Sauer geritten?

Diskutiere Sauer geritten? im Pferde Ausbildung und Reiten Forum im Bereich Pferde Forum; Hallo ihr Lieben, seit ca. 5 Monaten habe ich ein neues Pferd (s. D'Artagon, mein neuer Begleiter). Es war von Anfang an nicht ganz einfach mit...
  • Sauer geritten? Beitrag #1
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Pferdeflüsterin92

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Hallo ihr Lieben,

seit ca. 5 Monaten habe ich ein neues Pferd (s. D'Artagon, mein neuer Begleiter).

Es war von Anfang an nicht ganz einfach mit ihm, heisst: er hat sehr seine Grenzen getestet und war teilweise wirklich frech. Das haben wir mittlerweile aber wirklich gut im Griff. Wobei das ja normal ist, neuer Besitzer neue Umgebung - da testet man einfach mal wie weit man gehen kann. Mittlerweile sind wir ein ganz gutes Team geworden.

Auch beim Reiten ist er nicht ganz so einfach. Es ist sehr schwierig bei ihm, eine gleichmäßige Anlehnung zu bekommen, da er einen "Schlangenhals" hat, also er ist sehr unruhig in der Anlehnung wenn man nicht gleichmäßig Verbindung hält. Seine Vorbesitzerin meinte schon als sie ihn besuchen war, dass er eine echte Aufgabe ist und sich seine Reiter selbst aussucht. Bevor er zu ihr kam, sollte er als Schulpferd eingesetzt werden, das hat jedoch nicht geklappt da er einfach zu sensibel ist und eine Bezugsperson braucht. Ich weiß nur, dass er davor M-Dressur gegangen ist, warum er dann verkauft wurde, kann mir niemand sagen.

Soviel ganz grob vorab. Ich habe nun folgendes Problem:
Er ist sehr triebig und faul beim Reiten und manchmal schwer zu montivieren. An schlechten Tagen zieht er kaum an das Gebiss, macht sich fest bzw. verdreht sich im Genick und schlägt mit dem Schweif gegen den Sporn (wobei ich wirklich sehr sehr vorsichtig bin). Am Wochenende waren wir auswärts zum Reitunterricht unterwegs, da lief es soweit wirklich gut. Dann wollte die RL sich selbst kurz drauf setzen, um mir bessere Tipps zu geben. Sie hat ihn sofort nach dem Aufsitzen aufgenommen. Seine Reaktion: anhalten, Rücken rund machen, steigen und vorne und hinten rausschlagen. Ich wusste schon, dass er es nicht mag sehr aufgenommen zu werden. Da geht er richtig dagegen. Bei mir hat er Gott sei Dank noch nie so eine krasse Reaktion gezeigt. Ich nehme an, dass er in früheren Zeiten ziemlich getrillt und "sauer" geritten wurde.

Habt ihr Tipps für uns? Wir haben natürlich regelmäßigen RU mit einer Trainerin, die sehr viel Geduld und Einfühlungsvermögen hat. Was kann ich noch tun, um ihm wieder Spaß am Reiten zu geben?


Liebe Grüße

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Achja hab ich ganz vergessen: wir hatten eine AKU vor dem Kauf gemacht, alles i.O. Einziges Manko: sein Sattel hatte ihm überhaupt nicht gepasst und er hat bzw. hatte ziemliche Rücken- und Nackenverspannungen. Das Sattelproblem haben wir letztes Jahr schon gelöst und ich habe eine gute Chiropraktikerin an der Hand, die ihn behandelt. Er ist jedoch nach wie vor sehr empfindlich im Rücken. Zusätzlich kommt in größeren Abständen meine Heilpraktikerin zu ihm. Wir wollen bei besserem Wetter mal Blutegel ansetzen.
 
  • Sauer geritten? Beitrag #2
Wenn alles ausgeschlossen wurde, Sattel, Zähne, Röntgen, Knochen, Grosses Blutbild etc.,
dann würde ich mir Gedanken über die Reitweise machen.
Soll nicht heissen das Du kacke reitest!

Überdenke evtl. deine Reitweise.
Gibt etliche Pferde, die z.b. mit Western, legerte oder oder klar kommen.
Vor allem bei evtl. vorhergehender schlechten Behandlung.
Meiner war so ein Fall.

