzorganisationen dann meistens noch wählerischer werden.. ein Teufelskreis.
Hunde von seriösen Züchtern werden extrem selten wieder abgegeben (Züchter sind deswegen auch bei weitem nicht so wählerisch wie Tierschutzorgas). Das hat einfach den Grund, dass man es sich dort zweimal überlegt. Man wird auch nicht gedrängt mit "Das Tier stirbt sonst und/oder ich will eine gute Tat tun (meiner Meinung nach ist es immer falsch aus diesem Grund einen Hund zu holen - habe ich oben ja schon ausgeführt)". Man redet mit dem Züchter, man bekommt die Rasseneigenschaften beschrieben und die Anforderungen genannt. Man wird darauf vorbereitet, was einen erwartet. Das ist aber nun mal nur bei Rassehunden in diesem Umfang möglich. Dafür gibt es Rassehunde und das ist auch gut so.
Soweit zumindest meine Meinung dazu.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Mix vs. Rassehund Beitrag #14
Im grunde genommen ist es natürlich "egoistisch" sich einen Rassehund zuzulegen, denn man verfolgt damit immer eigene Ziele.
Die Gründe für einen Rassehund sind vielfältig und persönlich, allen voran geht es meistens darum sich schon vorher sicher zu sein ein bestimmtes "Produkt" zu erhalten.
Größe, Farbe, Wesenszüge, Rassehunde bieten am ehesten ein gewisse Kaufsicherheit, ein berechenbares Produkt von der Stange.

Menschen haben verschiedene Gründe sich für einen schablonierten Rassehund zu entscheiden und gegen einen Tierschutzhund, es sind aber immer ihre persönlichen Gründe und nicht die des Hundes, demnach sind die Entscheidungen natürlich egoistisch.

Die Frage ist nur, was ist daran so schlimm?
Wir sind alle egoistisch in unserem Alltag, wir können (und wollen) alle nicht nur und immer Samariter-Entscheidungen treffen. Wir wollen nicht immer Fahrrad fahren und nur Bio-Gemüse essen, nur selbstgestrickte Sachen aus Wolle von glücklichen Schafen tragen, jeden Alltagsgegenstand auf Schadstoffreiheit überprüfen lassen und Abends rechtzeitig das Licht ausmachen um Energie zu sparen.

Ich finde all das ist in Ordnung, ich denke jeder der sich für seine Umwelt interessiert wird irgendwo den Beitrag leisten den er leisten kann und will und dafür an anderer Stelle wieder egoistisch sein.
Warum sollte man nicht einfach so dazu stehen? Wir wollen alle nur glücklich sein und wer sein Glück mit einem Rassetier findet - so what?
Jemand anders findet sein Glück mit einem Straßenhund - auch okay.

Es ist egal was man macht, irgendjemand wird immer die Nase rümpfen über die Lebensentscheidungen die man getroffen hat, aber das heißt doch noch lange nicht, dass die eigenen Entscheidungen die falschen sind ;)
Da muss man dann einfach drüberstehen, wenn man selbst glücklich ist (und der eigene Rassehund auch) dann ist doch alles gut.

Man verschlechtert die Welt doch nicht per se nur weil man nicht permanent bemüht ist sie zu verbessern ;)
 
  • Mix vs. Rassehund Beitrag #15
Ich habe damals in Kommunikations-Seminaren einmal das schöne Thema "Hilfsbereitschaft = Egoismus" gehabt. Es ging vor allem darum, dass wir in der Regel egoistische Ziele verfolgen, wenn wir hilfsbereit sind. Das kann ein einfaches und bei uns allen unterbewusstes "Ich helfe dir und hoffe dann, dass du mir auch hilfst" sein, aber eben auch ein "Ich fühle mich gut, wenn ich eine gute Tat getan habe" (und viele ja vor allem auch, weil sie dann überall erzählen können, dass sie es getan haben). Wir Menschen sind einfach egoistische Wesen und das ist auch in Ordnung so.
Ein Hund aus der Tötungssation zu holen ist also in der Regel nicht minder egoistisch als einen aus seriöser Zucht. ;)
 
  • Mix vs. Rassehund Beitrag #16
Kann Syn nur zustimmen.
Hunde sind im Grunde schon Mutanten, deren artgerechte Umwelt die des Menschen ist.
Peta behauptet Unsinn, wenn sie meint, Haustiere könne man mit ihren wilden Ursprungstypen vergleichen.
Denn nicht nur der Genotyp wird vererbt, sondern die Erfahrungen eines Individuums wirken sich rückführend von Phäno- auf Genotyp aus und werden in der Folgegeneration teilweise als neuer Genotyp weitervererbt.
Einfaches Beispiel ist eine trächtige Hündin, die ständig Stress ausgesetzt ist- sie wird höchstwarscheinlich nervösere Nachkommen haben, als eine ausgeglichene Gegenhündin.

