Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen

Diskutiere Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen im Smalltalk Archiv Forum im Bereich Smalltalk; Da sehe ich dann das Problem in der Art der Aussiebung. Meine Schwägerin ist auch seit ein paar Jahren Grundschullehrerin. Die macht ihren Job...
  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen Beitrag #41
aber der Prof hatte Recht, es sind wirklich 80% der Leute durchgefallen. Darunter auch meine Freundin

Da sehe ich dann das Problem in der Art der Aussiebung. Meine Schwägerin ist auch seit ein paar Jahren Grundschullehrerin. Die macht ihren Job sicher gut, soweit ich das beurteilen kann, aber sie erzählte mir, dass sie in ihrem Studium gerade mel ein Semester Module zur Pädagogik hatte. Das fand ich schon beinahe beschämend. Höhere Mathematik im Studium kam natürlich vor, aber der Umgang mit den Kindern wurde beinahe gar nicht geübt - und ganz ehrlich, das habe sogar ich vielen Lehrern angemerkt. Wir hatten richtig viele "Fachidioten" als Lehrer. Nahebringen konnten sie aber absolut nichts. Da ist für mich dann einfach ein großer Fehler im System. Wenn ich jetzt an ehemalige Klassenkameraden denke, die Lehramt studieren, kann ich wirklich nur den Kopf schütteln. Die haben gar kein Gespür dafür, wie man mit Kindern umgeht oder etwas nahebringt. Das sind maximal Fachidioten... wenn überhaupt. Die werden theoretisch meine Kinder "unterrichten" :|
 
  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen

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  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen Beitrag #42
Da sehe ich dann das Problem in der Art der Aussiebung. Meine Schwägerin ist auch seit ein paar Jahren Grundschullehrerin. Die macht ihren Job sicher gut, soweit ich das beurteilen kann, aber sie erzählte mir, dass sie in ihrem Studium gerade mel ein Semester Module zur Pädagogik hatte. Das fand ich schon beinahe beschämend. Höhere Mathematik im Studium kam natürlich vor, aber der Umgang mit den Kindern wurde beinahe gar nicht geübt - und ganz ehrlich, das habe sogar ich vielen Lehrern angemerkt. Wir hatten richtig viele "Fachidioten" als Lehrer. Nahebringen konnten sie aber absolut nichts. Da ist für mich dann einfach ein großer Fehler im System. Wenn ich jetzt an ehemalige Klassenkameraden denke, die Lehramt studieren, kann ich wirklich nur den Kopf schütteln. Die haben gar kein Gespür dafür, wie man mit Kindern umgeht oder etwas nahebringt. Das sind maximal Fachidioten... wenn überhaupt. Die werden theoretisch meine Kinder "unterrichten" :|

Genau das ist der Punkt...
Mein Studium sah damals (1992-1996) zwar noch anders aus, da gab´s noch keinen Bachelor und Master, sondern schlicht Grundstudium (3 Semester), Hauptstudium (3 Semester) und Prüfungszeit (2 Semester). Wir hatten auch durchgängig Pädagogik (aber da gehörte dann sowas wie Philosophie, Psychologie rein...) Lediglich im Studiengang Mathematik gab es Didaktik-Kurse, wo wirklich mal erklärt wurde, WIE man Kindern was erklärt und beibringt... Weder in Germanistik, noch in Religion, noch eben in Pädagogik war von Didaktik je die Rede - dabei ist das - gerade für die Grundschule, aber sicher auch für die weiterführende Schule - so ziemlich das Wichtigste... Die Lerninhalte der Grundschule sollte wohl jeder beherrschen - die Frage: "WIE bringe ich das den Kindern bei?" wäre da wohl auch mal angebracht gewesen :roll:

