Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen

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  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen Beitrag #1
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Gast43718

Guest
Irgendwas scheint sich im Verständnis von Schule und Lernen grundsätzlich verändert zu haben, oder ich habe einen Denkfehler.

Wenn in der Schule etwas besprochen wird und eine HA aufgegeben wird, soll der Schüler doch zu Hause überprüfen, ob er im Unterricht alles verstanden hat und es auch selbständig anwenden kann. Hat er Probleme beim Lösen der Aufgabe, heißt das für mich, da wurde etwas grundlegend nicht verstanden, und es muss nochmal erklärt werden, und zwar vom Lehrer. Der ist schließlich der Pädagoge und hat studiert.

Die Praxis sieht aber so grundsätzlich anders aus. Mein Mann sitzt mit seinem 17jährigen Sohn da und löst Mathe- und Englischaufgaben, erstellt komplette Referate und Aufsätze für ihn und recherchiert stundenlang im Internet für eine Hausaufgabe. Hat der Herr Sohn etwas nicht verstanden, wird eher über Nachhilfe nachgedacht und nachts Überstunden beim gemeinsamen Lernen geschoben, anstatt mal darüber nachzudenken, ob im Unterricht nicht aufgepasst wurde, der Lehrer es nochmal anders erklären könnte, oder vielleicht ein Mitschüler, der es besser verstanden hat, nochmal andere Worte dafür finden kann. Auf meinen Vorschlag, dass der Unterricht zum Nachfragen da ist, und eine Hausaufgabe auch gern mal falsch oder nicht gelöst sein kann, weils eben nicht verstanden wurde, gucken mich beide an wie ein Auto.

Bin ich durch 10 Jahre aus der Schule raus schon so altmodisch, dass ich den Zweck des Unterrichts und der Hausaufgaben total verkannt habe, und es ist inzwischen normaler Alltag und so gewollt, dass das Lernen zu Hause statt im Unterricht stattfindet, und die Eltern statt der Lehrer die Pädagogen sind? Für mich ein Ding der Unmöglichkeit.

Ich wäre für eure Meinungen und Erfahrungen sehr dankbar.
 
  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen

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  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen Beitrag #2
Ich bin knapp zwei Jahre aus der Schule und zZ in der Berufsschule und kann dazu einen wichtigen Punkt sagen:

Wir haben keine Zeit.
Oft hatte ich in der Schule das Gefühl, dass einfach keine Zeit für tiefere Rückfragen da sind, keine Zeit für "die drei Schüler, die nichts verstehen." Ich habe das Gefühl, dass es immer mehr dahin geht: Du musst als Schüler funktionieren oder aber du fliegst. In der Schule wird meist nur ein erster Lösungsansatz vorgestellt, den Rest müssen die Schüler allein zu Hause lösen. Das ist jetzt meine ganz persönliche und subjektive Sichtweise - wie gesagt ich bin Schüler und kein Lehrer ;)

Andererseits ist diese Art des Lernens für mich immer die Bessere gewesen: Selbst etwas herauszufinden fand' ich persönlich immer besser, als es vorgekaut vom Lehrer vor mir zu haben. Das kann aber bei Jedem ja anders sein

Allerdings bringt es nichts, wenn dein Sohn die Hausaufgaben nicht selbstständig macht oder sogar der Vater die Hausaufgaben löst. Nachhilfe kann schon eher helfen, ein Nachhilfelehrer wird wohl kaum die Aufgaben selbstständig lösen und deinem Sohn die Arbeit abnehmen. In einer Prüfung sitzt er auch alleine da und muss es alleine schaffen. Ich würde das nochmal mit den beiden bereden ;)
 
  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen Beitrag #3
Ich bin jetzt 4 1/2 Jahre aus der "normalen" Schule raus, aber derzeit Berufsschule (2. Lehrjahr).

Wir sind, zum Glück, eine kleine Klasse (13 Schüler). Rückfragen an den Lehrer sind kein Problem (und sollten auch in einer größeren Klasse machbar sein). Wir waren im 1. Lehrjahr ein halbes Jahr eine 30 köpfige Klasse (deswegen sind wir getrennt worden) und auch da waren Rückfragen möglich, das zeigt sich auch jetzt noch: Die andere Klasse ist mit dem Stoff langsamer als wir.
Kommt vll. auch auf die Schule, den jeweiligen Lehrer und evtl. wirklich die Klassengröße an.