Ähm... Sollten wir vielleicht auch keine Kinder bekommen, weil in Afrika so viele an Hunger sterben?
Meine Meinung: man sollte sich immer bemühen, in SEINEM Umfeld zu helfen, wenn wir den Menschen zu mehr Respekt ggü Tieren helfen können, ist es besser, als einen von Millionen Hunden zu adoptieren.
Und wir sollten das auch tun, anstatt, wie manche, sich einen Hund aus dem TSchutz holen, und sich als etwas Besseres fühlen. Ich habe Dschin von einem Vermehrer(später durch Nachfolgen und Recherche herausgefunden) und glücklich, dass ICH es geworden bin, die ihn hat, mit seiner Veranlagung säße er bei vielen Anderen als schwer vermittelbar im Tierheim. Ich habe ihn ausgewählt um SEINETWILLEN, nicht, weil er einen guten Ursprung hat oder sonst eingeschläfert wird.Weiter gehts. Ich komme aus der Ukraine, ja, dort wo zur EM die Hunde abgeschossen wurden. Und es ist dort ganz schlimm mit dem Respekt für Tiere. Als Kind war ich fast die Einzige, die für die Tiere einstand.
Alle anderen fanden es lustiger, sie zu ärgern bishin zu quälen.
Jetzt muss ich, wenn ich da bin, regelmäßig Jungs zusammenscheißen, die zum Spaß einfach Hunde schlagen?!
Die Leute schauen mich an wie ein Alien, wenn ich mit meinem Futterbeutel zu den Rudeln watschel.
Noch schlimmer wirds eigentlich nur, wenn ich mit dem Kettenhund von Verwandten unsere Runden drehe...:mrgreen:
Aber aber aber es bringt überhaupt nichts, die Hunde alle zu adoptieren, weil damit in den Köpfen der Ukrainer für die nachfolgenden Tiere immer noch kein Verständnis und Respekt ist.(+ Straßenhunde habens dort sogar oft besser als die "Haushunde")
Stattdessen muss man sich in erster Linie mit dem Menschen auseinander setzen, der ja der Ursprung des Hundeleids ist. Man bekämpft doch auch bei Krankheiten nicht Symptome, sondern Ursachen?!
 
  • Mix vs. Rassehund Beitrag #17
Wenn man es so sehen will, ist jede Art von Tierhaltung irgendwo Egoismus. Ich finde diese Einstellung aber sehr, sehr extrem.
Durch das domestizieren von Tieren, haben wir uns einfach eine Verantwortung geschaffen. Diese Tiere würden ohne uns einfach nicht selbstständig überleben können. Und die, die es können, würden das Ökosystem völlig durcheinander bringen. Man stelle sich mal vor, alle Leute setzen plötzlich ihre Katzen aus, weil sie ja viel glücklicher wären, wenn sie "frei" sind...
Also die domestizierten Tiere aussterben lassen? Finde ich auch blödsinn. Genaugenommen sind auch Liebhabetiere Nutztiere, denn sie haben den Nutzen uns ein Partner und Freund zu sein. Egoistisch? Vielleicht, aber denn wirklich schädlich für die betroffenen Tiere? Ich glaube eher nicht. MMn handelt es sich dabei eher um eine Art symbiose, wenn man denn so will: Wir haben unseren Freund und Partner und das Tier kann seinen ureigenen Trieb zu überleben ausleben. Sie werden besonders alt und auch im Alter gut versorgt.

Im Nachtkafe gab es da mal eine ganz nette Diskussion zwischen einer PETA-Anhängerin und Martin Rütter. Dieser wies auch darauf hin, dass Hunde, wenn sie die Wahl haben, auch die Nähe von Menschen suchen.

Zu den herrenlosen Hunden, die ja nicht gerettet werden: Das Problem kann man so einfach nicht lösen, indem man allen Hunden ein Zuhause gibt. Nein, da muss man an ganz anderen Enden ansetzen. Und ob man sich nun einen Hund von dort holt oder aus dem Tierschutz ist eigentlich Jacke wie Hose für die Situation vor Ort.
Wenn man da etwas geändert haben will, soll man bitte nicht da stehen und die Leute angiften, die sich einen Hund vom Züchter holen, sondern aktiv werden. Weil Reden schwingen kann man immer viel ...

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Off-Topic
Ähm... Sollten wir vielleicht auch keine Kinder bekommen, weil in Afrika so viele an Hunger sterben?

