Hund jault plötzlich, wenn er alleine ist

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petite

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Hallo Leute!
Habe mich lange nicht mehr hier im Forum gemeldet. Vor einigen Jahren habe ich selbst immer Tipps zur Hundehaltung und Erziehung gegeben, und nun brauche ich selber einen Rat ;)

Meine Hündin ist 3,5 Jahre alt, ein Pudelmix, sehr robust und super erzogen. Ich habe sie seit fünf Wochen. Ihre vorige Familie konnte sie nicht mehr behalten. Dass sie so gut erzogen ist, ist also nicht mein Verdienst ;) Sie läuft super bei Fuß, kläfft nicht, wenn es bellt, apportiert artig, Grundgehorsam sitzt spitze, sie geht toll mit Kindern um, ist ein toller Reitbegleithund und und und...
Sie orientiert sich super an mir und meinem Partner und hört wie gesagt aufs Wort.

Sie kennt das alleine sein von ihrer vorigen Familie. Hier in der neuen Umgebung haben wir das alleinsein natürlich schrittweise gesteigert und alles per Video dokumentiert. Sie ist absolut gefestigt und zeigt sich auf den Videos ruhig. Manchmal läuft sie ein wenig umher und horcht, fiept kurz und legt sich dann wieder in ihr Körbchen, um dann wieder zu schlafen.
Das letzte Mal, als ich sie gefilmt habe, war sie vier Stunden alleine und zeigte sich so, wie ich es beschrieben habe.

Nun haben wir eine Hundesitterin engagiert, die unsere Kleine jeden Mittag für eine Stunde ausführt. Somit ist unser Hund ca 4 Stunden alleine, wird dann ausgeführt und eine Stunde später, so gegen 14 Uhr, komme ich nach Hause.
Unsere Nachbarn haben in den ersten zwei Wochen, seitdem wir so verfahren, nie etwas von dem Hund gehört. Nun gestern der Schock: Sie jault nun doch ab und an wie ein weinendes Kind!!!! Ich bin total fertig mit den Nerven!

Nach langem Hin und Her habe ich nun herausgefunden, dass sich die Hundesitterin NICHT an unsere Absprachen gehalten hat! Denn sie begrüßt den Hund!!! Und das überschwänglich, sodass die Kleine vor "Freude" jault und hochspringt und totaaaal aufgeregt ist. Ich habe das auch schon ein wenig beobachtet, dass sie immer sehr unruhig war in letzer Zeit, wenn ich dann nach Hause kam. ICH ignoriere den Hund, laufe in der Wohnung umher, gehe erst mal in Ruhe Pipi machen ;), lese kurz was in der Zeitung und und und bis sie sich beruhigt hat.

Nun also meine Frage an euch: Kann es sein, dass die Hundesitterin mir das "versaut" hat? Kann es sein, dass Anna (unser Hund) deshalb plötzlich immer so aufgeregt ist, weil sie in einer Erwartungshaltung ist, wenn sie alleine ist?

Morgen wird natürlich wieder kräftig gefilmt!! Und die Hundesitterin wurde nun nochmal eingestielt. Und da die Osterferien nahen, kann ich dort auch nochmal in Ruhe mit Anna üben (bin Lehrerin). Aber trotzdem möchte ich Sicherheit haben, was die Ursache für ihr Verhalten sein könnte und ich hoffe natürlich, dass es das falsche Verhalten der Sitterin sein könnte...
 
