dass ich ernsthaft bezweifle, dass Doodle Züchter den selben Auffand betreiben,
Das ist eine Vermutung und sagt ja nichts darüber aus, ob man Hybridzucht grundsätzlich ablehnen sollte, selbst WENN der Züchter Aufwand betrieben hat
Wie ich bereits schrieb.
Darüber hinaus ist es mir wichtig, dass ein Züchter ein Ziel hat, das er erreichen möchte. Sei es die Erhaltung der Rasse, die Verbesserung bestimmter Merkmale und vor allem eben spezifische Charakter oder auch Arbeitseigenschaften.
Den Hunden selbst sind diese Dinge natürlich alle völlig gleichgültig, sie wünschen sich nur ein gutes, gesundes Leben, und dabei ist es ihnen vollkommen egal ob ihr Züchter versucht hat ihre Rasse zu erhalten oder zu verbessern - dies sind alles menschliche Sentimentalitäten die bei einer Diskussion rein aus Tierschutzsicht deswegen für mich nicht relevant sind.
Ich will nicht sagen, dass diese Dinge einem als Mensch nichts bedeuten drüfen, ein Tier wird durch die Einhaltung solcher Maßstäbe aber nicht zwingend gesünder oder glücklicher sein im Leben (es sei denn dass verbesserte Merkmal ist ein gesundheitliches oder eines welches aufs Wesen bezogen ist).
Dementsprechend tragen solche Zuchten mMn nur zur Überfüllung des Marktes..
Ich denke nicht, dass der Markt überfüllt ist. In den Tierheimen sitzen überwiegend Listenhunde und auch viele Schäferhunde, im Tierheim bei mir in der Nähe zur Zeit auch 5 Rottweiler, 2 Tibetterrier, Labradore und Jack Russels.
Es sind also bei weitem nicht nur die "wertlosen" und billig angeschafften Mischlinge die in den Tierheimen landen, sondern auch Rassetiere, ein hoher Kaufpreis ist also bei weitem keine Garantier dafür, dass die Tiere auch behalten werden.
Desweiteren scheint es in Deutschland so eine hohe Nachfrage nach Mischlingen zu geben, dass die Einfuhr von Auslandshunden aus dem Tierschutz auch so schnell kein Ende nehmen wird.
Es ist immer traurig, wenn Tiere "über" sind, aber ich glaube die Gründe weswegen sie abgegeben werden sind vielfältig und nicht immer auf ihren Kaufpreis zurückzuführen.
Zudem finde ich Preise ab 1000€ für eine Hybridzucht gradezu unverschämt. Bei einem VDH-Züchter zahle ich im Welpenpreis viele Seminare, Gesundheitszeugnisse und Kontrollen mit. So wie den Deckakt und der Aufwand der dafür betrieben wird, den passenden Rüden auszusuchen.
Bei einer Hybridzucht ist so ein Preis reine Geldmacherei.
Und am Ende bekommt man aus der heiligen VDH Zucht dann ein "Produkt" welches im schlimmsten Fall jedes Jahr endlose Tierarztrechnungen verursacht.
Ich hatte Mopshalter mit einem super tollen und mega teuren VDH Mops im Bekanntenkreis, die haben das Tier nach ein paar Jahren weggegeben weil sie die TA-Rechnungen nicht mehr zahlen wollten - und ich kenne noch viel mehr Hundehalter mit VDH Hunden die nur Probleme mit ihren Tieren hatten (bei den Bullys die ich kennen gelernt habe war zum Beispiel nicht ein einziger Hund mit stabiler Gesundheit dabei).
Natürlich betrifft dies nicht nur VDH Hunde, aber genau so wenig wie in der Doodle Zucht alles toll ist, ist es das beim viel gelobten VDH, und ein hoher Kaufpreis und eine lange Ahnenliste bedeuten eben noch lange nicht, dass man auch einen gesunden Hund bekommt.