Aber wir haben nie Hausaufgaben auf, müssen auch keine Sachen zu Hause machen... @Keisuke...

@Cerridwen: Ist er normaler Schüler oder Berufsschüler?

Ansonsten schließe ich mich, was das angeht, Keisuke an. Es bringt ihm nichts. Mal Papa fragen, ist ja eine Sache, aber die Hausaufgaben machen lassen...

Ich frag meine Mutter auch schon mal was, aber eher, weil sie als Buchhalterin arbeitet und wir Buchhaltung in der Schule haben ;)
 
  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen Beitrag #4
Das Problem ist das der Trend in den Schulen immer mehr zum so genannten SOL (Selbstorentiertes Lernen) geht. Ich seh das bei meinen beiden Cousins (18 und 12J. ) die müssen auch alles Zuhause selbst erarbeiten und bekommen nur noch einen kleinen Input damit sie wissen worum es grundlegend geht. Die Schuel verspricht sich davon bessere Lernergebnisse weil die Schüler sich den Stoff selbst erarbeiten müssen und somit soll das gelernte besser abgespeichert sein.
Bei mir in der Ausbildung ist es sogar so das wir nicht mal mehr einen Input kriegen, wir kriegen nur noch das Skript und müssen uns von Grund auf alles und wirklich alles selbst zusammensuchen und wenn man in der Schule damit nicht fertig wird hat man Pech gehabt und wir müssen wir Zuhause weiterarbeiten und zusehen das wir damit irgenwie allein zurecht kommen weil am nächsten Tag kommt schon das nächste Skript. Die Lehrer sind nur noch für Verständnisfragen da.
Ob das funktioniert oder nicht sei dahin gestellt, ich mag es absolut nicht und würde den klassischen Unterricht auch bervorzugen. Wichtig bei dem System ist aber trotzalledem das der SCHÜLER die Aufgaben macht und nciht der Vater denn der Vater kann die ganzen Sachen ja schon aber der Sinn der Sache ist ja das der Schüler rauskriegen soll wie es geht damit der Groschen wenn er mal gefallen ist für alle Ewigkeit da auch liegen bleibt.
 
  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen Beitrag #5
Also ich bin seit 7 Jahren aus der Schule raus und auch da war das schon so.
Keine Zeit für Hinterfragen und selbst wenn war der Lehrer meist schon so festgefahren in seinem Stoff dass er es gar nicht mehr auf eine andere Art erklären konnte.
Je nach Lehrer bekam man da auch mal gerne Ärger wenn man Aufgaben nicht gelöst mitbrachte. Wenn man teilweise schon beim 1. Schritt scheitert kann man ja gar nichts mitbringen. Je nach Schülerbeliebtheit denken Lehrer dann auch gerne mal, dass man die Hausaufgaben einfach vergessen hat/nicht machen wollte und man jetzt "nur so tut".

Dass der Vater die Aufgaben jetzt ganz macht ist aber natürlich auch keine Lösung. Aber dass dieses Schulsystem eh... naja. Nicht mehr zeitgemäß ist, ist ja auch kein Geheimnis ;)

Ich würde einmal überprüfen, inwieweit das tatsächlich so ist (also den Lehrer mal befragen) und auch schauen, ob und wie weit dein Sohn deinen Mann da auch ein bisschen für seine Zwecke benutzt. Mit 17 ist dein Sohn noch in der Pubertät und (ohne ihm da jetzt Böswilligkeit unterstellen zu wollen) wahrscheinlich ganz froh, wenn der Herr Papa da das ein oder andere Referat vortragsfertig vorbereitet ;)
 
  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen Beitrag #6
Gut, ich bin keine Lehrerin, aber hier mal meine 2 Cent...

Also, ich muss sagen, bei mir lief das ähnlich... Ich bin zwar auch schon 11 Jahre *mich alt fühl* aus der Schule raus, kann mich aber gut erinnern, wie es mit dem Erklären war. In der Unterstufe (war auf dem Gymnasium) wurde noch verständlich erklärt, in der Oberstufe hieß es dann "halt Schritt oder zahl Nachhilfe". Da wurde auf die "paar" Schüler, die in Mathe oder Englisch (oder Physik oder Bio... etc) nicht mitkommen, nicht gewartet. (Dazu konnte unsre Mathe-Lehrerin nicht erklären... fast die ganze Klasse musste Nachhilfe nehmen, und beim Nachhilfelehrer hab zumindest ich es besser verstanden).