  • Hund jault plötzlich, wenn er alleine ist Beitrag #2
Huhu,

finde ich schwierig, das so einfach zu beantworten. Klar soll man sich nicht zu sehr freuen, wenn man Heim kommt. Hab ich schon oft gehört. Der Witz ist: Ich mache es trotzdem und mein Hund jammert dennoch nicht, wenn er mal alleine ist ;). Von daher bin ich nicht sicher, ob das alleine Einfluss haben kann, zumal es bei mir bisher nie etwas geändert hat.
Man sollte allerdings schon beachten, dass sich etwas geändert hat. Es kommt nun zwischendurch jemand, der dann aber auch gleich wieder geht. Das ist für manche Hunde schlimmer als durchgängig allein zu sein. Außerdem habt ihr den Hund ja noch nicht lange. Vielleicht hat sie sich erst jetzt an den Rhythmus gewöhnt und wartet im Prinzip zu gewissen Zeiten drauf, dass jemand kommt?
Bei der Hundesitterin alleine würde ich die Schuld also nicht suchen, daran üben müsst ihr allerdings so oder so nochmal.

Liebe Grüße
 
  • Hund jault plötzlich, wenn er alleine ist Beitrag #3
Vielen Dank für die Antwort ;)

Wir haben sie nun die Woche durchgefilmt und die Hundesitterin hat ihr Verhalten geändert. Sie kommt nun und geht erstmal ins Wohnzimmer und dann in die Küche und verschließt die Türen immer hinter sich. Das macht sie so lange, bis Anna sich beruhigt hat. Erst dann gibt sie Anna mit Handzeichen Kommandos, um sie anzuleinen und raus zu gehen. In der Wohnung spricht sie also nicht mehr mit dem Hund und ignoriert ihn, bis er ruhig ist. Anna ist seitdem wieder viel ruhiger und jault seit Mittwoch gar nicht mehr. Zusätzlich haben wir ihr immer einen Kong mit Leberwurst ins Körbchen gelegt. Damit ist sie ca eine dreiviertel Stunde beschäftigt. Danach schläft sie, wälzt sich im Körbchen und schläft wieder ;) :clap: Bin total happy über den Erfolg!

Nun habe ich aber einen weiteren Haken gefunden :D Sie akzepiert, dass sie morgens alleine ist! Aber wenn ich abends nochmal eben einkaufen fahre oder nur mal kurz in den Keller gehe, heult sie die ganze Zeit von Anfang an komplett durch!!!! ERGO: Morgens 5 Stunden alleine bleiben ist für sie absolut machbar! Nachmittags oder Abends - trotz Auslastung - NÖ!! Sie stolziert heulend durch die Wohnung! Und ich finde den Fehler nicht :( Manchmal liegt sie auch auf ihrem Platz und fängt an, zu fiepen. Weil sie Aufmerksamkeit will. So auch heute, als wir bei dem Vater meines Freundes waren! Ich saß mit dem Rücken zu ihr, was ihr nicht gepasst hat. Da sie auf das Fiepen keine Antwort bekommen hat, ist sie dann einfach ungefragt aufgestanden und hat den Kopf auf mein Knie oder das meines Freundes gelegt, was sie Zuhause niemals wagen würde...daraufhin haben wir sie natürlich wieder zurück auf ihren Platz geschickt...sie testet ungemein. Aber ich finde, mein Freund und ich sind sehr Konsequent. Und sie hört in jeder Situation super gut! Draußen sowie drinnen. :eusa_think: HILFE....

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Ach ja, dass sie zu gewissen Zeiten auf jemanden wartet, glaube ich nicht...Montag hat sie die erste Dreiviertelstunde drei mal zu verschiedenen Zeiten gejankt. Dienstag war es am Vormittag ein mal. Mittwoch dann nur noch ein kurzes fiepen. Donnerstag und Freitag Ruhe! Sie wird mittags auch nicht hektisch oder unruhiger...sie schläft in ihrem Körbchen...
Ob der Hundesitter für sie eher verwirrend ist, habe ich mich auch schon gefragt...aber wenn ich den abbestelle, wäre sie an drei Tagen in der Woche ca 6,5 Stunden alleine...und dass das evtl besser für sie wäre, wage ich ja gar nicht zu denken oder zu sagen, weil ich dann zu hören bekomme, dass ein Hund laut Martin Rütter nicht mehr als 5 Stunden alleine sein sollte...;)
 
  • Hund jault plötzlich, wenn er alleine ist Beitrag #4
Gibt es eigentlich irgendein Thema, zu dem Martin Rütter noch nicht seinen Senf gegeben hat...? Es wird Hunde geben, die mehr als 5 Stunden aushalten. Und welche, die mit 5 Stunden völlig überfordert sind.