Ach so - ich hab´ vorher ´ne Banklehre gemacht - ein Unterschied wie Tag und Nacht ;)
Da wurde das Wissen in der Berufsschule gepaukt (das waren schon überwiegend Dinge, die man als Banker braucht, zumindest um die Hintergründe zu verstehen), die Praxis hat man dann in der Bank selber gelernt und so Dinge wie Verkaufsgespräche und Kundenumgang dann auch noch zusätzlich in Seminaren. Das war zwar viel Lernstoff, aber man wusste genau: "DAS muss ich für die Prüfung können." Anders als im Studium, wo es hieß: "Die und die Themenbereiche, lernen Sie mal, was sie meinen, das dafür nötig ist... Raussuchen können Sie es sich ja selber." Da schwamm man dann total, weil man von der Menge einfach absolut erschlagen war..

@cherry-lein:
Ich lerne auch Krankenpflege und bei mir ist es bisher so gewesen das ich nur wusste wann der/diePraxisanleiter/in kommt und welche Patienten ich zu versorgen habe und dann hieß es am Anleitungstag immer nur: "Arbeite einfach so wie immer, ich schaue nur zu und schreibe mir was auf und wenn du nicht weiter weist frag mich." Ich hab dann einfach mal losgelegt und ganz am Ende wurde dann besprochen was gut war bzw wo ich noch Fehler gemacht habe und wie ich die besser machen kann.
Meine Frau kennt das bisher ganz anders - sie hat immer schon die Praktikanten betreut und angeleitet - aber der PA ist ja dann wohl auch viel für die Azubis zuständig, richtig? Und wenn sie die Praktikanten angeleitet hat, dann hat sie denen genau erklärt, was wie zu tun ist und warum - und die konnten dann in der Regel auch nach wenigen Tagen weitgehend selbstständig arbeiten. Ich glaube, wenn sie die einfach alles hätte ausprobieren lassen, wäre da deutlich viel mehr Zeit draufgegangen. Und dann ist ja auch noch die Frage: Wie viel Zeit haben denn die PA für den einzelnen Azubi? Ich denke, ein PA, der seinen Job ernst nimmt, versucht, sich so viel und so gut zu kümmern - ich kann mir aber wirklich vorstellen, dass es da nicht selten auch schlichtweg an der Zeit mangelt. Aber dafür kenne ich mich noch zuwenig damit aus, das werden wir dann sehen, wenn meine Frau die Weiterbildung im Oktober abgeschlossen hat ;)

@Gini-Bieni:
Bist du Lehrer ? Also bei uns haben die älteren alle keine Lust mehr und erzählen uns oft, wie sehr sie sich schon auf ihre Rente freuen.
Ich meine, man hört ja nicht ohne Grund andauernd das Lehrer im Unterricht anfangen zu heulen oder die Schüler beleidigen. ich denke der Job macht einfach krank, wenn man an der falschen Schule landet.
Bist DU Lehrer? ;)
Hast Du schon mal vor ´ner Grundschulklasse gestanden, in der der erste Schüler permanent versucht, den Raum zu verlassen und Du Dich nur noch im Rückwärtsgang durch die Klasse bewegen kannst, damit Du ihn permanent im Auge hast? Und wo der zweite Schüler im 20-Sekunden-Takt von seinem Stuhl fällt, unter dem Tisch oder auf dem Tisch liegt, sich auf den Boden schmeißt? Und wo der dritte Schüler permanent durch laute Zwischenrufe alles torpediert? Und wo der vierte und der fünfte Schüler mindestens 1x pro Stunde Tobsuchtanfälle bekommen und wahllos andere Kinder verprügeln und auch nicht davor zurückschrecken, Dir mal eben feste vors Schienbein zu treten, Dich zu kneifen und zu beißen? Und wo der gesamte Rest auch nicht wesentlich besser war?
Nicht? Komisch. Ich aber. 2 Jahre lang habe ich das mitgemacht, ich war psychisch dermaßen am Ende, dass ich zur Schulleitung gegangen bin und gesagt habe, ich weigere mich, die Klasse noch weitere 2 Jahre zu führen. Zum Glück hatte die ein Einsehen, und da zu dem Zeitpunkt eh zwei Schulen zusammengelegt wurden, hat man dann auch gleich die beiden Klassen (meine und die aus der anderen Schule) bunt neu durcheinandergewürfelt.
Die Kolleginnen an meiner "neuen" (obwohl ich da vorher auch schon 8 Jahre war, dann aber für die 2 Jahre an der "alten" Schule war) Schule hatten immer gesagt (die kannten die Kinder ja nicht): "Stell dich nicht so an, du hast doch nur so´ne kleine Klasse." Das hat mich noch zusätzlich fertig gemacht. Ja - und dann kam die Zusammenlegung, die Kolleginnen lernten "meine" Kinder kennen - und koooooooooomisch: Im Lehrerzimmer wird nur noch gestöhnt - und genau über wen - richtig! Über meine "damaligen" Spezialkandidaten, die diese Kolleginnen nämlich nun da sitzen haben...