Wie ist er denn z.b. beim ausreiten?
Hat er da auch solche anwandlungen wenn du was forderst?

Evtl. mal ein paar Monate nur Gelände und da Aufgaben fordern.
 
  • Sauer geritten? Beitrag #3
Im Gelände war er bisher immer sehr gelassen. Ich muss mal ausprobieren, wass er draußen macht, wenn ich da was von ihm fordere. Bisher waren wir nur entspannt draußen unterwegs, heisst Schritt, Trab, Galopp ohne richtiges Arbeiten. Aber das werde ich testen.

Generell läuft er am "längeren" Zügel immer brav und macht alles. Er kann es aber partout nicht ab, wenn man ihn anfängt richtig aufzunehmen. Also er lässt es sich bei mir schon gefallen, aber man merkt ihm an dass er das grade eigentlich nicht will und keinen Spaß dran hat. Und dann klemmt er, macht sich fest, möchte sich rausheben, verdreht sich usw. Wenn nicht ich auf ihm sitze fängt er dann eben wie oben beschrieben an zu bocken und zu hüpfen.

Das mit der Reitweise ist wirklich mal ein Denkanstoß... danke!

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Natürlich ist es nicht bei jedem Reiten so schlimm, dass er immer beim Anfangen ihn aufzunehmen so wird. Oft haben wir es auch, dass er sich richtig schön fallen lässt- Aber es ist halt ein generelles Problem.
 
  • Sauer geritten? Beitrag #4
Aber er hat definitiv schlechte Erfahrungen gemacht? Weil meiner findet nämlich auch alles was Arbeit ist pauschal erstmal Schei**... Aber einfach weil er nicht einsieht, was zu tun, geht doch auch gemütlich! Wenn er dann aber mal was gelernt und verstanden hat, ists gar nicht mehr so schlimm und die Bereitschaft, sich auch mal anzustrengen, steigt.

Hatte er mal eine Pause? Da ist die Idee von Missymanmensch vielleicht gar nicht so schlecht, mal eine Weile runter fahren und nur noch ins Gelände gehen oder so und dann mal dort etwas fordern. Wenn es wirklich nicht diese "Kein Bock" Einstellung ist, könntest du damit etwas gewinnen, kann ich mir vorstellen. Und dann einfach mal immer nur kurz auf den Platz, einfach um ihm zu zeigen, dass es doch auch Spaß machen kann!

Sonst vielleicht auch mal bei deinem Trainer fragen, ob er noch andere Ansätze für dich hat, wie du es probieren könntest? Wenn du aber prinzipiell zufrieden bist dort und das Gefühl hast, dass die Trainerin auch gut aufs Pferd achtet, würde ich schon erstmal versuchen, dort zu bleiben, sie kennt euch ja nun wohl auch schon. Und eben einfach mal löchern, was du noch so machen könntest :).
 
  • Sauer geritten? Beitrag #5
Ich kann nur von meinem berichten.
Der ist z.b erst glücklich seit wir Western reiten.

Auch im Gelände fordere ich, natürlich nicht permanent,
Aufgaben von ihm. Meistenst spielerisch.
Galoppwechsel um die Bäume, seitengänge am Feldweg etc etc..

Da hat er mittlerweile( wird dieses Jahr 25 und ich habe ihn seit er 4 war)
mehr Spaß dran.

Du wirst deinen weg sicher machen!
Gen euch einfach Zeit und ziehe, egal welche Reitweise,
es einfach NICHT verbissen durch.
 
  • Sauer geritten? Beitrag #6
Ob er einfach keine Lust hat, oder es ihm einfach Stress macht.. ja... kann ich natürlich nicht definitiv sagen.Für mich, 2 meiner RL und mehrere Außenstehende kommt es vor, als hätte er Stress. Die, die bei uns am Stall unterrichtet und der der Hof gehört ist der Meinung ich müsse mich besser durchsetzen, ihn mehr anpacken und auch mal mit der Gerte beim Reiten "bearbeiten"....

