Da ich jetzt eh gerade hier bin kann ich ja nochmal ganz aktuell unseren Stand deklarieren.
Dai (derAkita) ist inzwischen 9 Jahre alt. Er hat die ersten Krankheiterscheinungen.
Athrose in beiden Knien, Spondylose in der Wirbelsäule und verdacht auf Sebadenitis.
Vor 2 Jahren ist Dai schwer erkrankt und ich musste jeden Monat neu darüber entscheiden ob wir ihn einschläfern lassen oder nicht.
Wir haben uns zum Glück für mehrere Operationen Entschieden, denn:
Er ist immernoch der erste an der Tür wenn die Leine klappert und sein Kopf ist der erste unter meinem Arm wenn er der Meinung ist das ich aufstehen muss. Inzwischen entscheidet er selbst wieviel wir gassi gehen und läuft immernoch 24/7 ohne Leine. Der Dicke vertraut mir schon seit Jahren wieder blind und zu 100%. Ignoriert alle anderen Hunde vorbildlich ausser seine Kumpels wo er dann plötzlich doch wieder 2 wird. Spielt wie ein Irrer und fragt mich an jeder Ecke, Gabelung oder Kreuzung wo es lang geht - natürlich nicht ohne mir vorher zu zeigen wo ER gern lang gehen würde

. Es gab nie wieder einen Vorfall wie damals im Eingangspost beschrieben. Er hat zwar seine wunden Stellen und jammert fürchterlich wenn man daran rumsalben will aber spätestens wenns vorbei ist reibt er seinen dicken Kopf in meiner Halsbeuge.
Ahri ist inzwischen 6 Jahre alt und hat sich zu einem recht speziellen Fall entwickelt.
Ahri zeigt ebenfalls sehr viel Imponerverhalten. Als wir beim Wolfshundtreffen waren lief sie von ca 40 Wolfshunden vorn an der Spitze mit stehender Rute. Sie hat sich allerdings nicht provozierne lassen und ist Ärger aus dem Weg gegangen. Nachdem sie das 2te mal Läufig wurde und Dai schwer erkrankt ist ist sie in ihrem Wesen leider komplett umgeschlagen. Hinzu kam das ich aus arbeitstechnischen Gründen fast ein ganzen Jahr nicht wirklich zuhause war.
Heute attakiert Ahri leider ausnahmslos jedes Tier. Daher kann sie nur an der Leine laufen und auf weitüberschaubaren Flächen abgeleint werden.
Da meine Hunde keine Pöbler sind ist es immer etwas schwierig da sie bei Hundebegegnungen unauffällig sind und viele Leute ihren Hund dann zu den lieben Hunden lassen wollen. Ich gehe ganz stark davon aus das Ahri töten würde. Bisher ist das aber zum Glück nicht vorgekommen.
Zu den im Haus lebenden Tieren ist sie allerdings total liebevoll. Letzte Woche musste einer meiner Kater eingeschläfert werden und Ahri war diejenige die am meisten getrauert hat.
Die Familie muss gehegt und gepflegt werden. Was nicht zur Familie gehört ist Futter oder Feind. Ihr liegt viel daran die gesamte Gruppe zusammen zu haben und wirkt immer etwas verunsichert wenn plötzlich einer aus der Gruppe ausschlägt um bspw den Kotbeutel in den Mülleimer auf der anderen Straßenseite zu bringen.
Ahri und Dai sind nicht nur beste Freunde geworden, sondern sie sind ein richtiges Päärchen. Sie würde Dai immer und in jeder Situation beschützen genauso wie er sie. Bei Ressourcen gibt es keinen Streit, Dai gibt ihr alles was sie will und sie macht es wirklich sehr charmant, Diesbstahl gibt es hier nicht, nur freiwillige Abgabe. Sie lutscht ihm mehrfach täglich das Gesicht und die Ohren aus und er drückt sich da so sehr rein das ich manchmal Angst habe das er nach vorn umfällt. Sie spielen zusammen als wären sie Welpen wenn Dai einen seiner guten Tage hat. An weniger guten motzt er Ahri an wenn sie zu grob war und dann wars das auch schon. Beide Hunde sind Intakt und dabei wird es auch bleiben. Dai interessiert sich nur für sie und seine 2 Kumpeldamen (die andern 2 sind letztes Jahr verstorben). Wenn Ahri Läufig ist hat sie nur Augen für Dai. Ahris Läufigkeitszyklus beträgt 1,5 Jahre. Wobei sie in den letzten 3 Jahren nicht einmal Läufig geworden ist (Tierärztlich mehrfach abgeklärt und sie ist Kerngesund) Vermutung liegt Nahe das sie wegen Dais Gesundheitsstatus nicht Läufig wird) Ich sehe keinen Sinn darin einen Hund der nicht Läufig wird zu kastrieren. Zumal Dai bei beiden Läufigkeiten keine Probleme hatte.
Aus Neugier habe ich vor einem Jahr ein Mehrhundehalterseminar bei Thomas Baumann abgelegt. Fazit: Die beiden harmonieren super mit uns 2 Menschen und sie tut Dai richtig gut weil er dadurch wesentlich mehr Lebensqualität hat. Wir müssen ihn allerdings vor stürmischen Spielattacke beschützen. Ein falscher Rempler kann für Dai fatale Folgen haben.
Wir hatten harte und schwierige Phasen, aber im Nachinein bereue ich es nicht da Ahri ein wirklich großartiger Familienhund ist. Sie ist auch bei fremden Menschen immer sehr freundlich ohne gleich aufdringlich zu sein. Dennoch habe ich mir geschworen mir nie wieder einen Wolfshund zuzulegen. Es kann plötzlich sovieles kommen weshalb man diesen Hunden nicht mehr gerecht werden kann (diese Zeiten sind bei uns zum Glück vorbei und wir wollen jetzt alles aufholen was wir in den letzten 2 Jahren nicht geschafft haben). Aber ich werde mir definitiv irgendwann nochmal einen Akita anschaffen. Und der wird dann Dai zu Ehren ein wirklicher Einzelprinz bleiben.
Also völlig schnuppe was ich alles falsch gemacht habe, komplett versagt habe ich jedenfalls nicht, sonst würden sie 2 nicht nebeneinander liegen und fressen und auch nicht aus dem selben Napf trinken oder zusammen am selben Spielzeug kauen