Als starken Kontrast empfinde ich meine derzeitige Ausbildung. Ich mache ein Abend-Kolleg zur Multimedia-Designerin. Erst einmal ist die Athmosphäre VIEL kollegialer als in jeder anderen Klasse (incl. Berufsschule), in der ich war. Zweitens kann man da die Lehrer JEDERZEIT fragen, wir haben auch in manchen Fächern zwei Lehrende in der Klasse (bei ca. 18 Studierenden). Wenn viele nicht verstanden haben, wirds für alle nochmal gezeigt/ gesagt, wenn nur eine/r Probleme hat, kommt eine/r der Lehrenden und klärt das mal flott persönlich mit dem Studierenden. Und ja, auch wir bekommen Hausaufgaben. Wenn damit etwas nicht klappt, fragen wir erst mal in der Klasse, ob jemand das verstanden hat. Wenn keiner der Mitstudenten einen Rat weiß, ist es auch nie ein Problem, die Lehrenden vor der nächsten Stunde drauf anzusprechen... Ich persönlich werd immer irgendwie wehmütig, da ich mir Schule schon so gewünscht hab, seit ich denken kann. Anscheinend geht das so nur auf dem zweiten (dritten :uups: ) Bildungsweg...

Auch in meinem Verständnis wäre es die Aufgabe der Lehrer, es noch mal zu erklären, wenn eine Hausaufgabe nicht verstanden wird oder vom Schüler nicht allein gelöst werden kann. Wie Cerridwen schon sagte, der hat das schließlich studiert... Und wenn es nur eine/r SchülerIn nicht verstanden hat, finden sich sicher im Schulalltag mal ein paar Minuten, um es dieser/ diesem SchülerIn nochmal zu vermitteln. Zumindest nach meiner Erfahrung als Schülerin und Nachhilfe-Suchende (und Rat-Gebende ^^) ist das Verständnisproblem oft ein Kleines, das sich wirklich binnen ein paar Minuten klären lässt...
 
  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen Beitrag #7
Huhu!

Bei uns konnte man damals zwar auch Fragen stellen, aber ernst genommen wurde man damit kaum. Lehrer waren damals keine Leute, an die man sich vertrauensvoll wenden konnte, wenn man Probleme hatte oder etwas nicht verstanden hat- zumindest der Großteil. Wenn sie Pause hatten, hatten sie Pause. Keine Zeit für Schüler. Der Lehrplan war auch so voll, dass für Verständnisprobleme im Unterricht kaum Zeit blieb.
Und dann gibts natürlich auch Lehrer, die bei blackouts an der Tafel vor versammelter Klasse sagen, dass man so doof ist und besser in der Mittelschule aufgehoben wäre.
Und zu dem soll ich dann noch gehen und um Hilfe bitten?
Es gibt sicherlich auch andere Schulen. Mit kleineren Klassen und Lehrern, die noch nicht resigniert haben. Aber eben nicht immer und von daher kann ich sehr gut verstehen, dass man die Probleme versucht daheim zu lösen. War bei mir auch so.
Achja, in Mathe war es z.B. auch so, dass nicht oder falsch gelöste Hausaufgaben eine schlechte Note bedeutet hätten, wenn man an diesem Tag gerade mit dem Vorstellen dieser Aufgaben dran war ;)

Allerdings haben meine Eltern nichts für mich erledigt. Sie haben sich mit mir hingesetzt, stundenlang geübt und erklärt und abgefragt. Aber ich musste sagen, dass ich Hilfe brauche und alles andere musste ich grundsätzlich selbst machen. Sie haben sich "nur" eingebracht und geholfen, aber mir nicht alle Aufgaben und Vorträge fertig vorgesetzt.
Aber ja, unterm Strich wurde der Großteil des Stoffes zu Hause erklärt und gelöst.
 
  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen Beitrag #8
Off-Topic
Meiner Erfahrung nach kommt es auch sehr darauf an, WO man Schüler ist. MMn ist die Verbeamtung von Lehrpersonal, wie zB in Bayern üblich, einer der größten Fehler. Wie viele Lehrer hatte ich, die nach 10-15 Jahren einfach keinen Bock mehr hatten und nur noch ihren Stoff abgespult haben. Alkoholiker, die man eigentlich nicht auf Kinder loslassen sollte... "Pädagogisch" war da kaum noch etwas.
Im Gegensatz dazu habe ich in Sachsen tatsächlich Lehrer gehabt, die wirklich WOLLTEN dass ich den Stoff kapiere, es auf unterschiedliche Arten erklärten... die hatten halt noch Lust. Unter anderem mMn auch deshalb, weil man nicht verbeamtet wird. Denn wenn einem der Beruf wirklcih so überhaupt keinen Spaß mehr hat, sucht man sich so noch leichter einen neuen (oder wird als Alkoholiker entlassen) Beruf als mit der Sicherheit "Pension" im Rücken...
 