Jetzt habe ich eine einigermaßen friedliche Klasse, wobei ich auch einen sehr extremen Schüler habe, der rund um die Uhr eine Integrationshelferin an seiner Seite hat, die ihn zwischendurch von den Tischen pflücken kann, auf denen er herumtobt, und aus dem Klassenraum entfernen kann. Ohne I-Helferin ginge mit dem rein gar nix, obwohl er ein wirklich pfiffiges Kerlchen ist und auch richtig lieb sein kann - aber Frustrationstoleranz gleich 0, und wenn was nicht in seinen Kram passt, flippt der eben auch völlig aus, knallt Türen, trampelt auf den Tischen (auch auf meinem Pult) herum, schlägt Mitschüler oder Lehrer... Durch die I-Helferin geht das, weil sie ihn dann immer rausnimmt - allein ginge das schlichtweg gar nicht.

Und das ist Grundschule. Ich möchte nicht wissen, wie das mit pubertierenden Halbwüchsigen an weiterführenden Schulen aussieht. (Ich hab´ mal ein paar Monate in einem Nachhilfe-Institut gearbeitet, eigentlich nur mit den "Kleinen", aber 2-3x musste ich auch einspringen und eine Gruppe 8.Klässler betreuen - da bin ich auch fast wahnsinnig geworden mit deren Null-Bock-Einstellung...)

@Elkecita: Genau so stelle ich mir das vor, wie Eltern ihren Kindern bei den Hausaufgaben helfen sollten - Denkanstöße geben, vielleicht nochmal was erklären, evtl. auch bei der Materialsuche helfen - aber ansonsten das Kind weitestgehend selbstständig arbeiten lassen, und wenn man merkt, es hapert irgendwo, Rücksprache mit dem Lehrer halten...

So, und ich glaube, jetzt habe ich genug gesenft fürs erste ;)

LG, seven
 
  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen Beitrag #43
@cherry-lein:
Meine Frau kennt das bisher ganz anders - sie hat immer schon die Praktikanten betreut und angeleitet - aber der PA ist ja dann wohl auch viel für die Azubis zuständig, richtig? Und wenn sie die Praktikanten angeleitet hat, dann hat sie denen genau erklärt, was wie zu tun ist und warum - und die konnten dann in der Regel auch nach wenigen Tagen weitgehend selbstständig arbeiten. Ich glaube, wenn sie die einfach alles hätte ausprobieren lassen, wäre da deutlich viel mehr Zeit draufgegangen. Und dann ist ja auch noch die Frage: Wie viel Zeit haben denn die PA für den einzelnen Azubi? Ich denke, ein PA, der seinen Job ernst nimmt, versucht, sich so viel und so gut zu kümmern - ich kann mir aber wirklich vorstellen, dass es da nicht selten auch schlichtweg an der Zeit mangelt. Aber dafür kenne ich mich noch zuwenig damit aus, das werden wir dann sehen, wenn meine Frau die Weiterbildung im Oktober abgeschlossen hat ;)