Ich kann nicht sicher sagen, ob er schlechte Erfahrungen gemacht hat. Ich weiß nur, dass er mit 7 schon M-Dressuren gelaufen ist und ich kann mir einfach vorstellen, dass er dorthin ziemlich getrimmt worden ist. Vielleicht hat er auch dadurch etwas die Lust verloren, ich weiß es nicht. Wenn ich ihn am "längeren" Zügel reite, hab ich auch null Probleme. Da läuft er ganz entspannt und arbeitet gut mit. Sobald man ihn aber anfängt richtig aufzunehmen, wehrt er sich bei fremden Reitern komplett dagegen, bei mir ist es Tagesformabhängig; wenn er einen guten Tag hat macht er das zwar, aber man merkt ihm an, dass er das eigentlich nicht möchte. An schlechteren Tagen macht er sich sehr fest und verdreht sich eben.

Eine richtige Pause hatte er nicht, ich versuche ihm aber einen abwechslungsreichen Ablauf zu geben. Ich reite z.B. 3-4 Mal die Woche, an den anderen Tagen longier ich, lass ihn laufen, mache Bodenarbeit oder er hat mal komplett frei.

Prinzipiell hab ich eigentlich 3 RL, die mich unterstützen:
1. die, bei der ich schon länger und regelmäßig RU habe. Mit ihr komm ich super zurecht, sie passt sich unseren Problemen an, ist selbst Bereiterin und meint, ich soll ihn am etwas längeren Zügel reiten, jedoch noch eine stabile Anlehnung haben.
2. die, die der Hof gehört und standardmäßig Unterricht gibt. Bei ihr reite ich nicht regelmäßig, sondern nur ab und an, wenn meine eigentliche RL nicht kann (einfach das mal drauf geschaut wird). Sie ist allerdings von der Sorte: wenn das Pferd nicht läuft, nimm ihn auf und hau drauf (ganz krass gesagt). Deshalb reite ich bei ihr nicht oft. Ich denke, das ist der falsche Weg.
3. die, die oft zu uns an den Hof zu Dressurkursen kommt und zu der ich auch öfter mal fahre. Sie ist auch sehr gut, ist der Meinung ich solle ihn schon anpacken, da müsse er einfach durch. Er müsse das lernen, dass man ihn anpacken kann, ohne dass er sich aufregt.

Eigentlich hab ich 3 unterschiedliche Meinungen. Ich hab mir den Rat der 3 geholt, weil ich eigentlich dachte, es ist gut verschiedene Meinungen zu haben. Vllt ist das auch zu viel, ich weiß es nicht. Ich bin ja Freizeitreiter und möchte das auch bleiben, ich möchte einfach nur mit meinem Pferd auch zusammen Spaß am arbeiten haben und mein Ziel war es mit ihm gut durch eine E- und A-Dressur zu kommen. Mittlerweile bin ich mir nur nicht mehr sicher, ob das der richtige Weg für uns ist... Ich hab zwar Spaß am Dressurreiten, aber auf der anderen Seite liebe ich auch die Bodenarbeit, worauf er prima drauf anspringt. Ich bin mir nicht sicher, ob er nur mal eine richtige Pause braucht oder ob wir einen anderen Weg einschlagen sollten. Alle 3 RL sind klassische Dressurreiter, die animieren mich natürlich weiterzumachen. Nur wenn er keinen Spaß daran hat, dann hab ich das auch nicht. Ihn wieder wegzugeben kommt für mich definitiv nicht in Frage! Wir sind schon so zusammengewachsen und ich liebe ihn so sehr, das geht einfach nicht :)
 
  • Sauer geritten? Beitrag #7
Wenn ich ihn am "längeren" Zügel reite, hab ich auch null Probleme. Da läuft er ganz entspannt und arbeitet gut mit. Sobald man ihn aber anfängt richtig aufzunehmen, wehrt er sich bei fremden Reitern komplett dagegen, bei mir ist es Tagesformabhängig; wenn er einen guten Tag hat macht er das zwar, aber man merkt ihm an, dass er das eigentlich nicht möchte. An schlechteren Tagen macht er sich sehr fest und verdreht sich eben.


Das wäre für mich Anlass genug es mal mit dem Westernreiten zu probieren. Da geht ein Pferd genauso gesund über den Rücken und durchs Genick...
Was machst du denn mit ihm, wenn du am langen Zügel reitest? Das normale Programm, Schritt, Trab, Galopp?