  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen Beitrag #9
Mal der Klärung halber: Der junge Mann ist mein Stiefsohn. Ich kann mit 27 noch keinen 17jährigen Sohn haben. ;) Er besucht eine Berufsschule, so eine Art BVJ oder sowas. Seine Mutter hat ihn nach der 9.Klasse aus der Schule genommen und wunderte sich dann, als das Schulamt einen Brief schickte und ein 10. Jahr verlangte. Naja, bei der Frau wundert mich gar nichts.... daraufhin hat mein Mann den Jungen zu sich genommen. Das erste Jahr ist er sitzengeblieben und wiederholt es jetzt. Und wieder hängen die Noten in Mathe und Englisch zwischen 4 und 5.

Und ja, der Junge ist krankhaft faul. Ihm geht alles am Pöppes vorbei, hauptsache er kann 24h vor der Playstation zocken. Ich rede mir schon den Mund fusselig, das Ding mal vom Netz zu nehmen, bis der Knabe mal ein Schulbuch zur Hand nimmt. Da kommt dann das für mich völlig unverständliche Argument: "Die Bücher müssen die in der Schule lassen." Wie soll man denn da lernen? Ich kann mir das nicht vorstellen, dass man keine Bücher mit nach Hause nehmen darf. Generell ist die Kommunikation zwischen der Schule und den Eltern aber sowieso fragwürdig, nach allem was ich da mitbekomme. Es gibt zwar Beratungslehrer und Psychologen an der Schule, aber ich weiß nicht wofür, da kommt eher regelmäßig ein Brief mit einer Vorladung. So ein ausgemachter Blödsinn. Damit ändert sich auch nichts. Wenn der Junge (laut Test beim BIZ) mit dem Schulstoff überfordert ist, bringt das mal rein gar nichts, den Vater vorzuladen und ihm vorzujammern, wie schlecht die Noten sind. Aber ich sag da nichts mehr, ich hab mir da oft genug den Mund verbrannt. Wir wohnen ja nicht zusammen, da krieg ich dann immer zu hören, dass ich von Kindererziehung ja so gar keine Ahnung hätte. Klar.... sicher. Ich halte da den Mund.

Ich finds aber wirklich traurig, wie sich der Unterricht inzwischen entwickelt hat. Die von euch beschriebenen Methoden haben wir im Studium gehabt - mit Skript und selbst erarbeiten. Kann man sowas denn wirklich von Kindern erwarten? Vorhin zeigten sie im Fernsehen eine 7jährige mit Lernproblemen. Das Mädel war in der 3. Klasse. Da frag ich mich, was da schief läuft. Als nächstes schulen wir unsere Kinder mit 3 oder 4 ein und fangen dann gleich mit Algebra und Diktaten an. :eusa_doh:
 
  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen Beitrag #10
Wie lief denn deine Schulzeit ab? Im Endeffekt sind wir ja gleich alt und bei mir war es schon schlimm :)
Meinen Bruder haben die Lehrer dermaßen gemobbt und als dumm abgestempelt... tja. Mit der richtigen Unterstützung wurde da doch noch was draus und nun studiert der "dumme Junge" Ingenieurswesen...

Ich kann mir schon vorstellen, dass man Bücher in der Schule lassen muss. Wenn man sie ständig verliert, kaputt macht oder dann einfach zum Unterricht nie wieder mitbringt... allerdings wird der Sohn ja auch Aufzeichnungen haben. Und zur Not gibt es Internet. Der Herr Papa wird ja auch nicht immer alles wissen und nachschauen müssen, oder?
 
  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen Beitrag #11
In der Grundschule hatte mein Bruder auch nie Bücher. Die haben sie in der Schule gelassen. Fand ich sehr klasse, denn wir mussten uns immer abbuckeln, um all die Kilo Bücher im Rucksack zur Schule und wieder zurück zu schleppen und am Ende brauchte man sie im Unterricht gar nicht.
Den Stoff gibts ja auch anderweitig und Bibliotheken gibt es heutzutage auch noch.