Ich finde man macht es sich da zu einfach, wenn man sagt, dass die Vereine grundsätzlich seriös sind und dass da alles rund läuft, und es bei den Hybriden aber nur schwarze Schafe geben kann. So schwarz-weiß ist die Welt einfach nicht.
Noch, bevor ihr mich falsch verstehte, mir geht es nicht darum Hybridzucht als das Non-Plus-Ultra anzupreisen, ich möchte nur, dass anerkannt wird, dass die Rassezucht wie sie zur Zeit abläuft eben auch nicht grundsätzlich das Non-Plus-Ultra ist und dass ich mich hier deswegen von jedem Extremismus entfernen möchte und sagen, dass eines grundsätzlich besser sei als das andere.
Das Argument "es geht auch schlimmer, deswegen finde ich das in Ordnung", empfinde ich immer als sehr merkwürdig.
Sorry, aber das habe ich nicht gesagt.
Ebenso habe ich mich an keiner Stelle dafür ausgesprochen, dass Hunde einfach willkürlich verpaart werden, alles was ich sage ist:
Hybridzucht muss nicht grundsätzlich falsch und schlecht sein.
Die "gleich gute" Gesundheit von Mischlingen in Studien kommt schlicht daher, dass Rassehunde zusammengepackt auf eine Seite gestellt werden und Mischlinge auf die andere. Bei Rassehunden gibt es aber kleine und große, gesunde und kranke. Mischlinge sind generell mittig zu sehen. Das ist natürlich toll für den Mischling, wenn man ihn neben eine kurzlebige übergroße deutsche Dogge stellt,
Moment, aber wenn Mischlinge doch nun im Schnitt mittelgroß sind und sie dadurch eine längere Lebenserwartung haben als viele krank gezüchtete Riesenrassen, dann haben sie doch definitiv in diesem Punkt einen Gesundheitsvorteil.
Natürlich stellt man alle Rassen auf eine Seite und die Mischlinge auf die andere, wenn man die durchschnittlichen Lebenserwartungen zwischen den beiden Ausprägungen vergleichen will, wie sollte man es denn sonst machen?
Die vielen kranken Rassen ziehen natürlich den Durchschnitt für die Rassehunde nach unten, aber genau das wollte man doch nachweisen, oder?
Wirklich reingezüchtet bezieht sich vor allem darauf, dass man für den Heterosiseffekt eben dieses als Ausgangsprodukt braucht.
Was ist denn jetzt ein "wirklich reingezüchteter Hund"?
Wirklich reingezüchtet bezieht sich vor allem darauf, dass man für den Heterosiseffekt eben dieses als Ausgangsprodukt braucht. Hat man schon "gemischte" Eltern, dann gibt es keinen nennenswerten Heterosiseffekt bei den Nachkommen. Es wird bei der Hundezucht immer so sehr mit dem Heterosiseffekt argumentiert, vor allem bei den Doodeln, aber gerade dort sind die Eltern meist nicht wirklich reinrassig.
Du meinst erst wenn das Genom der Elterntiere extrem klein ist und sich dadurch bereits Probleme zeigen hat man einen sichtbaren Heterosiseffekt?
Mit anderen Worten es lohnt sich nur bei genetisch kranken Elterntieren .... und das sind dann gleichzeitig auch die "wirklich reingezüchteten Hunde"?
aber mit Heterosiseffekt kann man dann eben nicht mehr argumentieren. Man sieht das ja auch sehr gut an den Nachkommen. Ich kenne einige Goldendoodle und von homogenen Nachkommen kann man da definitiv nicht reden.
Der Heterosiseffekt hat doch jetzt gar nichts mit der Homogenität der F1 zu tun :eusa_think:
Stammen alle Doodle die du kennst aus dem gleichen Wurf? Oder zumindest von den gleichen Eltern? Ansonsten ist mit einer Uniformität nämlich auch nicht zwingend zu rechnen, da jedes einzelne Elterntiere andere dominante Gene haben kann.