Einen Versuch wäre es Wert mit dem Western reiten...vielleicht hast du ja in der Nähe einen kompetenten Westernreitlehrer, der dir mal eine Probestunde gibt (auf eigenen Pferden oder auch gleich direkt mit D'Artagon)?


Meine ehem. RB wird auch freizeitmäßig englisch geritten. Ich habe dann mal spaßeshalber angefangen ihn am langen Zügel zu reiten und man hat sofort gemerkt, dass es ihm viel mehr Spaß macht..er war besser bei der Sache, war nicht so arg triebig wie sonst und hat es total genossen am langen Zügel zu galoppieren :)
 
  • Sauer geritten? Beitrag #8
Hm... um da auch noch mal ne Meinung in den Topf zu schmeißen:
Mit was für einem Gebiss seid ihr denn unterwegs? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass bereits ein Gebisswechsel zu tollen Ergebnissen führen kann. Vielleicht hast du ja ein paar Bekannte, die dir mal unterschiedliche Gebisse leihen können, damit du sie mal ausprobieren kannst? Wenns dem Pferd gefällt wirst dus merken...

Dann bin ich absolut nicht der Überzeugung, dass ein Pferd, wenn es sich wehrt, einfach mehr "angepackt" werden muss oder lernen muss "mehr angepackt werden zu erdulden". Beides klingt bereits schon so negativ, dass einem normal denkendem Menschen doch irgendwas spanisch vorkommen muss - ich verstehe einfach nicht, warum so viele Reitlehrer auf solche Maßnahmen zurückgreifen? Vielleicht damit das werte Reiterlein schneller zu Ergebnissen kommt? Denn, wenn eins wahr ist, dann das man durch Negativbestärkung viel schneller zum Ziel kommt, als durch positive Konditionierung (was Reiten ja im Grunde genommen ist...), man lebt dadurch aber auch deutlich gefährlicher. Ein mürbes Tier wehrt sich irgendwann heftig gegen seinen Peiniger. So wie es klingt ist dein Pferd schon soweit, dass es den Leuten so drastisch zeigt, dass es so eben nicht geht. Auf der anderen Seite, ist das aber auch ein gutes Zeichen, dein Pferd hat nicht aufgegeben.
Ich denke, einen ganz großen Teil daran "verschuldest" du, denn du scheinst ja sehr einfühlsam mit deinem Pferd umzugehen. Weißt welche Knöpfe du drücken musst, damit dein Pferd weitestgehend zufrieden ist.

Übrigens: Ich halte es für kontraproduktiv 3 Reitlehrer mit 3 völlig unterschiedlichen Meinungen an dir und deinem Pferd herumdoktern zu lassen. Quantität ist nicht gleich Qualität. Dein Pferd merkt den Unterschied natürlich auch. Entscheide dich für eine Linie und fahre die doch auch ganz konsequent. Was spricht denn dagegen stattdessen 2 oder 3 mal die Woche Unterricht bei deiner favorisierten Reitlehrerin zu nehmen?

Meiner Meinung nach sollte dein Pferd, bevor ihr weiter über "anständige" Dressur nachdenkt, erstmal wieder erlernen, dass Reiten Freude macht. Dass es auch nicht schlimm ist, wenn die Zügel mal mehr aufgenommen werden. Es hat noch kein Pferd umgebracht mal längere Zeit am langen Zügel gearbeitet worden zu sein. Das sieht dann vielleicht nicht so ästhetisch aus, dass das Publikum Beifall klatscht, aber es ist Balsam für die Seele deines Pferdes. Die Kunst ist, die Zügel laaaangsam immer mal ein bisschen mehr aufzunehmen, so weit wie es dem Pferd recht ist und es dann darauf wieder entspannen zu lassen. Irgendwann, vielleicht auch erst nach Wochen, macht es Klick und das Pferd begreift, dass du die Zügel zwar aufnimmst, du sie aber genauso gerne wieder her gibst und deinem Pferd Entspannung gönnst. Das ist wichtig! Irgendwann ermüdet jeder Muskel und braucht Erholung, manchmal braucht aber auch einfach der Kopf Erholung. Manche Pferde arbeiten besser, wenn man ihnen während der Einheit mal 5 Minuten am langen Zügel im Schritt gönnt. Zum nachdenken, verarbeiten und wieder Kraft tanken um neu zu starten. Andere kommen dann völlig aus dem Tritt... ich würde es einfach mal über einen gewissen Zeitraum ausprobieren und schauen, wie dein Pferd damit klarkommt. Mit steigendem Können und Kraft kann man die Pausen dann auch durchaus etwas verkürzen, reichen die 5 Minuten nicht, gönnt man dem Pferd eben etwas länger Zeit.
In Dehnungshaltung zu reiten kann allerdings dazu führen, dass das Pferd nicht mehr so schwungvoll antritt, quasi beginnt "dahinzustolpern", deswegen würde ich nur kurze Distanzen im Trab beziehungsweise Galopp reiten oder das Pferd zwischendurch immer mal wieder etwas mehr aufnehmen.
Verlange anfangs höchstens Stelle und Biegung, es ist ansonsten prinzipiell wurscht wo das Pferd die Rübe hat. Nimmt das Pferd das gut an, kannst du es langsam beginnen an den Zügel heranzutreiben.