Jetzt in der Uni ist es auch besser. Die Profs gehen auf die Studenten ein, man kann sie jederzeit erreichen und mit manchen sogar abends in der Kneipe was trinken. Macht es einem auch leichter, bei Problemen zu ihnen zu gehen.
 
  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen Beitrag #12
Bücher in der Schule lassen... Das hatte ich in der Gehörlosen Schule und auch nur die Bücher, die man an dem Tag / Wochenende nicht zum Lernen brauchte. Das war aber eher weniger wegen kaputt machen, sondern wegen dem tragen :lol:

Jetzt in der Berufsschule haben wir zwar mehrere Bücher, aber so wirklich nutzen wir nur das für den Berufsbezogenen unterricht. Wenn wir z.B. das Englischbuch brauchen, sagt die Lehrerin das in der Stunde vorher.

Wenn die Bücher verloren gehen oder was auch immer, muss man die Zahlen, also das wird nicht das Thema sein...

Also ich würde das eher so machen: Dein Mann sollte sich da weniger reinhängen. Wenn er, dein Stiefsohn, keine Hausaufgaben macht & nicht lernt, dann wird er es früher oder später merken. Das dein Mann sich da stundenlang reinhängt, bringt nur was für die Hausaufgaben. Arbeiten und Prüfungen muss dein Stiefsohn aber selbst schreiben und da fällt dann auf, wenn er den Stoff nicht kann, aber vorher bei den Hausaufgaben...
 
  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen Beitrag #13
Wie lief denn deine Schulzeit ab?

Ich hatte zwar das unerhörte Glück, dass mir alles zuflog, aber trotzdem musste ich dafür auch so einiges tun. Und gerade in Mathe, Physik und Chemie hab ich die ein oder andere HA nicht lösen können. Und da bin ich auch gnadenlos mit leerem Blatt im Unterricht erschienen und hab gesagt, so, ich habs nicht verstanden und konnte es nicht lösen, bitte erklären Sie das nochmal so dass auch ich das verstehe. (Wir hatten sehr kleine Klassenstärken von max. 15 Mannen) Und dann haben das die Lehrer auch anstandslos gemacht. Ganz oft war es dann so, dass sich auf so eine Meldung hin noch andere Schüler gemeldet haben, die es ebenfalls nicht verstanden haben und es auch nochmal hören möchten. Und für meinen damaligen Mathelehrer der Oberstufe, er möge in Frieden ruhen, lege ich meine Hand ins Feuer. Der Mann hat es so oft und auf so unterschiedliche Varianten versucht zu erklären, bis auch der letzte Schüler es ganz sicher verstanden hatte. Das war ein echtes Ausnahmetalent, der für seinen Beruf gebrannt hat, für den es eine Berufung war. Das restliche Kollegium war ähnlich, ich kann da wirklich nicht meckern. Aber anscheinend hab ich da Glück gehabt? Sachen wie Mobbing gabs an unserer Schule gar nicht, weder von den Lehrern noch unter den Schülern. Da hab ich aus den anderen Gymnasien meiner Heimatstadt ganz andere Gruselgeschichten gehört...
 
  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen Beitrag #14
Gut, bei Klassenstärken von 15 Schülern kann man einiges machen und auch auf die Schüler eingehen. Aber bei Klassen mit +30 Schülern ist es irgendwann fast ein Ding der Unmöglichkeit. Dann braucht es Lehrer, die wirklich für ihren Beruf brennen. Unsere Biolehrerin war so eine. Sie hat spielend leicht eine solch große Klasse in den Griff bekommen, den Stoff geschafft und hat sich trotzdem Zeit für die Schüler genommen.
Das wurde damals in der Oberstufe besser- allerdings nur in den Leistungskursen, die waren kleiner.
 
  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen Beitrag #15
Off-Topic
Muss ab 31 Schülern nicht sowieso die Klasse geteilt werden? Mir war als gabs da mal ne Regelung. :eusa_eh: Zumindest wurde bei uns ab dem 31. Mann ein zweiter Kurs aufgemacht und geteilt.
 