Wenn es mit dem geänderten Verhalten des Hundesitters schon besser gewesen ist, dann seit ihr doch schon auf dem richtigen Weg, dann würde ich genau so weitermachen.

Was den Rest betrifft: Du hast es schon gesagt: Sie fordert Aufmerksamkeit ein.

Unsere Hündin kann zB alleine bleiben (auch wenn sie es selten muss). Da Schwiegermutter eine Etage unter uns lebt und noch recht gute Ohren hat, kann ich auch ausschließen, dass sie dann herumjammert.

Wenn aber beispielsweise Frauchen Sonntag morgens früh mit dem Hund raus geht zwecks kurzem Pipigang und sich danach wieder ins Bett verkrümelt,und Hund allein im Esszimmer bleibt (sie hat ihr Körbchen im Esszimmer) gibt es schon mal Jammerei. Hundi weiß dann ja, dass Frauchen im Schlafzimmer ist und sie hört - und vielleicht auch erhört;). Oder bei sonstigen Anlässen, wo Herrchen und Frauchen sich in dem für den Hund nicht zugänglichem Raum aufhalten. Oder wenn Frauchen sich Jacke und Schuhe anzieht, fängt Hund schon in Erwartung des kommenden Spaziergangs an, herumzuwinseln, begeistert zu freuen, zu bellen usw.

In beiden Fällen: Sie will auf sich aufmerksam machen. Manchmal reagiere ich drauf. Weil ich denke, auch meine Hündin "darf" mich mal auf ihre Bedürfnisse hinweisen. Und ich fide es ja auch schön, wenn sie sich auf den gemeinsamen Spaziergang freut. Aber im Prinzip gilt: Wenn ich gerade nicht will, dann muss sie eben auch mal Frust schieben und hat Pech gehabt. In den genannten Beispielen heißt das: nicht korrigieren, meckern oder so etwas, sondern konsequent ignorieren. Wenn auf ihre Jammerei die Schlafzimmertür eben nicht aufgeht, gibt sie erfahrungsgemäß nach kurzer Zeit auch wieder Ruhe.

Wenn zB bei aufgeregtem "es geht zum Spaziergang"-Getue sich durch irgendeinen Grund unser Losgehen noch verzögert, dann schicke ich sie, wenn sie zu hektisch wird und mich das nervt, in den Korb. Neulich war mir beim Rausgehen die Zeitung frisch aus dem Briefkasten in die Hände gefallen, und ich war an einem Artikel hängen geblieben, den ich erst lesen wollte. Setzte mich in Jacke und Mütze nochmal hin, um zu lesen. Hund kam dann an und hat auch versucht, über Jaulen und sogar Stupsen mich aufzufordern, doch sofort die Zeitung beiseite zu legen und mit ihr zu gehen. Ich hab schlicht weitergelesen und - immer konzentriert Blick auf die Zeitung - die stupsende Hundenase weggeschoben. Nach kurzer Zeit war dann Ruhe und sie legte sich von sich aus mit einem Seufzer:cool: ins Körbchen, als sie merkte, dass sie damit nicht weiterkam.
 