Zusätzlich solltest du dich dem Spezialgebiet deines Pferdes zuwenden. Ist es eifrig beim Schenkelweichen oder der Vorhandwendung, ist es besser auf gerader oder auf gebogener Linie? Zieht es im Galopp toll an? Klappts auf der rechten Hand besser als auf der linken? Hat dein Pferd Freude daran einfach mal ein Kavaletti oder Stangen bei der Arbeit zu haben?
Ganz egal, was es ist, widme dich zu Anfang einer Einheit den individuellen Stärken deines Pferdes, reite Übungen, die dein Pferd super beherrscht. Es macht eben einfach mehr Spaß für Gutes gelobt zu werden, als für Fehler ständig korrigiert zu werden.

Zum Thema Triebigkeit: Aktuell macht es den Eindruck als fühle sich dein Pferd durch den Zügel sehr stark in seiner Bewegung eingeschränkt. Es wird wahrscheinlich schon von alleine fleißiger werden, wenn du den Zügel einfach hingibst. Damit dein Pferd aber allgemein mehr Power gibt, ist es wichtig, dass du dein Pferd explizit dafür lobst, wenn es eigenständig die Hufe schwingt. Nehmen wir mal an du treibst vermehrt, weil du willst, dass es im Trab etwas zulegt. Sobald das Pferd die gewünschte Geschwindigkeit erreicht, hörst du auf zu treiben, wird es langsamer, treibst du wieder. Hält es die Geschwindkeit lobst du es. Gehst vielleicht mal in den Entlastungssitz oder tätschelst es oder sprichst ihm einfach nur gut zu.
Gut bei triebigen Pferd ist auch, ein paar Übergänge zu reiten. Wohlbemerkt Übergänge und kein Reingeschlurfe in den nächsten Gang und auch kein "ich trabe drei Runden und dann wieder 2 Runden Schritt", zackig hintereinander das Ganze. Wenn du treibst soll das Pferd sofort in eine fleißige Gangart anspringen. Wenn das klappt, loben und wieder und wieder die Nummer - such dir nur keine festen Punkten, die kennt ein Pferd sonst schnell auswendig ;)
Bei anderen Pferden kann es aber auch helfen, wenn man bevor es an die richtige Arbeit geht, erstmal ein wenig im leichten Sitz galoppiert.

Das sind nun aber alles einfach nur Pauschaltipps. Wie das Pferd das aufnimmt ist eben unterschiedlich und man sollte sich danach richten, was dem Pferd am besten passt. Das merkt man als Reiter von oben einfach eher.
Die Abwechslung die du deinem Pferd bietest finde ich so grundsätzlich schonmal gut. Gelände hilft immer, das Pferdegemüt aufzuhellen, aber auch Longen- und Bodenarbeit können richtig Spaß machen.
Ich finds auf jeden Fall toll, dass du dir Gedanken machst.
Wenn ich mich jetzt darauf festlegen müsste, was der wichtigste Punkt für dich und dein Pferd ist, dann würde ich hier nocheinmal schreiben: Leg dich auf eine Methode fest, die dir und deinem Pferd am besten erscheint.
 