  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen Beitrag #16
Außerdem gibt es verschiedene Arten von Lehrern:

Einer hat jede Stunde einen Schüler nach vorne geholt, der anhand eines Bildes o.ä. den Inhalt der letzten Stunde wiederholen musst -> Doof, wenn man vorne steht, aber eigentlich sinnvoll.
Dann gabs da noch die super übermotivierten Neulehrer, die hatten aber oft ein Autoritätsproblem: Hast du die Hausaufgaben nicht gemacht, kriegst du Ärger. Noch heute haben wir so einen Junglehrer, der einfach nicht verstehen will, was wir nicht verstehen.
Und dann hatten wir doch tatsächlich "Lehrer vom alten Schag" - Alle Tische auseinander, Frontalunterricht und es flog schon das ein oder andere Stück Kreide durch den Raum, wenn geredet wurde.

Lange Rede, gar kein Sinn:
Es gibt auch heute noch super Lehrer, die sich zu einem setzen, um es nochmal zu erklären, die dreimal nachfragen, ob es jeder verstanden hat oder nicht usw.
Leider gibt es aber auch genauso viele Lehrer, die völlig ungeeignet für ihren Beruf sind. Viele werden einfach so Lehrer: Was soll ich nach der Schule machen? Oh ich mag Englisch, werd' ich mal Lehrer. So ist das leider, das gibt es heute, gab es gestern und wird's auch morgen noch geben.
 
  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen Beitrag #17
Hier kommt dann mal ´ne Lehrerin :D

Ich bin allerdings Grundschullehrerin, an den weiterführenden Schulen mag es da wieder anders aussehen.
Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass die Kinder ihre Hausaufgaben selbstständig und ohne größere Hilfe der Eltern erledigen sollten (ok, vielleicht nochmal kurz was erklären oder auf ´nen Fehler hinweisen, aber nicht so, dass die Eltern mit den Kindern nochmal alles durchackern bis zum Umfallen oder gar für sie die Hausaufgaben erledigen.)
Ich sage "meinen" Eltern immer: Wenn die Hausaufgaben zu viel für das Kind waren oder wenn sie merken, dass das Kind es wirklich grundlegend nicht verstanden hat, dann sollen sie mir das bitte aufschreiben, damit ich mich entsprechend drum kümmern kann. Nützt ja nix, wenn Papa die Hausaufgaben macht und ich denke: "Oh, prima, alles ok".
Niemand bricht sich einen Zacken aus der Krone, wenn er mal was nicht versteht - und da impfe ich auch meine Kinder immer: Schule ist zum Lernen da, und es wird so lange erklärt, bis es auch verstanden ist. Deswegen sollen sie fragen, fragen, fragen... Ich lobe auch immer Kinder, die fragen - denn wie Cerridwen sagt, dann trauen sich auch andere zuzugeben, dass sie´s noch nicht verstanden haben. (Wie gesagt, Grundschule ist da vielleicht noch etwas anders, von einem 16jährigen Gymnasiasten erwarte ich schon eher, dass er sich da auch selber mal hinterklemmt - aber auch der kann ´nen Knoten im Hirn haben und sollte sich meiner Meinung nach nicht scheuen, nachzufragen, und auch das Recht auf eine zusätzliche Erklärung haben. Das Problem sind meiner Meinung nach nicht nur "faule" Lehrer (die gibt es sicher auch, keine Frage), sondern dass ein gewisses Pensum in einer gewissen Zeit durchgepaukt sein muss. Und TROTZDEM sollte jeder Schüler nachfragen dürfen, wenn etwas nicht verstanden ist.

Mit SOL werde ich auch gerade konfrontiert, meine Frau macht nämlich jetzt eine Weiterbildung zur Praxisanleiterin in der Krankenpflege - sie ist seit 25 Jahren in ihrem Beruf und war jetzt völlig geschockt, was sich in der Ausbildung für die Azubis alles geändert hat - sie kennt es halt so: "Ich erkläre, Schüler macht." Jetzt ist es so: "Ich sage, was Schüler machen soll, und er muss selbst rausfinden, WIE er es macht." Das kostet natürlich unheimlich Zeit - klar, einerseits kann man sagen: "Was man sich selbst erarbeitet hat, hält sich länger im Gehirn, als irgendwas Vorgekautes." Andererseits gibt es eben auch unterschiedliche Lerntypen, und nicht jeder ist für dieses "SOL" geschaffen...

