Tierpflegerin oder tiermedizinische Fachangestellte?

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  • Tierpflegerin oder tiermedizinische Fachangestellte? Beitrag #1
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Wayu

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Hallo,

Habe dieses Jahr meine Schule beendet und bin zur Zeit auf der Suche nach einem Beruf, wo ich mit Tieren arbeiten kann. Das wäre so ziemlich mein Traum Gebiet.

Eine Zeit lang habe ich mir gedacht tiermedizinische Fachangestellte zu werden und bei einem Tierarzt zu arbeiten , allerdings denke ich mir mittlerweile, dass Tierpflegerin in einem Tierheim oder einer Tierpension bestimmt schöner wäre. Ich wäre näher an den Tieren etc. Nur gibt es so etwas hier in der Nähe kaum, müsste ich weiter weg suchen, was für mich aber kein wirkliches Problem wäre.

Ist hier vielleicht jemand selber aus einer der beiden Berufe und könnte mir etwas erzählen? Wie muss ich mir die Berufe und die Arbeit vorstellen? Ich denke ich füttere die Tiere und spiel mit ihnen aber was macht man noch?
Und als Tierarzthelferin? Liege ich richtig, dass der Kontakt zu Tieren dort doch sehr untergeht?

Würde mich über persönliche Berichte sehr freuen, sodass ich weiß, welchen Beruf ich eher ansteuern bzw einen Praktikumsplatz/Ausbildungsplatz suchen sollte :)
 
  • Tierpflegerin oder tiermedizinische Fachangestellte? Beitrag #2
Hallo Wayu, willkommen im Forum :D

Die Frage nach dem Unterschied zwischen Tierpfleger und Tiermedizinische Fachangestellte hat mir vor ein paar Tagen erst unsere Moderatorin Casimir erklärt.

Außerdem hatten wir auch gerade eine sehr ausführliche Diskussion zum Thema 'Arbeiten mit Tieren':

Dort ging es unter anderem um Zukunftsaussichten und Verdienstmöglichkeiten bei verschiedenen Tier-Berufen.

Vielleicht findest du dort schon einige Antworten, ansonsten erzähl doch noch ein bisschen was über dich, welchen Schulabschluss hast du und wie viel wärst du bereit für einen Tier-Job in Kauf zu nehmen (z.B. schlechter Verdienst, Nachtschichten etc...).

LG
Kompassqualle
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
  • Tierpflegerin oder tiermedizinische Fachangestellte? Beitrag #3
Oh hab nicht gesehen, dass da schonmal was zu geschrieben wurde.
Kann den Post aber irgendwie nicht aufrufen :eek:

Und die Diskussion hab ich ein bisschen mitverfolgt.

Hab dieses Jahr mein Abitur gemacht.
Eigentlich hätte ich dieses Jahr ein FSJ im Kindergarten gemacht, hab dies allerdings nach 1 Woche abgebrochen, da ich total unglücklich war und die Arbeit absolut nicht mochte. Dadurch ist mir wichtig geworden, dass ich einen Beruf anfange, den ich auch wirklich mag. Nicht, dass es sonst genauso endet, wie beim FSJ..
Zur Zeit arbeite ich auf Teilzeit in einem Lebensmittel Geschäft. Es ist nicht so schlimm wie das FSJ, besonders wahrscheinlich auch weil ich nur auf 15 std arbeite und nicht 37 std und mehr verdiene.
Gegen dem nicht so hohen Verdienst hab ich nix. Ich sag mal so, ich bis gewohnt, nicht so viel Mittel zu haben und für mich wäre das schon viel genug^^
Ich bin auch keine, die so viel braucht.
Nachtschichten fände ich auch nicht unbedingt schlimm, wenn sie MAL sind. Wenn ich NUR Nachtschichten hätte, wäre das schon ne andere Sache.
 
  • Tierpflegerin oder tiermedizinische Fachangestellte? Beitrag #4
Huhu!

Ich schreibs gern nochmal *räusper*

Also. Beim Tierpfleger gibts drei Richtungen:
1) Tierpfleger im Zoo
2) Im Tierheim
3) In Klinik und Forschung

1) Die Tierpfleger da sind (auch je nach Größe des Zoos) fast nur damit beschäftigt, die Gehege zu säubern. Ich kenne Azubis, die dafür Zeit haben und Azubis, bei denen das in reiner Akkordarbeit ausartet weil einfach so viel zu tun ist. Futter schneiden und füttern gehört auch dazu. Für mehr bleibt, zumindest in der Ausbildung, keine Zeit. Du durchwanderst den Zoo Stück für Stück und lernst die Eigenarten der Tiere und ihre Bedürfnisse kennen. Du brauchst auch ein enormes Wissen über alle Tiere im Zoo, denn du musst die ja versorgen. Wie sagte ne Freundin? "Es ist ein wortwörtlicher Scheiß- Job, aber es macht extrem viel Spaß."