  • Hund jault plötzlich, wenn er alleine ist Beitrag #5
Hallo und danke auch für deine Antwort!
Solche Szenen, wie du sie beschreibst, kenne ich ;) Auch Anna wurde zu Beginn, als wir sie bekommen haben, ganz freudig und hektisch, wenn sie gemerkt hat, dass ich mich angezogen habe. Und genau so wie du, habe ich dieses Gewusel unterbunden, indem ich sie mit Fingerzeig auf ihren Platz zurückgeschickt habe. Reden muss ich mit ihr noch nicht mal, da sie auf Handzeichen besser reagiert als auf Stimme. Mittlerweile kennt sie das und wartet entspannt im Körbchen, bis ich sie zu mir "rufe" (ich zeige neben mich auf den Teppich und warte, bis sie dort Sitz macht und mache dann das Halsband und die Leine dran). Anfangs ist sie immer als Erste aus der Tür gestürmt...mittlerweile kann ich ohne Probleme die Tür sperrangelweit auf machen und sie geht neben oder hinter mir raus. Auch wenn ich plötzlich nochmal abruppt stehen bleibe, tut sie dasselbe und überholt nicht. Sie geht an der Leine konsequent nur beifuß, denn sobald sie weiter vorne läuft, stellt sie Rute und Ohren auf und übernimmt die Führung und das obwohl sie dann trotzdem nicht zieht. Geht sie Fuß, ist die Rute waagerecht und die Ohren liegen zurück bzw horchen zu mir. Wenn ich Ball werfe und ich merke, dass sie ihn nicht zu mir bringt, sondern ihn mir vorführt, nehme ich den Ball und mache zwei Minuten Pause mit ihr, sodass sie nach der Pause wieder gerne den Ball bringt. Kommt sie zur Couch und will gestreichelt werden oder würde gerne ein "Hopp" hören, wird sie links liegen gelassen. Nur wenn wir sie rufen, wird sie gestreichelt oder darf zum Kuscheln auf die Couch. Wollen wir sie nicht mehr auf der Couch haben, wird sie runtergeschickt. Wenn ich "Platz" sage und sie sich unentspannt hinlegt und am liebsten wieder aufstehen würde, sage ich nochmal "Platz", sodass sie ihren Hintern seitlich lagert und den Kopf ablegt oder sich sogar völlig auf die Seite legt und anfängt, einzudämmern. Sie darf nicht in die Küche, und sie darf nicht mit ins Zimmer, wo die Meerschweinchen stehen. Hat sie alles verstanden und macht es auch nicht. Ich könnte so viel aufzählen! Trotzdem starrt sie mir nachmittags hinterher, wenn ich durch die Haustür gehe und winselt SOFORT los, also laut Video nach 7 Sekunden. Dann horcht sie, winselt nochmal, setzt sich hin und fängt an zu heulen wie ein Schlosshund (schon vor der ersten Minute). Morgens wie gesagt nicht! Und am Montag und Dienstag auch nicht so extrem. Nachmittags brüllt sie regelrecht :D

Liegt das Körbchen vielleicht falsch? Es befindet sich im Flur neben der Haustür.