Was ich aber zu Cerridwens Problem noch wichtig finde:
Der Junge scheint wirklich stinkfaul zu sein. Und wenn er damit immer durchkommt, weil Papa ja alles erledigt, kann´s das auch nicht sein. Spätestens im Beruf (wahrscheinlich schon in der Ausbildung) wird er damit gewaltig auf die Nase fallen.
Es gibt auch in der Grundschule schon Kinder, die einfach sagen: "Ich versteh´ das nicht, hilf mir mal" - klar helfe ich.... aber ich kenne auch meine Pappenheimer und weiß, wer es WIRKLICH nicht kann, oder wer einfach zu faul ist, seinen Kopf anzustrengen. Und wenn die letztere Truppe dann zu Hause hingeht: "Hilf mir, ich kann das nicht" - und Mama oder Papa machen das dann brav - dann ist klar, was am Ende dabei rauskommt. Nämlich genau sowas wie Cerridwens Stiefsohn.

(Es gibt übrigens selbst in der Grundschule schon Eltern, die mit bzw. für ihre Kinder die Hausaufgaben erledigen - und die sind dann gänzlich falsch :roll::eusa_doh: Und wenn das Kind dann noch ganz stolz sagt: "Aber meine Mama hat das gemacht!" - dann kann ich nur noch :shock: )

Hachz, zu dem Thema könnte ich ganze Romane schreiben ;)

LG, seven

Off-Topic
Bei uns muss ab dem 33. Kind geteilt werden. Und ansonsten würde ich heutzutage NIEMANDEM mehr empfehlen, Lehrer zu werden. Ich werfe nur das Stichwort Inklusion in den Raum. Theoretisch eine gute Sache, in der Praxis umgesetzt eine pure Katastrophe wegen VIEL zu wenig Lehrkräften, die dafür eingeplant sind...
 
  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen Beitrag #18
Danke seven, du bringst es exakt auf den Punkt. Warum gibts hier keinen Danke-Button? ;)
Und wegen mir kannst du dich gern hier austoben.
 
  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen Beitrag #19
Ich denke wie überall im Leben gibt es da solche und solche.

In der Grundschule war ich keine gute Schülerin. Ich hab mich ablenken lassen, nicht aufgepasst und hatte dementsprechend auch nicht so gute Noten. Hinter hergekommen bin ich dennoch.
Ab der 7. Klasse, pünktlich nach dem Empfehlungsgespräch mich nicht aufs Gymnasium zu schicken, hab ich dann ne Wendung gemacht. Ich hab im Unterricht aufgepasst und zuhause auch mal gelernt (wobei das eher nur in Geschichte, Biologie und so was) und bekam dann ohne großen Aufwand gute Zensuren, war Jahrgangsbeste in der 10 unbd in danach noch auf Gymnasium, wo sich das fortsetzte.

Gerade auf dem Gymnasium hab ich sehr unterschiedliche Lehrer kennen gelernt. Unser Englischlehrer machte eigentlich keinen Unterricht, sondern nur seine Späße mit den Jungs. Fielen Tests entsprechend schlecht aus, waren wir die dummen. Fragen wir was nach, hatten wir dafür keine Zeit:eusa_eh:
Da ich sprachlich echt nicht viel drauf hab, war es ziemlich knapp für mich. Meine 9 Punkte in der schriftlichen Abiprüfung hab ich nur bekommen, weil ich inhaltlich 13 Punkte rausgeschlagen hab.

Dagegen hatten wir eine Mathelehrerin die sich wirklich bemüht hat, die alles 3 mal und unterschiedlich erklärt hat. Sie war auch in den Pausen bei Fragen gern da.
Leider bleiben dennoch einige auf der Strecke, wobei das meiner Meinung nach Selbstverschulden war.

Wer sich nicht bemüht etwas zu verstehen, nicht nachfragt, der hat selbst schuld.

Genauso seh ich es eigentlich hier.

Kinder müssen irgendwann selbst Verantwortung übernehmen und es kann nicht sein, dass ein 17 jähriger seine Hausaufgaben von Papa machen lässt. Das bringt absolut nichts und wenn der junge Mann dahingehend kein Einsehen und keinen Ehrgeiz hat, dann wird ihn das nicht weiter bringen.
Aber das ist an der Stelle nur meine Meinung.

Das Eltern ihre Kinder unterstützen finde ich absolut richtig, sie können aber nicht für ihre Kinder die Schule machen. Prüfung Schreiben etc. müssen die Kinder nun mal selbst.
 
  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen Beitrag #20
Der Mann hat es so oft und auf so unterschiedliche Varianten versucht zu erklären, bis auch der letzte Schüler es ganz sicher verstanden hatte.

Der Mann wäre in den Klassen, in denen ich war, schier zerbrochen.
Weil es immer wieder Schüler gab, die geblockt haben und deshalb den Stoff gar nicht erst verstehen WOLLTEN.