2) Mit den Tierheimleuten habe ich eher weniger Kontakt... aber auch hier denke ich, dass du überwiegend putzt und die Tiere versorgst. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass du in deiner Arbeitszeit Zeit zum Spielen hast. Augenmerk wird hier natürlich nicht nur auf die Versorgung der Tiere, sondern auch auf Bürokram und Kundenkontakt gelegt.

3) Kannst du im Labor (Tierversuchslabor) oder in einer Tierarztpraxis machen. Labor erklärt sich von allein- Hygiene, fachgerecht töten, füttern, Tierversuche durchführen und planen. In der TA- Praxis ist der Tierpfleger theoretisch für die Tiere auf der Krankenstation zuständig. OP- Vor- und Nachsorge, Narkoseüberwachung, Tierüberwachung, "päppeln", bis sie wieder heim können. Je nach Klinik und Struktur und Personal und deinem Alter können das sicherlich auch mal ein paar Nachtschichten werden.
Aaaber- auch wenn du die Ausbildung in einer Praxis machst, musst du ins Labor, denn das ist Prüfungsbestandteil.

Bei der Tierarzthelferin kommts ganz auf die Praxisstruktur an- aber in der Ausbildung bist du auf jeden Fall auch in der Sprechstunde mit dabei, denn du musst ja das fixieren etc alles lernen. Unsere Festangestellte kümmert sich nur um die Rezeption, unsere Auszubildende pendelt immer. Tier: Papierkram hält sich da eigentlich die Waage. Je nachdem, was die Praxis alles macht, assistierst du auch bei OPs. Und putzt.
Wir haben etliche Praktikantinnen, denen bei OPs zum Beispiel schlecht wird. Oder die es nicht mit sehen können, wenn wir Tiere erlösen. Sowas muss man abkönnen. Du musst auch gut zupacken können, damit das Tier weder dich noch den TA verletzt, aber das lernt man.

Bei allen gilt aber: Es ist körperliche Arbeit. Vor allem im Zoo, das ist nicht zu unterschätzen.
Ich denke, wenn man mit der Ausbildung fertig ist, kann man sich hocharbeiten und ist dann sicherlich nicht mehr zwingend die Putze vom Dienst ;)
 
  • Tierpflegerin oder tiermedizinische Fachangestellte? Beitrag #5
Danke fürs nochmal posten ^^

Also ich tendiere eher zu Tierheim oder Tierpension, da ich Haustiere bzw. kleinere Tiere mehr mag, sag ich mal. Hab auch selber 2 kleine Kätzchen^^

Bei Zoo bin ich mir da eher unsicher, ob ich dieser Arbeit in einem dann doch größeren Arbeitsplatz geeignet bin, da ich dann doch nicht soooo die Ausdauer besitze, überall immer hin und her zu rennen. Hätte auch glaube etwas Angst vor einigen Tieren. Allerdings hatte mich das eine Zeit lang auch sehr fasziniert, mit den dann doch nicht so gewöhnlichen Tieren sag ich mal zu arbeiten.

Klinik und Forschung wäre generell nicht so mein Gebiet denk ich mal.

Wenn ich den Beruf mit dem anderen abwäge, würde mein äußerlicher Blick darauf sagen, dass Tierpfleger mehr mit Tieren agiert. Allerdings kann ich mir unter dem Beruf in einem Tierheim nicht komplett vorstellen, wie so ein 'normaler' Tag abläuft.
Zu tiermedizinischen Fachangestellten habe ich schon einiges mehr gelesen und gehört. Hatte auch schon ein Vorstellungsgespräch bei einer Tierpraxis, allerdings wäre ich dort reine Schreibtisch Arbeiterin gewesen, da die beiden Tierärzte fast ausschließlich außerhalb auf Höfen mit größeren Tieren arbeiten.
 
  • Tierpflegerin oder tiermedizinische Fachangestellte? Beitrag #6
Ja, jede Praxis ist da anders organisiert- und auch je nach Einrichtung und Equipement lernt man in der einen mehr, in der anderen weniger. Unser Chef fährt auch öfter zu Pferden und Co, aber nimmt da meist einen mit. In einer reinen Großtierpraxis ist es mit Sprechstunden bei Hund und Katze natürlich schwer :mrgreen:

Ich habe mal freiwillig in einem Tierheim gearbeitet. Wir waren NUR mit putzen und füttern beschäftigt- mehr putzen als füttern. Auch das musste schnell gehen, denn alle Tiere hatten Hunger und wollten eine saubere Zelle. Die Festangestellten haben sich in dieser Zeit um den Papierkram gekümmert.
Ich denke, da gibts auch riesige Unterschiede von Tierheim zu Tierheim. In "meinem" Tierheim hätten wir nie im Leben während der Arbeitszeit Zeit zum Kuscheln und Spielen gehabt (das war Personalmäßig auch recht unterbesetzt). Dort waren sie dankbar über jeden Freiwilligen, der sich dann noch extra Zeit nahm zum Gassi gehen etc.

Schau dir doch das hier mal an:
Die Folgen von denen finde ich ganz in Ordnung.

