Aufbau des Entspannungssignals

Diskutiere Aufbau des Entspannungssignals im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo zusammen :) da ich nichts unter dem Entspannungssignal hier im Forum gefunden habe, dachte ich, ich schreibe einmal eine kurze Anleitung...
  • Aufbau des Entspannungssignals Beitrag #1
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Hallo zusammen :)

da ich nichts unter dem Entspannungssignal hier im Forum gefunden habe, dachte ich, ich schreibe einmal eine kurze Anleitung für alle die es noch nicht kenne bzw. es selber mal ausprobieren wollen.
Kurz vorab möchte ich sagen, dass jeder Hund es erlernen kann und es sich am meisten für die Besitzer lohnt, die eventuell Probleme mit dem Verbellen von Objekten bzw. mit Aggression zu kämpfen haben. Auch lohnt es sich für Hunde die nie "runterschalten" können und hibbelig sind.

Was ist eigentlich das Entspannungssignal?

Ein Entspannungssignal ist schlicht und einfach eine klassische Konditionierung, d.h. eine Verknüpfung.
Es ist nichts anderes als ein "Versprechen" z.B. von einem Clicker, der ja zunächst einmal im Unterbewusstsein als ein "Versprechen" verankert wird. Er weiß, wenn er das Geräusch hört, dass er eine Belohnung bekommt.
Das gilt auch für das Entspannungssignal. Dieses Signal greift in sein emotionales Zentrum - natürlich vorausgesetzt, das Gefühl der Entspannung wurde richtig Kontitioniert.
Der Hund zeigt ganz einfach ausgedrückt auf ein Signal ein bestimmtes Verhalten. Das Ziel des Entspannungssignals ist es nun, den Hund darauf zu konditionieren, dass er beim Verbellen oder bei Aggressivität runterfährt und sich entspannt.

Nun soll aber der Hund beim Entspannungssignal nicht auf ein Hörzeichen dieses Verhalten zeigen, es soll vielmehr ein Gefühl in ihm auslösen. Wenn man es so sieht, sind wir fiese Menschen die den Hund manipulieren, wir manipulieren schlicht und einfach sein Unterbewusstsein. ;)
Es ist für den Hund kein bewusster Lernprozess, d.h. er kann nicht drüber nachdenken, er wägt auch nicht ab obs gut oder schlecht ist. Es ist schlicht und einfach ein Vorgang unterbewusster Vernüpfungen im Gehirn.
Im Gegensatz findet man dazu die operanten Konditionierung, sprich der Hund muss mitdenken - "sitz" - ich muss mich hinsetzen, "platz" hinlegen usw.

Schön und gut, wie bringe ich dem Hund das bei?

Ganz einfach - immer wieder anwenden im Alltag. Man nehme ein Wort "z.B. Ruhe, Easy, gemütich" und sage es immer, bevor der Hund sich entspannt. Dazu muss man seinen Hund gut kennen und ablesen können, wann er gerade tiefenentspannt ist. Am Anfang kann man es ganz gut mit Streicheln machen (vorausgesetzt, der Hund entspannt dadurch). Immer wenn man ihn streicheln möchte, sagt man bevor man es tut das Wort, z.B."Ruuuhe" und streichelt dann. Er soll das Wort mit dem Gefühl des Entspanntseins verknüpfen. Dieses Wort sollte mit ruhiger Stimme und möglichst auch noch beiläufig ausgesprochen werden, immer wieder in diese Entspannungsmomente hinein.

Ich habe bis jetzt die Erfahrung gemacht, dass so ein Entspannungssignal sehr gut helfen kann wenn der Hund zu sehr erregt ist. Vorallem wenn der Hund nicht mehr ansprechbar ist, kann man mit diesem Wort bzw. mit diesem Signal das Unterbewusstsein ansprechen und somit auch beim Beruhigen helfen. Mein Hund kommt jetzt schneller runter wenn er aus Unsicherheit etwas verbellt, es sitzt noch nicht ganz perfekt aber der Erfolg ist deutlich sichtbar.
Eventuell kann ich ja mit diesem Beitrag jemandem einen neuen Weg zeigen, wie man mit sowas umgehen kann. Es gibt etliche Situationen, bei der man dieses Signal auch noch anwenden könnte, verbellen war jetzt z.B. nur auf meine Situation bezogen.

Ich hoffe, euch hats gefallen. ;)

LG
 
  • Aufbau des Entspannungssignals Beitrag #2
bevor der Hund sich entspannt
bitte immer WENN der Hund gerade entspannt ist, denn wir möchten doch die entspannte, ruhige und wohlige Emotion des Entspanntseins einfangen und das geht nunmal nur wenn die Emotion gerade vorhanden ist. Denn der Hund soll ja gerade diese Emotion mit dem gewählten Wort verbinden, sodass genau dieses Wort die gewünschte Emotion bei dem Hund auslöst.

Und bitte erst im Ernstfall einsetzten wenn man sich sicher ist, dass es funktioniert... denn alles andere wäre doch unfair dem Hund gegenüber und tatkisch einfach unklug!
 
  • Aufbau des Entspannungssignals Beitrag #3
Hallo

@seeley - da gebe ich dir Recht - aber schnell noch zu deinem Profilbild - ich gehöre wohl auch zu den wenigen Menschen, die Hyänen bezaubernd finden.

@Picco - thx schönes Thema. Ich denke aber ,daß dieses Signal, bzw. die Konditionierung darauf zu der Oberliga der Hunde Erziehung zählt.Die meisten bekommen ihre Hunde ja nicht mal richtig in die Sitz / Platz / Fuß Haltung und / oder können nur Bedingt Abrufen.