Ich kenne das aber auch ähnlich wie cherrylein, ich bin im 1.Lj. und habe zwar noch nicht viele Px gehabt, aber jede neue stellt mir vor ein Rätsel. Morgen fange ich auf einer neuen Station im Mutterhaus an, am Mo habe ich Px. Ich habe absolut keinen Schimmer, worum es gehen wird. Nochmal Grundkrankenpflege, was ja eigentlich schon Thema von 3 Px und der Prüfung war? Vitalzeichenkontrolle - 2h lang? Beobachtung von Schlaf und Bewusstsein? Ich habe keinen Plan. Und in den bisherigen Anleitungen durch die Px erging es mir genau wie cherrylein. "Machen Sie alles wie bisher. Wir werten danach aus." Ähm... ja. Bei der Px vor der Prüfung hab ich mir dann ausdrücklich erbeten, dass ich direkt zwischendurch korrigiert werde. Das hat mir einen wesentlich größeren Lerneffekt gebracht.
Betreuung von Seiten der Mentoren konnte ich auf der Station meines Probehalbjahres untern Tisch kehren... wir wurden völlig ins kalte Wasser geworfen. Das hat eine der Mentorinnen im Abschlussgespräch auch zugegeben und sich selbst bemängelt, aber was nutzt mir das? Ich wurde von einer Fachkraft bewertet, mit der ich effektiv zwei gemeinsame Dienste hatte. Sehr aussagekräftig, und die erste 3, die ich gefangen habe, und über die ich mich maßlos ärgere. Für mich kein Fehler der Mentoren selber, sondern der Personalplanung. Man kann nicht alle 3 Mentoren einer Station fast ausschließlich im Nachtdienst einsetzen, wenn man 2 Schüler auf Station hat.

Jetzt weiß ich es aber etwas besser und kenne meine Praxisanleiterin auch schon etwas besser. Ich weiß, dass sie nicht beißt, und dass sie auch auf die Wünsche der Schüler gern eingeht. Und da frag ich halt auch beim nächsten oder übernächsten Mal wieder, ob sie mich bei Fehlern direkt unterbrechen kann.
 
  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen Beitrag #44
Was mich an meinen Lehrern tierisch nervt, ist dieses "Ja wenn du nicht lernst, kannst du gleich auf die Realschule gehen."
Sie tuen die Realschule immer so ab, als müsste man dort nichts machen und wird ohne irgendwas zu wissen durchgewunken.
Oder Sätze wie "Jetzt benehmt euch, ihr seid im Gymnasium und nicht an der Realschule" sind leider schon gängig bei unseren Lehrern.
Finde ich persönlich eine Frechheit, denn auch auf der Realschule kommt man nicht mit Nichts-Tun durch.
 
  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen Beitrag #45
Seven, da kann ich dir nur zustimmen. Meine Mutter ist Erzieherin. Wenn ich höre, was die für Lerninhalte in ihrer Ausbildung hatte, musste ich echt schlucken als ich hörte, wie wenig viele Lehrer solche Inhalte offensichtlich hatten. Hinzu kommt ja noch das Problem, dass der Lehrerberuf heute immer noch häufig als "keine Ahnung, was du machen sollst? Werd doch Lehrer!"-Beruf betrachtet wird. Wer keine Ahnung hat, was er sonst machen soll, auf "gute" Bezahlung und Verbeamtung spekuliert (was ja heute zum Glück nicht mehr so einfach ist), wird eben Lehrer. Zumindest fangen viele damit deswegen an, das finde ich schade. Ein Kumpel von mir hat 5 Jahre lang "studiert" (= er war 5 Jahre eingeschrieben), will jetzt was "Richtiges" machen und schwankt zwischen Einzelhandel und Sportlehramt. Wie man merkt, ist das natürlich ein absoluter Herzenswunsch von ihm *Ironie off* Mich wollten auch viele in diese Richtung drängen und ich konnte das nicht nachvollziehen. Nicht, dass ich keine Kinder mag... aber ich bin nicht geduldig, Kinder"geschrei" macht mich schnell nervös, wenn es so viele sind und ich denke nicht, dass ich Dinge gut nahebringen kann, geschweigedenn pädagogisch wertvoll bin *g*. Auch wenn ich vermutlich Fächer gewählt hätte, bei denen man nun nicht gerade die Faulpelze und "Nichtskönner" (nicht beleidigend gemeint. So würde ich mich in Mathe zu Schulzeiten bezeichnen :lol:) hat, die nur im Kurs sind, weil sie es müssen. Was hab ich in einem Lehrerberuf verloren? Richtig, das wurde mir geraten, weil das für eine Frau ein vermeintlich sicherer und einfacher Job ist und ich nach meiner weiblichen Pflicht, Kinder zu gebären, wieder einsteigen kann. :roll: Nie ging einer bei dieser Empfehlung auf meine vermeintlichen Skills ein, die mich zum Lehrer machen würden.