Vielleicht noch ein paar Angaben zu ihrer Vergangenheit:
Sie hatte dort immer Futter zur Verfügung und konnte es sich so einteilen, wie sie es wollte. Mittags gabs "lecker Reste" vom Tisch, also Nudeln, Pommes, Fischstäbchen, Kartoffeln und so was alles. Sie ist also ein absoluter Gelegenheitsesser und verweigert sehr häufig ihr Futter. Ich versuche stark zu sein und biete ihr das Futter morgens und abends für zwei Minuten an. Wenn es nicht gegessen wird, kommt es wieder weg! Ich habe das Gefühl, sie wartet immer noch darauf, dass es endlich mal wieder Reste gibt. Sie hat von uns bisher aber noch NIE "Menschenfutter" bekommen.
Dann zum Apportieren: Bei den Vorbesitzern hat Anna mit ihrem Spielzeug alleine gespielt und ihre Bälle über kurz oder lang zerschreddert. Sie hat auch uns zeigen wollen, dass ihr Spielzeug ihr gehört und es uns freudig vorgeführt, als wir es das erste Mal weggeworfen haben. Bei uns gibt es das nun nicht mehr! Sie bekommt das Spielzeug nur, um es uns zurückzubringen. Tut sie das nicht, wird das Apportieren sofort beendet. Ich habe ihr das vernünftige Apportieren mittels Futterdummy beigebracht. Erst in der Wohnung, später im Garten. Da Futter aber nicht so der Renner ist, stürmt sie dem Beutel leider auch nicht so hinterher, wie einem Ball oder ihrem Gummispielzeug. Aber dennoch hat sie darüber verstanden, dass sie das Geworfene zurückbringen muss. Nicht perfekt in meine Hand, aber bis mindestens ca 50 cm vor mich. Klappt meist gut, manchmal gibt es aber natürlich auch schlechte Tage ;) Für mich reicht das so. Sie muss es nicht in meine Hand ablegen, aber sie soll verstehen, dass sie mich dafür braucht und ich Spielbeginn und -ende bestimme...
Die Vorbesitzer haben uns auch noch mit auf den Weg gegeben, dass Anna ein Hund ist, der versucht, einen hohen Rang zu erzielen. Kinder nimmt sie beispielsweise überhaupt nicht für voll. Ignoriert sie. Lässt aber trotzdem auch alles mit sich machen. Uns testet sie demnach sicherlich auch häufig und intensiv, so wie heute mit ihrem Gewinsel...und sie beschwert sich meiner Meinung nach, wenn ich nachmittags nochmal kurz gehe. Aber es muss doch möglich sein, dass ich dann nochmal einkaufen gehen kann oder abends mal ins Kino gehen kann...:eusa_eh:
Ich würde mich ein wenig vera****t, wenn ich nun nachmittags anfange, im Sekundentakt das Haus zu verlassen, so wie bei einem Welpen...denn eigentlich kann sie ja alleine bleiben und hat keine Verlustängste. Sonst würde sie ja auch morgens Stunk machen und könnte nicht 3-4 Stunden am Stück in ihrem Körbchen "chillen"...:eusa_think:

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Sicherlich mache ich auch nicht alles richtig, aber ich denke, ich kenne mich mit Hunden schon ein wenig aus und würde mir wünschen, dass ich ein wenig inkonsequenter sein könnte, so wie die Mutter meines Freundes mit ihrem Labrador, der total lieb und entspannt ist, obwohl sie aus Hundesicht wirklich alles falsch macht und den Hund total vermenschlicht...der kann seine Spielzeuge alle auf dem Boden rumfliegen haben. Das interessiert nicht. Wenn Anna hingegen ein Spielzeug zur freien Verfügung hat, bunkert/versteckt sie es irgendwo oder legt es ins Körbchen und dann legt sie sich demonstrativ drauf und fixiert mich. Sie nutzt also jede Lücke, um mich beeindrucken zu können :D Konsequenz: Spielzeug gehört mir und nicht dem Hund, also pack ich es weg!
 
  • Hund jault plötzlich, wenn er alleine ist Beitrag #6
Die Vorbesitzer haben uns auch noch mit auf den Weg gegeben, dass Anna ein Hund ist, der versucht, einen hohen Rang zu erzielen.Kinder nimmt sie beispielsweise überhaupt nicht für voll. Ignoriert sie. Lässt aber trotzdem auch alles mit sich machen. Uns testet sie demnach sicherlich auch häufig und intensiv, so wie heute mit ihrem Gewinsel...und sie beschwert sich meiner Meinung nach, wenn ich nachmittags nochmal kurz gehe.

Vielleicht liege ich ja daneben, oder habe zuwenig Erfahrung mit "nach hohem Rang strebenden" Hunden aber nichts, was du von deiner Hündin beschreibst, klingt jetzt für mich danach, dass sie versucht, Euch den Rang streitig zu machen. Und nur weil ein Hund mal auf sich aufmerksam macht, versucht er nicht gleich, einen höheren Rang zu ergattern. Welpen "nerven" ihre Mutter auch, wenn sie was wollen - und machen ihr aber ganz gewiss nicht den Rang streitig.