Aber egal für welchen du dich entscheidest: verabschiede dich ein wenig vom "Zeit haben fürs Kuscheln", nicht dass du dann enttäuscht bist. Sonst geh doch einfach mal zum Tierheim und mach mal einen freiwilligen Tag als "Schnuppertag".
 
  • Tierpflegerin oder tiermedizinische Fachangestellte? Beitrag #7
Hi,

Zu dem Ablauf in einem Tierheim kann ich dir von einem Mitlehrling von mir berichten. Ist natürlich in jedem Tierheim anders und sie war auch in einem sehr großen Tierheim:

Zeitpunkt - Kurz nach Beginn der Sommerferien in der normalen Schule:
6.Uhr: Arbeitsbeginn - Leute teilen sich auf -
- ein kleiner Teil stellt einen Haufen Näpfe auf einen Tisch, füllt Futter rein und dann alles in einen "Servierwagen". Zusammen mit leeren Näpfen und Säcken mit Trockenfutter. Dann los und füttern, voller Napf rein, leerer Napf raus. Angst sollte man hier nicht haben, einige Hunde sind nicht sehr zimperlich was das Fressen angeht. Danach zurück zum Tisch und Näpfe spülen, neues Trockenfutter auf den Wagen, alles für die nächste Fütterung vorbereiten - Zeitdauer ca. 2 Stunden - danach geht es zur Unterstützung des Reinigungsteams
- der größte Teil beginnt schon mit dem Saubermachen. Alles in den ABteilen hochstellen, kehren, wischen, Katzenklos sauber machen, Wände von Durchfall befreien, eingesaute Tiere waschen - Zeitdauer maximal 3 Stunden denn

9 Uhr Tierheim öffnet. Es kommen viele Leute und die wollen alle beraten werden. Als ERstlehrling lief sie mit einem Festangestellten mit, zweites und drittes Lehrjahr muss das selber machen. Sprich, man sollte sich mit den Tieren auskennen. Welches Tier hat welche Macke? Welches Tier passt in welche Lebensituation? Welcher Hund darf zu Kindern? Etc.pp.

Wenn wenig Besuch kam, gab es Frühstückspause, sie hat aber gemeint, dass sie diese Tage an einer Hand abzählen konnte. Tierheim hat von 12 bis 15 Uhr zu.

12 Uhr Mittagspause - 1 Stunde. Oft ist man in dieser Zeit noch damit beschäftigt sehr penetrante Leute raus zu werfen. Weil "Wir wollen ja nur gucken."

13. Uhr Zweite Fütterrunde und beginn der Säuberungsaktionen der Außenzwinger und - bereiche.

15 Uhr Tierheim macht wieder auf, Das Säuberungsteam ist noch mit saubermachen beschäftigt also hat man das Doppelte zu tun wenn viele Leute da sind.

17 Uhr Tierheim schließt, letzte Fütterungsrunde, dauert nur 1 Stunde weil alle mitmachen - Eigentlich Feierabend.

Aber jetzt kommen noch die Sorgenkinder des Tierheimes zum Vorschein - Jungtiere jeder Art, die alle 2 - 3 Stunden gefüttert werden müssen. Kranke Tiere, die auch mitten in der NAcht Medikamente brauchen oder wo man spät doch noch festgestellt hat, dass es heute noch zum Tierarzt muss. Es gibt auch jetzt noch Leute, die vor der Tür stehen und rein wollen, weil "Wir wollen ja nur gucken" und auch die darf man nicht dumm anmaulen.

Sie hat immer 4 Tage gearbeitet und dann 3 Tage frei, sie meinte damals zu mir, dass sie den ersten freien Tag meistens verschlafen hat. GErade das dritte Lehrjahr wurde oft wie Festangestellte behandelt, 14, 16 STunden Tage waren in Hochzeiten keine Seltenheit. Das Tierheim hatte nur einen Tag die Woche zu und da wurden andere Arbeiten gemacht. Spenden sortiert, mal alle Decken gewaschen, mal die Kratzbäume komplett abgsaugt, mal die Außenbereiche ohne Tier gepflegt - also Arbeit hatten sie immer.

Jetzt könnte man sagen, ja gesetzlich ist das Grenzbereich wegen Arbeitszeit und Dauer und Pause aber hey, das wurde den Lehrlingen alles vorher gesagt. Der Ausbilder hat da kein Blatt vor den Mund genommen und es hat nur Wenige abgeschreckt.

Meine Freundin hat gesagt, sie würde es jederzeit wieder machen auch wenn es verdammt viel Arbeit für relativ wenig GEld ist.

Es kann natürlich in jedem Tierheim anders ablaufen, vielleicht geht es in Kleineren besser oder auch schlechter. Das weiß ich nicht. Ich habe bis jetzt in 3 Tierheimen ehrenamtlich geholfen und dort war es eigentlich fast das Gleiche, viel Arbeit, viele nette und nicht so nette Kunden und sehr wenig Zeit für Kuscheln mit Tieren.

Ich will dir den Job nicht schlecht reden aber man muss alle Seiten sehen.

Lg Demona
 
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