Da kann ich mich Ina nur anschließen. Ob jemand eher Rassekatzen will oder eine Hauskatze, einen beliebigen Mix usw. kann jeder selbst entscheiden. Ich bin ja mehr oder weniger auf dem Land aufgewachsen, am Rande einer Kleinstadt, für mich war Katzenhaltung ohne Freigang undenkbar, ich hielt auch nichts von Rassekatzen und der reinen Wohnungshaltung. Es hat wirklich Jahre gedauert, bis ich mich überhaupt mit der reinen Wohnungshaltung von Katzen angefreundet habe, dachte immer den Katzen fehlt etwas. Daher habe ich mich auch viel mit Rassekatzen beschäftigt, weil die ja meist nur in der Wohnung gehalten werden und als ich mich dann zur Katzenhaltung entschlossen habe und nach dem unser Tierheim nur mit Freigang vermittelt, habe ich mich dann für Rassekatzen entschieden und zwar für die BKH, weil die mir wegen ihrem doch etwas ruhigeren Wesen auch für meine kleine Wohnung besonders passend erschien und schon seit vielen Jahren, Generationen in reiner Wohnungshaltung gezüchtet wird. Ich wollte halt keiner Katze den Freigang verwehren müssen, ich wollte eine Katze, welche erst gar keinen Freigang einfordert.
Inzwischen habe ich aber von anderen Haltern gelernt, die reine Wohnungshaltung ist auch mit ganz gewöhnlichen Hauskatzen problemlos möglich, wenn sie es von klein auf nicht anders kennen, klappt jedenfalls in den meisten Fällen genauso gut.
Natürlich sollte man sich genau informieren, wenn man sich für Rassekatzen entscheidet, ob diese Rasse nicht zu den Qualzuchten gehört, gesundheitliche und/oder körperliche Probleme/Einschränkungen/Schäden oder ähnliches hat. Dann muss man sich auch über die rassespezifischen Erbkrankheiten informieren und sich auf die Suche nach einem wirklich seriösen und verantwortungsvollen Züchter machen, dass ist nicht leicht, da gibt es leider sehr viele schwarze Schafe. Auch muss man dann bereit sein je nach Rasse und Region zwischen 500 und 1000 EUR für ein Kitten zu bezahlen.
Aber man kann auch gerne ein Tier sich aus dem Tierschutz zu sich holen, leider gibt auch hier schwarze Schafe, wenn auch deutlich weniger als bei den Züchtern.
Ganz wichtig ist nur, dass man keinesfalls irgendwelche Vermehrer, Schwarzzüchter usw. unterstützen, weil mit jedem Kitten was man dort abnimmt, auch wenn es nur aus Mitleid ist, nur Platz für neue Kitten und weiteres Katzenelend schafft. Da werden Kätzinnen als Gebärmaschinen mißbraucht, werden keine Wurfpausen eingehalten, werden Gendefekte und Erbkrankheiten munter weitervermehrt, billig gefüttert, unzureichend tierärztlich versorgt, nicht geimpft, viel zu früh abgegeben und und und ................. Dann gibt es auch noch die privaten Haltern die ohne jegliche Genetikkenntnisse einfach Katzen aufeinander setzen, ohne Sinn und Verstand Nachwuchs produzieren oder ganz einfach sich die Kosten für die Kastration sparen oder nur einfach ein paar Euro nebenbei verdienen wollen .......................
Für mich gibt es nur zwei Quellen aus denen ich eine Katze nehmen würde, entweder aus dem Tierschutz oder von einem wirklich seriösen und verantwortungsvollen Züchter. Man sollte immer zum Wohl der Tiere genau hinschauen, woher die Katze stammt, wie sie dort gehalten und aufgezogen werden und ob da nicht auf Kosten der Gesundheit, Vorsorge, Futter, Sozialisierung, Wurfpausen usw. gespart wird und die Tiere deswegen etwas günstiger abgeben werden.
Eine Rassekatze aus dem Tierheim kostet natürlich normalerweise nicht mehr als jede andere Katze auch, weil ohne Stammbaum, ohne Papiere und Herkunftsnachweis, gilt eine Katze nicht als reinrassig, sie gilt als Mix egal ob die Elterntiere Papiere haben oder nicht, die können eingetragene Champions sein, wenn die Katze selbst keine Papiere hat, gilt sie nicht als Rassekatze. Außerdem die meisten Rassekatzen in Tierheime sind auch nicht ganz reinrassig, in den meisten Fällen sind es "Look-a-Likes". Rassekatzen mit Papieren landen nur in seltenen Fällen im Tierheim. Was an sogenannten Rassekatzen relativ oft in Tierheimen landet, sind Vermehrerkitten billig produzierte Mixe, oft genug dann auch mit gesundheitlichen Problemen.