  • Sauer geritten? Beitrag #9
Danke für eure Tipps!

Auch die SoylentGreen für deinen ausführlichen Beitrag. So wie du es schilderst sehe ich es genauso und versuche das auch umzusetzen. Das mit den RL werde ich tatsächlich reduzieren.

Wir reiten mit einem doppelt gebrochenen Apple-Mouth-Gebiss. Das war der Punkt an dem ich nach dem Sattel angesetzt habe. Zuerst hatte ich eine normale doppelt gebrochene Wassertrense. Aber er war mit dem Gebiss immer am "ausspucken". Dann hab ich es mit einfach gebrochen, Schenkeltrense und Olivenkopf versucht. Fand er alles nicht so prickelnd. Meine RL (RL Nr. 1 :-D) meinte dann, vielleicht mag er das Metall im Maul nicht so gerne. Seid wir das Applemouth haben, läuft er viel viel besser und ist von der Maultätigkeit zufriedener und ruhiger. Ich denke, wir belassen es jetzt erstmal bei dem Gebiss, da er mir wirklich zufriedener scheint.

Ab morgen bin ich eine Woche nicht da, da hat er erstmal Spaß mit Mama die ihn betüddelt, longiert und mit ihm spazieren geht. Die letzten Tage bin ich beim Reiten vermehrt das mit ihm geritten, was er gut kann und Spaß dran hat (Zulegen im Galopp und Trab, fliegende Galoppwechsel, Schlangenlinien)und hab auch nicht so lange gemacht, das tat ihm ganz gut, hatte ich das Gefühl. Am Tag darauf hab ich erst Bodenarbeit gemacht und dann mich noch am Knotenhalfter und ohne Sattel drauf gesetzt und ein bisschen Schritt Trab Galopp geritten, was ihm super Spaß gemacht hat! :)

Ich werde es mit der vielen Abwechslung genauso weiter machen, denn ich hab das Gefühl das braucht er. Er steht auch trotz dem bescheidenen Wetter gerne draußen auf der "Matschkoppel", man merkt das sind dann ganz andere Pferde. Ich hoffe, wir bekommen das so wieder in den Griff. Wenn das Wetter jetzt etwas besser wird, werden wir vermehrt ausreiten gehn. Da bekomme ich immer schön den Kopf frei, er sicherlich auch. :)
 
  • Sauer geritten? Beitrag #10
Mal gebißlose Zäumung versuchen? Ggf. hat er eine Neuralgie im Maul, so dass jegliche Krafteinwirkung, egal ob mit einfach oder doppelt gebrochener Trense, zu einer entsprechenden Reaktion führt.

LG,

Chiron
 
  • Sauer geritten? Beitrag #11
Als ich sauer geritten gelesen habe, musste ich iwie auch an gebissloses zäumung denken :lol:
Wir haben auch ein pony welches mit Gebiss sich total verspannt und nervös wurde, auch zum stress neigt. Letztens bin ich ihn mit bosal und das andere mal mit nen sidepul geritten und es lief merklich besser.
Vllt mal ausprobieren

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Bzw wenn du schon sagst das es mit knoti gut lief, würde ich es definitv mal ausprobieren ^^
 
  • Sauer geritten? Beitrag #12
Danke für eure netten Tipps!

Ich hab jetzt den Sperriemen von der Trense abgemacht, und seitdem läuft er noch etwas besser. Obwohl ich den nie sehr fest zugezogen hab.

Habt ihr Erfahrungen/Tipps bzgl. gebisslosen Zäumungen? Also Sidepull, Bosal, Hackmore usw usw??
 
  • Sauer geritten? Beitrag #13
Ich reite meine aktuelle Reitbeteiligung genauso wie meine ehemalige mit Sidepull - auch Dressur - und bin sehr zufrieden damit. Beide kannten das gebisslose reiten davor nicht wirklich, aber beide hatten von Anfang am keine Probleme damit.
Von diversen gebisslosen Zäumen, die auch auf Nacken, Kinn etc. einwirken, würde ich abraten. Da haben "meine" zwei eher unwillig drauf reagiert. Wobei das immer auch stark vom Pferd abhängt. Aber mit dem sidepull kannst du sicher nichts falsch machen ;)
 
  • Sauer geritten? Beitrag #14
Ich reite ebenfalls mit sidepull und kann shigi zustimmen, viel kannst du nichts falsch machen insofern du nicht immer in Anlehnung reitest.
Bei meiner neuen RB hab ich einfach nen halfter zum sidepull umfunktioniert und ausprobiert.
Es lief echt super. Heute haben wir im Gelände schon das traben probiert ^^

Ich finde es einfach Klasse wie er entspannen kann ohne Gebiss
 
  • Sauer geritten? Beitrag #15
Gestern gab es wieder einen üblen Rückschlag.