Ich glaube übrigens, dass die 8-Klässler die schlimmsten sind :lol: Offensichtlich scheint das ganz krass in die Pubertät zu fallen. Ich weiß noch, wie beinahe jeder Lehrer in meiner Oberstufe völlig entnervt in unseren Kurs kam und nur "8-Klässler" seufzte. Die Pubertät steht da vermutlich allen in Weg und ich weiß noch, wie manche meiner Mitschüler in dem Alter auch viele Lehrer gemobbt haben und sich wie King Loui ausgespielt haben.
 
  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen Beitrag #46
Ich kann gut nachvollziehen, was ihr schreibt

In der Grundschule wurde ich stark gemobbt, was meine Eltern natürlich auh mit der Klassenlehrerin besprochen haben. Die konnte allerdings überhaupt nichts machen... die hatte offensichtlich keine Ahnung, wie sie damit umgehen soll
Und weil ich durch das Mobbing immer ausgerastet bin, war ich die mit Sozialverhalten D und alle anderen natürlich die Engel....

Eine andere Lehrerin hat meine Mutter mal eiskalt angelogen ^^
 
  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen Beitrag #47
Ich komme nun nicht gerade aus dem deutschen Schulsystem, aber ich trau mich auch mal was zu sagen. ;)

In meiner Ausbildung (auf KiGa und Grundschule ausgelegt) haben wir zwar auch so manches was ich schlicht Schwachsinnig nennen würde, allerdings deutlich mehr Pädagogik und praktisch orientierte Veranstaltungen als reine Theorie und pauken von Fachinhalten, die nicht mal in Mittel- oder Oberschulen Thema sind. Begleitetes Praktikum (= 1 Student zu 1 Lehrer! + Begleitung durch Unidozent) hatte ich jetzt jedes Jahr so an die 80 bis 140 Stunden.
Die Ausbildung ist zwar auch bei weitem noch nicht perfekt, aber ich finde doch auf einem richtigen Weg. Vor allem kriegen wir nicht (nur) beigebracht, was unsere Lehrpersonen vor 50 Jahren in ihrer Ausbildung gelernt haben, sondern eben auch neue Unterrichtsformen und Wege.

Ich finde es zum Beispiel absolut traurig, wenn ich lesen muss, dass Kinder sich über Jahre hinweg bei Mathe/Deutsch/was auch immer langweilen und sich (bestenfalls...) mit Bleistiftzeichnungen auf der Schulbank beschäftigen müssen, weil sie den Stoff schon längst beherrschen. Oder eben das umgekehrte: dass Schüler die sich anstrengen (!) aber leistungsschwach sind, auf der Strecke bleiben, weil die Lehrpersonen sich am "durchschnittlichen" Schüler orientieren und einfach weiter machen.
Wenn die Leistungen so weit auseinander gehen, dann gibt es eben keinen Frontalunterricht mehr für die ganze Klasse. Offener Unterricht, gesonderte Arbeitsaufträge, Differenzierung bei Aufgaben, ...
Klar, mehr Aufwand für den Lehrer, aber ja, das geht, vielleicht nicht immer und es hängt auch von den Schülern ab, aber prinzipiell geht es - und manchmal hat man eh keine andere Wahl. Weiß nicht ob es in Deutschland noch Mini-Schulen gibt, wo auch mal mehrere Jahrgänge in eine Klasse zusammen gelegt sind?