Und trotzdem haben die Lehrer für solche Schüler nach den Klausuren den Urschleim wiederholt, damit sie es endlich verstehen konnte.
Gebracht hat es nichts, ausser dass wir in keinem Fach den Lehrplan schafften.
Im Abi hat sich das dann ausgezahlt, weil Stoff fehlte -.-

Hätte man mich gefragt, ich hätte denen auch ins Gesicht gesagt, wenn sie es nicht blicken, sollen sie nicht aufs Gym, sondern ihren Realschulabschluss nehmen (den gabs bei uns gratis nach der 10. Klasse auf dem Gym, keine Prüfung, nichts) und sich auf ne Ausbildung bewerben.

Ich hät mich über einen Lehrer gefreut, der seinen Stoff durchzieht.
Hatten wir einen, einen Mathelehrer. Alle haben ihn gehasst, ich fand ihn Klasse. Wir schwammen auf einer Wellenlänge - auch wenn er sich nicht durchsetzen konnte, bei ihm war ich dann auch nett *hüstel*
Leider war er LK-Lehrer vom Parallelkurs und wir hatten ihn nur während der Krankheit einer Lehrerin.
Und zu allem Überfluss hat er zu Semesterende auch die Schule gewechselt :( Ich hab ihn so vermisst :( Endlich mal Matheunterricht in einem Tempo, in dem man den Lehrplan schaffen konnte.
Aber nein, es ging wieder zurück zu den alten Lehrern, die sich noch die Mühe machten, alle mitzuschleifen, auch wenn die selbst keinen Bock hatten.
Und das auf dem Gymnasium. Wie da alles bis auf eine das Abi schaffen konnten, ist mir bis heute ein Rätsel.

Lehrer will ich nicht werden, auch wenn das jetzt eine der wenigen Möglichkeiten wäre, jetzt nach dem Studium.
Aber vorher mach ich ne andere Ausbildung, mit den verwöhnten Kindern von heute kann man doch nicht mehr arbeiten. Da kann ich mir das Burn Out ja schon vorbestellen. (Und ich war auch nicht nett mit Lehrern, die sich nicht durchsetzen konnten :silence::uups: Gibt da schon ein paar Lehrer, die zu locker waren und denen ich deshalb auf der Nase rumtanzen konnte - echte Autoritäten hatten das Problem nicht. Ich brauch Lehrer, die ihr Ding durchziehen und denen es egal ist, wenn man es als Schüler verbockt und schlechte Noten bekommt. Vor meiner Geschichtslehrerin hat ich echt Respekt, die war aber vom alten Schlag und kein Kuschelpädagoge). Jedenfalls, ich werde definitiv mit der Familientradition brechen und nicht Lehrer werden, das tu ich mir nicht an.
Die paar Kinder, die zuhause noch erzogen werden, sind eine Ausnahme. Die meisten Eltern verlassen sich drauf, dass RTL und die Schule ihre Gören erzieht. Was dabei raus kommt, merkt man .. Und selbst die Eltern, die sich drum kümmern, scheinen es nicht immer recht zu machen.
Ich käme nie auf die Idee, für mein Kind komplett Hausaufgaben zu lösen ! Wo kommen wir da hin, das Kind geht zur Schule, um zu lernen. Nicht ich.

In Irland hatte ich eine Gastnichte, die hatte auch im Kopf, dass ich ihr die Hausaufgaben komplett mache, als sie mich fragte, ob ich ihr helfe. Nix da. Ich hab sie machen lassen und ihr die Korrektheit der Antworten (war Mathe) bestätigt oder gesagt, dass es falsch ist.
Oft kam sie nicht an, aber ich seh keinen Sinn darin, den Kindern das Lernen abzunehmen. Unterstützung ist was anderes, so tritt man eher nochmal drauf, wenn sie grad tief fallen. Und irgendwann werden sie fallen.

Ich hoffe, mein Bruder bleibt weiterhin auf Kurs mit meinen Nichten. Aber da haben meine Eltern auch recht Einfluss. Und der Rest der Familie meiner Schwägerin kann als schlechtes Beispiel gelten. Himmelherrgott, sind die verzogen :silence: und jetzt im Einschulalter nicht mal "stubenrein" - wie heisst das bei Kindern ? Sauber ? Also nee, da läuft was falsch. Und das sind sicher Eltern, die ihren Kindern die Hausaufgaben erledigen.
 
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