Nachdem wir die letzten Tage nur im Gelände und Bodenarbeitstechnisch unterwegs waren, dachte ich mir gestern ich reite mal wieder etwas auf dem Platz. Einfach zum zu schauen wie er drauf ist.
Im Schritt war noch alles paletti, beim Antraben war er sehr sehr triebig, ich hab ihn dann schön V/A gelassen und dann war es auch ok, zumindest die ersten Runden. Nach ca. 15 min. Leichttraben und Galoppieren hab ich nur ein klitzekleines bisschen die Zügel kürzer genommen und von hinten ran getrieben, dass er etwas fleißiger wird. Am dem Zeitpunkt ging nichts mehr. Wirklich nichts. Er wollte stehen bleiben, hat mit dem Schweif geschlagen, hat getreten. Das gibts doch nicht! Bin dann abgestiegen, hab longiert, da war alles gut.
Ich hab dann postwendend die Chiro angerufen und Gott sei Dank für morgen einen Termin bekommen. Die ist auch TA und soll vorsichtshalber auch nochmal auf die Zähne schauen (die wurden Ende letzten Jahres erst gemacht, aber man weiß ja nie). Ich hab das Gefühl, dass ihn entweder wo was zwickt oder er einfach Stress hat. Ich kann mir es nur nicht erklären, die ganze Zeit hatten wir 0 Probleme, bis sich die eine RL vor 2 Wochen drauf gesetzt hat. Deshalb schließ ich den Sattel auch erstmal aus, da haben wir in der letzten Zeit nämlich nichts verändert.
Ich muss sagen ich bin gerade wirklich etwas sehr verzweifelt :-(
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Sauer geritten? Beitrag #16
Klingt für mich ziemlich nach dem Gebiss. Würde dir vorschlagen du probierst es mit einem anderen oder evtl. doch gebisslos.
Was für Zügel hast du? Evtl. probierst du auch mal etwas weichere Zügel (oft sind Lederzügel einfach angenehmer als so Gurtzügel). Wie weich bist du denn in der Hand? Evtl. kommt er damit nicht klar. Nicht weil ich an deiner Reitweise zweifeln will, aber wenn jemand keine mega weiche Hand hat und ein Pferd hat, das aber sehr empfindlich reagiert, kann es sein dass es zu sowas kommt.

Aber ich glaube ihr bekommt das hin.
 
  • Sauer geritten? Beitrag #17
Umgekehrt wär das übrigens auch möglich. Ich zB hatte früher (ich reite nicht mehr) eine "zu weiche", d.h. zu vorsichtige Hand, die sich nicht traute, zu zu packen und deshalb immer Probleme bei der Anlehnung hatte. Die Zügelhilfen kamen bei der doppelt gebrochenen Wassertrense nur diffus beim Pferd an. Meine damalige RL hat zu meinem anfänglichen Entsetzen eine portugisische Kandare (blanke Kandare mit mäßig langen Anzügen) auf mein Pferd gemacht und ich bin damit probeweise geritten. Ergebnis war ein hoch zufriedenes Pferd, dass endlich eine präzise Zügelhilfe hatte und sichtlich zufrieden damit lief. Später bin ich dann natürlich auch wieder doppelt gebrochene Wassertrense geritten, und wir haben viel an meiner Einwirkung gearbeitet.

Aber das sollte auf jeden Fall der RL des Vertrauens einschätzen, ob man so ein Typ ist und ob da ein "schärferes" Gebiss die Lösung ist, einfach weil es präziser wirkt...ich will um Himmels Willen nicht! so verstanden werden "scharfes Gebiss drauf und fertig"!
 
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