Hausaufgaben: Ich finde HA sind schon wichtig - wenn sie denn auch Sinn machen und der Schüler was dabei lernen kann. Ansonsten lieber einmal keine Hausaufgabe als das die Eltern sie machen. Denn das ist nicht nur sinnlos, sondern sogar schädlich, da ich als Lehrperson dann ja wie Seven schon sagte davon ausgehe, dass das Kind alles verstanden hat.

Bei uns war es in der Oberschule bei einem Mathelehrer sogar so, dass Hausaufgabe "freiwillig" war. Wer dachte er kann schon alles musste sie nicht machen, wer sie gemacht hat konnte sie sich auch verbessern lassen oder noch Fragen stellen, wenn er irgendwo nicht mehr weiter gekommen war.
Der eine oder andere der schlicht zu faul war hatte das Ergebnis dann bei den Klassenarbeiten, aber das war selbstverschuldet. ;)

Umgekehrt gibt es halt aber leider auch Lehrer, die wirklich ausgebrannt sind oder schlicht im falschen Beruf stecken. Hab eine Nachhilfeschülerin, die in ihrem Matheheft aus der Schule nicht einmal die Formeln richtig stehen hatte, gar nicht zu reden von den Rechnungen. Auch wenn es wohl nicht die ordentlichste Schülerin war - da habe ich schon mal blöd geguckt und mich gefragt, wie so eine Unterrichtsstunde bei ihnen aussieht. Seit sie Nachhilfe geht, hat die Schülerin keine einzige negative Note mehr geschrieben.
Mein Bruder wurde von einer Lehrerin über Jahre hinweg gemobbt. Klar hat er auch ein wenig provoziert, aber das war so extrem, dass er jetzt nach dem Wechsel auf die nächsthöhere Schulstufe in den entsprechenden Fächern 3-4 Noten besser ist, um mal das Offensichtlichste zu nennen. Inzwischen ist eine Cousine bei derselben Lehrerin und hat ganz arg zu kämpfen, seid die Verbindung zu meinem Bruder bekannt ist (ganz, ganz unterste Schublade!).

Das traurige ist, dass Lehrer auch nicht mal eben so entlassen werden können, wenn nicht etwas wirklich ganz extremes vorgefallen ist. Das muss dann aber schon fast Körperverletzung sein, sonst passiert einfach nichts. Es ist einfach schade für alle Beteiligten. Es ist eine Sache, wenn ich mal eine Klasse oder einen Schüler habe, mit dem es nicht geht - aber wenn es dauernd so ist, dann bin ICH im Beruf ebenso unglücklich wie die Schüler mit mir.
Und es ist erwiesen, dass NICHTS einen so großen Einfluss auf den Lernerfolg eines Schülers hat wie die Lehrperson die den jeweiligen Unterricht macht.
Da können dann auch mal ein paar wenige schlechte Lehrer den Ruf von vielen guten ruinieren, von der Zukunft der betroffenen Kinder mal abgesehen.