Gibt tatsächlich Leute, die das so sehen, ja :roll:
 
  • Mix vs. Rassehund Beitrag #18
Hey,

mal fernab von "ich hol nen Auslandshund weil ich ja sooo ein guter Samariter bin"... ich kenne ZIG beispiele dafür wo es absolut nicht geklappt hat. Wir hatten hier in der gegend einen wunderschönen Galgo-Mix. Adoptiert weil sie "so arm dreingeschaut hat". Frisch von der Straße in ne Gemeindewohnung gekarrt drehte sie schon am ersten Tag RICHTIG am Rad. Wollte weg von den Besitzern. Zerkratze wie irre die Türen, biss um sich und jaule wie abgestochen. Außerdem erlegte der "arme Straßenhund" am zweiten Tag das Familienkaninchen... Sie wurde X-fach gesichert Gassi geführt (Geschirr, Halsband, zig andere Bänder um den Hund gebunden) und nur mit Maulkorb da sie sich weder hat anfassen lassen noch Menschen in ihre Nähe kommen konnten ohne dass sie schnappte. Und auch da gings nur kurz um den Block denn jeder Gassigang war für Hund und Mensch eine Qual. Ich hab den Werdegang der armen Maus etwas verfolgt (wäre sie nicht so dermaßen "wild" gewesen.. hach), sie wurde ein paar mal herumgereicht und sitzt nun im Tierheim. Nicht vermittelbar da sie sich nicht mal ein Halsband anlegen lässt ohne durchzudrehen. Bis der Hund so weit "hergerichtet" ist dass man sie vermitteln kann zählt sie zu den alten Hunden und wird im TH sterben.

Außerdem waren da diverse Auslandshunde die nicht, wie er wartet, totaaaal dankbar und lieb waren sondern den Besitzern gezeigt haben wo der Frosch die Locken hat. Gejagt wie ne Wildsau. Von Stubenreinheit nicht die Spur. Kamen mit der Stadt, der Wohnung oder auch dem Auslauf nicht zurecht.


DAS war der Moment wo ich mich gefragt hab ob man der oben genannten Galga wirklich einen gefallen getan hat? Klar war ihr Leben schwer (und die Orga die sie hierher gekarrt hat definitiv nicht seriös! aber unterscheidet das mal) und sie hatte es sicher nicht leicht auf der Straße. Aber ich denke das was man ihr DANACH angetan hat war noch schlimmer.


Und ich kann aus persönlicher Erfahrung sagen: den Menschen in den Problemländern ist das EGAL! Die denken sich bloß "die dämlichen Deutschen/ Österreicher holen die Hunde eh von der Straße. Wozu also kastrieren? Weg kommen die Hunde sowieso".
Off-Topic
O-Ton eines Mannes in Polen zur Situation der Straßenhunde im Ort


Und solang der Abschuss der Straßenhunde nicht eindeutig geahndet wird (nicht mit lächerlichen FB-Petitionen, darüber lachen sich die betreffenden ja kaputt, sondern mit ECHTEN Sanktionen wie Embargos oder echtem, schmerzhaften Boykott) wird sich das auch nicht ändern.



Da ist es sinnvoller sich vor Ort im TH umzuschauen. Doch auch dies wird einem erschwert wenn die Vermittlungsbedingungen weiter so.. fernab jeglicher Realität sind. Da bleibt nur der Gang zum Züchter oder zum Vermehrer.
 
  • Mix vs. Rassehund Beitrag #19
Es ist egal was man macht, irgendjemand wird immer die Nase rümpfen über die Lebensentscheidungen die man getroffen hat, aber das heißt doch noch lange nicht, dass die eigenen Entscheidungen die falschen sind ;)

Gerade nochmal beim Drüberlesen gesehen und musste an diesen Comic denken:
 

Anhänge

  • bT9eJtf.jpg
    bT9eJtf.jpg
    98,8 KB · Aufrufe: 91
  • Mix vs. Rassehund Beitrag #20
Ivy, da haben wir genau die Leute, die die Hunde im Ausland auf den Straßen einfach als Geldquelle sehen. Die fangen sich nen Hund, sagen, wie arm er doch sei, machen rein GAR nichts mit dem Tier und karren es dann nach Deutschland um ein paar Hundert Euro Schutzgebühr zu kassieren. Auf sowas muss man halt wirklich acht geben. Besser ist es, man nimmt auch im Ausland Tierheime als Anlaufstelle.
 
Thema:

Mix vs. Rassehund

Mix vs. Rassehund - Ähnliche Themen

Welche Rasse könnte gut passen?: Welche Erfahrung mit Hunden ist vorhanden? Hattest du bereits einen Hund? Ja ich hatte bereits Hunde zusammen mit meinen Eltern. Insgesamt sind...
Bin ich doch ein schlechter Hundepapa?: Hallo Ihr lieben, mich drückt etwas was am Herzen weil ich mich mit meinem Partner gestritten habe, kurz zu mir ich bin 29 Männlich aus Berlin...
Welche Rasse könnte passen: Guten Abend ihr Lieben, ich weiß zwar noch nicht ganz genau, wann ich mir einen Hund holen möchte; aber es ist sicher nicht ganz verkehrt...
Welcher Hund passt zu mir?!: Fragen zum Hund Welche Erfahrung mit Hunden ist vorhanden? Hattest du bereits einen Hund? Wir bzw. meine Eltern hatten schon zwei bis drei Jahre...
Welcher Hund passt zu uns?: Fragen zum Hund Welche Erfahrung mit Hunden ist vorhanden? Hattest du bereits einen Hund? Wir sind beide mit Hunden aufgewachsen und haben uns...
Oben