Dur schreibst, dass sie sehr gut hört! Versucht sie, Euch vom Sofa zu vergraulen? Nein, sie geht, wenn man sie schickt. Lässt sie euch nicht mehr in die Wohnung heraus oder herein oder knurrt sie Euch an? Offenbar nicht, davon hast du nichts geschrieben. Bei einem tatsächlich dominanten Hund wäre die Lage an der Eingangstür - mit guter Übersicht und Kontrolle über die Wohnung - wirklich nicht so der gute Platz.

Sie "nimmt Kinder nicht für voll" - ignoriert sie, lässt aber alles mit sich machen? Was davon spricht deiner Meinung nach für Dominanz?

Gehe doch nicht immer davon aus, dass sie euch "testen" will, bei allem, was sie tut. Ich hatte geschrieben, ich gehe durchaus manchmal auf meine Hündin ein. Manchmal darf mein Hund mir mitteilen "es ist jetzt schon halb elf, mach dass du aus dem Schlafzimmer rauskommst, ich will jetzt endlich einen richtigen Spaziergang machen". Sie darf mich auch zum Spielen auffordern. Sie darf auch manchmal mit ihrem Ball abzischen und sich in eine Ecke verziehen und ihn verliebt in den Pfoten halten. Trotzdem habe ich noch nie erlebt, dass sie mir den Rang streitig macht.

Unbeaufsichtigt Spielzeug rund um die Uhr dem Hund überlassen ist übrigens schon aus Sicherheitsgründen - der Hund kann was abbeißen, verschlucken, ersticken - nicht empfehlenswert und hat nichts mit Dominanz-Ranghöhe zu tun.

Ich hab so dass Gefühl, dass momentan alles bei dir den Fokus hat auf "sie will mich testen, ich muss beweisen, dass ich ranghoch bin" liegt und du mit eiserner Hand versuchst, Regeln aufzustellen und diese durchzuziehen - und dass dabei der Spaß auf der Strecke bleibt - bei dir und bei dem Hund. Wenn ich mir beispielsweise vorstelle, meine Hündin dürfte mich nie zum Spiel auffordern...ich glaube schon, dass ihre Lebensqualität dann leiden würde.

Natürlich muss und sollte es ganz klar Hausregeln geben, an die der Hund sich halten muss, damit ein reibungsloses und harmonisches Zusammenleben funktioniert. Aber versuch mal etwas lockerer zu bleiben!

Was die Fütterung betrifft, so ist die Situation ähnlich der, als ich unsere Hündin übernommen hatte - die bekam im früheren Zuhause nämlich auch reichlich vom Tisch und trat angesichts von Hundefutter in Hungerstreik. Ich habe zunächst mal herumprobiert, bis ich ein Hundefutter gefunden hatte, was sie augenscheinlich nicht nur nach dem Motto "der Hunger treibt es rein" zu sich nahm, sondern ihr tatsächlich auch scheinbar schmeckte. Und dann habe ich anfangs nur noch aus der Hand gefüttert. Sitz, platz, was auch immer - Belohnung. Hund ist brav beim Spaziergang - Belohnung. Usw. Später habe ich dann auf dem Boden neben dem Futternapf gesessen und ihr das Futter immer noch häppchenweise aus der Hand gegeben. Sie frisst auch heute nach mehreren Jahren immer noch am liebsten, wenn ich dabei bin und ihr zumindest Gesellschaft leiste.

Diese Futtergeschichten machen Spaß, fördern die Bindung und sind LOCKER auf was positives gerichtet - und nicht auf "ich muss verhindern, dass sie mir den Rang streitig macht". Setzt deinen Fokus einfach mal auf Bindungsaufbau und Spaß - ich glaube, dass das weiterführt.
 