Zum Thema Inklusion: Ich bin vielleicht die falsche Ansprechperson, nachdem ich mit Inklusion groß geworden bin. Es gab bisher kaum eine Gruppe oder Klasse, in der keine "Integrationskinder" waren und ehrlich gesagt, ich sehe das Problem nicht.
Okay, wir hatten auch Integrationslehrer, je nach Bedürfnis mehr oder weniger Stunden. Klar gibt es auch sehr viele verschiedene Gründe, warum ein Kind in das System rein fällt, daher lässt sich schwer verallgemeinern. Einfach ist die Umsetzung sicher nicht immer, gerade wenn die Mittel knapp sind.
Prinzipiell vertrete ich aber immer noch die Auffassung, dass Inklusion (oder wie auch immer man es nennen will) etwas sehr sehr wertvolles ist, wo die Kinder unheimlich viel lernen können und zwar sowohl die "Integrationskinder" als auch die "normalen".
Für mich - die ich das deutsche System nicht genauer kenne! - haftet am Begriff "Sonderschule" immer etwas von Abschiebung, Ausgrenzung, Isolation und Abstempelung von Kindern.
Naja... in etwa aus denselben Gründen bin ich auch kein Freund von Gymnasium, Haupt- oder Realschulen... glaube das deutsche Schulsystem ist einfach allgemein nichts für mich. ;)
 
  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen Beitrag #48
Naja... in etwa aus denselben Gründen bin ich auch kein Freund von Gymnasium, Haupt- oder Realschulen... glaube das deutsche Schulsystem ist einfach allgemein nichts für mich. ;)

Nicht erst seit Pisa ist eigentlich klar, dass unser Schulsystem min. 100 Jahre im Rückstand ist und weit, weit hinter den wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Lernen und Lehren hinterher hinkt. Da sind uns andere Länder weit voraus. Allein die doppelte Gliederung in Haupt-, Realschule und Gymnasium und in das jeweilige Schulsystem der einzelnen Bundesländer ist richtiger Schwachsinn. Dann wage ich zu behaupten, dass die Zugangsvoraussetzungen zum Lehramtsstudium verschärft werden könnten, um die Kandidaten nach pädagogischen und motivationalen Gesichtspunkten besser auszusieben. Ein flexibles und einheitliches Schulsystem würde unseren Kindern allen gut tun. Aber dazu ist die hiesige Gesetzgebung viel zu rigide, festgefahren und vergangenheitsliebend. :eusa_eh:
 
  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen Beitrag #49
Off-Topic
Da muss ich gerade so an meine Mutter denken, die sich neulich fürchterlich aufgeregt hat, als jetzt "ganz neue Studien" festgestellt haben, dass man Kinder in der Schule und im KiGA mehr positiv bestärken sollte, weil sie dann besser und motivierter lernen. Sie ist ausgebildete Erzieherin und hat nie etwas Anderes gelernt. Die hat sich echt gefragt, was die Leute heutzutage in ihren Ausbildungen/Studiengängen lernen, dass das nun als bahnbrechend bezeichnet werden musste.

dass unser Schulsystem min. 100 Jahre im Rückstand ist und weit, weit hinter den wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Lernen und Lehren hinterher hinkt.

Nicht nur die Lehrer hinken hinterher, offensichtlich auch das Geld. Ich hatte noch einen alten Atlas aus der Schule, in dem original Jugoslawien eingezeichnet war :roll: Mit solchen Dingern hatte ich Erdkundeunterricht. Wir haben Hausaufgabenüberprüfungen in manchen Fächern geschrieben, die nicht einmal neu aufgesetzt wurden. Ich bekam damals dieselben Aufgaben wie die Schwester meines Freundes, die fast 10 Jahre älter ist als ich :lol:
 
  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen Beitrag #50
Off-Topic
Wir hatten in manchen Atlanten noch die UdSSR drin :silence: deshalb hat ich zum nächsten Schuljahr einen eigenen Atlas gekauft bekommen.
 
  • Wenn die Eltern die Hausaufgaben machen Beitrag #51
Off-Topic

Atlanten hatten wir immerhin ganz Neue...
Da sollten wir die allerdings eigentlich selber kaufen. Nur eben in der Schule hatten wir gerade genug, dass sich immer 2 einen teilen konnten, wenn andere ihren eigenen mit hatten
 
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