Nienor, nimm´s mir nicht übel, aber ich hab´ auch Ratten-VGs durch

Bei unserer ersten - meine Güte, was haben wir da rumgehampelt mit Chiqui und Nezumi... Supervorsichtig, immer nur ein paar Minuten Schnuppern und dann schnell wieder getrennt... Und das über Wochen.... Und das, wo Chiqui mit ihren 2 Jahren und Nezumi mit ihrem einen Jahr und beide lange in Einzelhaft erstens schnell ein Gemeinschaftsgefühl gebraucht hätten und zweitens auch nicht mehr allzu viel Zeit überhaupt hatten...
Ende vom Lied... nach mehreren Wochen dann endlich haben wir es gewagt und sie in ein gemeinsames Gehege gelassen.
Hat gut geklappt - die dicksten Freundinnen sind sie nicht geworden, aber sie konnten Babybrei vom gemeinsamen Löffel schlabbern und gemeinsam im Häuschen schlafen...
So - und dann starb der Zoom an der Folge der Tumor-OP.
Chiqui wieder allein. Was tun?
Zwei Leihratten geholt - ich glaube, die waren damals um die 12 Wochen alt.
Wieder das gleiche wochenlange VG-Theater? Wir haben es probiert - aber wir stellten schnell fest: Die beiden Kleinen hatten sich in Chiqui verliebt. Die hingen ihr gleich am 2. VG-Tag am Rockzipfel und wollten bekuschelt werden. Und Chiqui fand das toll. Die hatte sich nach Nezumis Tod wieder in die untere Käfigetage verzogen und blühte bei den Kleinen richtig auf.
Also haben wir die VG-Phase drastisch verkürzt - ein paar Tage lang haben wir uns das angeguckt, aber weil alles friedlich war, sind die Kleinen dann zu Chiqui gezogen - und es gab keine Probleme, im Gegenteil.... Chiqui nutzte endlich wieder das ganze Gehege, und auch wenn sie nicht die Schmuserin vor dem Herrn war, genoss sie es doch, dass die beiden Kleinen um sie herumturnten und sie als "Mama" ansahen...
Sicher muss man immer vorsichtig sein - aber manchmal denke ich, dass man durchaus auch auf sein Bauchgefühl hören sollte.
Ich weiß, das ist sehr kritisch, das hier zu sagen - möglicherweise denkt dann wer: "Egal, ich mach´s dann einfach so" - NEIN, das sollte natürlich nicht der Fall sein...
Ich kann´s aber auch irgendwie nicht mehr haben, dass man ständig und permanent und dogmatisch irgendwelche Richtlinien einhalten soll, die für manche Tiere (für unsere Chiqui z. B. - hätten wir da ordnungsgemäß gewartet, wäre sie wahrscheinlich schon fast tot gewesen, bevor sie noch was von ihren Kumpelinen gehabt hätte....) einfach nicht passen.
Vorsicht ist immer besser als Nachsicht, und gerade für Neulinge und Anfänger empfiehlt es sich, nicht irgendwas zu probieren sondern sich an die bewährten Tipps zu halten.
Und auch später ist es sicher nicht ratsam, irgendwelche lustigen Experimente zu wagen - dennoch bin ich da der Meinung, dass die Erfahrung einen gewissen Spielraum ermöglicht, und bei 12-15 Wochen alten Ratten sehe ich z. B. noch keinen Grund zur Panik.... Mag sein, dass das bei uns so war, weil ich nur Mädels hatte... hmpf...