  • Hund jault plötzlich, wenn er alleine ist Beitrag #7
Huhu!
Du hast absolut recht, dass ich zur Zeit sehr unentspannt bin :D Ich bin sehr verunsichert durch die Aussage der Vorbesitzer...und es hört sich vielleicht schlimmer an, als es ist. Natürlich spiele ich auch mal mit Anna, wenn sie mich "einläd" und freudig um mich herum hüpft!! Futterspiele (zumindest mit Leckerchen) sind der Brüller und machen sowohl ihr als auch mir super viel Spaß. Selbst ihr richtiges Futter nimmt sie dann, wenn ich es in ein Spiel verpacke. Kuscheln auf Sofa und Bett ist spitze und wird total genossen! Und wenn sie mich da auffordert, sie zu streicheln, kann ich auch nicht widerstehen und krabbel ihr Bäuchlein, das sie mir so süß entgegenstreckt ;) Knochen knabbern und wegnehmen lassen ist auch prima.

Vielleicht musste mir nur mal einer sagen, dass mein Hund mich super akzeptiert und das es okay ist, wenn er manchmal "nörgelt", denn eigentlich weiß ich es ja auch :lol: vielen Dank also für deine klaren Worte, es geht mir jetzt schon um einiges besser!!! Sie ist eine ganz ganz Tolle und ich bin auch glaube ich nur so besorgt, weil ich Angst habe, dass meine Nachbarn sich bald beschweren und ich dann nicht die perfekte Lösung parat habe. Ich will sie nicht wieder abgeben müssen! Das ist meine riesen Angst.

Ich hoffe, dass sie bald akzeptiert, dass ich auch mal zu anderen Zeiten nicht da bin...in den Osterferien wird wie gesagt ganz viel geübt...
 
  • Hund jault plötzlich, wenn er alleine ist Beitrag #8
hi petite,

dass dein hund nachmittags oder abends noch nicht alleine sein kann liegt vielleicht daran, dass er das alleine sein noch nicht generalisiert hat. nur weil er morgens alleine sein kann, heißt das nicht, dass er es nachts auch kann, nur weil er zuhause alleine sein kann muss das nicht bedeuten, dass er im auto auch alleine sein kann (oder anders rum). das ist von hund zu hund auch unterschiedlich.

im allgemeinen finde ich, dass du ganz schön streng bist, zumindest kommt es so rüber. nach fünf wochen bei euch wohnen kann man auch noch nicht erwarten, dass sie euch freiweillig den ball zu füßen legt. reden wir mal in nem halben jahr drüber wenn sie euch besser kennt und euch mehr vertraut ;) man kann auch mit zwei bällen arbeiten, bringt sie den einen, fliegt sofort der nächste in ne andere richtung, dann muss sie eh direkt an euch vorbei und den alten ball abgeben, weil zwei bälle kann sie nicht tragen. ich finde durchaus, dass man dem hund auch mal sein spielzeug lassen kann (wenn man nicht gerade n junkie hat), normalerweise verliert er irgendwann die lust und man räumt es dann weg, oder man macht ein tauschgeschäft. ich finde, ein hund sollte auch lernen in anwesenheit von spielzeug runterzufahren und zu entspannen. und mit spielzeug vor euch rumzuwackeln gehört zum ganz normalen hundeverhalten, hunde machen das wenn sie in spiellaune sind, sie laden sich damit ein, sich gegenseitig zu fangen und den gegenstand abzujagen. kein gesunder hund würde einem anderen hund sein spielzeug zu füßen legen, wo wäre da der spaß?:mrgreen:

bälle schreddern sollte sie natürlich nicht, da würde ich ihr im tausch was zu kauen anbieten. mein eigener hund hat das erste viertel jahr bei uns sehr viel gekaut, ich nehme an, dass das stressabbau war. so ein halterwechsel ist schließlich nicht zu unterschätzen. deshalb solltest du dir im klaren sein, dass sie noch sehr verunsichert ist, das wird sich über monate hinziehen, bis sie sich wirklich zuhause fühlt und sie keine angst mehr, dass sie auch dich verliert. deshalb hab ein bisschen nachsicht, wenn sie dir hinterherfiept wenn du gehst. du bist ihre einzigen bezugsperson.

