Erstmal sollte die Geschwindigkeitskontrolle nicht über den Zügel gehen. Ich gehe mal davon aus, dass du Englisch reitest.
Du trabst dein Pferd an und trabst leicht. Der Zügelkontakt sollte stabil aber mit wenig Zug sein. So ca. 50-100g (das Gewicht eines Handys). Deine Hand sollte nicht steif sein, sondern locker und weich den Bewegungen des Pferdekopfes folgen. Dafür musst du deine Schultern und Unterarme entspannen. Oft hilft es, die Zügel zwischen Daumen und Zeigefinger zu halten und die restlichen Finger locker zu lassen und mit ihnen den Ausgleich zur Bewegung des Pferdekopfes herzustellen (was immer als Schwamm ausdrücken bezeichnet wird).
Du passt dich vollkommen den Bewegungen deines Ponys an, egal wie es trabt. Wenn du das Gefühl hast, dass das Pony dir zuhört und sich ganz ungezwungen unter dir bewegt (Pferde lieben es, in ihrem Bewegungsablauf nicht gestört zu werden), stehst du beim Leichttraben langsamer auf.
Es ist dabei wichtig, dass du langsam und hoch aufstehst, das Hinsetzen erfolgt dann wieder im Takt. Manchmal muss man das erst üben und wechselt unabsichtlich den Fuss, das ist nicht schlimm. Sollte sich dein Pony nach ca. 1/2 Runde auf dem Zirkel nicht auf die von dir angesagte Geschwindigkeit einstellen, gibst du am äußeren Zügel immer dann eine mit tiefer Hand gegebene Parade, genau zu dem Zeitpunkt wenn du dich hinsetzt. Dann ist das äußere Hinterbein nämlich gerade in der richtigen Phase.
Das funktioniert - richtig umgesetzt - immer. Deine RL wird dir helfen.
Jetzt hast du die richtige Arbeitsgeschwindigkeit und kannst damit beginnen das Pony zu vermehrter HH Aktion zu ermuntern.
Ich möchte hier mal 2 schöne und leicht zu reitende Übungen beschreiben.
1. Das Reiten in Außenstellung auf gebogenen Linien
2. Herausschicken der HH auf gebogenen Linien
Die Außenstellung sollte klar sein. Hier ist nur wichtig, dass die gebogene Linie eine entsprechend richtige Größe hat. Diese richtet sich nach Rittigkeit und Körperbau des Pferdes.
Beim Herausschicken der HH, reitet man auf einer gebogenen Linie und legt den inneren, treibenden Schenkel zurück. Diese Übung bremst auch gleichzeitig das Pferd.
Beide Übungen, schulen nicht nur die HH, sie verbessern auch das Gleichgewicht des Pferdes.
Wichtig ist, nicht zu lange zu üben. Wenn die Übung gelingt, sofort das Pferd herauslassen und nach sehr kurzer Zeit wieder beginnen. Es ist wichtig eine Übung nicht zu lange zu reiten, dafür aber sehr häufig in schneller Abfolge.
Später kannst und solltest du dann Stellungswechsel auf gebogenen Linien (10-15m) reiten, um das Gleichgewicht des Ponys zu schulen. Das Pony sollte dann nicht mehr schwanken.
Es gibt noch weitere Übungen, die jedoch nicht so einfach beschrieben werden können und je nach Pferd stark variieren.
Korrekturdauer ca. 3-9 Monate. Je nachdem wie häufig so geritten wird, wie alt das Pferd ist, wie schnell es Muskulatur auf- und abbaut.