Das Entspannungssignal ist ziemlich schwer um zu setzten, da der Mensch da noch viel sensibler und exakter achten und arbeiten muss als z.B. dem offensichtlichen Moment, indem ein Hund seinen Popo auf die Erde setzt:mrgreen:
Es dauert auch sehr lange bis der Hund das versteht, denn die meisten reagieren mit Aufmerksamkeit sobald ein Signal kommt oder auch nur angedeutet wird. Und super toll ist es ja schon wenn man es hinbekommt einen aufgeregten Hund in unaufgeregte Haltung zu bekommen - geschweige denn in eine echte Entspannung.

Trotzdem ist es empfehlenswert die Sache an zu gehen - allein schon weil Mensch da lernt ganz gezielt auf die Körpersprache seines Hundes einzu gehen.

LG Suno
 
  • Aufbau des Entspannungssignals Beitrag #4
bitte immer WENN der Hund gerade entspannt ist, denn wir möchten doch die entspannte, ruhige und wohlige Emotion des Entspanntseins einfangen und das geht nunmal nur wenn die Emotion gerade vorhanden ist.

Man kann es eigentlich sehen wie man möchte, man sagt das Wort - und darauf folgt Entspannung. Deshalb habe ich ja noch mal geschrieben, dass es möglichst auch beiläufig gesprochen werden sollte. In dem Beispiel gilt dann: Signal wird Ankündiger der Entspannung.

Es muss nicht immer ein "Ernstfall" vorhanden sein, ich habe es meinem Hund beigebracht, da er in manchen Situationen nicht ansprechbar ist. Er verbellt manchmal für ihn "gruselige" Sachen, sei es ein abgesägter Baumstamm im Wald (wie ungewöhnlich :roll:) oder ein Stock in der Erde, der sonst nie dort war. Es muss nicht immer Menschen/Tieraggression sein.

Off-Topic
Hyänen sind doch super :mrgreen: früher wollte ich immer eine Hyäne als Haustier haben :lol:


Danke, suno. Ja, das stimmt. Man muss seinen Hund wirklich gut kennen und ihn lesen können sonst macht man sich dieses Signal kaputt. Ich kenne jemanden, der seinem Hund das beibringen wollte und es ständig auf seinem roten Teppich geübt hat - Hund immer am Bauch gekrault und "eaaasy" gesagt. Später, sobald er dann "easy" gesagt hat, schmiss er sich auf den Teppich und wollte gekrault werden.:lol: Deshalb ist es so wichtig, ihn in allen Situationen entspannen zu lassen und nicht wie er, immer nur auf dem Teppich.

Man kann dennoch sagen, wenn man seinen Hund lesen kann und weiß, wann er wirklich entspannt ist - kann man es wie "sitz" und "platz" konditionieren, es ist eben auch nicht mehr oder weniger.

Schwierig ist es schon, man sollte jetzt nicht erwarten, dass der Hund nach ein paar Traningseinheiten sofort in Tiefenentspannung verfällt und umkippt. Am besten man macht es einfach immer wieder, nimmt sich Zeit und krault seinen Hund mal ausgiebig. Es stärkt die Bindung und man kann ja dabei den Hund gut beobachten. Wir machen das ungefähr seit 3 Wochen, immer beim entspannen "ruuuhig" sagen. In diesen Wochen habe ich nie das Wort draußen verwendet und es ausprobiert, es sollte erst einmal beim Hund ankommen - das dauert natürlich.
Einen Erfolg sieht man aber trotzdem, wenn ich merke, er will wieder etwas verbellen, sage ich "ruhig" und er hört auf es zu fixieren. "Nein" half da teilweise nicht viel weil er so fixiert war. Er macht nun seine Äuglein klein, Mäulchen etwas auf und man sieht ihn etwas "absacken". Schon mal ein richtiger Erfolg. :)
 
  • Aufbau des Entspannungssignals Beitrag #5
Hallo,
schön geschrieben und da gebe ich dir in alle Punkten Recht Picco.

:mrgreen:..u made my day ...mit dem roten Teppich und dem Bauchgekraule...zum schießen! Ich denke wir machen mal ein Thema dazu auf....muss ja nicht immer alles so Tod ernst sein: Falsch Konditioniert von lustig bis gruselig ...oder so ähnlich.

Nicht ernst gemeint natürlich:
Ich stelle mir gerade vor , ein Hund ist so richtig auf ein Wort konditioniert....zu entspannen...das leider im täglichen Sprachgebrauch üblich ist (z.B. "ruhig" ...und SCHMEIßT sich voller HINGABE jedesmal auf den Rücken...:
"Heute ist es aber ruhig (Hund schmeißt sich hin)....mach du ruhig (Hund schmeißt sich hin)..mal Pause....Leute seid doch mal ruhig (Hund schmeißt sich hin)....hahahaha:clap:

LG Suno
 
  • Aufbau des Entspannungssignals Beitrag #6
Eine Freundin von mir, die auch Hundetrainerin ist, hat bei meinem Mo mal t-Touch angewendet. Da hab ich mal gesehen, was Entspannung bei ihm wirklich heißt. Das war unglaublich.
Ich wünschte wirklich ich könnte das, weil ich es leider gar nicht schaffe, meinen Hund so zu entspannen. Jede Art von Aufmerksamkeit, die ich ihm schenke führt gleich zu Erregung :? Da würde das "Ruhig" schon reichen und er würde sein Beinchen heben und mit dem Schwanz wedeln unter dem Motto: "Bauchi kraulen??? :D Ja? Ja?"
 
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