solange dein hund tut was du sagst musst du dir keine sorgen machen, dann kann man die zügel auch lockerer lassen. ich würde dir das buch "wölfisch für hundehalter" empfehlen, da stehen tolle sachen über sogenannte dominanztheorien drin. der erziehungsstil ist eher so wenig wie möglich, so viel wie nötig.

liebe grüße
 
  • Hund jault plötzlich, wenn er alleine ist Beitrag #9
Also wenn ich höre dass der Anna es schafft morgens mal 4 Stunden alleine zu bleiben ohne Mucks, dann denke ich das is ne gute Leistung. Wenn ich aber dann höre, dass es ein Drama ist wenn der Hund nachmittags oder abends um Aufmekrsamkeit bettelt, dann frage ich mich schon, für was habt ihr nen Hund. Irgendwann muss er sich ja mal bemerkbar machen dürfen. So wie sich das für mich anhört, soll er dann zu dir kommen wenn du das für richtig hälst. und ansonsten still im Körbchen vor sich hin vegetieren, still und leise.

Mag ja sein das ich falsch liege, aber das ist es, was ich herauslese wenn ich vorangegangene Texte überfliege.
 
  • Hund jault plötzlich, wenn er alleine ist Beitrag #10
Neuigkeiten

Hallo zusammen, ich wollte euch mal auf den neusten Stand bringen :)

Anna und ich haben ganz fleißig geübt und es ist unglaublich, wie wir uns alle beide entwickelt haben ;)
Ich habe Tapas Rat umgesetzt und bin ein wenig ruhiger geworden :D
Das alleine sein klappt mittlerweile SUPER! Anna fühlt sich trotz alleine sein meines Erachtens wohl, sie räkelt sich in ihrem Körbchen, schläft in allen Positionen, aber am liebsten auf dem Rücken mit allein Vieren in der Luft. Es ist super süß zu sehen, wie sie auf den Videos immer wieder langsam aber sicher in einen Tierfschlaf wegdämmert ...
Der Kong mit Leberwurst ist zu unserem täglichen Ritual geworden. Wenn sie alleine bleiben muss, bekommt sie ihn. Sie winselt und jault kein bisschen mehr. Das liegt meiner Meinung nach auch an ihrem neuen Körbchen. In dem alten konnte sie nur eingerollt liegen, weil es so klein war. Dadurch hat sie sich oft hingesetzt und aus der Position angefangen zu jaulen. Das neue Körbchen ist groß genug, um sich bequem lang zu machen.
Den Ball haben wir nun komplett weggelassen, da sie sehr krass aufdreht beim Ball und nicht mehr runter kommt. Sie jagt dann ihre eigene Rute und schnüffelt/pullert niergends mehr, sondern rennt den kompletten Spaziergang nur hechelnd und aufgeregt um uns herum. Letztens hat sie sogar einen uralten Ball im Gebüsch unseres Gartens erstöbert. Der war noch von den Vorvormietern!! Frisbee ist nun unsere neue Alternative und natürlich der Futterbeutel. Mit beidem arbeitet sie unglaublich gerne, kommt aber schnell runter, wenn man mal Pause macht. Liegt das Spielzeug danach noch herum, tendiert sie leider immer dazu, es zu zerschreddern :D Deshalb nehmen wir es immer weg. Stattdessen gibt es dann nen Kauknochen.
Sie frisst mittlerweile super und macht auch sonst einen wirklich sehr ausgeglichenen Eindruck, als wäre sie nun doch langsam aber sicher bei uns "angekommen".

Und keine Sorge, mein Hund liegt nicht andauernd im Körbchen und soll still sein ;) Das kam vielleicht falsch rüber!

Ich danke also vor allem Tapas aufmunternden Tipps und bin wirklich stolz auf meine Anna, dass sie so schnell lernt!!!

Viele Grüße
 
Thema:

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